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Thema: Gold kaufen?


  1. Registriert seit
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    AW: Gold kaufen?

    Zitat Zitat von Slipperman Beitrag anzeigen
    Klar gab es diese unterschiedlichen Qualitäten. Für mich aber zwischen DM und einigen anderen Währungen, nicht zwischen DM und Euro.

    Diese Versicherung habe ich aber in jedem Sachwert, dazu brauche ich kein Gold. Gold hat nur dann einen echten Vorteil, wenn die beschriebene echte Krise eintritt (Stichwort: Gemüsegarten mit Knarre verteidigen).

    Ich muss sagen, dass ich bei dem Thema wohl auch etwas vorgeprägt bin. Ich habe später an einem anderen Lehrstuhl als Hiwi an einer Studie zum Nutzen des Euro mitgearbeitet. Ich fand das Thema damals spannend und ich bin auch jetzt trotz aller Unzulänglichkeiten ein klarer Befürworter des Euro.
    Ad 1: Ein Unterschied ist u. a., daß man die DM niemals retten mußte und dauerhafte Rettungsschirme inkl. Bürgschaften samt eine ultra "ungewöhnlichen" Notenbankpolitik nicht benötigte, um diese Währung am Leben zu halten.

    Ad 2: Das sehe ich völlig anders. Mein Opa beispielsweise hatte seine Immobilie mühsam über Jahrzehnte abgestottert - als ihm der Staat darauf dann eine Zwangshypothek eingetragen hat Gold ist dagegen verborgenes Vermögen das auch vor einem übergriffigen Staat schützen und/oder an andere Orte verbracht werden kann. Ganz im Gegensatz zu einer Immobilie - um bei dem konkreten Beispiel zu bleiben. Nomen est omen - Immobilie kommt eben von immobil …

    Ad 3: Auch da unterscheiden wir uns signifikant. Den Euro habe ich von der ersten Sekunden an und noch vor Einführung für eine Fehlkonstruktion gehalten. Du wirst doch nicht ernsthaft behaupten, daß der Euro die EU mehr geeint und näher zusammengeführt hat ? Der Preis ist schon jetzt gigantisch: Hohe Arbeitslosigkeit, Brain-Drain, steigende Staatsverschuldung usw. in Südeuropa - und permanente Enteignung der Sparer im Norden. Von der Erosion des Rechts und den vielen weiteren Kollateralschäden ganz abgesehen. Die durch die Eurodauerrettung erzeugten Fehlanreizen und Fehlallokationen gehören mit zum Schlimmsten, was ich in den letzten 50 Jahren erlebt habe. Eurobonds (nun Corona-Bonds) genannt würden den nächsten massiven und historischen Fehlanreiz setzen: Damit fallen Handlung und Haftung endgültig und völlig auseinander - das Grundprinzip jeder sozialen Marktwirtschaft.

    Recht instruktiv hierzu übrigens das neueste Buch von Prof. Dirk Meyer "Europäische Union und Währungsunion in der Dauerkrise" - wenn ich mir diesen Buchtipp erlauben darf. 500 wirklich lesenswerte Seiten mit vielen Quellen und Belegen.

  2. Avatar von Hair
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    AW: Gold kaufen?

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Gekürzt von mir...

    Nachtrag
    Laut "Statista" betrug die Geldmenge M3 im Euroraum bei Euroeinführung 1999: 4,667,2 Mrd. Im Dezember 2019 betrug diese 13,002,8 Mrd. ...
    Da sind aber auch zwischenzeitlich noch ein paar Staaten dazugekommen.

  3. Inaktiver User

    AW: Gold kaufen?

    Zitat Zitat von Slipperman Beitrag anzeigen
    Diese Versicherung habe ich aber in jedem Sachwert, dazu brauche ich kein Gold. Gold hat nur dann einen echten Vorteil, wenn die beschriebene echte Krise eintritt (Stichwort: Gemüsegarten mit Knarre verteidigen).
    .
    Nicht ganz.
    Kurant schrieb von "Versicherung gegen den Staat und die Notenbank".
    Und da sind eine Box voll Krügerrand oder ein paar Barren im Zweifel eben wesentlich schneller versteckt und dem Zugriff entzogen als eine Immobilie.

