Tag ihr Lieben,
zu obigem Thema ein paar Fragen.
Mein Mann unterzieht sich am Freitag diesem Eingriff, er hat eine aufwändigere zähnärztliche Behandlung hinter sich, als Abschluss müssen alte Kronen ersetzt werden, die bereits durch ein Langzeitprovisorium ersetzt wurden. Bevor er demnächst die endgültigen Kronen erhält, wird sein Zahnfleisch noch etwas aufgebaut, da es im Laufe der Jahre so weit zurückgegangen ist, dass die Kronen sonst elendig lang wären - ein also mehr kosmetisches Problem.
Was kommt auf den Guten (und irgendwie auch mich) nach dieser OP zu? Er stellt dem Zahnarzt die besten Fragen leider immer erst hinterher. Ihm wird Gewebe aus dem Gaumenbereich transplantiert, nach dem Eingriff wird er sowas wie eine Gaumenplatte tragen.
Wie lange dauert es, bis es wieder geheilt ist?
Wie lange wird er nicht gescheit essen können?
WAS wird er überhaupt essen können? (Breichen? Breichen? Oder gar nur Breichen?)
Wie schmerzhaft ist das? (Übersetzt: Wie stark müssen meine Nerven sein?)
Hat das jemand evtl. schon machen lassen und kann mit sachdienlichen Hinweisen fürs praktische Leben dienen?
Danke schon mal im Voraus!
LG,
Zuza
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 21
Thema: Zahnfleischtransplantation
-
17.03.2009, 09:47Inaktiver User
Zahnfleischtransplantation
Geändert von Inaktiver User (17.03.2009 um 09:54 Uhr)
-
17.03.2009, 12:43
AW: Zahnfleischtransplantation
Eine Zahnfleisch-Transplatation hatte ich zwar nicht, aber etliche wilde Eingriffe.

Um zu verhindern, daß das Gesicht anschwillt, Quark auf die Wangen streichen. Der trocknet an. Abwaschen (zaaart), neu auftragen. Immer wieder.
Vorteil gegenüber Eis: Man kann stundenlang kühlen. Das geht mit Eis nicht, weil man dann die Gefahr hat, daß Zellen zerstört werden.
Meistens gibt einem die Praxis ein Coolpack mit nach Hause. Und auch Schmerztabletten. (Schon klar, daß es schmerzt, wenn da rumgeschnippelt wird. Wie lange, weiß ich nicht, bei mir waren es ein paar Tage jeweils.)
Danach würde ich vorher mal fragen beim Zahnarzt.
Ein Mittel zum Spülen (Lemocyn z.B. oder Chlorhexamed) bereithalten.
Ach so: Nicht auf Federkissen schlafen. Und den Kopf ein wenig höher lagern.
Alles Gute für deinen Mann!
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











