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  1. Registriert seit
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    Riester - Rendite?

    Hallo an alle Finanzexpertinnen,

    ich hab eine Verständnisfrage zu Riester - bitte keine allgemeine Diskussion von wegen: ist eh Mist etc pp

    Ich hab lange Jahre einen hohen Zuschuss bekommen, und hab jetzt die Zahlungen erst mal gestoppt.

    Was mir nicht klar ist ist die Rendite. Ich hab vier Werte, das aktuelle Guthaben und die aktuelle Rentenhöhe, sowie die (niedrigere) Garantieleistung und garantierte Rente (dass die Garantiewerte niedriger sind leuchtet ja noch ein).

    Wenn ich jetzt jeweils die Gesamtsumme durch die Rente teile, komme ich auf eine Laufzeit von 38,5 Jahren - was ja unglaublich lang ist? Und das bei 0 Verzinsung der jeweiligen Restsumme ab Renteneintritt, sonst verlängert sich das ja noch mehr??

    Wie kann das sein???

  2. Avatar von Nocturna
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    AW: Riester - Rendite?

    Zitat Zitat von umsonst Beitrag anzeigen
    Was mir nicht klar ist ist die Rendite.
    Die Rendite von Riester lässt sich erst nach dem Tod berechnen. Wenn jemand mit 65 in Rente geht und mit 75 stirbt, dann dürfte das eine miserable Rendite sein. Derjenige hat dann wahrscheinlich noch nicht mal seine eigenen ersparten Beiträge zurückerhalten, also negative Rendite. Falls man beschließt zu den 103jährigen dieser Republik zu gehören, dürfte man sehr deutlich profitieren.

    Es gibt diverse Portale wie Warentest, Verbraucherzentralen, die sich schon an dem Thema abgearbeitet haben. Im Durchschnitt, der natürlich keinem Einzelfall gerecht wird weil es ja auch immer eine individuelle Steuersituation gibt, muss man zumindest 80 Jahre alt werden, damit sich die Rendite ins Positive dreht.

    Riester war noch nie eine Renditegeschichte, die zusätzliche Rente wird lebenslang gezahlt und sichert das „Langlebigkeitsrisiko“ ab. Dafür wurde sie optimiert.

    Übrigens alles ohne Gewähr. Von Riester verstehe ich auch nur soviel wie jeder sonst ahnungslose Bürger.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)


  3. Registriert seit
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    AW: Riester - Rendite?

    Aber der Punkt ist doch, dass ich sagen wir mal mit 65 in Rente gehe, und dann 38,5 Jahre Rente beziehen muss, damit das nur auf 0 aufgeht. Sprich, das Kapital wäre verbraucht wenn ich 103,5 Jahre alt wäre. Nahezu jeder stirbt aber doch vorher, also kann das doch für so gut wie niemanden aufgehen????
    Von Kapitalverzinsung ist da ja noch gar nicht die Rede.
    Aber Grundlage der Kalkulation kann doch nicht sein, dass der Bezugsberechtigte über 100 wird. Bei 80 würde ich ja gar nichts sagen.

  4. Avatar von Nocturna
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    AW: Riester - Rendite?

    Zitat Zitat von umsonst Beitrag anzeigen
    Aber der Punkt ist doch, dass ich sagen wir mal mit 65 in Rente gehe, und dann 38,5 Jahre Rente beziehen muss, damit das nur auf 0 aufgeht. Sprich, das Kapital wäre verbraucht wenn ich 103,5 Jahre alt wäre. Nahezu jeder stirbt aber doch vorher, also kann das doch für so gut wie niemanden aufgehen????
    Jeder, der Riester über eine Versicherung laufen hat, muss sich darüber im Klaren sein, dass ein Versicherungskonzern Rendite erwirtschaften will. Das Produkt wird aufgrund von Sterbetafeln so kalkuliert, dass zum Schluss ein Gewinn erwirtschaftet wird. Sprich, im Einzelfall wird die Versicherung am über 100jährigen Riestersparer Geld verlieren, in der Masse jedoch macht die Versicherung Gewinn, auch wenn die Marge nicht groß ist.

    Deine Kalkulation greift aber zu kurz. Riester entfaltet aufgrund von staatlichen Zulagen und Steuervorteilen in der Ansparphase, verringertem Steuersatz in der Rentenphase noch Zusatzdynamik. Weil aber bei jedem Versicherten die Lage anders ist, verheiratet, solo, Verdienst, Zulage, Steuervorteil, Lebensalter und der Steuersatz im Alter noch nicht feststeht, werden selbst zwei Verträge beim selben Versicherer niemals dieselbe Rendite haben.
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    (John D. Rockefeller)


  5. Registriert seit
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    AW: Riester - Rendite?

    Du hast recht, es ist weniger eine Frage der Rendite als der Berechnung der Lebenserwartung. Ich hätte gedacht, die Versicherung lohnt sich, wenn man älter wird als die statistische Lebenserwartung, so grob gesagt.
    Dass die Versicherung gewinnt wenn ich nicht mindestens 103 werde find ich doch grosszuegig kalkuliert, wenn man die durchschnittliche Lebenserwartung betrachtet.


