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    Helft ihr mir mit Rat? ETF-Neuling versinkt in Infomenge...

    Hallo an alle - und hier gleich meine Bitte:

    Ich bin grad völlig überfordert. Je mehr ich lese und recherchiere, desto undurchdringlicher erscheint mir der "Dschungel" der Möglichkeiten... Vielleicht könnt ihr mir helfen, die Dinge ein bisschen zu sortieren?

    Zu meiner Situation: Bin fast 70, bin vorwiegend in Immobilien investiert, habe in diesem Bereich solide Kenntnisse. Mit Aktien habe ich mal vor 30 oder mehr Jahren nicht ohne Erfolg gehandelt seitdem nicht mehr, verfolge die Nachrichten in der Hinsicht auch nicht intensiv.

    Nach dem Verkauf einer Wohnung (weil eine Nachbarpartei einfach zu nervraubend war) muss ich nun eine sechsstellige Summe neu unterbringen. Meine Hausbank droht "natürlich" mit Negativzinsen und die Inflation sollte den Betrag möglichst auch nicht dezimieren.
    Nach heutigem Stand der Dinge benötige ich dieses Geld in den nächsten Jahren eher nicht - aber weiß man es? Kranker Mann, überhaupt Gesundheit...

    Mein Problem: Eigentlich habe ich zu viele "Baustellen" im privaten Bereich, als dass ich noch Zeit, Kraft und Energie für das weitere Thema "Vermögensverwaltung" hätte.

    Meine Anlage muss auf jeden Fall leicht zu händeln sein, Sicherheit geht vor Rendite.

    Schon die Voraussetzungen stressen mich: Welche Depotbank ist für mich die richtige? Einfache Handhabung, Übersichtlichkeit ist mir wichtiger als ein paar weniger Euros Gebühren.

    Lieben Dank für eure Anregungen und Hilfe
    depende

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    AW: Helft ihr mir mit Rat? ETF-Neuling versinkt in Infomenge...

    Zitat Zitat von depende Beitrag anzeigen
    Nach heutigem Stand der Dinge benötige ich dieses Geld in den nächsten Jahren eher nicht - aber weiß man es? Kranker Mann, überhaupt Gesundheit...
    ……..
    Meine Anlage muss auf jeden Fall leicht zu händeln sein, Sicherheit geht vor Rendite.
    Depende, unter diesen Voraussetzungen ist eine Investition in schwankende Aktienmärkte keine gute Idee. ETFs benötigen einen langen Zeithorizont, mindestens 10 Jahre sollte man mitbringen und mit Sicherheit kann man nur sagen, dass die Kurse stark schwanken werden. Das kann, siehe Corona-Börsenabsturz, auch gleich mal mit locker minus 20 Prozent einhergehen. Du brauchst also die Nerven um einen Kursverlust von 20.000 Euro zu überstehen und den Zeithorizont von Monaten bis Jahren um solche Verluste wieder einzuholen.

    Ich habe schon einer anderen Userin mit einem ähnlichen „Geldproblem“ geraten, vom Renditewunsch Abstand zu nehmen. Sicherheit und Rendite sind derzeit auf dem Markt nicht zu haben! Du kannst nur deine Verluste begrenzen und kein Verwahrentgelt zahlen, indem du dein Geld in eine Festgeldtreppe steckst. Dabei wird das Geld auf verschieden lange Laufzeiten aufgeteilt, so dass jedes Jahr ein Festgeld ausläuft und zur Neuanlage zur Verfügung steht. Damit machst du in Zeiten von hoher Inflation und Minizinsen zwar Verluste, aber die sind relativ marginal im Gegensatz zu einem Börseneinbruch.

    Was ich mir alternativ vorstellen könnte, wäre den Großteil des Geldes in einer Festgeldtreppe anzulegen und einen kleineren Anteil von 10 – 20 Prozent in einen Aktien-ETF zu stecken.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  3. Moderation

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    AW: Helft ihr mir mit Rat? ETF-Neuling versinkt in Infomenge...

    70 Jahre, Sicherheit vor Rendite, *und* nicht auszuschließen, daß du das Geld relativ kurzfristig brauchst? Auf keinen Fall Aktien oder Aktienfonds. Das sind klassische Kontraindikationen.

