Hallo,
ich möchte mal wieder eine Umfrage machen und dabei eine Lanze brechen für die erneuerbaren Energien!
Zum einen, weil ich von ihren Vorteilen überzeugt bin (nicht zuletzt durch das Lesen der Postings in diesem Thread) und zum andern, weil ich den Verdacht habe, dass die Hauptursache der ganzen derzeit geführten Kriege dem Kampf ums Erdöl gelten, z. B . der politischen Kontrolle der Ölreserven in der Golf-Region. Auch andere Konfliktstoffe bzw. -herde sind vorprogrammiert: Die Chancen der Dritten Welt werden zerstört, denn durch die Abhängigkeit vom Erdöl gehen ihnen ihre gesamten Einnahmen durch den Erdölimport verloren.
Ich bin für eine vollständige Substitution konventioneller Energien durch erneuerbarer Energien, weil:
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Ergebnis 1 bis 10 von 204
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12.09.2007, 12:32
Frieden durch Sonnenenergie statt Krieg um Erdöl.
Geändert von Pia_bln (12.09.2007 um 12:46 Uhr) Grund: grammat. Korrektur
Eva hat den Apfel nur deshalb gegessen,
weil sie endlich Kleider haben wollte.
Douglas Jerrold, (1803 - 1857), englischer Dramatiker und Humorist
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12.09.2007, 13:04Inaktiver User
AW: Frieden durch Sonnenenergie statt Krieg um Erdöl.
Pia -
wäre es nicht sinnvoll auch andere Antwortmöglichkeiten anzubieten?
Vielleicht auch für Leute, die nicht der Meinung sind, dass es eine pauschal positive Antwort gibt, die meinen, dass Konflikte nur verlagert werden (Erdöl aus arabischen Ländern wird durch Solarnenergie aus arabischen Ländern ersetzt ..), dass die Entwicklung von Alternativenergien netto sogar Arbeitsplätze kostet, dass die Umwandlung von Lebensmitteln in sogenannte "Biotreibstoffe" ein Verbrechen an den vielen hungernden Menschen außerhalb der westlichen Welt ist - und auch bei uns die Lebensmittelpreise steigen lässt ?
Wir brauchen Alternativen, und erneuerbare Resourcen sind grundsätzlich wünschenswert. Aber es ist keinesfalls ein Schwarz-Weiß-Bild, das sich ergibt, sondern eines mit allen Grautönen zwischen Schwarz und Weiß.
Es gibt Argumente, die zeigen, dass Wind- oder Solarstrom, bis er ins Netz eingespeist ist, eher noch umweltbelastender sind als konventionelle Energiequellen.
Was würdest du von einer Umfrage zur Atomkraft halten auf der Basis "Ich bin für Atomkraft, weil sie ...":
* Arbeitkräfte schafft bei Bau und Entsorgung
* Den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch vermindert
* Abwärme produziert, die in Fernwärmenetze eingespeist werden kann
* Durch Verminderung des Kohlebergbaus Bergschäden und Unfälle unter Tage vermeidet
* Durch den Einsatz von Schnellen Brütern den eigenen Brennstoff produzieren kann
Alle diese Statements sind zutreffend - aber es soll ja auch andere Argumente geben ...
Noch einmal: Nichts ist nur Schwarz oder nur Weiß
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12.09.2007, 13:10
AW: Frieden durch Sonnenenergie statt Krieg um Erdöl.
Hallo Pia-bln. Das ist ein Glaubensbekenntnis Deinerseits.
Wenn Du die Nachbarstränge etwas aufmerksamer gelesen hättest, würdest Du die aktuelle und zukünftige Ernergiesituation anders beurteilen:
Keine der regenerativen Ernergiequellen löst ein Problem. Es sind und bleiben Nischenprodukte.
Windkrafträder, egal, wo sie stehen, drehen höchstens 1000 Stunden im Jahr, um Strom zu erzeugen.
Alle Sonnenkollektoren funktionieren bestenfalls die Hälfte des Tages.
Lebensmittel zu Engergie zu verwandeln ist ein Verbrechen an der gesamten Menschheit.
Wasserkraft, Biogasanlagen, Restholzvertung sind sinnvoll, können aber nicht den Bedarf abdecken. Dass Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Ernergie geschaffen werden, ist unbestritten.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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12.09.2007, 13:24
AW: Frieden durch Sonnenenergie statt Krieg um Erdöl.
Gerade weil ich die Nachbarstränge aufmerksam gelesen habe, habe ich es so formuliert.
