Aloha,
ich beschäftige nach einer Buchlektüre damit, dass andere Menschen einen selber spiegeln.
Besonders im Negativen ist das deutlich: wenn ich Ärger und Konflikte mit jemandem habe, ich das Verhalten des anderen nicht verstehen kann.
Ein Beispiel: jemand nimmt mich nicht ernst. Gut, eine Möglichkeit, da kann ich jetzt schimpfen und mich von demjenigen abwenden. Fall erledigt. Aber: es laufen mir ja immer wieder Menschen über den Weg, die sich ähnlich mir gegenüber verhalten.
Also will ich dem mal auf den Grund gehen. Es muß doch einen Zusammenhang geben zwischen meinem Verhalten und dem der anderen, oder mancher anderen. Da wo man stolpert, soll man hinsehen.
Die anderen spiegeln etwas wider, das von mir kommt. Aber was? Es gibt andere Menschen die mich richtig ernst nehmen, da klappt alles manchmal sogar magisch gut. Bin ich denen anderst entgegengekommen?
Da grüble ich dran rum, wieso ich bei manchen überspitzt gesagt als Trottel und bei anderen als vertrauenswürdig und kompetent rüberkomme.
Mal gespannt, ob jemand weiß, was ich damit meine.![]()
In esoterischer Literatur wird ja häufig vom Spiegeln gesprochen. Ist da was dran?
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Thema: Der andere als Spiegel
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05.09.2008, 09:55
Der andere als Spiegel
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05.09.2008, 14:44
AW: Der andere als Spiegel
Hallo,
ich muss gleich weg deshalb nur mal kurz als Gedankenanstoss:
Es gibt doch diesen berühmten Satz:
Der Splitter in dem Kopf des anderen stört einen, aber den Balken vor dem eigenen Kopf sieht man nicht....
und da ist was wahres dran.
Alles was Dich an anderen stört ist meistens etwas, was man selber auch an Eigenschaften hat, die man aber nach Möglichkeit nicht wahrhaben will.
In der Esoterik nennt man das auch Schattenarbeit d.h. die unangenehmen Eigenschaften, die man ja verdrängt und die man als böse empfindet, mal zu erforschen, anzunehmen und dann sich damit zu versöhnen.
Du siehst also quasi beim anderen nicht alle seine Eigenschaften sondern projezierst eigene Vorstellungen auf den anderen.
Das kann die berühmt berüchtigte rosa Brille sein oder eben die negativen Seiten.
So als Hilfe:
Überleg mal, was Dich am anderen stört und denk mal drüber nach warum und ob Dich das irgendwie doch selber betrifft.
Liebe Grüße
Andrea
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06.09.2008, 10:39
AW: Der andere als Spiegel
Hallo Andrea,
ja, wenn einen was stört am anderen, da ist es aber relativ einfach, mal bei sich nachzugraben.
Aber mir ist aufgefallen, dass manche Menschen mich nicht ernst nehmen, auch welche, die mich gern haben.
Ich versuche also umgekehrt herauszufinden, was die spiegeln, was die mir "sagen" wollen. Reagieren die auf Minderwertigkeitsgefühle von mir? Hm , generell werde ich heutzutage als selbstbewußt eingeschätzt (war nicht immer so).
Gruß fraufrau
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06.09.2008, 12:05
AW: Der andere als Spiegel
Ui FrauFrau,
also aus so wenig Informationen ist das schwierig zu beantworten.
Warum wirst Du von anderen nicht für ernst genommen?
Sagst Du vielleicht häufig etwas, was Du gar nicht so meinst?
Kannst Du Dich nicht durchsetzen?
Also da fällt mir ganz viel zu ein.
Vielleicht noch ein Tip:
Lass die Gefühle mal raus und sieh irgendeine Situation mal aus nem anderen Blickwinkel, also als ob Du das ganze von aussen beobachtest und dann entdeckst Du vielleicht, wenn Du jetzt die andere Person wärst, warum Du Dich selber nicht ernst nimmst.
