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  1. Moderation

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    AW: Treuhandstiftung

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Aber genau dieser Punkt würde mich sehr interessieren, wie heutzutage einerseits die Auflagen einer anerkannten Stiftung aussehen und wie man es schafft, den Stiftungszweck auf dieser Grundlage zu erfüllen.
    Ehrlich - super schwierig.

    Die Stiftungsaufsicht unseres Bundeslandes ist ein harter Brocken. Beide mir bekannte Stiftungen haben Kapital in Millionenhöhe und können nur existieren, weil die Treuhänder unentgeltlich und sehr akribisch das Geld gut verwalten und Bleistifte, etc. selbst finanzieren.... Der Kapitalertrag ist das Problem, da aus dem Gewinn kaum etwas für den Stiftungszweck ausgegeben werden kann und hier kommt die Stiftungsaufsicht ins Spiel, der der Markt egal ist.
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  2. Moderation

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    AW: Treuhandstiftung

    Yep gleiches Bundesland und deswegen (also nicht direkt wegen der Stiftungsaufsicht, aber sie war das letzte Tüpfelchen) werden/wurden die mir bekannten Stiftungen aufgelöst, weil kleine Stiftungen einfach keinen Sinn mehr machen und mündelsichere Anlagen sind eben nicht gewinnbringend und der Zinsmarkt sieht nicht so aus, als würde er sich so schnell erholen, das sah vor zwanzig Jahren anders aus, da hätte man sich das heutige Zinsniveau schlicht nicht vorstellen können.
    Lassen Sie mich niemals in den gewöhnlichen Fehler verfallen, zu meinen, dass ich verfolgt werde, wann immer mir widersprochen wird. Ralph Waldo Emerson

    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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    AW: Treuhandstiftung

    Das was Du möchtest läßt sich durch eine Stiftung glaube ich nicht erreichen. Wenn Du mal hier, mal da was fördern willst, um zu sehen, ob es zum Ziel führt, welches Du erhoffst, wäre es sinnvoller, Du legst das Geld renditeträchtig an und spendest die Erträge. Dann hast Du einerseits Einfluß auf die Anlage und kannst mehr Rendite herausholen, als es Stiftungstreuhänder können - weil die der Sicherheit des Kapitals verpflichtet sind - andererseits bist Du flexibel, was den Einsatz der Erträge angeht.

    Die steuerlichen Vorteile bei einer Spende dürften die Kapitalertragssteuer ausgleichen, so daß kaum echter "Verlust" entsteht. Und für den Fall Deines Todes kannst Du im Testament immer noch verfügen, daß dieser konkrete Betrag irgendeinem Zweck zugestiftet wird, der Dir genehm ist.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

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    AW: Treuhandstiftung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bei der Treuhandstiftung hat der Stifter mehr Einfluss, z.B. durch die Möglichkeit, den Treuhänder wechseln zu können.
    Und man kann zustiften - meines Wissens kann man nur in Treuhand- und rechtsfähige Stiftungen zustiften, nicht in Treuhandfonds. Gerade um diesen Fundraising-Aspekt geht es mir.
    Stiftungsfonds kann man sehr weitgehend so ausgestalten, dass sie ähnlich wie eine Treuhandstiftung sind.
    Zustiftungen und Spenden in den Stiftungsfonds sind kein Problem, wenn das in der Vereinbarung zwischen Stiftung und Fondsgeber so vereinbart wird.

    "Umziehen" zu einem anderen Treuhänder können Stiftungsfonds allerdings nicht. Da gehört der Fonds zum Vermögen der Stiftung - und die darf natürlich nichts "hergeben". Deshalb muss der Zwecke des Stiftungsfonds auch vom Zweck der Stiftung abgedeckt sein, während eine Treuhandstiftung auch einen anderen Zweck haben kann.

    Treuhandstiftungen können eigene Entscheidungsstrukturen haben, die über die Verwendung der Mittel entscheiden. Es kann auch festgelegt werden, dass der Stifter alleine entscheidet.
    Bei einem Stiftungsfonds kann es ein Vorschlagsrecht des Stifters geben - entscheiden tut aber der Vorstand der "Oberstiftung". In der Praxis mag das wenig Unterschied machen.

