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  1. Inaktiver User

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Ich wäre da nicht so skeptisch. Auch in Deutschland werden solche Studien oft in Kooperation mit wissenschaftlichen Institutionen gemacht und sind durchaus seriös.

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    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von bazeba Beitrag anzeigen
    Vorweg: ich lebe in Österreich.
    Also erstens gehe ich davon aus, dass Frauen mit niedriger staatlicher Rente meist (nicht immer) auch darüber hinaus keine großen Vermögenswerte besitzen.
    Solange das bei einer Erhebung nicht explizit abgefragt wird, tappen wir hier im Dunklen. Jeder lebt ja bekanntlichermaßen in seiner eigenen Blase. In meiner Blase sieht das so aus, dass fast alle teilzeitarbeitenden/nicht berufstätigen Frauen eigenes Vermögen besitzen (Haushälfte), Erbe erwarten oder anderweitig über ihren Mann abgesichert wurden. Selbst, wenn wir davon ausgehen, dass das nur 1 von 10 Frauen sind, dürfte ein gewisser Anteil der Frauen in der Gender Cap Statistik durchaus ausreichend abgesichert sein.

    Zitat Zitat von bazeba Beitrag anzeigen
    Ich habe noch ca. 22 Jahre Erwerbsarbeit vor mir und selbst wenn ich diese 22 Jahre ganz fix in Vollzeit mit regelmäßig steigendem Gehalt weiterarbeite, bekomme ich keine besonders hohe Rente ( ca. 1500 staatliche Rente).
    Man merkt, dass du aus Österreich kommst. In Deutschland ist das die Brutto-Standardrente, die man nur erreicht, wenn man 45 Jahre ohne Unterbrechung einzahlt. Die in den Medien oft erwähnte und näher an der Wirklichkeit liegende Durchschnittsrente lieg 2020 netto vor Steuern bei Männern West bei 1210 Euro, Frauen bei 730 und im Osten: Männer 1300 und Frauen 1075 Euro.

    Bevor wir uns aber in eine Rentendiskussion verstricken, bleibt die Tatsache, dass es ein Gender Cap gibt. Ganz so alarmierend wie die nackten Zahlen vermuten lassen, sehe ich es aber nicht. In der Vergangenheit war Arbeitsteilung Mann: Beruf, Frau in Teilzeit mit Haus und Kinder im Westen ein sehr übliches Szenario. Spätestens mit der Änderung des Scheidungsrechts 2008 war es für die Frau opportun ihr Leben auf eigene Füße zu stellen, weil nun die Kinder im Unterhaltsfall Vorrang genießen.

    Die heutigen Frauen, die neuerdings einen höheren Bildungsabschluss als Männer erreichen, verbleiben viel öfter im Arbeitsmarkt als früher. Schließen wird sich das Gender Cap allerdings nie, denn viele Frauen verdienen auch mit Teilzeit ausreichend für ihren Lebensunterhalt und stellen die Work/Life-Balance vor den Verdienst.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Solange das bei einer Erhebung nicht explizit abgefragt wird, tappen wir hier im Dunklen. Jeder lebt ja bekanntlichermaßen in seiner eigenen Blase. In meiner Blase sieht das so aus, dass fast alle teilzeitarbeitenden/nicht berufstätigen Frauen eigenes Vermögen besitzen (Haushälfte), Erbe erwarten oder anderweitig über ihren Mann abgesichert wurden. Selbst, wenn wir davon ausgehen, dass das nur 1 von 10 Frauen sind, dürfte ein gewisser Anteil der Frauen in der Gender Cap Statistik durchaus ausreichend abgesichert sein.


    Man merkt, dass du aus Österreich kommst. In Deutschland ist das die Brutto-Standardrente, die man nur erreicht, wenn man 45 Jahre ohne Unterbrechung einzahlt. Die in den Medien oft erwähnte und näher an der Wirklichkeit liegende Durchschnittsrente lieg 2020 netto vor Steuern bei Männern West bei 1210 Euro, Frauen bei 730 und im Osten: Männer 1300 und Frauen 1075 Euro.

    Bevor wir uns aber in eine Rentendiskussion verstricken, bleibt die Tatsache, dass es ein Gender Cap gibt. Ganz so alarmierend wie die nackten Zahlen vermuten lassen, sehe ich es aber nicht. In der Vergangenheit war Arbeitsteilung Mann: Beruf, Frau in Teilzeit mit Haus und Kinder im Westen ein sehr übliches Szenario. Spätestens mit der Änderung des Scheidungsrechts 2008 war es für die Frau opportun ihr Leben auf eigene Füße zu stellen, weil nun die Kinder im Unterhaltsfall Vorrang genießen.

