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  1. Avatar von Punpun
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    Deutsche Autofahrer: Die Deutschen müssen das Auto loswerden

    Nach den Weissen Spargel im Spiegel geht es jetzt tatsächlich dem Deutschen sein Auto an den Kragen

    Der Fahrer soll zurechtgestutzt werden , kein imperiales Überlegenheitsgefühl mehr, keine Kraft durch Freude , kein Fahrvernügen, keine Ich-Kapsel mehr, jawoll...

    Ein Unfassbarer Artikel bzw. Meinung in der ZEIT über die Deutschen allgemein seine Psychologie und seine Hybridvernetzung mit dem Auto
    Deutsche Autofahrer: Die Deutschen mussen das Auto loswerden | ZEIT ONLINE


    Einige Beispiele daraus :

    Deutsche Autofahrer: Die Deutschen müssen das Auto loswerden
    Dieses Land hat ein romantisches und imperiales Verhältnis zum Fahren. Dem gehorchen sowohl Kfz-Besitzer wie auch die Industrie. Bloß bringt das niemanden in die Zukunft.

    Deutschland ist nicht nur das Land der Dichter und Denker. Es ist auch das Land der Lenker. Nirgendwo ist das Auto derart verwoben mit der nationalen Identität. Das deutsche Automobil – das sind wir selbst. Eben deshalb regt das Thema die Deutschen auf wie kaum ein anderes: Wer das deutsche Auto angreift, der greift auch die Deutschen an.


    Das Auto steckt tief in unseren Köpfen, es bestimmt unser Leben. Wir müssen die Autodebatte daher viel radikaler, viel grundsätzlicher führen. Es geht darum, was das Auto für uns bedeutet.


    Es ist der Blick des Fahrers, seine Sicht der Welt – die "Fahrerperspektive". Der Blick des Autofahrers ist primär nach vorn auf die Straße gerichtet. Was immer ihm beim Fahren begegnet, das nimmt er als potenzielles Hindernis wahr. Die Perspektive des Fahrers ist eine verengte Perspektive, sein Blick ein Tunnelblick, der aufs Fahren selbst fixiert ist, aufs möglichst zügige und unbehinderte Vorankommen.

    Es entbehrt insofern nicht einer gewissen Ironie, wenn sich deutsche Hersteller und Politiker heute über Donald Trumps Androhung von Strafzöllen gegen die deutsche Autoindustrie beschweren. Noch in den Dreißigerjahren fuhren die deutschen Hersteller der Konkurrenz hoffnungslos hinterher. Erst Hitlers Motorisierungsprogramm, das sich am Vorbild Ford orientierte, versprach das Auto für jedermann.
    Die NS-Politik schuf die Voraussetzungen für das spätere deutsche Autowunder. Nach dem Krieg fuhren die Deutschen nicht nur auf Hitlers Autobahnen. Viele saßen auch in Autos, die in Hitlers Auftrag konstruiert worden waren.

    Der deutsche Hang zum Automobil ist paradox

    Freiheit, das heißt für deutsche Autofahrer heute wie damals Kraftentfaltung. Es heißt, möglichst viele PS auf die Straße zu bringen. Es heißt, mächtig und überlegen zu sein – oder sich wenigstens im Innersten so zu fühlen. Das ist nicht unbedingt die Idee von Freiheit im politischen Sinn. Es ist die Idee einer unendlichen Selbstbewegung, die weder Grenzwerte noch Tempolimits kennt.



    Der deutsche Fahrer ist auch ein Romantiker, verzaubert von der Potenz seiner Ich-Kapsel, getrieben von der unstillbaren Sehnsucht, all seine überschüssige Power einmal auszufahren. Mit seinem Freiheitswillen möchte er die Welt erobern, um sich seiner selbst zu vergewissern. Es ist die wirkliche Welt, die Verkehrslage, die ihn daran hindert, sein Ideal zu realisieren. Es sind immer die anderen, die Schleicher und Sonntagsfahrer, die ihn ausbremsen. Der Weltschmerz des deutschen Autofahrers liegt darin, dass er fast nie so fahren kann, wie er fahren will. Autofahren in Deutschland, das ist ein Drang nach Selbst-Behauptung, der nie zur Ruhe kommt. Der deutsche Autofahrer leidet am Überfließen seiner Kraft. Er will nicht spielen, sondern kämpfen. Er will nicht nur fahren, sondern dominieren. Die Straße will er nicht bloß nutzen. Er will sie erobern. Der deutsche Fahrer behauptet sich selbst, indem er möglichst viele überholt.