    1/4 aufs Tagesgeld, 3/4 auf Festgeldtreppe, je 1/4 auf 1, 2, oder 3 Jahre. Guck dir in Finanztest die aktuell empfohlenen Festgelder an, die haben die Läden mit potentiellen Problemen schon rausgesiebt. Online kostet die Übersicht was, sonst kostet das Heft was (Der aktuelle Vergleich ist in jedem Heft). finanztip punkt de bietet unter festgeld-vergleich eine gute, aber nicht auf Qualität gefilterte Übersicht an.

    Auf die Art kommst du jedes Jahr an 1/4 des Geldes ran. Reicht das?

    Wenn nicht -- es es sein kann, du brauchst *alles, jetzt* -- wären vielleicht Geldmarktfonds oder GeldmarktETFs was für dich. Die enthalten sehr kurzfristige Anleihen und du kannst sie lange halten und schnell verkaufen ohne dir Gedanken über Fristen oder Einlagensicherung zu machen, aber du hast nicht die Gewißheit, den Nominalbetrag wieder rauszukriegen, und du mußt auf die Gebühren gucken. Hier mehr: biallo . de / fonds / ratgeber / geldmarktfonds / .
    Du kannst bei deiner Hausbank nach Geldmarktfonds fragen. Frage auch, wie viel der Fonds in der Krise von 2008 verloren hat...

    Die Stufe drüber sind Anleihen-ETFs, aber die kosten auch Gebühren, und ich würde erwarten, daß die aufgrund der z.T. längeren Laufzeit der enthaltenen Papiere mehr Verluste einfahren werden, sollten die Zinsen steigen, als die sehr "dünnflüssigen" Geldmarktfonds.

    Was die Handhabung angeht, bin ich mit SBroker von den Sparkassen recht zufrieden. Unter anderem deswegen, daß ich, wenn irgendwas völlig verquer geht, in "meiner" Filiale stehen kann, bis ich eine Erklärung und eine Lösung kriege.

    Du hast ja noch anderweitig investiertes Vermögen, und Einkünfte daraus, oder? Wäre also vielleicht gar nicht so schlecht, den Anteil am Vermögen, der nicht sehr renditeträchtig, aber schnell oder mindestens planbar zur Verfügung steht, zu erhöhen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Helft ihr mir mit Rat? ETF-Neuling versinkt in Infomenge...

    @ Nocturna und Wildwusel: Ich danke euch beiden sehr für eure gut begründeten und nachvollziehbaren Einschätzungen.

    Ja stimmt, mein fortgeschrittenes Alter spricht gegen eine langfristige Anlage - auf der anderen Seite benötige ich das Geld, und das dann vermutlich auch nur zum kleineren Teil, wenn Unvorhergesehenes eintreten sollte. Und dann könnte ich im Notfall auch leicht eine weitere Wohnung verkaufen.

    Oh Mann, nun habe ich ja noch ein paar mehr "Grübel-Gründe"
    Herzlich depende

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    AW: Helft ihr mir mit Rat? ETF-Neuling versinkt in Infomenge...

    Zitat Zitat von depende Beitrag anzeigen
    auf der anderen Seite benötige ich das Geld, und das dann vermutlich auch nur zum kleineren Teil, wenn Unvorhergesehenes eintreten sollte. Und dann könnte ich im Notfall auch leicht eine weitere Wohnung verkaufen.
    Schmunzel und wenn wir noch länger warten, kommen noch ein paar Immobilien daher.
    Ok, es ist scheinbar nicht notwendig die kompletten 100K megasicher anzulegen, weil es noch weitere Vermögenswerte gibt, auf die du im Notfall zurückgreifen könntest. Damit hast du eine nicht unerhebliche Rückversicherung, die dir die Möglichkeit eröffnet an den Chancen (und damit einhergehenden Risiken) am Aktienmarkt teilzuhaben.

    Somit finde ich aber meinen Vorschlag, das Geld auf eine Festgeldtreppe und in Aktien-ETFs aufzuteilen immer attraktiver. Das Geld, dass du für einen seniorengerechten Umbau, eine 24-Stunden-Pflegekraft oder für die monatliche Zuzahlung eines annehmbaren Seniorenheims brauchst, würde ich in die Festgeldtreppe stecken. Der Rest kann investiert werden.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  6. Moderation

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    AW: Helft ihr mir mit Rat? ETF-Neuling versinkt in Infomenge...

