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    Absicherung, wenn ein Partner aufhört zu arbeiten

    Hallo zusammen,

    eine Frage in die Runde, bin nicht ganz sicher, ob es hier oder bei den Versicherungen besser aufgehoben ist.

    Zum Hintergrund: Mein Mann und ich tragen uns aus verschiedenen Gründen mit dem Gedanken, dass einer von uns seinen Job zumindest zeitweilig aufgibt zugunsten eines stressfreieren Familienlebens (Kleinkind, kranke Eltern etc). Ich möchte keine ideologische Diskussion führen, sondern einfach nur fragen, an was man zwecks Absicherung a) beider gemeinsam und b) des dann nicht mehr arbeitenden Partners alles denken sollte.
    Wir kommen mit einem Gehalt gut hin, das ist bereits durchgerechnet. Wir haben beide eine sehr solide Ausbildung und jeder ca. 20 Jahre Berufserfahrung. Nahezu das gleiche Gehalt. Klar ist, dass man bei temporärem Ausstieg nicht mehr in das gleiche Level einsteigt. Wir haben ein Haus, das wir noch weiter über etwa 10 Jahre abzahlen müssen. Unsere Tochter ist 2, wir Ü40, unsere Eltern Ü70 und teilweise krank, wir werden hier in näherer Zukunft sicher viel unterstützen (nicht finanziell, aber mit Zeit).

    Was wir auf dem Schirm haben bisher:
    1. Risikolebensversicherung zwecks Abzahlung - gibt's bereits
    2. Rente - wir haben beide jeweils mindestens 30 Rentenpunkte gesammelt und zudem auch Anrecht auf Betriebsrenten. Die Frage ist, ob wir besser Rentenpunkte kaufen für den nicht arbeitenden Partner, oder ob eine private Vorsorge mehr Sinn macht? Z. B. eine andere Form der Anlage?
    3. Was passiert bei Trennung? Nicht dass ich davon ausgehe, aber man hat schon Pferde kotzen sehen... Hier komme ich total ins Schwimmen. Wie macht man das? Gesetzt den Fall, ich gehe aus dem Beruf - ich habe ja den Verlust dann ggf später, wenn ich viel weniger verdienen würde als wenn ich weiter arbeite. Macht man dann einen Ehevertrag, der den Unterhalt regelt? Oder wie geht man damit um?

    Haben wir was Wesentliches vergessen? Habt Ihr Tips/Erfahrungen?

    Danke

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    AW: Absicherung, wenn ein Partner aufhört zu arbeiten

    Beim Vertrag hast Du natürlich das Problem, dass eine Unterhaltsregelung Dir nichts bringt, wenn Dein Partner selbst arm wird, er kann nichts bezahlen, was er nicht hat.

    Was passiert bei Todesfall? Das Haus ist abbezahlt (geht die Versicherung über die volle Laufzeit?), aber von was bezahlt der Überlebende dann die laufenden Kosten (Nahrung etc.) für alle?

  3. VIP

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    AW: Absicherung, wenn ein Partner aufhört zu arbeiten

    Es gibt die Möglichkeit sich vom Arbeitgeber freistellen zu lassen, nennt sich Pflegezeit. Das könnte man zusätzlich überlegen.

    Ansonsten wäre eine private Rentenversicherung zu überlegen oder eine Aufstockung der schon vorhandenen Betriebsrenten.

    Ich habe sowohl eine private RV, als auch eine BRV. Allerdings schon seit Jahren. Ob sich das in eurem Alter noch lohnt, weiß ich nicht.
    Manchmal kann man nichts machen, außer weiter.

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    AW: Absicherung, wenn ein Partner aufhört zu arbeiten

    Beide reduzieren geht nicht? Beide 3 Tage in der Woche arbeiten?
    Ich tue mich schwer mit dem Bild, dass einer im Berufsleben bleibt.
    Ansonsten wäre ein Notar ev. sinnvoll?

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    AW: Absicherung, wenn ein Partner aufhört zu arbeiten

    Ihr seid aber schnell Danke!

    Zitat Zitat von MrsBingley Beitrag anzeigen
    Beim Vertrag hast Du natürlich das Problem, dass eine Unterhaltsregelung Dir nichts bringt, wenn Dein Partner selbst arm wird, er kann nichts bezahlen, was er nicht hat.

    Was passiert bei Todesfall? Das Haus ist abbezahlt (geht die Versicherung über die volle Laufzeit?), aber von was bezahlt der Überlebende dann die laufenden Kosten (Nahrung etc.) für alle?
    Zum 1. Punkt: Das stimmt, ist aber extrem unwahrscheinlich. Dann würde ich eine Lösung finden (oder er. Wer potenziell aussteigt, ist noch unklar).
    Zum 2. Punkt: Dafür ist die Risiko -LV, genau das wird damit abgesichert.

