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    AW: Schuld, Vergebung, New Age, Christentum

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Im New Age heisst es nun, dass Peter ganz allein verantwortlich ist für die Verwundung. Auch dass es überhaupt eine Wunde gibt ist seine Verantwortung. Denn irgendwas in seinen früheren Leben hat ein Karma ausgelöst, das nun zu dieser Verwundung geführt hat. Hans ist nur ein Werkzeug. Im Grunde soll Peter froh sein, dass dass Hans ihn verwundet hat und ihm so die Möglichkeit gab, Karma abzutragen.
    Ich sehe mit unschöner Regelmässigkeit, wie dieser Vorwurf kommt - habe aber noch keine einzige Person kennen gelernt, die tatsächlich sowas vertritt, obwohl ich doch einige Leute kenne, die vermutlich für viele unter "New Age" etikettiert sein dürften.

    Mit Verantwortung meinen die immer das:

    Es ist nun Peters Verantwortung wie er mit dieser Wunde umgeht. Er kann sie verbinden, mit Salbe bestreichen, nähen lassen, täglich Verbandwechsel machen, die schmerzen aushalten, Schmerzmittel einnehmen... was auch immer er kann die Wunde auch unversorgt lassen, diese immer wieder aufreissen, eitern lassen,.....
    und sonst gar nichts.


    Hans muss also folgerichtig irgendwann mal ebenfalls von z.B. Jörg verwundet werden, damit er mal sieht wie das ist.

    Somit ist der Kreislauf nie zu Ende.
    Solche Gewaltspiralen gibt es ja ganz unabhängig von irgendwelchem Gedankengut, dazu braucht man nur mal den nächstbesten Sandkasten zu besuchen.

    Der Ausweg daraus ist ebenso banal wie bekannt: Verzeihe andern sobald du kannst, verzeihe dir selbst sobald du kannst (man kann nicht immer sofort verzeihen und erzwingen lässt es sich nicht), mache gut was du kannst, mach es besser in Zukunft.



    wer kann schon von sich sagen, fehlerfrei zu sein?
    Niemand. Drum ist es auch immer erhebend zu erfahren, wenn andere unsere Dummheiten, Irrtümer, Bösartigkeiten, schlechten Launen etc verzeihen.



    Also hat Samsara, das ewige Rad, nie ein Ende und das Eingehen ins Nirwana ist eine Lüge.
    Samsara und Nirvana sind ja nun keine "new age" Begriffe, sondern uralt, aus dem Buddhismus. Und es gibt diese Begriffe, weil es tatsächlich immer wieder mal Leute gibt, die Samsara und Nirwana erleben - aus eigener Erfahrung - die sich aus dem Kreis des Leidens befreien können. Manchmal nur für Bruchteile von Sekunden, nur für kurze Zeit - aber es ist eine reale Erfahrung.


    Analoges gibt's auch aus dem Christentum, dort halt eher unter den Stichworten "der fleischliche Mensch ist überwunden" (nach Paulus), oder die Idee vom "Paradies", vom dritten Himmel, siebtem Himmel... aber auch da: nix "new age", alles uralt, alles auf der kollektiven Erfahrung von Tausenden Menschen beruhend.



    Viele Esoteriker und New Agler kommen mir sehr selbstbezogen vor, reden viel von Eigenverantwortung, übernehmen eine solche mit obig geschildertem Gedankenkonstrukt aber real nie eine Verantwortung für ihr Tun.
    Ich empfehle dir, andere Gesellschaft zu suchen. Unzuverlässige Leute sind eine Plage, ganz egal, welches Bekenntnis sie haben.


    Wie seht ihr das?
    - Egoismus ist nicht new-age-spezifisch, das gibt's überall
    - Es ist in der Tat die Verantwortung des Einzelnen, sich jene Gesellschaft zu suchen, in der man sich wohl fühlen kann. Als Erwachsener hat man ja diese Möglichkeit.

    gruss, barbara

  2. Inaktiver User

    AW: Schuld, Vergebung, New Age, Christentum

    Samsara und Nirvana sind ja nun keine "new age" Begriffe, sondern uralt, aus dem Buddhismus
    Nein, wesentlich älter: schon aus dem Hinduismus bzw. aus gewissen hinduistischen Strömungen und Schulen. Der Buddhismus - der einst auch als "Sekte" einer gewissen hinduistischen Strömung begonnen hat, beeinflusst noch von ausserhinduistischen Elementen - hat diese Konzepte daraus übernommen und dann weitergeformt.

