Liebe Wildwusel
meine Situation ist ähnlich, auch wenn ich keine Anleihen habe.
Zusätzlich sollte man sich im Klaren sein, was für ein Risikotyp man ist. Es nutzt nichts mit dem Daytrading anzufangen wenn man übervorsichtig ist (Beispiel)
Antworten
Ergebnis 341 bis 350 von 350
-
04.12.2020, 21:12
AW: Erbschaft anlegen: Tipps gesucht
-
04.12.2020, 21:20
AW: Erbschaft anlegen: Tipps gesucht
Mal was Themenbezogenes zwischendurch.;)
Wir denken ja alle an Inflation und an die Alternativlosigkeit zu Aktien, Immos und Sachwerte für unsere Geldanlage.
Was müsste eigentlich passieren, um eine Deflation zu bekommen, um mit dem Cash auf der Bank sein Vermögen zu vermehren?
Zinsen wird es so schnell nicht geben.Vollkasko war gestern - ab heute zählt Verantwortung und Solidarität.
-
04.12.2020, 22:14
AW: Erbschaft anlegen: Tipps gesucht
Da bin ich mir nicht so sicher.
Wo ich mir aber 100% sicher bin, dass Du beim Einstieg ins Daytraden erstmal richtig viel Lehrgeld bezahlst, bist Du merkst, dass Du gegen die sogenannten *starken Hände*, sprich Banken, Emittenten und Konsorten handelst.
Es gibt Leute, die damit Geld verdienen, das sind weniger, als 1%. Da kann ich nur raten, Finger weg. Diese Leute sind aber übervorsichtig, diszipliniert und wissen, was sie tun und haben auch selbst schon viel Lehrgeld bezahlt.
Das hat aber nichts mit Anlage zu tun, obwohl bestimmte Mechanismen im Sekunden-, Minutenhandel genauso gelten, wie für eine langfristige Anlage.Vollkasko war gestern - ab heute zählt Verantwortung und Solidarität.
-
04.12.2020, 22:34
AW: Erbschaft anlegen: Tipps gesucht
Reduktion der Geldmenge.
Zum Beispiel, indem der Staat der Wirtschaft mehr Geld entzieht (über Steuern) als er ausgibt, und keine externen Geldzuflüsse das kompensieren. Oder indem ein gewaltiger Crash an den Märkten (am "besten" Aktien, Anleihen und Immobilien gleichzeitig) das Geld einfach verschwinden läßt. Die Finanzkrise von 2007-09 hat wesentlich meht Geld vernichtet als sie in die Taschen der Gewinnler gespült hat.
Oder durch externe Geldabflüsse, wie in den ausgehenden 1920ern, als die USA ihre Blasenplatzkosten durch das Zurückfordern von Krediten kompenisert haben, worauf aus Deutschland so viel Geld abfloß, das die Sch** wirklich den Ventilator traf.
Die Golddeflation des MA entstand glaube ich daraus, daß das Gold einfach verlorenging. Erst die Plünderung Südamerikas durch die Spanier schaffte genug neues Gold ran.
(In "Spiel der Götter" (monumentale epische Fantasy) schildert der Autor in einem Handlungsstrang, wie ein rachsüchtige Finanzgenie ein ganzes Imperium ruiniert, indem er die Münzen einfach sammelt/klaut/erwirtschaftet und versteckt. Da das Imperium technologisch-gesellschaftlich noch nicht imstande ist, Geld nach Belieben zu erzeugen, kann es das nicht kompensieren und niemand kann mehr seine Rechnungen bezahlen. Sehr amüsant, auf eine grimmige Art, wenn man Spaß an dieser Art von Plots hat.)
Auch Privatleute außerhalb von epischer Fantasy können Geld auf sem Verkehr ziehen, wenn diejenigen, die es haben, es nicht ausgeben. Dann wird es schwierig, Sachen zu verkaufen, also sinken die Preise, und die Kaufkraft des Geldes steigt, nur haben die Leute, die es ausgeben würden, keines, und die, die es haben, geben es nicht aus, da es ja im Wert steigt. Heute versuchen die Staaten, gegen solche Situationen anzugehen, indem sie Geld möglichst billig machen, aber das hilft auch nicht immer. (Siehe Japan. Platzen einer Blase, daraufhin wird Geld wird aufgehoben statt ausgegeben, die sitzen seit 30 Jahren in der Krise.)** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
04.12.2020, 22:51
AW: Erbschaft anlegen: Tipps gesucht
3 Mal Daumen hoch. Klasse Antwort.
Du bist echt dran.