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Es gibt die Möglichkeit sich vom Arbeitgeber freistellen zu lassen, nennt sich Pflegezeit. Das könnte man zusätzlich überlegen.

    Ansonsten wäre eine private Rentenversicherung zu überlegen oder eine Aufstockung der schon vorhandenen Betriebsrenten.

    Ich habe sowohl eine private RV, als auch eine BRV. Allerdings schon seit Jahren. Ob sich das in eurem Alter noch lohnt, weiß ich nicht.
    Hm. Danke, muss ich mal weiter recherchieren. Pflegezeit geht glaube ich in unserem Fall nicht, da wir nicht pflegen - aber bei 4 Ü70 Eltern fällt einfach auch so vieles an. Und alle wohnen zwar erreichbar, aber nicht um die Ecke, und wir sind Einzelkinder.

    Zitat Zitat von overknee Beitrag anzeigen
    Beide reduzieren geht nicht? Beide 3 Tage in der Woche arbeiten?
    Ich tue mich schwer mit dem Bild, dass einer im Berufsleben bleibt.
    Ansonsten wäre ein Notar ev. sinnvoll?
    Wir rechnen gerade verschiedene Szenarien durch. Ich bin aktuell bei reduzierter Stundenzahl. Praktisch gesehen ist es ein ziemliches Jonglieren (es geht, aber ist sehr anstrengend), dazu kommt, dass es nicht bei der vertraglich vereinbarten Zeit bleibt. Das wäre bei meinem Mann ähnlich. Aber ja, wir überlegen auch in diese Richtung. Wir arbeiten beide auch gern in unseren Jobs, nur so wie in der letzten Zeit geht es nicht weiter, eine Lösung muss her.
    Eine ist, wir beide reduzieren weiter, eine (zunächst simpler erscheinende, mir ist klar, es gibt Hasenfüße) ist eben die, dass einer aussteigt.

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    AW: Absicherung, wenn ein Partner aufhört zu arbeiten

    Zichorie finde das Reduzieren der Arbeitszeit um ganze Tage ungefährlicher, als jeden Tag um ein paar Stunden.
    Solltet ihr euch wider Erwarten trennen, teilt das Gericht eure Rentenanwartschaften. Alle, inclusive Betriebsrenten.
    Alles zusammengerechnet, was in der Ehezeit erwirtschaftet wurde, geteilt durch 2 und dementsprechend werden die Rentenkonten umgefüllt.
    In unserer Rentenversichung am Ort gibt es ganz wundervolle Beratungen. Kann man einen Termin machen.

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    AW: Absicherung, wenn ein Partner aufhört zu arbeiten

    Seid ihr verheiratet und lebt in einer Zugewinngemeinschaft?

    Dann würde ich mir bei einer Einkommenssituation, in der man von einem Gehalt leben kann, eine Hypothek und eine Lebensversicherung bedienen kann, keine Sorgen um die Rente machen. Die wird auch dann reichen, wenn zeitweise nur die Beiträge von einem Gehalt in die Rentenkasse fließen. Nach meiner eigenen Erfahrung sind da keine zusätzlichen Leistungen notwendig. Nach heutigem Stand. Und eine Glaskugel für die Zukunft hat keiner.

    Wenn es voraussichtlich um einen längeren Zeitraum handeln sollte, würde ich allerdings über eine Weiterbeschäftigung in Teilzeit nachdenken und sei es auch nur in geringem Umfang, das kann helfen, dass berufliche Niveau zu sichern. Wenn ihr in größeren Betrieben arbeitet, habt ihr ja auch Anspruch auf Teilbeschäftigung, ggf. als Brückenteilzeit mit Anspruch auf Wiederaufstockung und vielleicht im Wechsel mit dem Partner.

    Wenn mindestens eines der Elternteile den Pflegegrad 2 hat, kann man sich zusätzlich Entgeltpunkte für pflegende Angehörige anrechnen lassen. Vorteil ist vor allem die Anrechnung der Zeiten, falls man die Berufstätigkeit ganz unterbricht. Es werden aber auch (in der Regel eher geringe) Beiträge von der Pflegekasse des Angehörigen eingezahlt. Manche Eltern möchten ja auch Hilfestellungen finanziell, am ehesten wohl in Form von (Geld-)Geschenken, honorieren. Da kann man sich auch überlegen, ob man diese Gelder gezielt zur Absicherung zurücklegt, in Sparpläne einzahlt o. ä.

