Das stimmt so nicht, dass es die Reichen trifft. Wenn du einfach höhere Volumina handelst, aber gleichzeitig Gegengeschäfte tätigt, ... also 10.000,- ist so viel nicht.
Und es geht auch nicht allein um diese Summe. Es geht darum dass keine Firma auf diese Art und Weise den Gewinn errechnet. Wenn der Staat Steuern kassieren möchte, dann darf der Steuerpflichtige die Ausgaben abziehen - und zwar die kompletten Ausgaben, und nicht einen willkürlich festgelegten Betrag X.
Was ist, wenn Scholz dann im Jahr 2023 noch mehr Steuereinnahmen haben möchte, dann kann er ja jederzeit den Betrag von 10.000,-, der auf den ersten Blick natürlich hoch aussieht und mich persönlich auch nicht betrifft, auf 3.000,- herabsetzen. Um diese Willkürlichkeit geht es, die im Steuerrecht nicht sein darf - auch nicht zulasten von Privatanlegern.
Dagegen vorzugehen, ist Ziel dieser Petition.
Warum verstößt der Zusatz im Paragraphen 20 gegen Artikel 3 des Grundgesetzes? Wenn alle Menschen gleich vor dem Gesetz sind, müssen sie auch gleich besteuert werden. Zumindest gleich nach dem Leistungsfähigkeitsprinzip. Der Gleichheitssatz führt dazu, dass alle Steuerpflichtigen durch ein Steuergesetz rechtlich und tatsächlich gleich belastet werden. Wer viel verdient zahlt mehr, wer wenig verdient keine oder geringe Steuern.
Ein weiteres Beispiel:
Ein Trader, der mit 10 Geschäften jeweils 2.000 Euro Gewinn macht und somit einen zu versteuernden Gesamtgewinn von 20.000 Euro hat, wird nun anders besteuert als jemand, der mit 10 Geschäften auch 20.000 Euro Gewinn macht, aber dazu 8 Mal 12.500 (= 100.000) Euro gewonnen und zweimal 40.000 Euro (= 80.000) verloren hat (100.000 – 80.000 = 20.000 Euro Gewinn).
Beide haben 20.000 Euro verdient, aber dem einen verbleiben nach Abzug von 25% Kapitalertragsteuern 15.000 Euro, der andere zahlt 22.500 Euro Steuern und realisiert so einen Verlust von 2.500 Euro nach Steuern.
Kompletter Schwachsinn, man kann sich nur wundern.
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01.03.2020, 22:04
AW: Petition "Stopp den Steuerirrsinn"
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01.03.2020, 22:05Inaktiver User
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01.03.2020, 22:06
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01.03.2020, 22:07
AW: Petition "Stopp den Steuerirrsinn"
Petitionen sind einer von vielen Wegen der Einflussnahme, nicht mehr und nicht weniger. Je mehr Leute sich daran beteiligen, umso besser. Schaden kann es auf jeden Fall nicht.
Ganz generell, jedem Spendenaufruf kann ich nicht nachkommen, aber Petitionen unterschreibe ich eigentlich immer, egal ob es um Tierschutz oder wie in dem Fall um Ungerechtigkeiten bei der Steuer geht - hier eben zulasten des Privatmannes.
Obwohl ich selbst auch nicht zu den Leuten gehöre, die diese Volumina handeln können. Aber ich sehe diese Ungerechtigkeit und diese Willkürherrschaft.
Man zahlt Steuern, die höher sind als die Gewinne oder sogar Steuern auf Verluste, wobei mit "man" der Privatmann gemeint ist, einfach weil Scholz es KANN. Wo sind wir angekommen in Deutschland?Geändert von Gitta777 (01.03.2020 um 22:15 Uhr)
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01.03.2020, 22:27
AW: Petition "Stopp den Steuerirrsinn"
Lass es doch einfach die obersten Gerichte entscheiden. Da sitzen Menschen, die das entscheiden können, die werden von unseren Steuergeldern dafür auch bezahlt.
