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    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hm, ich verstehe weder Deinen ersten noch Deinen zweiten Absatz.

    Knackpunkt scheint mir zu sein, dass junge Menschen das Thema Rente meist generell zu wenig auf dem Schirm haben.
    Neulich wurde Luisa Neubauer von Markus Lanz gefragt: "Haben Sie Angst davor, dass Sie in 40 Jahren mit einem Rentenproblem konfrontiert sein werden?"
    Ihre Antwort lautete in etwa: "Nö, denn das wäre dann mein geringstes Problem. Ich habe Angst davor, dass ich dann konkrete Probleme haben werde wegen der Umweltsituation."

    Nun schätze ich Frau Neubauer so ein, dass sie materiell immer gut durchkommen wird. Die hier ausgesprochene Haltung haben aber wahrscheinlich auch viele andere junge Leute.

    .
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    Nein, Frau Neubauer sagt das was viele eher jüngere Menschen umtreibt. Sie wird ca. im Jahr 2065 in Rente gehen. Derzeit steuern wir nicht auf 1,5 grad Erderwärmung zu, sondern auf über 3 grad, wenn sich nicht nicht dringend was ändert.

    2065 bzw. Gegen Ende des Jahrhunderts hätten wir in Deutschland ein ähnliches Klima wie in Südeuropa. Was das wiederum für Südeuropa bedeutet kann man sich vorstellen. Die Region um das Mittelmeer wäre ziemlich unbewohnbar, von Nordafrika ganz zu schweigen. Die Kosten für die Folgen der Klimakatastrophe kann sich heute keiner vorstellen.
    Frau Neubauer hat recht, dass ihre Rente dann ihr geringstes Problem ist.
    Kontrolle ist unser größtes Streben und eine der größten Illusionen.


  2. Inaktiver User

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von 2believe Beitrag anzeigen
    Frau Neubauer hat recht, dass ihre Rente dann ihr geringstes Problem ist.
    Ja, leider.

  3. Inaktiver User

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von 2believe Beitrag anzeigen
    Frau Neubauer hat recht, dass ihre Rente dann ihr geringstes Problem ist.
    Was sie allerdings, wie alle anderen auch, nicht davon abhalten sollte, sich jedes Jahr einmal 10min Gedanken um ihren Rente zu machen. Akut wichtigere Dinge gibt es immer. Aber eben auch Dinge, die man langfristig angehen muss und Dinge, die man kursfristig lösen kann. Die Rente gehört, wie auch der Klimawandel, nicht zu den letzteren.

  4. Inaktiver User

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Und außerdem hat frau mit respektablem Einkommen ein besseres Argument gegen, "es lohnt sich doch schon steuerlich gar nicht, daß du arbeitest, und dann mußt du ja noch für die Kinderbetreuung aufkommen, das ist doch ein Verlustgeschäft".
    Das könnte man noch durch Abschaffung von 450€ Jobs und dieser unsäglichen StKl V ergänzen. Insbsondere letztere habe ich ja gefressen, da sie ein fette psychologische Hürde, gerade für die, die sich mit dem Steuersystem nicht auskennen, ist.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    der Großteil der Armut in meinem Umfeld ist bei abgebrochenen Studenten -- es dauert so 10 bis 20 Jahre, bis das wieder halbwegs ins Lot kommt, wenn Krankheit, gestrichener Unterhalt, miese Joblage am Studienort, schlecht gelaufene Ehe, oder sonst was, einen von "Student" auf "ungelernt mit Schulden" geschubst haben.
    Mein Umfeld ist zwiegespalten: die direkte Blase der Nachbarn, Kollegen, Studienfreunde besteht aus akademischen Gutverdienern, von Armut ist da keiner betroffen, von schlechten Rentenansprüchen allerdings durchaus die ein oder anderen (betrifft nur die Frauen).