    Treuhandstiftungen sind aufwendiger als ein Stiftungsfonds, u.a. weil sie zwar keine eigene juristische Person sind, aber ein eigenes Steuersubjekt. Es muss also eine eigene Steuererklärung gemacht werden und es wird gesondert die Gemeinnützigkeit gerprüft.

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    AW: Treuhandstiftung

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Der ursprüngliche Sinn einer Stiftung ist, dass das Vermögen auf ewig erhalten bleibt und der Zweck der Stiftung allein aus den Erträgen finanziert wird - und in der Regel müssen Stiftungen ihr Geld mündelsicher also sehr konservativ anlegen.

    Deswegen habe ich hier bisher schon immer interessiert mitgelesen, weil ich einigen Stiftungen kenne, die sich aktuell auflösen, weil die Kosten der Verwaltung (alleine nur Kontoführung, Jahresabschluss und Stiftungsaufsicht - ja die wollen dafür Geld) die mikrigen Erträge einer Stiftung komplett konsumieren. Die Stiftungen gehen dann in anderen größeren Stiftungen auf.
    Bei euch muss man noch mündelsicher anlegen?
    Das ist hier im Südwesten nicht mehr so. Da können Stiftungen zumindest mit einem Teil des Kapitals in abgewogenen Entscheidungen auch Anlagen mit Risiko, z.B. Aktienfonds, gehen. Und die Sparkassen bieten auch Vermögensverwaltung für Stiftungen an, wo sie auch nicht "Nullzins" als Ergebnis haben (wollen).

    Und die Stiftungsaufsicht will Geld dafür?


    Ich stimme aber zu, dass kleine Stiftungen keinen Sinn machen - oft haben sie dann noch mit sehr speziellem Zweck, der sich vielleicht langfristig überlebt.

  6. Moderation

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    AW: Treuhandstiftung

    Es mag auch in der Satzung der Stiftung geregelt sein, dass das Gedl mündelsicher angelegt sein muss, aber die Stiftungsaufsicht hat fast jede anderen Anlage als nicht zulässig moniert. Und ja die Stiftungsaufsicht bekommt Geld (in unserem Fall 80,- pro Jahr) - nicht viel - aber bei den aktuellen Zinsen und nur rd. 100.000 Euro Kapital war es trotzdem erheblich.
    Geändert von Promethea71 (07.03.2021 um 22:33 Uhr)
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  7. Inaktiver User

    AW: Treuhandstiftung

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Aber grundsätzlich stimme ich dir zu, dass es sinnvoll ist, kleinere Stiftungen zu bündeln
    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Ich stimme aber zu, dass kleine Stiftungen keinen Sinn machen - oft haben sie dann noch mit sehr speziellem Zweck, der sich vielleicht langfristig überlebt.
    Diesen Aspekt habe ich wie folgt verstanden:
    Bei der Treuhandstiftung erfolgt die Bündelung dadurch, dass der Treuhänder unter seinem Dach mehrere/viele Treuhandstiftungen bündelt, die gemeinsam Projekte umsetzen und gemeinsam verwaltet werden, solange wie der Stifter beim Treuhänder bleibt. Das stellt eine Effizienz sicher.
    Der Zweck (m)einer (Stiftung) ist so weit allgemein gehalten, dass er zum Zweck des Treuhänders passt.
    (Zudem kann auch die Satzung nachträglich geändert werden, solange der alte oder neue Treuhänder zustimmt.)
    Ich habe zunächst versucht, einige spezielle Dinge in meine Satzung reinzunehmen, war aber mit den Formulierungen irgendwie nicht glücklich. Daher habe ich jetzt entschieden, die Satzung erst einmal sehr allgemein zu halten, sprich, mich weitgehend an den Treuhänder anzuhängen, dessen Satzung sehr breit formuliert ist.