Ist eines der Szenarien für Dich vorstellbar, vielleicht sogar wahrscheinlich?
An der Börse habe ich gelernt, dass man gegen die *Mehrheit* handeln muss. Das, was offensichtlich und jeder sieht, ist schon gekauft.
Das Unwahrscheinlich wird wahrscheinlich und plötzlich zur Realität.
Wenn man kauft, ist man immer der *Gierigste; (manchmal Dümmste) *, der zum Zeitpunkt des Kaufes den höchsten Preis bezahlt. Egal, ob Aktie, Immo, Auto
, Uhr, Picasso, etc.
Man spekuliert darauf, wenn man es wieder verkaufen will, dass man einen noch *Gierigeren (Dümmeren)* findet, der einem mehr bezahlt.
Das ist drastisch ausgedrückt und soll nicht wieder irgendwelche Befindlichkeitsposts provozieren.
Beim Thema bleiben, wie investiere ich Geld, das ich momentan für Konsum nicht brauche.
Das ist ja bei den meisten Erbschaften so.
Vielleicht ist ja cash auf dem Tagesgeldkonto die beste Anlage, auch wenn es keine Zinsen gibt.Geändert von auxout (05.12.2020 um 13:19 Uhr)
Vollkasko war gestern - ab heute zählt Verantwortung und Solidarität.
-
08.12.2020, 21:31Inaktiver User
AW: Erbschaft anlegen: Tipps gesucht
sorry, falsch.
-
08.12.2020, 22:24
AW: Erbschaft anlegen: Tipps gesucht
Punktuell existiert das ja: Bei Aktien, die an Wert verlieren, weil die dahinterstehenden Firmen nichts taugen, Immobilien, die an Wert verlieren, weil sie in einer Gegend sind, wo die beste Straße der Stadt aus ihr hinausführt, bei Technologie, die rapide veraltet, bei Mode, wo ein Anzug proportional so viel kostet wie zu Opas Zeit ein Unterhemd. Wenn du den Preis für Second-Hand-Zeug anguckst, siehst du auch rapiden Wertverlust von Sachen (und somit Kaufkraftgewinn des Geldes): Uromas Geldanlage in Teppichen und Rosenthal ist heute Ramsch, den nicht mal ein Einbrecher mitnehmen würde.
Die Lohnentwicklung ist in dem Kontext schwer zu bewerten. Fallende Reallöhne sind deflatorisch, können aber durch Inflation erst ans Fallen gebracht werden. Und die Löhne scheinen mir derzeit zu steigen. (Hängt natürlich davon ab, wer die Daten erhebt...). Die Sparquoten sind hoch, die Investitionen sind nicht, was sie sein könnten, weil entweder keinem was einfällt, was man mit für Geld kaufen könnte, oder die Infrastruktur (Ingenieure, Kaufleute, Arbeiter... ) fehlen, um es auszugeben.
Andererseits will kaum ein Politiker eine Wiederholung von 1929 bis 1933. Aber wir sehen ja, daß "mit Geld werfen" seit Jahren nix bringt. (Wissen die Japaner seit den ausgehenden 1980ern.) Grob gesagt, die Leute, die viel Geld haben, haben keinen Bedarf, es auszugeben, die Leute, die keines haben, können es nicht ausgeben, und die große Menge Leute, die ein bißchen was haben, geben es nicht aus, weil das Vertrauen in die Solidarsysteme systematisch abgebaut wurde.
Was heißt das aus Anlegersicht? Erst mal: Doof. Nicht mal so sehr von der Zinsseite (Anleihen haben historisch gesehen immer eher Geld vernichtet als verdient), sondern dadurch, daß alle, die ein bißchen was haben, ihr Geld in Anlagewerte stecken, die marktabhängig sind. (OK, bei der deutschen Aktienquote sollte es nicht das Problem sein, daß die Aktien zu Boden krachen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge ihren Ruhestand finanzieren. Bei Immobilien bin ich da skeptischer. Bei Lebensversicherungen sehen wir den Slow-Mo-Crash seit Jahren.)