    Eine Risiko-Lebensversicherung habt ihr schon, also der schlimmste Fall ist abgesichert. Ob ihr per Ehevertrag einen höheren Trennungsunterhalt oder ggf. einen längeren und/oder höheren Anspruch auf Unterhaltsleistungen vereinbaren wollt, müsst ihr entscheiden. Das kann man auch noch in Ruhe besprechen, das läuft einem ja nicht weg. Ein Notar kann dazu beraten.

    Mal gründlich Rechnen schadet nie. Aber für alle Wechselfälle im Leben kann man nicht vorsorgen. Ich glaube aber, dass ein besseres Leben im Heute dieses Restrisiko immer wert ist.

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    AW: Absicherung, wenn ein Partner aufhört zu arbeiten

    Zitat Zitat von MrsBingley Beitrag anzeigen
    ...
    Was passiert bei Todesfall? Das Haus ist abbezahlt (geht die Versicherung über die volle Laufzeit?), aber von was bezahlt der Überlebende dann die laufenden Kosten (Nahrung etc.) für alle?
    Dann gibt es auch noch einen Anspruch auf Witwen- bzw. Witwerrente und Waisenrente. Konkrete Ansprüche hängen vom eigenen Einkommen ab, aber ins Nichts fällt man in unserem Sozialsystem nicht so schnell.

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    AW: Absicherung, wenn ein Partner aufhört zu arbeiten

    Habt Ihr schon einmal erwogen, ein au pait einzustellen und eine Haushaltshilfe?
    Dann hättet ihr die freie Zeit auch wirklich freie Zeit . .

    lg luci

    ps: Sichere Stellen sind momentan ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn man nicht gerade Beamter ist.
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

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    AW: Absicherung, wenn ein Partner aufhört zu arbeiten

    Zitat Zitat von overknee Beitrag anzeigen
    Zichorie finde das Reduzieren der Arbeitszeit um ganze Tage ungefährlicher, als jeden Tag um ein paar Stunden.
    Naja, das ist glaube ich vom Job abhängig. Ich habe derzeit 1 Tag frei und arbeite an 3 Tagen 6h - diese kommen mir einfacher zu organisieren vor jobmäßig, privat allerdings schwieriger.
    Rentenberatung: Danke ich war in der Tat letztes Jahr dort, aber noch unter anderen Rahmenbedingungen. Guter Punkt, ich mache mir noch mal einen Termin. Das war echt sehr hilfreich und gut.

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Seid ihr verheiratet und lebt in einer Zugewinngemeinschaft?
    (...)
    Mal gründlich Rechnen schadet nie. Aber für alle Wechselfälle im Leben kann man nicht vorsorgen. Ich glaube aber, dass ein besseres Leben im Heute dieses Restrisiko immer wert ist.
    Kürzung und Hervorhebung von mir

    Danke, Lea für den ganzen Post. Sehr beruhigend; ich bin so unsicher aktuell, eine schwierige Entscheidung. Der von mir dick markierte Punkt geht mir auch die ganze Zeit im Kopf herum. Ich möchte einfach später nicht bereuen, das Leben etwas stressfreier gemacht zu haben, obwohl es gegangen wäre; die Prioritäten falsch gesetzt zu haben.



    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    Habt Ihr schon einmal erwogen, ein au pait einzustellen und eine Haushaltshilfe?
    Dann hättet ihr die freie Zeit auch wirklich freie Zeit . .

    lg luci

    ps: Sichere Stellen sind momentan ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn man nicht gerade Beamter ist.
    Ja, eine Haushaltshilfe benötigen wir in jedem Fall, wenn wir weiterhin beide arbeiten. Es ist eine grundlegende Entscheidung; Gibt man alles an andere, um weiter den eigenen Job zu machen (und sichert sich damit eine gewisse Sicherheit, aber macht sich eben auch organisatorischen Stress, bekommt vieles selbst nicht mit (und kann sich z. B. eben um Kind und Eltern weniger kümmern, als man möchte - und das ist eben der Punkt, den ich am wichtigsten finde) und investiert ein Gehalt mehr oder weniger ins outsourcen) oder macht man es einfach selbst und hat damit mehr Unsicherheit, aber auch mehr Freiheit, kann sich um das Wesentliche kümmern. Du hast natürlich sehr recht bzgl des sicheren Jobs in diesen Zeiten!

    Es lief auch einige Zeit ganz gut bei uns mit der Arbeitsteilung, aber die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten 2 Monaten massiv verändert (und es wird auch eine Weile, sicher 5-10 Jahre, so bleiben oder eher schwieriger werden), dass wir einfach was ändern müssen. Und aktuell gehen wir die Möglichkeiten durch.
    Geändert von Convallaria (31.12.2020 um 10:07 Uhr)

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