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  1. Avatar von Avocado_Diaboli
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    No-go-Becher - wenn schlimm, dann bitte richtig!

    Nach alu-freien Deos ist die neue Sau, die derzeit durchs Dorf getrieben und zum neuen First-World-Problem erklärt wird, der wegwerfbare Coffee-to-go-Becher. Bei uns hängt am Umwelt-Ministerium eine rieeeesige, ganze Häuserfront bedeckende Fahne, die mich mahnt, doch bitte Pfandbecher zu benutzen.

    Ja, die Dinger verursachen Müll. Einen ganzen Haufen sogar. Da bin ich ganz dabei. Daher vermeide ich sie, wo es geht, und benutze sie ggf. mehrmals. Aber, verdammte Axt, kein Mensch regt sich darüber auf, was täglich gedankenlos an ähnlichem Müll durch Schnellimbisse und To-go-Essen verursacht wird!

    Bei McDonald´s und Co. ist stets alles verpackt und in Wegwerf-Bechern, egal ob ich es direkt dort esse oder nicht. Zumindest die Cola könnte man in Gläsern ausschenken, und der Burger, den ich eh in zwei Minuten esse, muss auch nicht unbedingt verpackt sein (der ist ohnehin schon an der Kasse kalt, auch mit Verpackung).

    Viele holen oder bestellen sich mehrmals wöchentlich Essen beim Chinesen, Türken etc. Die Plastik-Schaum-Warmhaltepackungen wachsen auch nicht auf Bäumen, mit Alu ausgeschlagene Pizza-Kartons auch nicht. Warum nicht da ein Pfandsystem einführen? Meist bestellt man doch sowieso beim gleichen Lieferanten.

    Nehme ich mir irgendwo frischen Salat mit, ist er in einer Plastik-Schale mit Deckel, dazu eine Plastik-Gabel und ein Plastikdöschen mit Salatsoße. Ein Pfandsystem für Salatschalen kenne ich nur von "Dean & David", aber das Riesending schleppe ich nun auch nicht immer mit mir rum.

    Und wenn ich sehe, wie unsere türkische Gemüseverkäuferin jedes Sträußchen Petersilie und jede Tomate in eine einzele Plastiktüte packt und das Ganze dann INSGESAMT nochmal in eine schöne große Tüte, dann weiß ich, ich hab für zuhause wieder Mülltüten für drei Wochen.

    Eis im Becher mit Plastiklöffel ist letztlich exakt das gleiche wie ein Kaffee-Becher: Ein beschichteter Pappbecher mit noch etwas Zusatz-Plastik. Hat sich da schonmal jemand drüber aufgeregt? Nicht dass ich wüsste.

    Was ich eigentlich sagen will: Weshalb ist der Coffee-to-go-Becher (zu recht) verpönt, der ganze andere Verpackungsscheiß für die Leute aber null problemo? Wenn über Vepackungsmüll aufregen, dann bitte nicht so punktuell. Ich mag mit meinem Pappbecher nicht angeschaut werden wie ein Kinderfresser, während jemand mit einer Meckes-Cola mit Deckel und Plastikstrohhalm durchgewunken wird.

    Ich würde das Geld (z.B. für die olle Fahne) und die Energie lieber in die Erforschung neuer, abbaubarer Verpackungsstoffe stecken, die dann allgemein eingesetzt werden können. Auch vom Liefer-Inder.
    Wer nichts Nettes zu sagen hat, kann sich ruhig zu mir setzen.


  2. Registriert seit
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    AW: No-go-Becher - wenn schlimm, dann bitte richtig!

    Hallo!

    Auch wenn Du im Grunde recht hast - irgendwo muss man ja beginnen.

    Und "Kaffee" und "to go" ist fuer mich ein diametraler Gegensatz, etwa so sinnvoll wie duschen mit Regenmantel.

    Zu Kaffee gehoert ZWINGEND Genuss, kurzes Innehalten und Entspannung.

    Wer so hip und wichtig ist, dass er keine Zeit hat, sich auch nur an einen Stehtisch zu stellen und wenigstens ein paar Minuten fuer den Kaffee zu haben, der soll solche verfluchte Mode-Bruehe aus Dosen saufen (die mit "Energy" und dem Geschmack von totgeschlagenen Gummibaerchen...). Die ist wenigstens in recyclebaren Dosen.