  3. gesperrt

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    AW: Schuld, Vergebung, New Age, Christentum

    Danke Horus

    Auf alle Fälle: "neu" ist nicht wirklich eine passende Beschreibung für diese Ideen.

    gruss, barbara

  4. Inaktiver User

    AW: Schuld, Vergebung, New Age, Christentum

    Auf alle Fälle: "neu" ist nicht wirklich eine passende Beschreibung für diese Ideen.
    Nein, wirklich nicht.
    Aber auch, wenn sie alt sind, halte ich persönlich nur mässig viel davon. Obwohl ich selber schon seit langem Zazen betreibe, also gewissen buddhistischen Philosophien (ich sage bewusst: "Philosophien" und nicht "Religion") nahe bin.

  5. Inaktiver User

    AW: Schuld, Vergebung, New Age, Christentum

    Hallo,

    New Age ist keine neue Religion. Es ist eher ein Sammelsurium von Weltanschauungen, aus jeder Religion sucht man sich das passende heraus und formt daraus ein eigenes Glaubensgerüst. Daher findet man im New Age Gedankengut-Elemente aus dem Buddhismus, Hinduismus, keltisches Christentum, Indianische Weisheit und östliche Lehren (Laotse, Konfuzius, Shintoismus) sowie aus der Theosophie von Blavatsky und der Antrophosophie von Rudolf Steiner. Es ist logisch, dass diese Versatzstücke (in Bezug auf das Sammelsurium New Age) dann wesentlich älter sind, stammen sie doch aus sehr alten Religionen bzw. Philosophien.

    Gemeinsam ist aber allen New Aglern , dass sie sich selbst erlösen, will heissen es gibt keine Schuld und es gibt daher folgerichtig auch keine Vergebung. Im New Age ist jeder selber Gott, die Gotteskindschaft wird so ausgelegt, dass man selber Gott ist bzw. Gott werden soll, die Anlage dazu sei in einem selber vorhanden. Sinn und Zweck der vielen Reinkarnationen sei es, Gott zu werden.

    chesirekatz, ich kann dich da gut verstehen. Diese "selberschuld"Attitüde ist zynisch und irgendwie auch menschenverachtend.

    Liebe Bae, unter New Age firmiert sehr viel. Ich kenne viele New Agler, die dieses Gedankengut in aller Konsequenz vertreten. Lies z.'B. "Gespräche mit Gott" Donald Walsh, Band 2 (aquch kostenlos möglich, einfach googeln ) Da wird in letzter Konsequenz sogar die Meinung vertreten, dass Hitler den Juden einen Gefallen hätte. Weiters wird die Meinung vertreten, dass die Eltern den Kindern ganz aktiv die Freuden des sexuellen Lebens zeigen sollen und sie diesbezüglich anleiten sollen. Musst es mir nicht glauben, google einfach. Viele kennen ja nur Band eins.

    Das meine ich mit: In die Tiefe gehen. Ein Gedankengut wirklich hinterfragen und in die Tiefe gehen, in letzter Konsequenz durchdenken und sich wirklich damit beschäftigen. Vielen ist sicher nicht bewusst WOMIT sie sich - an der Oberfläche - eingelassen haben und was diese Gedanken und Philosophien und religiösen Vorstellungen konsequent zu Ende geführt real bedeuten.

    Egoismus gibt es überall, das ist klar, aber bisher ist es mir nur bei New Age Gedankengut untergekommen, dass Egoismus zum hohen Ideal und zum Glaubensinhalt erhoben wird.

    New Age

    Leute, kennt Ihr die verführerischen Bücher "Gespräche mit Gott"?

    Neale Donald Walsch: GESPRCHE MIT GOTT, Band 2

    Diese Glaubensinhalte des New Age/New thought Church haben Einzug in unser Alltagsleben gehalten. Diese Form des Egoismus scheint irgendwie Zeitgeist geworden zu sein.

    Dabei hat doch good old Castaneda einst "gepredigt", dass das Ego zu besiegen sei.

    Für mich trägt Hans die Verantwortung für die Verletzung von Peter. Es ist seine Aufgabe, die Verantwortung anzunehmen und nach Möglichkeit Wiedergutmachung zu leisten, ganz jenseits jedes Karmagedankens. Peter ist verantwortlich für den Umgang mit seiner Wunde. Wenn Hans um Entschuldigung bittet, seinen Fehler einsieht, dann wird es Peter vermutlich leichter fallen, mit der Wunde besonnen umzugehen.