Ich finde es z. B. schlimm, dass für den ungestörten Erdölverbrauch zur Zeit mehr in militärische Kosten investiert wird als für den Aufbau Erneuerbarer Energien. Das ist für mich ein Verbrechen.
Dass sich Konzerne, Politiker etc. noch stets dem Strukturwandel entgegenstellen, hat mit deren Eigeninteressen zu tun.
Sonne, Wind, Wasserkraft, Bio-Energie, Geothermie könnten alle fossilen und atomaren Energieen mühelos ablösen.Eva hat den Apfel nur deshalb gegessen,
weil sie endlich Kleider haben wollte.
Douglas Jerrold, (1803 - 1857), englischer Dramatiker und Humorist
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12.09.2007, 13:32
AW: Frieden durch Sonnenenergie statt Krieg um Erdöl.
Das ist nichts als ein Glaubensbekenntnis.
Zitat von Pia_bln
Diese Techniken können ergänzen, ja. Sie können bis zu einem Drittel unseres bundesrepublikanischen Bedarfs abdecken, wenn man sehr optimitstisch ist.
Mühelos ist der Weg keineswegs. Dafür fehlen uns entscheidende Komponenten.
Das einzige, was ich in der letzten zeit gelesen habe, was mich wirklich beeindruckt, ist das Biogaskraftwerk in einem 800-Seelendorf. http://www.br-online.de/umwelt-gesun...-juehnde.shtml
Das ist eine kleine effektive Lösung für ein kleines Dorf. Die können echt stolz sein! Aber soetwas ist keine Lösung für Ballungsräume, nicht einmal für eine Kleinstadt.Geändert von Opelius (12.09.2007 um 13:45 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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12.09.2007, 14:16Inaktiver User
AW: Frieden durch Sonnenenergie statt Krieg um Erdöl.
Dein "Glaubensbekenntnis" ist etwas sehr schönes, und wir brauchen immer Menschen, die versuchen ihre Träume umzusetzen - einschließlich des Traums, dass erneuerbare Energien irgendwann die fossilen Energien ablösen, und vielleicht damit auch wirklich Konflikte und Kriege vermieden werden können.
Auch ich teile diesen Traum, und ich vermute mal, auch Opelius.
Es ändert aber nichts daran, dass man sich nur etwas in die Tasche lügt, wenn man sich allein auf die positiven Seiten einer Frage konzentriert und die Schwachpunkte komplett ausblendet.
In Deutschland nutzen wir die Wasserkraft, die wir zur Verfügung haben - viel mehr gibt es nicht, es sei denn, wir stauen den Rhein bei Koblenz auf und fluten das mittlere Rheintal.
Für Energie aus Sonne und Wind gibt es bisher keine Speicherelemente, die uns erlauben würden, die Nacht bzw. windstille Zeiten zu überbrücken - also brauchen wir andere Stromquellen als Reserve.
Geothermie ist sicher eine Option, die ausgebaut werden kann, allerdings kennen wir die nebenwirkungen noch nicht genug: Bei Basel scheint ein Erdbeben durch ein Erdwärmesystem ausgelöst worden zu sein, was dazu führte, die Anlage vorläufig still zu legen.
Eine komplette Nutzung der jährlich nachwachsenden Biomasse in Deutschland zur Energiegewinnung (ohne Lebensmittel!) könnte etwa 10 % unseres gesamten Energiebedarfs decken.
Die Umwandlung von Lebensmitteln in Treibstoff dagegen halte ich für asozial und - vor deinem Hintergrund - kriegsfördernd, weil vielen Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern die Nahrung entzogen würde.
Mit wenigen Ausnahmen (vielleicht Solaranlagen auf Dächern ?) schaffen alternative Energieformen - genau wie die konventionellen - einen Konflikt mit Umweltaspekten: Umwandlung von Biomasse in Energie vermeidet CO2, aber ändert komplett die Struktur unserer Wälder. Gezeitenkraftwerke (die in Deutschland keinen Sinn machen) zerstören die Laichgebiete der Fische in Küstengewässern.
Opelius hat sicher recht, dass alternative Energien langfristig bestenfalls - und hoffentlich!! - etwa 30 % unseres Energiebedarfs decken können.
Und was die Aktivitäten der "Konzerne" betrifft, so wird immer deutlicher, dass überall, auch in Deutschland, gerade die großen Unternehmen die Möglichkeiten alternativer Energien erkennen und auch umsetzen. Immerhin haben sie, im Gegensatz zu den meisten anderen, die Resourcen - und das Interesse, auch nach dem Auslaufen des Öls Geld zu verdienen.