    In der weiteren Blase aus Schulfreunden, Verwandten und Bekannten gibt es durchaus Armut. Bei den Rentnern sind es geschiedene Frauen, die eine Mischung aus verkorkster Selbständigkeit, Teilzeitjobs, prekären Vollzeitjobs usw. hinter sich haben. Die habe sich in den frühen 40ern von ihren durchaus gut verdienenden Ehemännern scheiden lassen, damals auch Rentenpunkte mitbekommen, aber dann in den folgenden 25 Arbeitsjahren nicht genug angesammelt. Immer so nach dem Motto: dieses Jahr bringe ich irgendwie mit einer schwarzen Null rum und nächstes Jahr kümmere ich mich dann um meine Rente. Die Null war aber nicht wirklich schwarz, wenn es für eine entsprechenden Rentenrücklage nicht reicht, aber das wollten sich die wenigsten eingestehen. Außerdem sind diejenigen arm, die entweder mit Abhängigkeiten kämpfen, ernsthaft krank sind oder so große psychische Probleme haben, dass sie nicht uneingeschränkt arbeitsfähig sind und keinen Partner haben, der sie mit durchschleift. Alle werden im Alter fast keine Rentenansprüche haben. Auch bei zwei Kolleginnen sieht es mau aus: die haben zwar ein gutes Gehalt, aber Dank wiederholter Kinderpause erst sehr spät angefangen gut zu verdienen. Die beiden waren mit den Vätern ihrer Kinder nicht verheiratet, stemmen die Hauptlast der Betreuung, bekommen natürlich keine Rentenpunkte und fordern noch nicht einmal den vollen Unterhalt ein, weil sie ja so auch zurechtkommen und das Verhältnis der Kinder zum Vater nicht zu sehr leiden soll. So sehr ich den letzten Punkt teile - sie machen es den Vätern eben auch relativ leicht, sich aus der finanziellen Verantwortung zu ziehen. Zu ihrem eigenen Nachteil.

    Man sollte sicher nicht ständig ums Geld, die Rente, die Erträge kreisen. Aber hin und wieder ein paar Gedanken zu dem Thema schaden nicht und machen das Leben deutlich leichter.

  5. 31.10.2021, 15:39


  6. Moderation

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    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das könnte man noch durch Abschaffung von 450€ Jobs und dieser unsäglichen StKl V ergänzen. Insbsondere letztere habe ich ja gefressen, da sie ein fette psychologische Hürde, gerade für die, die sich mit dem Steuersystem nicht auskennen, ist.
    "Nudging", wie's auf neudeutsch heißt.

    Pia, vielleicht ist das hier interessant für dich: Mythos 23 - Das Ehegattensplitting garantiert Familien Selbstbestimmung - Steuermythen. Es hat auch ein kleines bißchen andere Länder zum Kontrast mit drin. Und hier was vom Bayerischen Rundfunk auf YouTube: Altersarmut: Frauen in der Rentenfalle


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mag sein, dass das (m)eine Blase war - aber halt damals die Realität von mir und auch vielen mir bekannten Gleichaltrigen.
    Bei uns wurde über Geld geredet, und ich hatte den Hintergrund, um soziale Schichten zu sehen, was sie tun und was sie mit Leuten machen. Damit konnte ich Berufswege etwa in "eher sicher und anständig bezahlt", "eher sicher und nicht gut bezahlt" und "großes Abenteuer, kein Geld" einordnen.

    Aber Rente? Mein liebes Lieschen. Es waren die 80er. Die gesetzliche Rente war dem Untergang geweiht, die Chancen, eine Ausbildungsstelle oder womöglich einen Job zu finden, waren marginal, wahrscheinlich würde ohnehin die Welt untergehen, ehe wir 20 wurden.

    Damals wie heute hatte jeder seine Vorstellungen und seine Gründe und seine Pläne oder Ideen, und damals wie heute lief das meiste nicht wie geplant, ob es jetzt utopisch war, oder vernünftig. Aber bis zur Rente planen, das hätte sich einfach realitätsfern angefühlt.
    Geändert von wildwusel (31.10.2021 um 17:09 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Frauen, die ihre Kinder nicht outsourcen sollten dafür bezahlt werden, wenn sie sich entschließen bis zum Kindergartenalter selbst ihre Kinder zu erziehen. und damit würde auch Geld in ihre Rentenversicherung fließen.