    Besonders zynisch wird es dann, wenn Hans behaupten wollte, er habe ja gar nicht anders können, als Peter zu verwunden, ja Peter habe ihn letztendlich dazu getrieben und wollte verwundet werden.

    Maria

  6. gesperrt

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    AW: Schuld, Vergebung, New Age, Christentum

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gemeinsam ist aber allen New Aglern , dass sie sich selbst erlösen, will heissen es gibt keine Schuld und es gibt daher folgerichtig auch keine Vergebung.
    Diese Aussage ist nicht korrekt.
    Es gibt sehr wohl die Konzepte von Schuld und Vergebung auch bei Leuten, von denen man annehmen könnte, sie stünden der einen oder andern Richtung nahe, die von gewissen unter "new age" subsummiert wird. (dass jemand seine eigene Spiritualität mit "new age" bezeichnet, hab ich noch nie erlebt)


    Im New Age ist jeder selber Gott, die Gotteskindschaft wird so ausgelegt, dass man selber Gott ist bzw. Gott werden soll, die Anlage dazu sei in einem selber vorhanden.
    nun ja - ich rate mal - du bist Christin einer evanglikal-freikirchlichen Richtung? - die Bibel erzählt, wie Gott seinen Atem dem Adam eingeblasen hat. Das heisst, das Leben, das jeden Menschen belebt, ist göttlich. In allen von uns. Dieses Göttliche in seinem Leben zu verwirklichen ist ein Projekt, das Christen wie nicht-Christen gut ansteht.

    Liebe Bae, unter New Age firmiert sehr viel. Ich kenne viele New Agler, die dieses Gedankengut in aller Konsequenz vertreten. Lies z.'B. "Gespräche mit Gott" Donald Walsh, Band 2
    Habe ich gelesen - deine Idee, dass es weder Schuld noch Vergebung gäbe, finde ich nicht so bei Walsh, wie du es darstellst.

    Weiters wird die Meinung vertreten, dass die Eltern den Kindern ganz aktiv die Freuden des sexuellen Lebens zeigen sollen und sie diesbezüglich anleiten sollen.
    Eine Meinung, die besonders und gerade christliche Gemeinden vertreten: nämlich, dass sexuelle Aufklärung den Eltern überlassen bleiben soll. Wie liesse sich sonst erklären, dass sich gerade Christen besonders eifrig gegen jeglichen Unterricht zum Thema Sex in der Schule wehren?


    Das meine ich mit: In die Tiefe gehen. Ein Gedankengut wirklich hinterfragen und in die Tiefe gehen, in letzter Konsequenz durchdenken und sich wirklich damit beschäftigen. Vielen ist sicher nicht bewusst WOMIT sie sich - an der Oberfläche - eingelassen haben und was diese Gedanken und Philosophien und religiösen Vorstellungen konsequent zu Ende geführt real bedeuten.
    Ideen wie die von Walsh und Rudolf Steiner, aber auch vielen andern, haben mich dazu geführt, ein zufriedener, glücklicher Mensch zu sein. Und glaube mir, ich HABE sie in die Tiefe studiert. Die Bibel ebenfalls.

    Egoismus gibt es überall, das ist klar, aber bisher ist es mir nur bei New Age Gedankengut untergekommen, dass Egoismus zum hohen Ideal und zum Glaubensinhalt erhoben wird.
    Dann warst du noch nie in einer Bank oder einer Parteiversammlung der FDP *g*


    Dabei hat doch good old Castaneda einst "gepredigt", dass das Ego zu besiegen sei.
    Das Ego zu überwinden, hat Paulus schon gepredigt.

    Und natürlihc muss man den Utnerschied zwischen "Ego" und "Selbst" beachtet - bzw zwischen "fleischlichem Menschen" ind "geistlichem Menschen", wenn man die Worte von Paulus benutzen will. Auch Paulus sagt ganz klar, dass man danach streben soll, geistlich zu leben, und aktiv und selbst (!) den Geist einladen soll, dass man sein Verhalten kontrollieren soll, sich nicht Impulen und Trieben unkontrolliert hingeben soll.