-
17.03.2009, 13:08Inaktiver User
AW: Zahnfleischtransplantation
Noch ein Tipp: Gengigel. Gibt es in verschiedenen Formen, als Spray, Gel, Lösung. Ich hatte in den letzten Monaten einige Eingriffe im Kiefer, u.a. Setzen von Implantaten und Kronen, und mein Zahnfleisch ist wieder 1A. Gengigel hat dabei gute Dienste geleistet.
Was die Esserei angeht: Lass den Patienten selbst entscheiden, was er ausprobieren möchte, ich konnte meist relativ schnell wieder feste, wenn auch eher weiche Nahrung zu mir nehmen, es muss also nicht notwendigerweise Brei, Brei und nochmal Brei sein. Ein paar Strohhalme im Haus zu haben kann eine gute Sache sein.
Sorg dafür, dass Dein Männe Schmerztabletten einnimmt oder zum Doc marschiert, wenn er zu sehr jammert. Nach dem Setzen der Implantate inklusive Sinuslift, Knochenaufbau und einem Gesicht, das aussah, als hätte ich eine Runde mit den Klitschkos geboxt, reichte mir trotz hoher Schmerzempfindlichkeit im Gesicht dennoch simples Ibuprofen vollkommen aus, um die Schmerzen gut ertragen zu können.
Wichtig ist, sich nach einem solchen Eingriff an die verordnete Ruhezeit zu halten, also nicht dank Schmerztabletten gleich wieder in die Vollen zu gehen - das geht in die Hose, der Körper kann ein bisschen Schützenhilfe in Form von Ruhe gut brauchen, um zügig seine Reparaturmechanismen an die Front zu schicken.
Hinsichtlich der Kühlung hat Karla absolut Recht - mit Eisbeuteln oder Coldpacks sollte man vorsichtig hantieren, sie können u.U. den Zustand sogar verschlimmern, daher immer Zwischenschichten einbauen, so dass der Kühleffekt nur dezent ist. Zwei Tage nach dem Eingriff soll häufig überhaupt nicht mehr gekühlt werden, da das ansonsten kontraproduktiv wirken kann - am besten den ZA diesbezüglich um genaue Instruktionen bitten.
Alles Gute für Deinen Mann - und DEINE Nerven
die Seewespe
-
17.03.2009, 18:40Inaktiver User
AW: Zahnfleischtransplantation
Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für eure Anregungen. Ich habe mir einen Zettel gemacht und werde morgen in die Apotheke marschieren. Kühlpacks habe ich in unterschiedlichen Größen hier, ich lege sie bei nötiger Anwendung immer in einen Waschlappen, dann sind sie nicht ganz so kalt. Ich fürchte, von der Quarkgeschichte werde ich meinen Mann nur schwerlich überzeugen können. Der lief schon grün an im Gesicht, wenn ich meiner Tochter früher Brustwickel mit Quark machte. ;-))
Strohhalme ... gute Idee, besorge ich auch.
Schmerzmittel habe ich sowieso im Haus, Traumeel Tabletten sind auch noch hier, der Freitag kann kommen. Armer Kerl ...
Seawasp, da hast du ja auch einiges hinter dir.
Ich bin auch "zahngeschlagen", schön ist das alles nicht. Ich hoffe, dass bei dir jetzt Ruhe eingekehrt ist und die Zähne nicht weiter mucken und schön friedlich bleiben. Ich habe im Laufe der Zeit festgestellt, dass Zahnärzte ihren Schrecken verlieren, je öfter man zu ihnen muss. Zu meiner Zahnärztin hab ich inzwischen ein fast herzliches Verhältnis. 
Erklärst du mir noch schnell, was man sich unter einem Sinuslift vorstellen muss? Ich habe im vorigen Jahr auch ein Implantat erhalten, von Sinuslift war weit und breit nicht die Rede.
Eure guten Wünsche an meinen Mann werde ich gern weitergeben. Ich glaube, er wird es überleben, dieser Held.
LG,
Zuza
-
17.03.2009, 19:10
AW: Zahnfleischtransplantation
Ich habe solche Monsterbehandlungen auch hinter mir - Implantate - Zahnfleischtransplantation.
Ich habe so gut wie keine Schmerzmittel gebraucht. Mit Arnika D12 Globuli hab ich die diversen Eingriffe gut überstanden.
Zum Mundspülen habe ich verdünnte Arnikaessenz von Weledea benutzt.Pass auf, was du dir wünscht, es könnte in Erfüllung gehen
-
18.03.2009, 11:49Inaktiver User
AW: Zahnfleischtransplantation
Zuza,
Du hast nichts verpasst, wenn Du um den Sinuslift herum gekommen bist - der wird notwendig, wenn die Knochendichte am Implantat nicht ausreichend ist. Es wird dann die Haut, die auf dem Kieferknochen ist, vorsichtig gelöst und angehoben, und der Zwischenraum mit Knochenersatzmaterial gefüllt, das sich mit dem eigenen Knochen verbindet und diesen so bis zur notwendigen Dicke verstärkt.
Dein Knochen war also offenbar ausreichend für das Implantat, daher brauchtest Du keinen solchen Sinuslift.
Liebe Grüsse
von der Seewespe
-
18.03.2009, 13:00Inaktiver User
AW: Zahnfleischtransplantation

Um einen Knochenaufbau (wäre bei mir mit Bio-Oss gemacht worden) bin ich so gerade drumherum gekommen. Mir war nur nicht klar, dass das Verfahren Sinuslift heißt.
Danke fürs Schlau-Machen, Seawasp.
Und dir auch noch vielen Dank, Luziemilla.
LG,
Zuza
-
19.03.2009, 18:28
AW: Zahnfleischtransplantation
Ich habs hinter mir und muss im Rückblick sagen, dass es (ohne dir, bzw. deinem Mann jetzt Angst machen zu wollen) die OP mit den unangenehmsten - dagegen war die Steißbein-OP ein Spaziergang.