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Deswegen habe ich hier bisher schon immer interessiert mitgelesen, weil ich einigen Stiftungen kenne, die sich aktuell auflösen, weil die Kosten der Verwaltung (alleine nur Kontoführung, Jahresabschluss und Stiftungsaufsicht - ja die wollen dafür Geld) die mikrigen Erträge einer Stiftung komplett konsumieren. Die Stiftungen gehen dann in anderen größeren Stiftungen auf.
    [...]
    Aber genau dieser Punkt würde mich sehr interessieren, wie heutzutage einerseits die Auflagen einer anerkannten Stiftung aussehen und wie man es schafft, den Stiftungszweck auf dieser Grundlage zu erfüllen.
    Meine Vermutung: Das "Geschäftsmodell" vieler Treuhänder, z.B. auch von dem, den ich mir ausgesucht habe, ist, dass die meisten Treuhandstiftungen nach dem Tod des Stifters sowieso in die große Stiftung einfließen. Deshalb können sie es sich leisten, Treuhänderwechsel zu ermöglichen - weil das in den meisten Fällen sicher Theorie bleiben wird.
    (Vertraglich ist das so geregelt: Der Stifter kann so lange, wie er möchte, alleine oder mit anderen Personen im Vorstand der Treuhandstiftung sein, ohne dass jemand vom Treuhänder ebenfalls im Vorstand ist. Gibt es jedoch keinen Vorstand aus dem Stifterumfeld mehr, wird automatisch der Treuhänder Vorstand, und der Vorstand kann jederzeit die Stiftung auflösen und das Vermögen komplett in die Mutterstiftung fließen lassen.)

    Was Du oben beschreibst, Promethea, scheinen mir stattdessen Fälle zu sein, in denen kleine Stiftungen "ganz alleine" liefen, und somit ihren Zweck natürlich nicht erfüllen konnten.
    Das ist bei mir nicht der Fall. Der Zweck wir durch die Bündelung erfüllt.


    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Und da du schon ganz am Anfang Fundraising und Spenden erwähnt hast ist das natürlich die einfachste Möglichkeit, wobei sich mir dann die Frage stellt, wozu es die "Stiftung" braucht, was gegen einen schlichten Verein spricht, (der allerdings gerade nicht ohne weiteres Vermögen halten darf).
    Der Verein erscheint mir für mich weitaus schlechter handhabbar. Vordergründig mag die Gründung juristisch einfacher sein, aber die laufende "Pflege" ist ungleich aufwändiger. Wie ich weiter oben schrieb, die Stiftung fordert keine permanente Aufmerksamkeit. Je nach individueller Kapazität und Laune kann ich mal mehr, mal weniger dafür tun. Würde ich mich aus einem Verein temporär zurückziehen, würde der "Kurs" vom restlichen Vorstand bestimmt, ohne dass ich mich im Falle einer anderen Meinung immer einbringen könnte, weil meine Kapazitäten nun mal wechseln.
    Ich möchte Flexibilität und (eigene) Gestaltungsmöglichkeiten.

    Zum in diesem Strang vorgebrachten Haupt-Bedenkenpunkt, dass das Kapital zu gering sei:
    Ja, das mag so sein. Vor allem, wenn man bedenkt, in welchem Forum wir uns hier befinden.
    Mir geht es hier aber eben nicht primär um Rendite. Und ich habe an mich auch nicht den Anspruch, solche privaten Entscheidungen, die kein existenzielles Risiko für mich darstellen, 100% rational zu treffen.
    Ich merke selbst, dass ich das ganze eher wie ein Hobby-Thema angehen.
    Geändert von Inaktiver User (08.03.2021 um 09:03 Uhr)

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    AW: Treuhandstiftung

    Eine Stiftung ist "für immer" - darauf sollte man bei der Formulierung des Zwecks in der Satzung achten, denn der kann nicht geändert werden.

    Willst du denn mit anderen Treuhandstiftungen desselben Treuhänders gemeinsam Projekte machen?