    Die heutigen Frauen, die neuerdings einen höheren Bildungsabschluss als Männer erreichen, verbleiben viel öfter im Arbeitsmarkt als früher. Schließen wird sich das Gender Cap allerdings nie, denn viele Frauen verdienen auch mit Teilzeit ausreichend für ihren Lebensunterhalt und stellen die Work/Life-Balance vor den Verdienst.
    Und was tun diese work-life-balance-Frauen, wenn die Rente dann nicht reicht und kein Partner da ist?

    Ich plane als Single, ich lebe in einer Stadt, wo 50m² Wohnungen um die 1000 Euro kosten. Da ist mit einer 1500 Euro Rente dann alles etwas eng.

    Ich staune, dass viele Frauen immer noch auf meine Ehe wird schon halten setzen.

    Und wer kann von 700 Euro Rente überleben ohne auf wirklich alles Schöne zu verzichten? Ist das eine Wunschvorstellung so zu leben?

    Gerade du Nocturna gibst doch immer sehr guten Rat in Bezug auf Finanzplanung. Wie sollen denn schlecht verdienende Alleinerzieherin großartig Eigentum und Aktienpakte anschaffen?

    Ich bleibe dabei: Vollzeit arbeiten, außer es ist wirklich und risikoarm wie möglich für Ausgleich gesorgt.
    Never be afraid, never.

  4. Inaktiver User

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von bazeba Beitrag anzeigen
    Ich staune, dass viele Frauen immer noch auf meine Ehe wird schon halten setzen.
    Im Fall der Scheidung gibt es aber doch einen Versorgungsausgleich.
    Wichtiger scheint mir für den Todesfall des Partners vorzusorgen, wobei es ja auch da eine Rente für den Verbliebenen gibt, soweit ich weiss.
    Das scheint aber in den Studien nicht berücksichtigt zu sein da es ja um die selbst erworbene Rente geht.

    Ich bleibe dabei: Vollzeit arbeiten, außer es ist wirklich und risikoarm wie möglich für Ausgleich gesorgt.
    Wenn man die Rente als wichtigsten Baustein für die Altersvorsorge ansieht dann ja.

    Ich habe es allerdings so gelernt, dass man besser auf verschiedene Säulen setzt.
    Im Rahmen der Möglichkeiten natürlich.

  5. Inaktiver User

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von bazeba Beitrag anzeigen

    Ich bleibe dabei: Vollzeit arbeiten, außer es ist wirklich und risikoarm wie möglich für Ausgleich gesorgt.
    Du kannst hier in einigen Strängen die Beiträge von einigen userinnen lesen, die finden, man solle (auch und gerade als AE) besser TZ arbeiten, wegen besserer Work-/Life Balance und weil die dadurch entstehende Rentenlücke es nicht wert sei, dafür Vollzeit zu arbeiten. Dass dann auch nicht mehr genügend übrig bleibt, um privat vorzusorgen, immerhin wissen wir seit Anfang der Nullerjahre, dass die Rentenhöhe stetig sinkt, wird anscheinend ausgeblendet.

  6. Inaktiver User

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von bazeba Beitrag anzeigen
    Ich staune, dass viele Frauen immer noch auf meine Ehe wird schon halten setzen.
    Wobei im Falle einer Scheidung die Altersabsicherung für die Frauen ja statistisch gesehen besser wird, da sie sich die Punkte hälftig teilen (seine viele und ihre wenigen). (Gleichzeitig senkt das auch noch den Schnitt bei den Männern, die ja Punkte abgeben). Deshalb stehen die Geschiedenen in der Statistik besser da als die Verheirateten.

    Die Witwen habe ich jetzt verstanden, wer lesen kann ist klar im Vorteil. Es werden wirklich nur selbst erworbene Renten (Danke für den Hinweis vindpinad!) berücksichtigt. Das ist natürlich Käse, weil damit eben gerade der innerfamiliäre Ausgleich völlig außen vor gelassen wird. Damit ist meine Aufregung dann auch nur noch halb so groß....