Emerging- oder sogar Frontier-Market-Anlagen wären eine Möglichkeit. Wo die Bevölkerung wächst und die Wirtschaft (immer noch) was aufzuholen hat. Andererseits ist eine häufige Eigenschaft von Frontier Markets eine risikoreiche Abwesenheit von Regulierung und Rechtssicherheit.
Zeug kaufen, das Leute kaufen wollen, die eigentlich kein Geld ausgeben weil sie nichts brauchen. (Abteilung, einen Gierigeren finden.)
Im inneren Kreis von einer Gruppe landen, die den Leuten Geld aus der Tasche zieht und an den inneren Kreis verteilt.
Mit Aluhüten handeln.
Der Satz über Risiko und Rendite behält seine Gültigkeit.
Vielleicht sollte man ganz langweilig diversifiziert und zum eigenen Risikoprofil passend zurücklegen, was man meint, zu brauchen und es sich ansonsten gutgehen lassen. Après nous le déluge.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
09.12.2020, 09:24
-
10.12.2020, 20:39
AW: Erbschaft anlegen: Tipps gesucht
Deine Beiträge sind wirklich interessant zu lesen.

Woran denkst Du da?
... wenn man hinzufügt, dass der Spread immer grösser wird, bzw. dass Kapital immer weniger zum Selbstläufer für Rendite wird.
Oh ja, ganz sicher, aber wie stellst Du Dein Risikoprofil fest. Will nicht jeder die max. Rendite, bei grösster Sicherheit und möglichst jederzeit auch noch flüssig haben?
Wie stellt man sein Risikoprofil fest ?
Diversifizieren ist auch so ein Zauberwort.
Was bei uns auch derzeit der Fall ist. Die Schere wird grösser mit der wachsenden Zahl der Geringverdiener.
Insofern denke ich auch, dass das Wohl einer Volkswirtschaft von einer möglichst "gerechten Verteilung" abhängt.
Wie es aussieht, stecken die Reichen ihr Geld in Aktien und Immobilien. Bei Aktien eher nicht in deutsche Unternehmen. Gut möglich, dass der Hype um China und US-Tech Aktien bereits gekauft ist.
Deutsche Unternehmen sind Übernahmekandidaten. Ich denke da an Daimler und Tesla.
Kurios genug, dass Daimler seine Beteiligung von 9% an Tesla damals für 600 Mio verkauft hat. Heute kann Elon Musk mit dem Packet ganz Daimler gleich 2x kaufen. Nicht umsonst engagiert sich Tesla in D mit seiner Giga Fabrik. Der Deal mit Daimler würde auch Sinn machen, die Fertigungstechnik fehlt Tesla.
Wir werden sehen was passiert, wenn die Insolvenzgesetze wieder greifen im neuen Jahr. Das wird dann die Stunde oder das Jahr der Wahrheit. Wenn eine Insolvenzwelle kommt, die wir uns noch nicht vorstellen können, weil das Helikoptergeld noch alles unter der Decke hält.Vollkasko war gestern - ab heute zählt Verantwortung und Solidarität.
-
10.12.2020, 20:56
AW: Erbschaft anlegen: Tipps gesucht
Was China angeht, sind die auf einem guten Weg.
Was Rechtssicherheit und Regulierung angeht, habe ich das Gefühl, dass wir hier in einer Bananenrepublik leben. Siehe Wirecard oder Cum Ex Geschäfte der Deutschen Bank.
Wirtschaftsprüferaufsicht rechtfertigt spätes Eingreifen bei Wirecard
Dazu passt auch das: System Dolphin: Wie Anleger Millionen verlieren
PS:
Was hältst Du von einer Anlage in Bitcoins?Geändert von auxout (10.12.2020 um 23:18 Uhr)
Vollkasko war gestern - ab heute zählt Verantwortung und Solidarität.


Zitieren