Dein Mann wird, wie schon geschrieben wurde, eine Verbandplatte bekommen. Die hält insbesondere die Wunde am Gaumen fest und dienst als Druckverband. Ich habe sie als sehr angenehm empfunden, auch wenn die Vorstellung einer solchen Plastikplatte sicherlich nicht die schönste ist.
Grundsätzliche Schmerzen hatte ich allerdings so gut wie keine. Ich habe insgesamt (wenn ich mich richtig erinnere) 3 Schmerztabletten (Ibuprofen) genommen, danach war es nicht mehr nötig.
Kühlen hilft leider bei der Zahnfleisch-OP nur wenig, weil man nur schlecht an die betroffenen Stellen kommt (war zumindest bei mir so). Die "Naht" an der Zielstelle, wo die Schleimhaut wieder angenäht wird, war recht schnell verheilt, am Gaumen war es wesentlich langwieriger.
Das Hauptproblem, das ich mit der OP hatte, war das Essen und auch Trinken. Ich habe wirklich alles pürieren müssen. Zudem war das Essen sehr unangenehm, weil immer wieder mal Essen an den offenen Gaumen kam - das passiert ja alleine schon, wenn man eine Gabel bzw. einen Löffel benutzt. Ich habe es dann so gemacht, dass ich meinen Püree an den Zähnen im Unterkiefer abgestrichen habe, um ja nicht an den Gaumen zu kommen. Wenn das jemand gesehen hätte, hätte er mich wahrscheinlich für völlig bescheuert gehalten.
Nach einer Woche konnte ich wieder etwas festere Nahrung essen - harte bzw. knusprige Dinge wie Brötchen waren aber noch längere Zeit eine Unmöglichkeit.
Ich kann es nicht mehr genau sagen, aber erst nach 3-4 Wochen war der Gaumen wieder schmerzunempfindlich.
Heute (die OP ist etwa ein halbes Jahr her) ist alles wieder ok, allerdings merke ich manchmal, dass ich bei scharfen Speisen wesentlich empfindlicher geworden bin. Der "neugewachsene" Gaumen brennt einfach mehr als der alte. ;)
Wünsch Deinem Mann mal gute Besserung von mir. Es ist sehr unangenehm, aber man überlebt es.
-
19.03.2009, 18:56Inaktiver User
AW: Zahnfleischtransplantation
Liebe Frau_u,
vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Ich glaube, den werde ich meinem Mann erst vorlesen, wenn er es hinter sich hat, nicht dass der morgen früh sonst noch kneift.
Aber gut, dass die Schmerzen hinterher nicht so stark sind, ich hatte mir das am Gaumen schlimmer vorgestellt. Angenehm klingt das alles wirklich nicht. Sehen wir die Chose also von der positiven Seite: Hinterher wird er wunderschöne Zähne unter wunderschönem Zahnfleisch haben und vielleicht das ein oder andere Kilo verloren haben (was er in Gedanken schon seit gefühlten 10 Jahren tut).
Armer Kerl. Da ist das Setzen eines Implantats ja ein netter Spaziergang im Vergleich. Der bekommt am Wochenende ein paar Nackenkrauler extra.
Dank dir nochmal.
LG,
Zuza
-
20.03.2009, 17:13Inaktiver User
AW: Zahnfleischtransplantation
Es überstanden, er lebt noch. Versorgungsprogramm läuft, und er tut mir richtig leid, der Arme. Ich sag euch eins: Wenn ich mir das so anschaue, dann lass ich mir lieber noch ein paar Implantate legen ...
Schönes Wochenende!
LG,
Zuza


Zitieren