    Zitat Zitat von Hair Beitrag anzeigen
    Da sind aber auch zwischenzeitlich noch ein paar Staaten dazugekommen.
    Stimmt.
    Aber trotzdem lässt sich nicht bestreiten, dass die EZB die Notenpresse fleißig laufen lässt.
    Und das produziert am Ende eben nichts als bedrucktes Papier.

    Und der TE ging es ja darum , dass ihr Buntpapier im Moment quasi "unter dem Kopfkissen" liegt.

    Dort wird es somit wertloser.

    Und das Tempo nimmt zu.


  4. Registriert seit
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    AW: Gold kaufen?

    @kurant

    Bei deiner Argumentation kann ich echt nur den Kopf schütteln.

    Es wurde mit keinem Rettungspaket der EURO gerettet. Es wurden Banken gerettet. Sogar Staaten wurden gerettet. Aber nicht die Währung.

    Wenn der Staat das beschließt, dann hast du auch mit Gold schlechte Karten. Lagerst du es auf der Bank, ist es vor staatlichem Zugriff nicht sicher. Lagerst du es zuhause, sollte das besser keiner wissen, denn du wirst im Ernstfall kaum in der Lage sein, es zu verteidigen.

    Fakt ist, dass Gold keinen realen Wert besitzt. Sein Marktwert bildet sich ausschließlich aus der Erwartung, es irgendwann in der Zukunft verkaufen zu können.

    Auch die Behauptung, Gold sei knapp, entspricht nicht der Wahrheit. Tatsächlich liegen 85 % des gesamten Goldbestandes der Menschheit ungenutzt als Barren in Panzerschränken rum. Sie erwirtschaften nichts. Aber die Lagerung kostet Geld.

    An den reinen Fakten orientiert, macht der Kauf von Gold keinen Sinn.

  5. Inaktiver User

    AW: Gold kaufen?

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Wenn der Staat das beschließt, dann hast du auch mit Gold schlechte Karten. Lagerst du es auf der Bank, ist es vor staatlichem Zugriff nicht sicher. Lagerst du es zuhause, sollte das besser keiner wissen, denn du wirst im Ernstfall kaum in der Lage sein, es zu verteidigen.
    Etwas mehr Fantasie bitte
    Außerdem wird man das ja kaum an die große Glocke hängen, was man so besitzt.

    Aber ja, Schließfach ist eine blöde Idee.



    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Fakt ist, dass Gold keinen realen Wert besitzt.
    Das sieht (fast) die gesamte Menschheit aber seit einigen tausend Jahren offensichtlich irgendwie anders.

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Auch die Behauptung, Gold sei knapp, entspricht nicht der Wahrheit.
    Natürlich tut sie das.
    Das allermeiste ist wohl bereits gefördert. Es wird also immer noch knapper.
    Und es ist nicht davon auszugehen, dass die Nachfrage plötzlich auf Null fällt.
    Also bedeutet das: Knapper ist gleich teurer.

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Tatsächlich liegen 85 % des gesamten Goldbestandes der Menschheit ungenutzt als Barren in Panzerschränken rum.
    Warum tun sie das, wenn es doch keinen realen Wert besitzt ?


  6. Registriert seit
    02.04.2017
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    AW: Gold kaufen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Etwas mehr Fantasie bitte
    Außerdem wird man das ja kaum an die große Glocke hängen, was man so besitzt.

    Aber ja, Schließfach ist eine blöde Idee.




    Das sieht (fast) die gesamte Menschheit aber seit einigen tausend Jahren offensichtlich irgendwie anders.


    Natürlich tut sie das.
    Das allermeiste ist wohl bereits gefördert. Es wird also immer noch knapper.
    Und es ist nicht davon auszugehen, dass die Nachfrage plötzlich auf Null fällt.
    Also bedeutet das: Knapper ist gleich teurer.



    Warum tun sie das, wenn es doch keinen realen Wert besitzt ?
    Wenn du Gold kaufst, weiss zumindest einer, dass du welches hast. Im Ernstfall ist das einer zu viel.

