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Thema: Zahnarztangst


  1. Registriert seit
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    Zahnarztangst

    Hallo zusammen ,

    ich bin [männlich], 43 Jahre alt und habe ein sehr großes Problem.

    Als Kind hatte ich ein wirklich prägendes Erlebnis beim Zahnarzt, das mich bis heute fest im Griff hat.

    Seit diesem Tag war ich nur noch ein einziges mal beim Zahnarzt. Für viele wird der Gedanke eklig und

    abstoßend sein. Ich schäme mich für mich und meine Zähne, aber ich schaffe es nicht etwas dagegen zu tun.

    Alleine der Gedanke daran, dass ich jemanden meine Zähne zeigen muss ist für mich unerträglich.

    Vielleicht hat jemand von euch eine Idee oder jemand der auf solche Fälle spezialisiert sind.

    Ich komme aus dem Süddeutschen raum.

    Für jeden helfenden Beitrag bin ich euch sehr sehr dankbar.

    Schöne Grüße Daniel
    Geändert von Flau (12.10.2019 um 20:27 Uhr) Grund: Klarnamen entfernt

  2. Avatar von Loop1976
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    AW: Zahnarztangst

    willkommen in der bri

    erst einmal glückwünsch, dass du es bisher ohne zahnschmerzen so weit gebracht hast.

    nur weil man nicht zum zahnarzt geht, muss man schlechte zähne haben.

    aber die hast du offenbar? bisher ohne schmerzen?

    es gibt praxen, die haben sich auf angstpatienten spezialisiert.
    ich denke du solltest dort kontakt aufnehmen.
    vielleicht kann dir deine krankenkasse eine praxis in deiner nähe empfehlen.

    wie machst du das beim lachen? oder beim reden?
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht


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    AW: Zahnarztangst

    Hallo Loop1976,

    danke für deine Antwort.

    bis jetzt hatte ich zum glück keine schmerzen.

    Im vorderen Bereich fällt wenig auf, da ich ja täglich meine Zähne mehrmals Putze.

    Im Hinteren Bereich ist es aber schon sehr problematisch. Aus diesem Grund muss ich auch eine Lösung finden.

    Als Geschäftsführer eines Unternehmens wird das auch immer ungünstiger, obwohl noch nie jemand was gesagt hat.

    Es ist irgendwie so schwer für mich in diesem Thema aktiv zu werden. Ganz das Gegenteil als in meinem Berufsleben.

    Ich weiß ich muss, kann aber nicht :-(

    Grüße Daniel


  4. Registriert seit
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    AW: Zahnarztangst

    Du bist mit deiner Angst definitiv nicht allein. Meine beste Freundin ist auch so eine Angst Kandidatin. Früher ist sie noch gegangen, aber sie hat immer beim Zahnarzt vor Angst geweint und irgendwann ist sie einfach nicht mehr gegangen. Leider fingen nach vielen Jahren dann auch Probleme mit ihren Zähnen an und dann ist sie in eine Praxis, die auf Angstpatienten spezialisiert ist. Da herrschte laut ihrer Aussage eine ganz andere Atmosphäre und ein ganz anderer Umgang als sie es von ihrem alten Zahnarzt kannte. Das hat ihr auf jeden Fall geholfen. Such dir so eine Praxis, ich denke, da kann dir gut geholfen werden.


  5. Registriert seit
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    AW: Zahnarztangst

    Vielleicht wäre es dazu noch gut, einen Freund einzuweihen, jemand der Dich gerne aktiv unterstützt wenn Du z.B. einen Termin hast, dass Du auch tatsächlich hingehst? Dich hinfährt und abholt?
    Würde ich sofort für einen Freund tun.

  6. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Zahnarztangst

    Es gibt Arztpraxen, die auf Angstpatienten spezialisiert sind und man sollte darauf auf jeden Fall bei der Terminsvereinbarung hinweisen.
    Freund mitnehmen, der dich begleitet und dafür sorgt, dass du hingehst und nicht wieder aus dem Wartezimmer ausbüxt.

    Für die Behandlung können durchaus am Anfang auch angstlösende Medikamente gegeben werden, für mich ist auch immer wichtig, dass der Arzt während der Behandlung mit mir spricht - das steht auch extra in meiner Patientenkarte.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
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  7. Avatar von coryanne
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    8.485

    AW: Zahnarztangst

    Sich unter Hypnose behandeln lassen, koennte auch hilfreich sein. Es gibt auch ZA, die unter Vollnarkose behandeln.

    Auf jeden Fall, wie schon gesagt, zu einem ZA gehen, der auf Angstpatienten spezialisiert ist.
    beim ersten Termin evtl. nur besprechen.

