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  1. Inaktiver User

    Die Raunächte kommen bald

    Milfontes, ich habe mal wieder, deinen genialen Beitrag aus dem Jahre 2006, kopiert und hier eingestellt. Hoffe es ist dir recht





    Nicht vergessen Ihr Lieben:

    25.12-06.01 Die Raunächte Diese Nächte sind besonders dunkel, stürmisch und nochmals sehr durchlässig. Sie eignen sich besonders zum orakeln und wir sollten nochmals ein Resümee über das vergangene Jahr ziehen. Opfergaben im Garten oder auf der der Fensterbank sind für die vorbeiziehende Göttin Hel ( Frau Holle) mit ihrer Horde. Man sagt, das jeder Tag der Raunächte für einen Monat im nächsten Jahr steht. Die Raunächte sind gut für Orakel jeder Art, und ich bin der Meinung, das man nun allerlei Andersweltlichen Wesen begegnen kann. Wir hängen keinerlei Wäsche in dieser Zeit im oder am Haus auf, schließlich möchten wir nicht, das einer der vorbeiziehenden Seelen, sich darin verheddert.
    Kennst Du den Ausdruck "zwischen den Jahren"? Diese seltsame Formulierung müsste eigentlich "zwischen den Zeiten" lauten. Es ist die Zeit zwischen dem 25. Dezember und dem 06. Januar. Die Arbeit ruht für die meisten Menschen, es ist die Zeit innezuhalten, über das vergangene Jahr nachzudenken und neue Vorsätze für das kommende Jahr zu fassen. Das alte Jahr scheint vorüber zu sein, das neue jedoch ist noch weit entfernt.
    Diese Zwischenzeit nennt man auch die Raunächte, nicht weil sie besonders rau und wild sind, sondern weil man hier seit alters her geräuchert hat. Allerdings nicht um böse Geister und Dämonen fernzuhalten, sondern zur Freude und Anlockung der göttlichen Kräfte und zum Gedenken der Toten.
    In früheren Zeiten ging nun die wilde Jagd um sich, geführt von Odin, der mit seinen im Krieg gefallenen Helden übers Land brauste und in alle Häuser und Ställe eindrang, wenn die Türen und Fenster nicht gut verschlossen sind. Aber ursprünglich war die wilde Jagd nicht das Symbol für Angst und Schrecken, sondern für Fruchtbarkeit und Wachstum. Es ist die Zeit der magischen Augenblicke, in denen man verborgene Schätze finden kann oder in die Anderswelt übertreten. Je nach Region tobte Odin über den Himmel, Wotan oder Frau Holle mit ihrer Schar.
    Es sind auch die Los-Tage, die prophetische Zeit im Jahr, die Zeit um Pläne zu schmieden und sich gute Vorsätze zu nehmen, was man im nächsten Jahr verwirklichen möchte. Es gibt zwei alte Traditionen des Orakelns, für jeden der zwölf Los-Tage steht ein Monat des kommenden Jahres; die andere Tradition bringt uns in den ersten sechs Nächten das alte Jahr wieder um das Vergangene abzuschließen und in den nächsten sechs Nächten visionäres für das kommende Jahr zu erfahren. Und daran erinnert auch das Bleigießen in der Silvesternacht. Eine traditionelle Pflanze zum Orakeln ist der Beifuss (Artemisia vulgaris). Mit ihm wurden in den zwölf Raunächten Haus und Stall geräuchert. Ebenso wird auch heute noch die Weihnachtsgans traditionell mit Beifuss ausgerieben und gewürzt. Dabei ist die Gans ein uraltes Symbol für die abnehmende und zunehmende Kraft der Sonne. Sie kündigt im Frühjahr die Sonne an und im Herbst den Winter. In der ägyptischen Mythologie ist es eine Gans, die das Weltenei legt, aus dem die Sonne (Amun-Re) schlüpft. Ebenso ist sie das Symbol für den Schamanenflug, in dem Zauberer, Schamanen und Hexen in die jenseitige Welt fliegen, um Kontakt mit Ahnen, Geistern und Göttern aufzunehmen.
    Mit Beifussräucherungen kann man Altes loslassen und Platz für Neues schaffen. Als Sonnenpflanze hellt er die Seele auf, beruhigt und entspannt. Er fördert unsere Träume und die Intuition und lässt uns mit unserer Spiritualität in Verbindung kommen. Aber er ist auch eine Schutzpflanze, mit der man sehr gut die Räume reinigen und desinfizieren kann.
    Die Mistel (Viscum album) gilt als Fruchtbarkeits---- und Todessymbol. Sie ist die magische Pflanze, die die Pforten der Unterwelt öffnet und mit deren Hilfe man die Schwelle zum Jenseits überschreiten kann. Der englische Brauch einen Mistelzweig an die Tür zu hängen, findet auch bei uns immer mehr Liebhaber. Wer sich unter der Mistel befindet, ist frei von allen gesellschaftlichen Konventionen, er befindet sich an einem Zwischen ort, wo alles Unmögliche wahr werden kann. Für die Druiden war die Mistel eine heilige Pflanze und ebenso der Baum, auf dem sie wuchs. Gesammelt wurde sie traditionell einen Tag vor der Wintersonnenwende. Sie öffnet uns für Visionen und kann die Traumtätigkeit verstärken. Mit ihrer Hilfe können wir Zugang zu unserem Unbewussten erlangen und so können wir auch unsere inneren Bilder besser zu verstehen.
    Heute noch wird der Abschluss der Raunächte am 06. Januar mit dem Fest der Heiligen Drei Könige gefeiert. Noch heute ziehen die Kinder als Kaspar, Melchior und Balthasar verkleidet durch die Straßen, singen und schreiben einen Segen und die Jahreszahl über die Tür. Es ist immer noch ein Schutzritual, das aber ebenso auf vorchristliche Riten zurückgeht. Denn ursprünglich waren die drei spinnenden Nornen das Symbol von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und das spiegelt sich in den vergangenen Raunächten wieder. Und so sollten wir die Stille und auch die Kälte des Winters für eine Rückbesinnung auf unser Leben nehmen und den Jahreswechsel dazu nutzen, aufeinander zuzugehen, miteinander zu feiern und sich gegenseitig Glück zu wünschen---