Nimm einfach mal eine ganz normale Begegnung. Kannst ja auch ein Blatt Papier nehmen und mal aufschreiben:
A sagt
B sagt
und dazwischen noch Kommentare zu nonverbalen Dingen, die Dir auffallen wie z.B. mit den Augen rollen oder schnauben etc.
Wenn Du möchtest kannst Du ja auch was unverfängliches hier reinschreiben und ich oder auch die anderen können Dir schreiben, was ihnen daran aufgefallen ist.
Liebe Grüße
Andrea
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07.09.2008, 22:11
AW: Der andere als Spiegel
Ich glaube, daß diese Spiegelung in den zwischenmenschlichen Begegnungen viel weniger stattfindet als du vermutest.
Du machst dir wahrscheinlich viel zu oft Gedanken, wie du auf andere wirkst und wartest unbewusst ständig auf positives Feedback. In der Astrologie symbolisiert dies zB. das siebte Haus, das den Partner, das Gegenüber, den Spiegel verkörpert.
was spricht gegen die Spiegelung? Die Leute sind nicht alle gleich, manche sind aufgrund von Erziehung und Erfahrung empathischer, können sich besser in dich einfühlen. Andere sind an dem Tag, wo sie dir begegnen vielleicht schlecht drauf oder konzentrieren sich auf was anderes. Ich denke mal, du bist jemand, der sich sehr gut in andere einfühlen kann.
Wenn du jemanden, mit dem du einen Konflikt hast, in fairer Absicht entgegentrittst und derjenige nicht in der gleichen fairen Weise DIR begegnet, hat er doch irgendwo ein Problem. Aber es ist wahrscheinlich dein Einfühlungsvermögen, das dich zur Konfliktlösung treibt. Nenn es Harmoniebedürfnis, weibliches Sozialisationsbedürfnis.
Es gibt Leute, die lassen zwischenmenschliche Konflikte problemlos im Raum stehen bzw bemerken sie noch nicht mal.Der Mensch - ein Sackgassenerfindung der Evolution?
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07.09.2008, 23:48
AW: Der andere als Spiegel
"Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück."
Da ist schon was dran.
Wenn ich morgens im Büro mit nem fröhlichen "Hallo!" reinkomme, wird meist genauso freundlich zurückgegrüßt. Wenn die Mutter befürchtet, das Klettergerüst sei viel zu gefährlich, traut sich oft das Kind auch nicht, denn es spürt die Angst der Mutter.
Menschen reagieren auf mich (und dich und jeden). Das Feedback ist wie ein Spiegel.
Wenn ich etwas behaupte, aber von dieser Behauptung selber nicht überzeugt bin, kann mein Gegenüber das spüren (es sei denn, ich bin ein begnadeter Betrüger
).
Im Umkehrschluss kann (!) das heißen: wenn die Anderen dich nicht ernst nehmen, könnte das dich spiegeln. Du nimmst dich selber nicht ernst. Du sagst etwas, aber dein Gegenüber spürt deine Unsicherheit.
Das stimmt allerdings nicht immer. Mein Problem liegt genau entgegengesetzt. Ich sage oft etwas, wovon ich gar nicht sooooo überzeugt bin, aber oft reagieren die Leute konsterniert, weil ich so "hart" rüberkomme.
Beispiel: meine Tochter hat mittlerweile sehr gut den Dreh raus, mich rumzukommandieren. Ich habe aber erst vor ein paar Tagen (grinsend, echt!!!) vor einer anderen Mutter behauptet, ich würde keine Spirenzien beim Essen erlauben. Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt (WAS auf den Tisch kommt, bestimme aber selten ich
). Die Frau dreht sich zu ihrem Sohn und sagt vorwurfsvoll: "Siehst du, sei froh, dass du nicht Heurekas Kind bist! Da musst du essen, was auf den Tisch kommt. Und wenn du das nicht willst, dann hast du eben Pech gehabt."
Meine Tochter hat sich eins gegrinst...