    Mir hat es schon vor vielen Jahren geholfen, gerade oft und regelmäßig zum ZA zu gehen. Ich hatte auch als Kind grosse Angst. Ich gehe auch heute nicht wirklich gern, wer tut das schon, aber deutlich entspannter zum ZA. Wenn man regelmäßig geht, ist oft gar nichts zu machen oder nur Kleinigkeiten. Das nimmt die Angst... oder kann sie nehmen.


  8. Registriert seit
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    1

    AW: Zahnarztangst

    Hallo Dani,

    ich weiß nicht, ob es dir am Ende hilft oder nicht, aber ich schildere dir einfach mal von meiner Angstsituation.

    Ich bin weiblich, anfang 30 und in meiner Kindheit hat sich niemand um meine Zahngesundheit geschert. Also gab es da bereits mehrere Baustellen, die behandelt wurden. Allerdings hat dies dazu geführt, dass ich mit dem Zahnarztbesuch keine schönen Erinnerungen verbunden habe und daher hat sich eine Angst aufgebaut. Irgendwann (mit 15 oder so) bin ich dann einfach nicht mehr hin gegangen. Es kam (leider) auch niemand auf die Idee, mich dazu zu nötigen.
    Also nahm ich mir vor, vor 18 noch hinzugehen, da dann ja alles bezahlt wird. Mein nächstes Ziel war es dann, vor Beginn des Studiums hinzugehen, dann vor Beginn des Referendariats. Quasi immer Abschnitte, wo mich "neue Leute" kennenlernen.
    Aufgrund des Aufschiebens kamen nach und nach auch mehr Baustellen / kaputte Zähne dazu. Im Alltag hat man das zwar nie gesehen, aber ich musste schon sehr darauf achten, nicht mit offenem Mund zu lachen etc.

    Aus meiner Angst vor der Behandlung wurde mit der Zeit vielmehr eine Angst vor der Scham. Schließlich sind nun einige Baustellen da und die sieht der Zahnarzt ja. Da wird er sich bestimmt viele unverschämte Gedanken über mich machen. Also wurde es noch weiter aufgeschoben!

    Bis vor ca. 2 Monaten. Da gab es für mich einen kleinen Anstoß - in einem anderen Forum hat eine Dame geschrieben, dass sie sich ihrer Angst gestellt hat - und da habe ich doch tatsächlich online ein paar Tage nach einem Angstzahnarzt gesucht und einen Termin ausgemacht. Und die hatten doch tatsächlich 5 Tage später was frei -fand ich ziemlich unverschämt, da ich darauf eingestellt war, ewig auf einen Termin zu warten ;-)

    Hingegangen bin ich tatsächlich auch - und auch nur 2 mal vor Stress fast ohnmächtig geworden..
    Mein Zahnarzt war dann auch nicht der nette ältere Herr von der Website den ich mir gewünscht habe, sondern ein jüngerer, attraktiver Kerl in meinem Alter - na super
    In der Praxis habe ich dann ungefähr jedem, der mir auch nur zu Nahe kam von meiner Angst erzählt und alle haben super lieb darauf reagiert! Ich musste z.B. gar nicht warten (muss ich auch immer noch nicht) und wurde sehr mit Worten aufgemuntert.
    Am schlimmsten war für mich tatsächlich das erste Mal Mund aufmachen. Und das zweite Mal, weil dann der Chef auch nochmal nachschauen wollte, um zu bestätigen, was man erhalten kann. Und das dritte Mal, das war dann schon bei der Zahnreinigung und damit noch mal eine neue Person, die sich das Elend ansehen musste.
    Aber danach ging es auch los mit der Behandlung, es wurden drei Zähne gezogen und mittlerweile auch einige gefüllt. Danach stand noch eine Parodontose-Behandlung an (da bin ich gerade mittendrin) und danach sprechen wir über Zahnersatz.
    Und ganz ehrlich: vor dem Termin zum Ziehen hatte ich wieder Todesangst - das muss ja schließlich brutal weh tun! Und wie war es: der erste Zahn war super mies verwurzelt und hat deshalb knapp 'ne halbe Stunde gebraucht bis er draußen war. Daher wurden die anderen auch auf 'nen weiteren Termin verschoben und der Arzt war k.o. danach. ABER: weh getan hat es so gar nicht! wirklich null! Die Betäubung hat kurz gepiekst und das war es! Auch danach war es nur etwas wund und sonst nichts. Also konnte ich von da an auch gelassener zu den anderen Behandlungen.

    Schämen muss ich mich jetzt auch nicht mehr so viel - das schlimmste ist ja bereits repariert bzw raus - so dass das bei den Behandlungen nun auch viel angenehmer ist. Ein bisschen Bammel wird wohl vor dem Zahnersatz wieder kommen - da tendiere ich zum Implantat. Aber nüchtern betrachtet glaube ich, dass auch das nicht weh tun wird.