    Ich wollte damit ausdrücken, dass Gold keinen realen Nutzen hat. Auf einem Stück Land kann man etwas anbauen. In einem Gebäude kann man wohnen oder etwas produzieren. Mit einer Maschine kann man etwas herstellen. Gold dagegen liegt nur nutzlos in der Gegend rum.

    Oder anders ausgedrückt. Was ausser der Erwartung, ihn verkaufen oder gegen etwas anderes eintauschen zu können, bringt dir ein Goldbarren?


  7. Registriert seit
    13.09.2013
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    AW: Gold kaufen?

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Ad 1: Ein Unterschied ist u. a., daß man die DM niemals retten mußte und dauerhafte Rettungsschirme inkl. Bürgschaften samt eine ultra "ungewöhnlichen" Notenbankpolitik nicht benötigte, um diese Währung am Leben zu halten.
    Wie schon jemand geschrieben hatte, wurde nicht eine Währung am Leben gehalten sondern Banken/Staaten.
    Das Problem liegt insgesamt nicht in einer einheitlichen Währung ansich begründet, sondern in einer falschen Politik dafür bzw. sogar falschen Mentalität. Verhaltenweisen von früher werden in einigen Ländern fortgeführt, können nun aber nicht mehr durch eine Abwertung ausgeglichen werden. Das Problem ist hierbei nicht der Wegfall der Abwertemöglichkeit, sondern das Weiterlaufen der bisherigen Politik.
    Abwerten macht es nur sehr einfach, Unzulänglichkeiten zu korrigieren und kaschiert das ganze auch noch ggü. der eigenen Befölkerung. Darum wurde das früher ja auch sehr gerne benutzt.


    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Ad 2: Das sehe ich völlig anders. Mein Opa beispielsweise hatte seine Immobilie mühsam über Jahrzehnte abgestottert - als ihm der Staat darauf dann eine Zwangshypothek eingetragen hat Gold ist dagegen verborgenes Vermögen das auch vor einem übergriffigen Staat schützen und/oder an andere Orte verbracht werden kann. Ganz im Gegensatz zu einer Immobilie - um bei dem konkreten Beispiel zu bleiben. Nomen est omen - Immobilie kommt eben von immobil …
    Wie du selbst geschrieben hast, auch Gold war schon verboten und das ist noch nicht mal 50 Jahre her.
    Selbst in Deutschland war das bis 1955 der Fall. Mittlerweile wurde die Anzeigepflicht bei Goldkauf auch auf 2.000€ herabgesetzt, das macht es nochmal schwieriger, das ganze "inkognito" zu machen.
    Und wenn man sich mal vor Augen führt, wie das teils früher lief, dann würde ich nicht drauf wetten, im Fall des Falles das Gold wirklich irgendwo sicher verstecken zu können. Da gab es so nette Sachen wie hohe Gefängnisstrafen bei Goldbesitz und entschädigungslose Beschlagnahmung, wenn etwas gefunden wird. Da muss nur ein Nachbar der einen nicht ausstehen kann mitbekommen haben, wie man was verscharrt hat und schon hat man ein Problem. Und wirklich etwas damit anfangen kann man dann auch nicht damit, das muss dann alles schwarz passieren bzw. man muss darauf hoffen, dass ein Verbot auch irgendwann mal wieder aufgehoben wird.