    Kuerzlich kam in einer TV-Sendung ein Beitrag, dass das Entwicklungsland(!) Ruanda seit 2008 Plastik-fri ist - Folien sind generell(!) verboten, auch bei der Durchreise.

    Da kann die 1. Welt mal von der 3. lernen...

    'Tschuldigung, nur mal meine 2 Ct.

    Gruss

    LEER

  3. Avatar von Avocado_Diaboli
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    AW: No-go-Becher - wenn schlimm, dann bitte richtig!

    Zitat Zitat von LEER Beitrag anzeigen
    'Tschuldigung, nur mal meine 2 Ct.
    Wieso Tschuldigung? Danke für den Beitrag!
    Wer nichts Nettes zu sagen hat, kann sich ruhig zu mir setzen.

  4. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: No-go-Becher - wenn schlimm, dann bitte richtig!

    Du hast völlig recht.

    Ich denke an den Kaffeebechern entzündet sich leichter Ablehnung, weil viele Menschen schon überhaupt nicht verstehen, warum man überhaupt Kaffee zum mitnehmen kauft.

    Entweder trinke ich meinen Kaffee entspannt zuhause oder ich nehme Kaffee von zuhause im eigenen Becher mit oder ich trinke ihn entspannt im Cafe ... so denken die Leute und empfinden diese Mitnehmbecher einfach als besonderes überflüssig.

    Und es ist eben leichter seinen eigenen Becher zum Kaffeekocher mitzunehmen (weil man den eben in der Regel selbst holt), als das ganze auf einen Bringdienst zu übertragen.


    Ich bin aber so oder so die falsche Adressatin, da ich weder Coffee-to-go trinke, noch bei Meckes und Co. esse.

    Aber ich werde mal darüber nachdenken, ob ich (Sushi hole ich nämlich persönlich ab), da mal meine Tupperdose mitnehme .... mal gucken, was mein Japaner dazu sagt.

    Und auch im kleinen Gemüseladen kannst du sagen, wenn du keine Tüten drumherum haben willst - mache ich regelmäßig. ES ist kein Naturgesetz, dass die verpackt werden müssen, sondern viele Kunden wollen es so.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  5. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: No-go-Becher - wenn schlimm, dann bitte richtig!

    Und Eis esse ich nur aus der Waffel, die ich meisten mitesse, die aber wenn ich sie wegwerfen sollte sich viel leichter abbaut, als der Verbundbecher.

    Und ich kenne keinen Eisverkäufer, der nicht auch Waffeln anbietet.
    Was nicht heißen soll, dass es keine geben mag.
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  6. Avatar von Avocado_Diaboli
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    AW: No-go-Becher - wenn schlimm, dann bitte richtig!

    Im Gemüseladen zücke ich meine stets-an-der-Frau-Einkaufstasche von Rossmann, aber die Verkäuferin ist manchmal dermaßen schnell... Und auch ich bin ein Waffel-Esser.

    Der CTGB (ich kürz das mal ab) hat für mich sowas "Knut´sches", wenn ihr versteht, was ich meine. Man hat das Gefühl, irgendjemand stellt sich hin und sagt: "Des hamwa jetzt kolletiv toll oder doof zu finden. Denkt nicht drüber nach, is einfach so." Und alle haben eine Meinung dazu und sind auch ganzganz empört, bis das nächste Thema ausgerufen wird.
    Jesses.
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  7. Avatar von hexe-38
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    AW: No-go-Becher - wenn schlimm, dann bitte richtig!

    Ich habe des öfteren ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine Bequemlichkeit über die Umwelt stelle. Manchmal ist es ein Abwägen. Wir haben hier in unserem kleinen Kaff keinen Metzger, z.B. und essen sowieso nur wenig Wurst. Das bedeutet, ich nehme verpackte, weil frische einfach zu schnell verdirbt. Und der Verpackungsmüll macht mir zwar ein schlechtes Gewissen - aber ohne wäre ich gezwungen, wegen jeden 100 gr Wurst zum Metzger zu fahren - einige km, mit dem Auto, also was ist schlimmer....

    Coffee to go dagegen, das mag und brauch und will ich nicht, weswegen ich natürlich prima auf die Becher verzichten kann gg.

    Und ich denke so machens die meisten - was uns am wenigsten ausmacht, darauf verzichten wir und Dinge die uns unverzichtbar sind/erscheinen - da pfeifen wir auch mal auf die Umwelt. Und ich sags ehrlich, ich finde das völlig legitim.