  2. gesperrt
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    AW: Deutsche Autofahrer: Die Deutschen müssen das Auto loswerden

    Was für ein Schrott.
    Natürlich leben viel per Auto eine Profilneurose aus - dürften sie nicht mehr autofahren, wäre es eben ein Boot, oder teures Bike oder von mir aus Edelpferd.

    Ohne Auto?
    Ich bedanke mich schön.
    In der Stadt, so London, New York, München, Berlin, sogar Bonn und Trier, gerne, kein Thema, eine Fahrkarte und zur Ergänzung Taxi oder mal ein Mietwagen/Carsharing - prima.

    Aber versuch das mal auf dem Platten Land!
    Ich habe am Tag genau 1 Verbindung zur Arbeit hin, und 1 zurück, die KEINE AnrufSammelTaxis oder kilometerlange (ja - 3 Km) Fußwege enthält, oder Ausstiege im menschenleeren Nirvana.
    Und dazwischen liegen genau 7,25 h - mein Arbeitsvertrag sieht aber 40h pro 5TageWoche vor.
    Abgesehen davon, daß Nahverkehr mindestens 3 mal Umsteigen je Strecke bedeutet, und statt 45Min Autofahrt je Strecke eben 1,5 h benötigt.

  3. Avatar von Marta-Agata
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    AW: Deutsche Autofahrer: Die Deutschen müssen das Auto loswerden

    Sacrebleu,
    ich kann auch nicht in Stuttgart wohnen und in Hamburg arbeiten und jeden Tag hin- und zurückfahren.
    Sowohl, wo du wohnst, als auch, wo du arbeitest, suchst du doch aus - und die Konstellation, so zu wohnen, dass nur einmal am Tag ein vernünftiger Bus da fährt, auch.

  4. gesperrt
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    AW: Deutsche Autofahrer: Die Deutschen müssen das Auto loswerden

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Sacrebleu,
    ich kann auch nicht in Stuttgart wohnen und in Hamburg arbeiten und jeden Tag hin- und zurückfahren.
    Absurder geht es leider nicht.
    Sowohl, wo du wohnst, als auch, wo du arbeitest, suchst du doch aus - und die Konstellation, so zu wohnen, dass nur einmal am Tag ein vernünftiger Bus da fährt, auch.
    Komisch, daß etwa 90% meiner Abeitskollegen ähnliche Probleme haben...
    Kein Einzelfallschicksal, scheint mir da.
    Übrigens ist die von Dir angeforderte Landflucht eines der Probleme unserer Gesellschaft.
    Und nein, wo ich arbeite, sucht sich der Arbeitgeber aus. Denn der wechselt die Standorte.
    Klar, ich kann meinen Beruf aufgeben, und was prekäres machen, so Drogerieladen einräumen, da bin ich nicht so auf die Arbeitgeber angewiesen...


  5. Registriert seit
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    AW: Deutsche Autofahrer: Die Deutschen müssen das Auto loswerden

    Warum ist die Idee einer „autofreien Gesellschaft“ für Manche nur so ein Affront?

    Auch wenn es für die Meisten, auch meiner Familie, es nicht machbar wäre, muss man doch darüber reden können. Aber nein, beim Auto gibt es natürlich Denkverbote.
    ❄️ 🌨 winter is coming 🌨 ❄️


  6. Registriert seit
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    AW: Deutsche Autofahrer: Die Deutschen müssen das Auto loswerden

    erst mal einen vernünftigen öffentlichen Verkehr auf die Beine stellen, dürfte helfen beim Ausstieg aus dem Auto :-)

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  7. Avatar von marylin
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    AW: Deutsche Autofahrer: Die Deutschen müssen das Auto loswerden