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08.09.2008, 18:49
AW: Der andere als Spiegel
Ich versuchs mal an den Beispielen klar zu machen, bei denen ichs gemerkt habe:
Fall 1: ich lerne einen netten Typen kennen, von Anfang an nimmt er mich nicht ernst, zeigt es auch (Macho), allerdings verstehen wir uns sehr sehr gut, es fällt oft gegenseitig der Satz : "kenne ich, geht mir genauso...". Doch immer wieder zeigt er mir, dass er mich Mädel nicht ganz ernst nimmt. Das geht bis zu körperlichen Dominanzgesten (zu nahe kommen, etc..) - kann ich nicht leiden.
Fall 2: ich vergab einen Auftrag an einen, renne seit Monaten hinter der Erledigung her -freundliche Anrufe meinerseits, Versprechen seinerseits, aber erst als ich am Telefon regelrecht ausflippe und brülle und drohe bekomme ich die Unterlagen binnen eines Tages.
Ich habe mich über beide Männer sehr geärgert.
Zum Glück sind das Ausnahmen, früher sind mir solche "Spiegel" zu Hauf begegnet, heute nur kaum noch. Mit Frauen habe ich niemals solche Spiegeleien erlebt.
Geändert von fraufrau (08.09.2008 um 19:13 Uhr)
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08.09.2008, 18:55
AW: Der andere als Spiegel
Da ist sicher einiges dran.
Zitat von Aldebaran
Aber ich merke auch, wieivie Energie mich das kostet im Umgang mit den besagten Spiegeln. Ich suche einen "Schlüssel" um einfach effizienter mit anderen umgehen zu können. Sicher muss man bei sich selber graben - im Prinzip. Denn andere reagieren auf einen- schlechte Phasen und anderes im Kopf mal als Grund weggelassen. Ich meine im Prinzip.
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09.09.2008, 09:22
AW: Der andere als Spiegel
Hallo,
zu Fall 1: du glaubst, er reagiert auf das kleine hilflose Mädchen? Hast du ihm denn dazu Anlaß gegeben? Wenn nicht, hast er doch nicht gespiegelt und er zieht nur das ganze Register seiner stereotypen männlichen Verführungskunst, nämlich von A bis B und kanns nicht besser.
zu Fall 2: Bist du die Vorgesetzte, mußt du klare Anweisungen geben (Das nächste klappt das aber besser!) und agieren. Spiegeln ist hier nicht so gut, da es sich dabei mehr um gegenseitiges Reagieren auf gleicher Ebene handelt. Wenn der andere dann nicht pariert, ist das sein berufliches Unvermögen und nicht dein Fehler.
Effizienz im gegenseitigen Umgang ist auch mein "Thema". Früher habe ich mir auch Gedanken gemacht, was ich falsch gemacht habe, aber das ist ein Schwanz ohne Ende, denn Menschen benehmen sich immer irgendwie falsch. Heute schieb ich es mir nicht mehr so schnell in die Schuhe. Der Nachteil: Ich hake Leute schneller ab.
AldeDer Mensch - ein Sackgassenerfindung der Evolution?
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11.09.2008, 00:38Inaktiver User
AW: Der andere als Spiegel
Ich denke schon, dass in der Aussage eine Wahrheit steckt.
Die meisten hier haben vermutlich das Buch "Bestellungen beim Universum" gelesen, wo das Beispiel mit einem Hund gebracht wird, der angstvoll knurrende, der am Ende stirbt und der freundlich wedelnde.
Was sieht der andere? Handbewegungen, Mimik - die Lautstärke beim Reden und er formt damit ein Bild vom anderen, geht darauf ein.
Auch wenn man als selbstbewusst z. T. wahrgenommen wird - Menschen, die uns besser kennen, sehen hinter die Fassaden, mit ihren Emotionen.
Ein Mensch mit positiver Einstellung wird eher positive Erfahrungen sammeln als ein Mensch mit negativer Einstellung.
Lache ich einen Menschen an, so ernte ich ein Lächeln. Brumme ich ihn an, muss ich nicht lange auf die verbale Faust warten.
Anima


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