Scholz ist ein Politiker. Er ist nicht die Judikative. Ganz einfach. Dafür ja die Möglichkeit in unserem Rechtsstaat, dass die Judikative hier sagen kann: So nicht.
Aber erwarte doch nicht von Scholz, dass er anders handelt? Logisch oder.Geändert von Vienna__ (01.03.2020 um 22:33 Uhr)
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01.03.2020, 22:31
AW: Petition "Stopp den Steuerirrsinn"
Natürlich kann das noch etwas geändert werden, wenn der Druck auf ihn durch die Verbände und die Opposition hoch genug ist.
Er hat ja nicht eine geringfügige Änderung bei der Einkommensteuer vorgenommen, sondern er hat für private Anleger das System auf den Kopf gestellt. Wo kommen die 10.000,- her? - Das Ganze entzieht sich jeder Logik, weil es so was von wilkürlich und sinnfrei ist. Das ist schon Betrug.
Warum verhindert er, dass Private selbsständig für ihr Alter vorsorgen? Von denjenigen, die zum Beispiel mit dem Instrument der Eurex-Optionen gehandelt haben, hatte er Kapitalertragsteuer bekommen. Durch sein Gesetz verhindert er die private Vorsorge. Ich hoffe da wirklich noch auf eine Einsicht.Geändert von Gitta777 (01.03.2020 um 22:44 Uhr)
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01.03.2020, 22:39
AW: Petition "Stopp den Steuerirrsinn"
Das ist nichts Neues, dass die Gerichte überlastet sind, und das wird noch sehr viel schlimmer in den nächsten Jahren! Aber - sollte in Deinem genannten Fall pro für Dich entschieden werden - wird dies kein Nachteil sein, wenn Jahre später entschieden wird. Da muss man sich nun gar keine Sorgen machen.
Was Du wählst, ist auf einem anderen Blatt, genauso Thema Verbände etc. - Wie gesagt, es herrscht die Gewaltenteilung und ich persönlich bin sehr froh darüber, dass wir diese haben.
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01.03.2020, 22:50
AW: Petition "Stopp den Steuerirrsinn"
Es geht ja auch um die jahrelange Rechtsunsicherheit, die entsteht. Hier mal paar Gedanken dazu von Birger Schäfermeier, die es meiner Meinung nach ganz gut treffen:
Anleger werden "gescholzt" - Finanztrends
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01.03.2020, 22:54
AW: Petition "Stopp den Steuerirrsinn"
Ich weiß "um die jahrelange Rechtsunsicherheit" - ohne den Artikel gelesen zu haben, muss ich auch nicht, das ist daily doing und zwar in sehr vielen Bereichen. Das ist aber numal so hier in Deutschland. Und nicht erst seit gestern. Einfach hinnehmen oder persönliche Konsequenzen daraus ziehen.
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01.03.2020, 23:05
AW: Petition "Stopp den Steuerirrsinn"
Ja, und gleichzeitig versuchen, zu opponieren.
Einfach hinnehmen ist nicht so meins, sondern versuchen, Einfluss zu nehmen.
Ich bin so dankbar, dass es zum Beispiel die Verbände gibt, die dagegen vorgehen, und dass Anleger, die mit höheren Summen unterwegs sind, es bewusst darauf anlegen, dass der Steuerbescheid entsprechend ausfällt und sie dann klagen. Es gibt also Leute, die sich richtig Arbeit damit machen, was uns allen als Steuerzahler direkt oder indirekt zugute kommt.Geändert von Gitta777 (01.03.2020 um 23:10 Uhr)



Trifft eher mal die Richtigen, nämlich die, denen es eh schon zu den Ohren rauskommt. Die Herren in dem Interview reden von dem Gesetz als „Grausamkeiten“, ach Gottchen... die Armen. Die reden von Summen als Gewinn/Verlust ihrer Börsengeschäfte, die für manche das Jahresgehalt sind.
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