    Es ist seine Aufgabe, die Verantwortung anzunehmen und nach Möglichkeit Wiedergutmachung zu leisten, ganz jenseits jedes Karmagedankens.
    Da werden dir garantiert alle New-Agler zustimmen, ausser jene paar Idioten, die man überall findet.


    Besonders zynisch wird es dann, wenn Hans behaupten wollte, er habe ja gar nicht anders können, als Peter zu verwunden, ja Peter habe ihn letztendlich dazu getrieben und wollte verwundet werden.
    Das hingegen kommt doch sehr auf die konkrete Situation an. Es gibt durchaus Situationen, wo man objektiv und sachlich feststellen kann, dass jemand es darauf angelegt hat, verwundet zu werden - aus Dummheit, aus Blödheit, womöglich auch auch Todessehnsucht, aus Wut...

    gruss, barbara

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    AW: Schuld, Vergebung, New Age, Christentum

    Mal eine Frage, wenn's erlaubt ist und es jemand schlüssig erklären kann:

    Wozu braucht man so etwas?

    Eine Idee in die Richtung: "Du hastet jut, Du bis doof!" fände ich nicht stringent.
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

  8. gesperrt

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    AW: Schuld, Vergebung, New Age, Christentum

    Welches "so etwas"?

    Schuld kriegste im Lauf des gewöhnlichen Menschenlebens von selbst aufgehäuft. Dafür sorgen schon deine Eltern und Lehrer.

    Vergebung ist dann tatsächlich etwas, was man sehr gut brauchen kann, aber das weisst du wohl selbst.

    Formen mehr oder weniger institutionalisierter Religion (sei es New Age, Christentum oder noch was Anderes) können viele Bedürfnisse erfüllen: nach Gemeinschaft und Gruppenaktivitäten, nach persönlicher Entwicklung und dem Mildern von Charakterschwächen,und bei manchen vielleicht nur, weil sie gerne singen, sind sie im Kirchenchor.

    gruss, barbara

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    AW: Schuld, Vergebung, New Age, Christentum

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Welches "so etwas"?

    Schuld kriegste im Lauf des gewöhnlichen Menschenlebens von selbst aufgehäuft. Dafür sorgen schon deine Eltern und Lehrer.
    Eben - das zumindest braucht kein Mensch und es ist praktisch immer ein Missverständnis, nämlich dessen, was ein kindliches und adoleszentes Gehirn vermag - und vor allem: wer es letztendlich vor jeder (Möglichkeit der) Schuldzuweisung programmiert hat!

    Schuld einem höheren Etwas gegenüber kann es garnicht geben, keiner Gesellschaft, keinem Staat, keinem Gott gegenüber. Schließlich sind das alles völlig willkürliche Setzungen, die das "Cui bono?" unumgänglich machen: Wem nützen sie wirklich? Und zweitens wird umgekehrt ein Schuh daraus: Welche Schuld haben Religionen, Ersatzreligionen, Propheten, Gruppen, Gesellschaften und Staaten bzw. deren Stifter, Usurpatoren, Vertreter... (und Mitläufer, Anhänger, Große-Brüder-Sucher etc. pp.)?

    Man sollte diesen Schuldbegriff endlich entsorgen, der war schon immer zu selektiv und falsch gerichtet.
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

  10. Inaktiver User

    AW: Schuld, Vergebung, New Age, Christentum

    Zitat Zitat von Cygnus Beitrag anzeigen
    Man sollte diesen Schuldbegriff endlich entsorgen, der war schon immer zu selektiv und falsch gerichtet.
    Damit kippst du unser gesamtes Rechtssystem. Eine gerichtliche Verurteilung, ein Urteil, ein Schuldspruch, kann nur erfolgen, wenn es Schuld gibt.

    Ein Mörder hat - deiner Meinung nach - also keine Schuld an der Ermordung eines Mitmenschen?
    Ein Vergewaltiger ist schuldlos?
    Ein Betrüger, Dieb etc... all diese Menschen tragen keine Verantwortung für ihr 'Tun? Sind also ohne Schuld und dürfen daher auch nicht verurteilt werden?

    Dies wäre der Fall, wenn man deinen Gedankengang zu Ende denkt.

    Denken wir weiter. Wie würde eine Gesellschaft funktionieren, wenn es keine Schuld mehr gäbe? Mord, Betrug, Diebstahl ..... nichts würde vor Gericht kommen, es gäbe keine Strafen....

    lg Maria
    Geändert von Inaktiver User (16.01.2015 um 11:21 Uhr)

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