    Ich denke, so wie du das schreibst, ist das schon möglich. Solange du lebst/willst, kannst du z.B. Spendenaktionen über deine Stiftung laufen lassen und Projekte finanzieren. Und wenn du gerade nicht möchtest, kommen halt keine Spenden, und die Erträge alleine machen nicht viel aus. Wenn das alles ausreichend klein ist, gilt seit diesem Jahr auch nicht mehr das Gebot der zeitnahen Mittelverwendung für die Gemeinnützigkeit (bis 45000 jährliche Einnahmen).
    Und längerfristig geht das in der Stiftung des Treuhänders auf - und hat nicht mehr das Problem, dass die Treuhandstiftung so klein ist.

    Nur die laufenden Kosten muss die Treuhandstiftung irgendwie tragen. Auch wenn die ziemlich ruht, ist z.B. alle drei Jahre eine Steuererklärung gemacht werden.

  9. Inaktiver User

    AW: Treuhandstiftung

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Eine Stiftung ist "für immer" - darauf sollte man bei der Formulierung des Zwecks in der Satzung achten, denn der kann nicht geändert werden.
    Bei Treuhandstiftungen schon!
    Für mich ist das allerdings nicht mehr relevant, weil ich beschlossen habe, den Zweck globalgalaktisch zu formulieren, um mir maximale Flexibilität zu erhalten.
    Beim Surfen durch einige Webseiten von Treuhandstiftungen ist mir aufgefallen, dass die wenigsten den Stiftungszweck wörtlich aus ihrer Satzung zitieren. Stattdessen erläutern sie ihn ausführlich in Prosa auf der Webseite, ohne dass man weiss, wie genau die Formulierung in ihrer Satzung lautet. So möchte ich es auch machen: Konkreter werden - ja, aber nicht schon in der Satzung.

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Willst du denn mit anderen Treuhandstiftungen desselben Treuhänders gemeinsam Projekte machen?
    Das ist nicht mein primäres Anliegen, sondern eher die Art und Weise, wie die anfänglichen Winzigst-Erträge überhaupt eingesetzt werden können.
    Fundraising möchte ich zunächst gar nicht für Projekte machen, also keine Spenden einwerben, sondern Zustiftungen, also den Grundstock erhöhen. Das ist meine naive Vorstellung - ob das so klappt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.
    Wenn das nicht klappt, dann definiere ich mein ganzes Stiftungsprojekt für mich als eine Art Großspende um.

    Eure Fragen helfen wir dabei, mein Vorhaben zu hinterfragen. Danke dafür!

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    AW: Treuhandstiftung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine Stiftung ist "für immer" - darauf sollte man bei der Formulierung des Zwecks in der Satzung achten, denn der kann nicht geändert werden.
    Bei Treuhandstiftungen schon!
    Der Zweck kann aber sicher nur von dir als Stifterin geändert werden.
    Sollte der Stifter plötzlich sterben, kann es trotzdem sein, dass es eine Stiftung mit viel zu eng formulierten Zweck "in alle Ewigkeit" gibt.

    Insofern ist das genau richtig, wie du das machst - den Stiftungszweck breit formulieren, und dann in der laufenden Arbeit die Schwerpunkte setzen.
    Man kann ggf. auch einen allgemeinen Stiftungszweck formulieren, und in der Satzung das mit "insbesondere ... " genauer fassen. Dann ist klar, was gemeint ist, die Stiftung kann aber sinnvoll weiterarbeiten, auch wenn sich der Zweck überlebt hat.


    Das ist nicht mein primäres Anliegen, sondern eher die Art und Weise, wie die anfänglichen Winzigst-Erträge überhaupt eingesetzt werden können.
    Fundraising möchte ich zunächst gar nicht für Projekte machen, also keine Spenden einwerben, sondern Zustiftungen, also den Grundstock erhöhen. Das ist meine naive Vorstellung - ob das so klappt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.
    Selbst bei einem sehr guten Zweck ist Fundraising schwierig, weil man natürlich in Konkurrenz mit vielen anderen steht. Und am liebsten geben die Leute Geld für ein konkretes Projekt, das sie überzeugt. "Stiften" ist ziemlich abstrakt und setzt Vertrauen in die Stiftung voraus. Und Vertrauen entsteht dadurch, dass bereits überzeugende Arbeit geleistet wird.

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