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13.09.2007, 18:55Inaktiver User
AW: Frieden durch Sonnenenergie statt Krieg um Erdöl.
Erneuerbare Energien können sicher viel des Bedarfs decken. Wenn momentan maximal 30% in Aussicht stehen, macht das eigentlich nichts. Denn die Technik entwickelt sich ja und etwa das Meer hat noch größes Potenzial, mehr Windräder könnten es werden. Die BASF arbeitet an Biogas aus Grasschnitt und anderen (nichtessbaren) organischen Abfällen.
Man muss aber auch bedenken, dass erst wenige Jahrzehnte ernsthaft an altenativen Energien gearbeitet wird, vielleicht 30 Jahre.
Die ersten Autos waren auch unbezahlbar und ineffizient, wirklich verwendbar war erst das "Model T" von Ford, und auch das war natürlich nicht mit einem heutigen wagen zu vergleichen.
Bis aus der Dampfmaschine eine für damalige Verhältnisse hocheffiziente Dampfturbine wurde, dauerte es auch sehr lang.
Vergleichen mit den früheren "neuen Energien" in ihrer Zeit, geht die "Verwendbarmachung" unserer erneuerbaren Energien relativ schnell. Dafür gibt es ja auch einerseist Forschungsgelder und Förderung sowie anderseits den Zeitdruck, dass die anderen Energien "ausgehen" und die drohende Klimakatastrophe als beschleunigende Faktoren.
Außerdem werden die Bundesregierung und große Konzerne ihr Geld sicher nicht für nicht rentable und nicht funktionable Projekte ausgeben. Das zeigt, dass an erneuerbaren Energien durchaus "etwas dran" sein muss.
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13.09.2007, 19:20
AW: Frieden durch Sonnenenergie statt Krieg um Erdöl.
Das stimmt in meinen Augen nur teilweise. Die großen Ernergieversorger investieren aus zwei Gründen z.B. in Windkraftanlagen und Photovoltik:
Zitat von Inaktiver User
1. sie polieren ihr eigenes Image auf ( wir sind auch Umweltschützer!)
2. Sie können die komplette Investition steuerlich abschreiben und kassieren den hohen Einspeisepreis der so erzeugten Engergie. Dabei war der für private Häuslebauer gedacht.
Sie verdienen doppelt daran und holen sich alles vom Endverbraucher wieder.
Merkel hat in Heiligendamm die G8-Länder zu mehr CO2-Reduzierung ermutigt. Zu einer echten Lösung ist es aber nicht gekommen, weil USA sich da raus halten, China seinen Nachholbedarf reklamiert, und das werden Indien, Brasilien und andere Schwellenländer ebenfalls tun.
Das, was mich am meisten verdutzte, ist diese Meldung:
http://www.focus.de/finanzen/news/ke...id_132332.html
Frankreichs Präsident Sarkozy wünscht sich für Deutschland eine neue Energiepolitik. Am liebsten wäre ihm ein Ausstieg aus dem Atomausstieg.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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14.09.2007, 20:20Inaktiver User
AW: Frieden durch Sonnenenergie statt Krieg um Erdöl.
Ich würde eher eine andere Variante vorschlagen, denn die Diskussion über Pro und Kontra der alternativen ist eigentlich ziemlich gelaufen.
Ich denke aber, man könnte noch viel erforschen in den Gebieten Energieerzeugung/ -Umwandlung und -Nutzung denn ich habe den unbeweisbaren Verdacht, dass die Forschung einseitig unterstützt wurde in Begünstigung der Petrochemie.
Neue Resultate zeigen relativ klar, dass auf dem Gebiet Sonnenenergie noch vieles machbar ist.
Gewaltige Flächen die weder wirtschaftlich noch kulturell noch ökologisch von besonderer Bedeutung sind könnten besser genutzt werden.
Die meisten Probleme, welche wir auf der Erde haben, sind Transportprobleme, denn da Mensch vor Mensch in entlegenste Gebiete flüchten muss, kommen die Ressourcen nicht ganz freiwillig selber da hin.
Ich bin sicher, dass auch die Nanotechnologie auf dem Energiesektor einiges bringen kann.
Mindestens bei der sparsameren Verwendung.
Mal ganz abgesehen von den an Kriminalität grenzenden kriegerischen Abfackelungen.
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15.09.2007, 18:12
AW: Frieden durch Sonnenenergie statt Krieg um Erdöl.
Keines der genannten Probleme wird durch Sonnenenergie auch nur ansatzweise gelöst. Das ist substanzlos, was hier vorgetragen wird.
Zitat von Inaktiver User


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