  6. Registriert seit
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    AW: Riester - Rendite?

    Da ich meine Rentenunterlagen sowieso gerade auf dem Tisch hatte, habe ich mal meine Werte verglichen.

    Hmm, irgendwie müssen die Verträge sehr unterschiedlich "gestrickt" sein.

    Die Eckzahlen, die ich habe sind:
    - meine eingezahlten Beiträge
    - Zulagen
    - garantierte lebenslange Monatsrente bei unterschiedlichen Zeiten des Rentenbeginns, unter der Annahme, dass weiterhin Beiträge gezahlt werden (Höhe der erwarteten Beiträge ist in der Übersicht nicht erläutert)
    - Schätzung der zukünftigen Zuwächse aus Zinsen bei Weiterzahlung von Beiträgen
    - gebildetes Kapital

    Und dann gibt es noch Garantiewerte vor Rentenbeginn, die aber nur greifen, wenn ich vor Rentenbeginn oder während der Garantiezeit sterbe. Dabei würde die Versicherung auf jeden Fall verdienen.

    - Wenn ich die eingezahlten Beiträge durch die garantierte Rente ab sofort ohne weitere Beitragszahlungen teile, dann fange ich nach knapp 14 Jahren an Kasse zu machen.
    - Wenn ich die Zulagen dazurechne, sind die Einzahlungen nach gut 16 Jahren wieder ausgezahlt, ab dann geht es an Zuwächse. Bis zum Erreichen der durchschnittlichen Lebenserwartung wären es dann noch sechs Jahre Rentenzahlung, das ist natürlich Lotterie.
    - Wenn ich das gebildete Kapital durch die Rentenzahlung teile, ist das nach gut 20 Jahren erschöpft und die Versicherung zahlt drauf (nee, dagegen wird sie sich schon abgesichert haben).

    Ich bin also weit, weit ab von den sich bei dir ergebenden 38 Jahren.

    Kann das sein?

    Bei mir ist es ein Riestervertrag der ersten Stunde. Ich würde ihn aber nie, nie wieder abschließen. Aber nun habe ich ihn eben, Auflösen bringt jetzt auch nichts mehr. Also spare ich ihn mit dem Mindestbeitrag weiter an und nehme die Basis-Zulage mit, bis es dann tatsächlich an die Auszahlung geht.


  7. Registriert seit
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    AW: Riester - Rendite?

    Danke für deine Antwort. So wie du das beschreibst klingt das auch plausibel im Hinblick auf die durchschnittliche Lebenserwartung.
    Ich hab einfach den Eindruck, das kann nicht stimmen bei mir. Ich hatte da auch schon angerufen aber auch nur so wischiwaschi Antworten bekommen. Da hake ich jetzt nochmal nach.

  8. Avatar von Punpun
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    AW: Riester - Rendite?

    Das Riester Unternehmen zahlt in der Regel auch nicht mehr selbst wenn der Methusalem Kunde sie um ihre Gewinn bringt .
    Glaube nach Überschreitung einer gewissen Anzahl von Jahren (20 oder 25 meine ich) springt dann immer eine Versicherung der Unternehmen für dieses Fall ein, die bei dieser Lebensnlotterie die Beiträge an den Glücklichen langlebigen zahlt.

    Man sollte Riester einfach so sehen , dass man sich sagt, schei..auf die Rendite,
    Vermutlich hätte ich sonst eh ja gar nichts gespart oder jemals angefangen zu sparen.
    Dann wäre es noch weniger nämlich nix gewesen
    Als sich zu ärgern, ja hätte ich mal was anderes besseres gemacht (aber hätte, hätte Fahradkette und hätte ich es wirklich gemacht und auch so lange durchgezogen ?)

  9. Avatar von ereS
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    AW: Riester - Rendite?

    ich wuerde wenn moeglich die zahlungen nicht ganz stoppen, sondern auf den mindestbeitrag reduzieren, um die zulagen zu erhalten
    unter der voraussetzung, du mußt nicht extrem viel an mindestbeitrag leisten, um die zulagen zu erhalten

    denn das ist das einzige ( in meinen augen ) was riestern interessant macht
    hohe zulagen durch viele kinder, geringe einzahlung durch indirekte foerderung
    das auge der moderatoren ist ueberall...

    ueber rechtschreibfehler in meinen beitraege bitte ich hinwegzusehen, ich sehe sie aktuell auch nicht richtig...


  10. Registriert seit
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    AW: Riester - Rendite?

    Mein Sohn arbeitet als Finanzmathematiker bei einer Versicherung. Er kann also Verträge entsprechend beurteilen.

    Meinen Vertrag findet er völlig ok und unter Berücksichtigung der Zulagen für 3 Kinder sogar gut.
    Da er mir dazu geraten hat, werde ich ihn auch weiterhin bedienen und nicht ruhen lassen.

    Ansonsten sehe ich es so wie Punpun: Bei Abschluss des Vertrags war nicht die evtl. Rendite ausschlaggebend, sondern die Sicherheit, dass die Auszahlungen lebenslang meine gesetzliche Rente ergänzen.

    Ich erinnere mich nicht mehr an die genauen Zahlen, aber sie waren so ähnlich, wie die von Lea genannten.
    Ab ca. 82 komme ich in die Gewinnzone.
    Die 100 muss ich ganz sicher nicht überschreiten.

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