    Daran ist aber keiner interessiert, weil dadurch die gesamte Kinderfremdaufpass-Industrie lahmgelegt würde.

    Frauen werden immer so ausgebeutet, wie es der Wirtschaft und den Steuereinahmegeiern passt.
    Frauen müssen sich immer zerreißen, um dem Bild zu entsprechen, was gerade en vogue ist.

    Zurzeit ist es die Frau, die ihre Kinder bekommt, diese fremdbetreuen lässt und sie geht Vollzeit arbeiten.
    Die Frauen, die einen anderen Weg gehen wollen und gern den Haushalt schmeißen und ihre Babys um sich haben wollen, sind out.

    In Österreich hat man doch mal so eine Studie gemacht und waren etwas überrascht über das Ergebnis. Die Mehrheit der Frauen würde lieber zu Hause bleiben und später wieder einsteigen.

    Deswegen: Gebt den Frauen die finanziellen Möglichkeiten zu wählen, wie sie leben wollen.
    Ganz radikal feministisch:
    Wer Hausfrau und Mutter sein will, wird bezahlt und wer draußen arbeiten will, kann ein gut ausgebautes Netz der Fremdbetreuung nutzen.
    Und keine der beiden Frauenlebensentwürfe führte dann zu irgendwelchen Gaps im Altern.

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    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Es gibt doch pro Kind drei Jahre lang Rentenpunkte für den Durchschnittsverdienst angerechnet. Das ist mehr als die meisten Frauen sonst an Rentenansprüchen erwerben. Was soll es denn darüber hinaus noch mehr geben? Das ist doch schon purer Luxus.
    Geändert von huppsi (31.10.2021 um 18:56 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Huppsi, Du nimmst mir die Worte aus der Tastatur. 1 Punkt pro Jahr ist doch deutlich mehr als Frauen in dem Alter im Schnitt Vollzeit bekommen würden. Da gibt es nichts zu meckern.

  10. Moderation

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    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von Cara123 Beitrag anzeigen
    Frauen werden immer so ausgebeutet, wie es der Wirtschaft und den Steuereinahmegeiern passt.
    Frauen müssen sich immer zerreißen, um dem Bild zu entsprechen, was gerade en vogue ist.

    Zurzeit ist es die Frau, die ihre Kinder bekommt, diese fremdbetreuen lässt und sie geht Vollzeit arbeiten.
    Die Frauen, die einen anderen Weg gehen wollen und gern den Haushalt schmeißen und ihre Babys um sich haben wollen, sind out.
    "Lohn für Hausarbeit" ist eine so alte Forderung der zweiten Welle der Frauenbewegung, um den gesellschaftlichen Nutzen und Wert der Reproduktionsarbeit sichtbar zu machen... und heute immer noch so utopisch wie vor 50 Jahren.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  11. User Info Menu

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Man sollte nicht vergessen, dass viele verheirateten Frauen nicht mehr als 450 euro verdienen WOLLEN.

    In unserem Business-Center haben wir gleich 2 so Exemplare. Die weigern sich, obwohl sie Teilzeit arbeiten könnten, schlichtweg, auch wenn der Laden schier zusammenbricht. Hatten wir schon 2-mal, z.B. wegen einer schweren Schwangerschaft mit hoher Ausfallzeit. Begründung: Da müsste ich ja Steuern zahlen. Ausserdem habe ich meine Fitnesskurse gebucht.

    Zum Glück sind die nicht auf meiner pay roll. Ich verdiene mir des öfteren was nebenbei, wenn mal wieder Personal fehlt, ich bin Mieter in diesem Haus. Nicht jedes BC hat eine studierte Informatikerin, die die Spülmaschine ausräumt *kicher*

    Beide haben gut verdienende Ehemänner und betrachten die 450 Euro wohl als Taschengeld. Die Kinder sind erwachsen.

    luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

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