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Ad 3: Auch da unterscheiden wir uns signifikant. Den Euro habe ich von der ersten Sekunden an und noch vor Einführung für eine Fehlkonstruktion gehalten. Du wirst doch nicht ernsthaft behaupten, daß der Euro die EU mehr geeint und näher zusammengeführt hat ? Der Preis ist schon jetzt gigantisch: Hohe Arbeitslosigkeit, Brain-Drain, steigende Staatsverschuldung usw. in Südeuropa - und permanente Enteignung der Sparer im Norden. Von der Erosion des Rechts und den vielen weiteren Kollateralschäden ganz abgesehen. Die durch die Eurodauerrettung erzeugten Fehlanreizen und Fehlallokationen gehören mit zum Schlimmsten, was ich in den letzten 50 Jahren erlebt habe. Eurobonds (nun Corona-Bonds) genannt würden den nächsten massiven und historischen Fehlanreiz setzen: Damit fallen Handlung und Haftung endgültig und völlig auseinander - das Grundprinzip jeder sozialen Marktwirtschaft.
    Wie oben schon geschrieben, diese Folgen, auch wenn ich sie nur teilweise so sehe wie du, sind kein Ergebnis einer einheitlichen Währung sondern einer falschen Politik dafür.
    Mit der gleichen Argumentation hätten wir in Deutschland nämlich auch ein erhebliches Problem. Die Unterschiede in der Wirtschaftskraft der verschiedenen Regionen sind auch nicht gerade klein und die paar Euro Länderfinanzausgleich machen da auch nicht viel aus. Bei uns funktionieren aber die Regelungsprozesse und das tun sie in anderen Ländern gerade den südlichen nicht in diesem Umfang. Das ist das Problem und das gab es im Übrigen schon immer, der Unterschied ist, jetzt müsste man sich darum kümmern, weil man es nicht mehr über eine Abwertung kaschieren kann.

  8. Avatar von Hair
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    AW: Gold kaufen?

    Ihr wißt doch alle, die wahren Schätze sind in unserem Herzen und nicht in dieser Welt.

    Davon abgesehen ist Gold wirklich nicht knapp, schon vor vielen Jahren gelesen, dass Gold künstlich knapp gehalten wird, damit der Preis hoch bleibt. Russland hält so viele Goldreserven, dass der Preis in den Keller rauschen würde, wenn die auf die Idee kämen, das auf den Markt zu werfen.

    Machen sie natürlich nicht, aber ich hätte keine Lust von den Launen eines Putin abhängig zu sein.

    Seit Einführung des Euro ist er umstritten. Ich hätte bei den vielen ernstzunehmenden Einwänden damals wirklich keine müde Mark drauf gewettet, dass es ihn heute noch gibt.

    Von daher blicke ich optimistisch in die Zukunft und hätte auch eine schöne Münze gekauft, wenn ich vor Jahren schon das nötige Kleingeld gehabt hätte.

    Da ich beim Finanzdienstleister arbeite, wundere ich mich über die Leute, die meinen jetzt Bargeld zu Hause einlagern zu müssen.

    Davon kann ich nur schwer abraten.

    Krise ist immer gut zum Nachkaufen geeignet. Ich tue es jetzt schon, hab aber auch nichts ( oder nur wenig) zu verlieren.
    Geändert von Hair (02.04.2020 um 13:29 Uhr)


  9. Registriert seit
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    AW: Gold kaufen?

    Zitat Zitat von Hair Beitrag anzeigen
    Da ich beim Finanzdienstleister arbeite, wundere ich mich die über die Leute, die meinen jetzt Bargeld zu Hause einlagern zu müssen.

    Davon kann ich nur schwer abraten.
    warum? Ob ich mein Geld auf dem Konto, wo ich eh keine Zinsen krieg, oder daheim lager, daheim kann mir wenigstens keiner Zwangsabgaben auf mein Sparbuch aufdrücken?
    Goldmünzen hab ich, sind mir momentan aber zu teuer um nachzukaufen.

  10. Moderation
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    AW: Gold kaufen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und da sind eine Box voll Krügerrand oder ein paar Barren im Zweifel eben wesentlich schneller versteckt und dem Zugriff entzogen als eine Immobilie.
    Wie Häuptling Moralelastix sagte, "Viele Münzen vergrabener Steuern wird man noch in ein paar Jahrhunderten finden."

    Kokain würde sich auch anbieten, verhält sich aber in einer Hinsicht umgekehrt zu Gold: Wird durch Illegalität teurer statt billiger.

    @Hair,
    Bargeld zuhause ist für den Fall, daß bei der Bank eine Computerpanne passiert. Oder man seine Karte verschmeißt (alles schon gesehen.)
    Dann ist es wesentlich einfacher, den Einkauf mit einem Fuffi zu bezahlen als mit einer Kügerrand. Sogar jetzt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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