    Die europäischen Unterschiede verstehe ich immer noch nicht. Ist das westdeutsche Hausfrauenmodell ein so lokales Phänomen? Oder sind die anderen Länder nur rententechnisch so anders gestrickt?
    Geändert von Inaktiver User (31.10.2021 um 11:09 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Versprochen: nächstes Mal recherchiere ich, bevor ich fassungslos bin

    Ich habe neuere Daten gefunden. Nicht nur besser, weil jüngere Jahrgänge enthalten, sondern auch weil Witwengelder und Co enthalten sind:

    ASID 2019 << Alterssicherung in Deutschland (ASID)

    Das sieht doch gleich viel besser aus. Den europäischen Effekt erklärt es nicht, aber man sieht schon ganz gut, wie innerhalb der Familien aufgeteilt wird. Daher ist die Stimmungsmache (auf die auch auch erst einmal reingefallen bin) a la "60% Lücke - Sie müssen etwas tun" nicht wirklich berechtigt. Ja man muss etwas tun, aber eben mit Augenmaß.

  8. 31.10.2021, 11:27


  9. User Info Menu

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Frau sollte in jungen Jahren beim Stellen der beruflichen Weichen auf die damit verbundenen Verdiensthöhen achten.
    Ich verweise gerne auf den von mir schon mal ins Forum eingebrachten Satz eines Bekannten, der massive Diskussionen ausgelöst hat. Der hat seinen beiden Töchtern explizit bei der Studienwahl geraten: „Armut wird nicht studiert“.

    Galah scheint das wohl ähnlich zu empfinden. Ich muss jetzt schnell ablenken, sonst hacken wieder alle auf mir herum.

    Ich plädiere dafür, dass jede Frau ihre finanziellen Entscheidungen von hinten her denkt. Wenn ich heute meine Arbeitszeit um 10 Prozent kürze, was bedeutet das für mich in 50, 40, 30, 20, 10 Jahre? Übrigens empfehle ich dasselbe auch bei der Vermögensbildung. Was bedeutet 0,05 Prozent Zins für mein Geld in 50,40,30,20,10 Jahre?

    Wer hier konsequent und ehrlich genug ist, wird hoffentlich die richtigen Entscheidungen treffen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  10. 31.10.2021, 12:50


  11. Moderation

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    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Frau sollte in jungen Jahren beim Stellen der beruflichen Weichen auf die damit verbundenen Verdiensthöhen achten.
    Ja. Vor allem, wenn man dann mal Teilzeit machen will, macht es einen Unterschied, ob man den finanziellen Spielraum dafür überhaupt hat. Ein "familienfreundlicher" Job, wo selbst Vollzeit kaum reicht, um eine Familie durchzubringen, ist keiner.

    Und außerdem hat frau mit respektablem Einkommen ein besseres Argument gegen, "es lohnt sich doch schon steuerlich gar nicht, daß du arbeitest, und dann mußt du ja noch für die Kinderbetreuung aufkommen, das ist doch ein Verlustgeschäft".

    Nocturna, der Großteil der Armut in meinem Umfeld ist bei abgebrochenen Studenten -- es dauert so 10 bis 20 Jahre, bis das wieder halbwegs ins Lot kommt, wenn Krankheit, gestrichener Unterhalt, miese Joblage am Studienort, schlecht gelaufene Ehe, oder sonst was, einen von "Student" auf "ungelernt mit Schulden" geschubst haben. (Exmatrikulation wegen verpatzer Prüfungen hat nicht den gleichen Effekt, vielleicht, weil das eine harte Grenze ist.)

    Das holt man bis zur Rente meist nicht mehr auf.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Knackpunkt scheint mir zu sein, dass junge Menschen das Thema Rente meist generell zu wenig auf dem Schirm haben.
    Daß Leute in Teeniejahren oder ihren Zwanzigern nicht glauben, daß sie das Rentenalter erreichen werden, und daß es dann noch eine Rente gibt, ist jetzt kein neues Phänomen. Ich weiß nicht ob das bei Frauen häufiger ist als bei Männern, ich denke nicht... aber vielleicht macht es bei Männern weniger Unterschied, man arbeitet halt Vollzeit und guckt nach einem klassichen Arbeitsverhältnis, weil sich das so gehört.
    Geändert von wildwusel (31.10.2021 um 14:22 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  12. Inaktiver User

    AW: Gender Pension Gap - woher kommt's?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Mir hatte vor 30 Jahren das Wissen darüber gefehlt, dass ein Beruf nicht ein Beruf und ein Gehalt nicht ein Gehalt ist. Das war damals, als man noch keine Gehälter googeln konnte, noch ein viel größeres Tabu als heute.
    Wie meinst du das, bitte?

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