    Was mir bzgl. der Scham noch sehr geholfen hat: Ich hab mir eingeredet, dass ich mich dann eben nur im Rahmen der Termine für kurze Zeit schämen muss und dafür nicht mehr im restlichen Alltag. Was sind denn schon 1-2 Stunden Scham die Woche für ein paar Wochen im Vergleich zu dem Rest des Lebens? Denn ganz ehrlich, wenn davor jemand vom Zahnarzt auch nur geredet hat, dann hab ich direkt das Thema gewechselt oder hab versucht aus dem Gespräch zu flüchten, damit bloß keiner bei mir mal genauer hinschaut.

    So, das war es denke ich im Schnelldurchlauf von meiner Seite. Ich bin nun auf jeden Fall an dem Punkt, dass ich beim Zahnarzt alles brav mitmache und mich nicht mehr vor Terminen drücken werde.
    Das einzige wovor ich jetzt zusätzlich noch Angst habe wird der Kostenvoranschlag für die Implantate sein

    Ach und was für mich nie eine Option war, war, mich wem in meniem Umfeld anzuvertrauen. Ja, es gibt Leute, die mich da unterstützen würden und Händchen halten etc. Aber ich persönlich wollte mir nicht die Blöße geben, jemand anderen in mein "größtes Geheimnis" einzuweihen. So weiß z.B. auch mein Freund nichts von dem vollen Ausmaß und ich habe ein paar der Termine wahrgenommen, ohne dass er von diesen überhaupt wusste. Finden manche eventuell falsch, aber wenn ich mich ihm auch noch hätte anvertrauen sollen/müssen, dann hätte ich es denke ich noch länger aufgeschoben. Daher eben nur noch die Anmerkung, dass eine Vertrauensperson bestimmt super und hilfreich ist, für mich aber keine Option war!

    Es klingt so, als müsstest du noch herausfinden, ob du wirklich unter riesiger Angst vor der Behandlung als solche oder vielmehr unter der Angst vor der Scham leidest. Gerade letzteres lässt sich mit "Augen zu und durch" gut bekämpfen. Ersteres ist schon schwieriger, insbesondere wenn der Körper dann nicht mitmacht. Aber auch da gibt es gute Zahnärzte, die einen toll beraten!

    Liebe Grüße und viel Erfolg beim Überwinden der Angst!
    Lyra


  9. Registriert seit
    10.10.2019
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    3

    AW: Zahnarztangst

    Vielen Dank für euere Hilfe.

    Ob es mir gelingt meine Angst zu überwinden werde ich euch Zeit für Zeit berichten.

    Viele Grüße


  10. Registriert seit
    11.09.2012
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    983

    AW: Zahnarztangst

    Hallo Dani18,

    vielleicht hilft es Dir, diese Thematik mal von einer anderen Perspektive zu betrachten:

    Du warst damals ein hilfloses Kind und der Situation ausgeliefert. Auch die ganzen Abläufe waren damals anders.

    Heute bist Du erwachsen und kannst klar sagen, was Du willst und erwartest. Zum Beispiel: Ich bin Angstpatientin, bin ich da bei Ihnen richtig?
    Wenn Du eine Antwort bekommst, so nach: Ach ja, kommse mal her, das wird schon - würde ich sagen, nö, Sie nehmen mich nicht ernst.

    Wenn eine Antwort kommt, wie: Ja, natürlich, unsere Praxis/unser Team ist speziell für Angstpatienten da, hätte ich schon mal etwas Vertrauen.

    Dann, Du bist nicht nur Patientin, Du bist vor allem auch zahlende Kundin. Ich finde, das ist so ein wichtiger emotionaler (und finanzieller) Aspekt, der auch (jedenfalls mir) Stärke verleiht. Ich kann verlangen, dass der Behandler nicht mit der Einstellung rangeht „wir fangen erst mal an, das wird schon“.

    Ja, als Kind hatte ich im wahrsten Sinne des Wortes Zahnarztangst, weil ich wirkliche Angst vor dieser unempathischen Person hatte.

    Mir hat die Erkenntnis geholfen, dass ich als erwachsener Mensch keine Angst vor Zahnärzten, sondern Angst vor Schmerzen habe. Und die lasse ich mir schon vor der Behandlung nehmen, mit großzügiger örtlicher Betäubung. Diese Kosten, ca. 45 bis 65 Euro pro Behandlung zahle ich wirklich gerne. Alle sind zufrieden, das Team kann in Ruhe arbeiten und mir gehts gut.

    Scham hatte ich nur beim ersten Mal, aber ich sagte mir auch, dass ist ihr Job. Wenns keine Angstpatienten gäbe, gäbe es auch keine Arztpraxen für Angstpatienten.

    Überwinde Dich, Du bist dann eine von denen, die den Lebensunterhalt dieser Teams sichern und Dir wirds besser gehen.

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