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Sacrebleu,
    ich kann auch nicht in Stuttgart wohnen und in Hamburg arbeiten und jeden Tag hin- und zurückfahren.
    Sowohl, wo du wohnst, als auch, wo du arbeitest, suchst du doch aus - und die Konstellation, so zu wohnen, dass nur einmal am Tag ein vernünftiger Bus da fährt, auch.
    Da müssen aber 2 vor Ort eine gut bezahlte Arbeit finden, als Paar... Wenn ich mir vor Ort was suche, verdiene ich wesentlich weniger, die Unterstützung für den studierenden Sohn müsste ich komplett einstellen, BAFÖG-berechtigt ist er nicht mehr... Eigentum abzahlen - wird knapp. Urlaub, mal Essen gehen - kann ich vergessen. Wobei meine Quali hier vor Ort auch gar nicht gefragt ist... Umziehen an den Arbeitsort - da müsste mein Partner dann pendeln, außerdem kriegt man dort keinen bezahlbaren Wohnraum... Ich fahre noch nicht mal gern Auto, aber es bleibt mir nix anderes übrig. Mit der Bahn wäre ich länger unterwegs und die Flexibilität würde fehlen... Und nun? Was soll ich machen?

    Ohne das ganze Personal, was jeden Tag zu meiner Klinik hin pendelt, würde es dort im Übrigen ganz düster aussehen...

    Was wäre mit meiner immer älter werdenden Verwandschaft, wenn ich umziehen würde? Die wohnen auf dem Land, wie komme ich da ohne Auto hin? Oder sollen die mitgeschleppt werden in die teure Stadt?

    Ganz abgesehen davon, dieses Rumgehacke auf den "typisch deutschen" Verhalten finde ich zum K.... wir helfen Gott und der Welt, wir können stolz auf uns sein, ich habe es satt, mir immer wieder einreden zu lassen, ich wäre ein schlechter Mensch und würde alles falsch machen...
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  8. Avatar von Sneek
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    AW: Deutsche Autofahrer: Die Deutschen müssen das Auto loswerden

    Das Problem mit dem ÖPNV auf dem Land lässt sich ja lösen.

  9. Avatar von marylin
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    AW: Deutsche Autofahrer: Die Deutschen müssen das Auto loswerden

    Zitat Zitat von nur_so Beitrag anzeigen
    Warum ist die Idee einer „autofreien Gesellschaft“ für Manche nur so ein Affront?

    Auch wenn es für die Meisten, auch meiner Familie, es nicht machbar wäre, muss man doch darüber reden können. Aber nein, beim Auto gibt es natürlich Denkverbote.
    Ein Auto ist für die meisten eine wesentliche Erleichterung im Alltag... oder willst du wieder deine Einkäufe in mehreren Spaziergängen nach Hause schleppen, soll ich die kranke Oma im Handwagen zum Arzt fahren? Holt dich im Notfall die Kutsche ab und fährt dich in die Notaufnahme? Und wenn die Bahn wegen 3 Schneeflocken nicht fährt oder dein Sammelfahrzeug nicht kommt, bleibst du eben zuhause und lässt den Job Job sein???

    Klar kann man morgens die Kinder per Fuß in Kita und Schule schaffen und abends wieder einsammeln, kann man halt nur 4 oder 6 h arbeiten, wenn das dann ne Stunde oder länger dauert... lebt man nebenbei bissl auf Staatskosten im dümmsten Fall...

    Man tut ja so, als setzt sich die Mehrheit der Deutschen nur so zum Spaß ins Auto... die meisten nervt die tägliche Pendelei...
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?

    Geändert von marylin (29.04.2019 um 08:44 Uhr)


  10. Registriert seit
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    AW: Deutsche Autofahrer: Die Deutschen müssen das Auto loswerden

    Zitat Zitat von nur_so Beitrag anzeigen
    Warum ist die Idee einer „autofreien Gesellschaft“ für Manche nur so ein Affront?

    Auch wenn es für die Meisten, auch meiner Familie, es nicht machbar wäre, muss man doch darüber reden können. Aber nein, beim Auto gibt es natürlich Denkverbote.
    Das vielleicht nicht - aber die Autoindustrie ist ja recht groß - Zulieferer etc. Was machen wir mit den ganzen Mitarbeitern?

    Was mit unserem Export - unserer Wirtschaft, Kaufkraft?

    Egal? Machen wir nichts mehr. Grundgehalt für alle ohne Arbeit und wer es bezahlt ist auch egal.

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