    Ich bin aus dem Alter raus, in dem ich mir eingebildet habe, den Planeten im Alleingang retten zu können und zu müssen.

    Also vermeide ich Plastikeinkaufstüten, auch beim Klamottenkauf und Obst und Gemüse kaufe ich wann immer möglich lose.
    Ich bin sparsam beim Resourcenverbrauch, ich lasse das Auto stehen wann immer möglich und so weiter.

    Aber so einige Umweltsünden, die begehe ich. Es ist naiv anzunehmen, man könnte diesen Planeten bewohnen ohne einen Fussabdruck zu hinterlassen.

    PS: MEINE Sünde in Sachen Kaffee ist nicht "to go" - ich gehöre zu den bösen bösen Kaffeetrinkern, die eine Kapselmaschine benutzen - und noch dazu eine mit ALU!!!!! Für je zwei Kapseln täglich, aber zwei Kapseln sind zwei Kapseln...)
    Ich verliere nicht. Entweder ich gewinne oder ich lerne.


  8. Registriert seit
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    AW: No-go-Becher - wenn schlimm, dann bitte richtig!

    Immer wenn irgendwelche Probleme gelöst werden sollen, werden andere aufgezählt, die wichtiger sind.. gähn..

  9. Avatar von Avocado_Diaboli
    Registriert seit
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    AW: No-go-Becher - wenn schlimm, dann bitte richtig!

    Nee nee, das verstehst du falsch. Die CTGB zu vermeiden IST wichtig. Was mich aufregt ist, dass aber, sobald Cola im Becher ist, plötzlich alles tutti ist - weil ist ja kein CTGB, die Cola ist ja nicht böse. Und das ist schlicht falsch. Der andere Becher ist genauso böse. Nicht entweder oder, sondern sowohl als auch!

    Konsequent wäre, auch für Cola-Becher Pfand einzuführen. Den Meckes gibt es gefühlt oft mehr als Kaffee-Dealer...
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  10. Registriert seit
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    AW: No-go-Becher - wenn schlimm, dann bitte richtig!

    Ich denke, es liegt einfach daran, dass es viele Menschen gibt, die täglich ihren Coffee to go auf dem Weg zur Arbeit kaufen und das sind dann satte 5 Becher pro Person und Woche.

    Die meisten gehen halt nur einmal in der Woche zum türkischen Gemüsehändler, holen sich einmal am Wochenende was beim Asia-Imbiss doppelt- und dreifach verpackt, sind nur alle 2 Wochen bei McDoof und schälen ihren Burger aus der Verpackung. Kaffee gibt`s bei vielen aber halt täglich. Und beim Kaffee ist es halt einfacher, selbst für Alternativen zu sorgen, sei es, auf den Kaffee unterwegs ganz zu verzichten, einen eigenen Thermobecher von zuhause zu benutzen oder erst im Büro ihren Kaffee zu trinken.

    Beim McDrive kann man halt so schlecht seine Tupperdosen mitbringen und alles abfüllen lassen.

    Ich kenn das von mir selbst, als ich noch jünger und sorgloser war. Ich war jeden Morgen aufgrund der Busverbindungen 20 Min. zu früh am Büro und kam nicht rein. Also hab ich mir jeden (!!!) Morgen einen heißen Kakao oder Cappuccino beim Backshop gegenüber geholt. 5 x in der Woche, das sind u.U. 21 Pappbecher im Monat. Nur von mir

    Inzwischen lebe ich bewusster und Coffee to go gibt`s nur in Ausnahmefällen.

    Mein Verpackungsmüll von Imbissfutter hält sich in Grenzen. Wenn es hochkommt, holen wir 1 x im Monat nen Döner und 1 x Pizza vom Italiener.

    Was ich gut finde: Unser Bäcker bietet seit einiger Zeit an, 10 % auf alle To-Go-Getränke zu geben, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt.
    ~Wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke~


    ~Die reinste Form von Wahnsinn ist es, alles beim Alten zu lassen und trotzdem zu hoffen, dass sich etwas ändert ~

    ~Wenn du etwas willst, was du noch nie hattest, musst du etwas tun, was du noch nie getan hast~

    ~Alle sagten, das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht ~


    ~Ich habe zwar keine Lösung, bewundere aber das Problem~

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