    Copyright 2000 - 2007 liegt bei Gabriela Stark
    "Die wilden und geweihten Nächte"
    __
    Ich selbst träume immer unheimlich viel in dieser Zeit. Habe mir jetzt auch ein schönes Traumbuch gekauft und hoffe, dass ich mich überwinden kann - mich aufsetzen kann um zu schreiben - denn mich ärgert es immer, wenn ich anderntags meist nur noch (wenn überhaupt) die Hälfte weiß...

  2. Inaktiver User

    AW: Die Raunächte kommen bald

    bald ist es wieder so weit ;-)

  3. Inaktiver User

    AW: Die Raunächte kommen bald

    Danke, Miss.
    Diesen Text finde ich ausgesprochen interessant!!

  4. Inaktiver User

    AW: Die Raunächte kommen bald

    Danke an euch, dass ihr den Thread wiederbelebt habt. Eine gute Gelegenheit, mal wirklich die Träume aufzuschreiben - in den Raunächten! Ich werde es machen, ihr auch?

  5. User Info Menu

    AW: Die Raunächte kommen bald

    Heute ist es soweit:

    Die wilde Jagd startet am Cap Finistère, braust durch Bretagne, Normandie und Calvados, streift die Kriegsgräber nahe Ypern und dringt dann knapp nördlich von Aachen auf deutsches Gebiet vor. Ab hier sind verschiedene Varianten denkbar. Werden die nächsten Tage frostig, verschwindet die wilde Jagd in der Regel nahe dem Kyffhäuser im Untergrund. Bei warmem Wetter zieht sie weiter ins Baltikum, wo sie überwintert. Verschiedene Routen sind bekannt; für gerade Jahre, für ungerade Jahre, aber immer wieder Überraschungen in Jahreszahlen, die durch 7 oder 11 teilbar sind. So wie 2013. In solchen Jahren stellte man gelegentlich eine Südtrift bis weit hinein nach Baden-Württemberg und Oberfranken fest (das eigentliche Bayern wird konsequent gemieden - verständlich!). Und wenn es den Odenwald traf, war es gewöhnlich schlimmer als das, was die Menschen dort jahraus jahrein vom Rodensteiner gewohnt sind.

    Literaturempfehlungen:
    Werner Bergengrün: Das Buch Rodenstein
    Fred Vargas: Die Nacht des Zorns

    Ich selbst habe aus früheren blutigen Erfahrungen meine Lehren gezogen und werde den Rest des Jahres bei Dunkelheit wohlbehütet im Bett verbringen, Vorhänge zugezogen.

  6. Inaktiver User

    AW: Die Raunächte kommen bald

    Und auch hier sage ich: Ich bin ein Freund solcher Traditionen!

  7. Inaktiver User

    AW: Die Raunächte kommen bald

    Zitat Zitat von syrahnoir Beitrag anzeigen

    Die wilde Jagd startet am Cap Finistère, braust durch Bretagne, Normandie und Calvados ....
    Diese Gegenden kenne ich sehr gut!

  8. Inaktiver User

    AW: Die Raunächte kommen bald

    Die Rauh-Nächte sind da!

    Und ich schreib sie noch mit Ha!

    Ja - ja!


    .....................


    Und nun soll man keine Wäsche mehr aufhängen!

  9. Inaktiver User

    AW: Die Raunächte kommen bald

    Dort ist das auch Thema:

    Wäsche raus am Feiertag


  10. Inaktiver User

    AW: Die Raunächte kommen bald

    Ich verzweifle hier gerade an meinen Träumen....

    Alpträume habe ich buchstäblich von Geburt an, die ersten 25 Jahre mußte ich echt dankbar sein, wenn ich auf 3 gute Nächte pro Woche kam.

    Nach dem überstandenen ersten Vierteljahrhundert wurde es merklich besser, "schlafen" bzw "gut undoder lange genug schlafen" wird aber wohl nie ein besonderes Talent von mir werden.

    Seit November war ich überglücklich, weil ich erstmals (wir sind seit 5 Jahren verheiratet) nächtelang von meinem Mann geträumt habe - schöne, liebevolle Träume mit diesem wunderbaren Menschen im Mittelpunkt.

    Und kaum sind die magischen Nächte da : Alpträume der allerschlimmsten Art und Weise - von Menschen, die ich seit 30 Jahren nicht gesehen habe, kombiniert mit beruflichen Situationen, die garantiert nächstes Jahr nicht eintreffen werden, weil ich a.) mittlerweile in einem anderen Bundesland lebe, als in dem, in dem sich diese berufliche Vergangenheit abgespielt hat und ich b.) krankheitshalber schon viele Jahre nicht mehr berufstätig bin und sich das auch nicht mehr ändern wird.
    Von meinem Mann ist in diesen Träumen keine Spur zu finden , sie spielen alle ausnahmslos zu Zeiten und an Orten, wo es ihn in meinem Leben noch gar nicht gab....


    Mich macht das gerade ziemlich fertig.
    Hat irgendwer eine Deutungsidee ?


    Danke !




    verschwiegen

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