    Ich hab auch noch mal nachgedacht, und bin dabei rausgekommen, 70 oder nicht, die Frage ist, wie ist dein Vermögen aufgeteilt, und gibt es unterversorgte Kategorien.

    Ich würde mal sagen, es gibt den dünnflüssigen Teil, der sollte imstande sein, alles abzudecken, was bezahlt werden muß, ehe der halbflüissige zur Verfügung stehen kann, und der gehört auf Tagesgeld, sch*** auf Negativzinsen. (Cash ist eine Alternative, aber da fehlt die Sicherheit, die dir die Kosten des der Lagerung auf einem Konto geben: Gegen Diebstahl, Feuer, Wasser im Keller...)

    Dann gibt's den halbflüssigen, der ohne größere Verluste innerhalb von maximal einem Jahr flüssig gemacht werden kann. Darunter fällt das meiste, was ich im vorigen Posting aufgelistet habe. Der sollte zumindest keine Verluste einfahren, da man ihn ja oft doch nicht braucht, und drei bis fünf Jahre abdecken.

    Dann den halbfesten, der sich zwar immer zu Cash machen läßt, aber nicht immer ohne Verluste. Dazu zählen vor allem Aktien und Aktienfonds. Das sollte Rendite einfahren, sonst lohnt sich das Risiko des Verlustes nicht. Wenn du drei bis fünf Jahre hinkommen kannst, ohne an diese Anlagen zu müssen (und im Fall von Einzelaktien oder schmal aufgestellten Fonds eine gute Strategie fährst, aufmerksam bist), ist das Verlustrisiko gering, da du vieles aussitzen kannst.

    Am Ende den festen, worunter für die meisten Leute Immobilien fallen. Zeug, das man nicht jederzeit zu Geld machen kann, das bei Kauf/Verkauf hohe Kosten hat, wo man vorher nur vage schätzen kann, wie viel man dafür bekommen wird und wann, und wo vielleicht noch das Herz dran hängt, oder was im laufenden Betrieb Rendite erwirtschaftet. (Da du viel mit Immos zu tun hast, sind die Hürden für dich wahrscheinlich niedriger.)

    So gesehen spricht nichts gegen einen soliden Aktien-ETF, wenn du alle anderen Kategorien zu deiner Zufriedenheit abgedeckt hast. Das Verhältnis von *Aufwand* zu Renditechancen ist auf jeden Fall sehr gut! Wenn aber die flüssigen Bereiche unterversorgt sind: Negativzinsen (die man oft auch noch vermeiden kann) sind billiger als Schulden oder als in einem schwachen Markt verkaufen zu müssen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Helft ihr mir mit Rat? ETF-Neuling versinkt in Infomenge...

    Wenn du nicht weißt, ob du das Geld in Bälde mal brauchst, solltest du nur einen kleinen Teil investieren. Wie groß dieser Anteil ist, musst du für dich selbst entscheiden. Es kommt auch darauf an, wie viel Vermögen du insgesamt hast.

    Zitat Zitat von depende Beitrag anzeigen

    Mein Problem: Eigentlich habe ich zu viele "Baustellen" im privaten Bereich, als dass ich noch Zeit, Kraft und Energie für das weitere Thema "Vermögensverwaltung" hätte.

    Meine Anlage muss auf jeden Fall leicht zu händeln sein, Sicherheit geht vor Rendite.

    Schon die Voraussetzungen stressen mich: Welche Depotbank ist für mich die richtige? Einfache Handhabung, Übersichtlichkeit ist mir wichtiger als ein paar weniger Euros Gebühren.
    Google mal nach dem Pantoffel-portfolio. Das heißt wirklich so, in der Zeitschrift Finanztest steht dazu auch immer viel. Lesenswert ist auch der blog vom "Finanzwesir" ( Google befragen). Eine klassische Aufteilung wäre 70% in einen ETF auf den MSCI World und 30 % in einen ETF auf Emerging Markets. Wenn du von deinem Gesamtvermögen einen Teil von 10.000 investierst, wären das 7.000 in den MSCI World un 3.000 Emerging Markets

    Als passende Bank schlage ich mal die Ing Diba vor. Keine Kosten für die Depotführung. Und gebührenfreie Sparpläne.

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