+ Antworten
Seite 78 von 78 ErsteErste ... 2868767778
Ergebnis 771 bis 776 von 776
  1. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    35.426

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von MixTape Beitrag anzeigen
    Was denkt ihr, was würdet ihr mit dem Betrag machen wenn ihr es in 5 Jahren braucht und wie bald würdet ihr handeln.
    Handeln: Jetzt. Ich muß mir jetzt klar werden, was ich will, was ich kann, welche Alternativen ich habe, was meine Risikobereitschaft ist, und ich muß die entsprechenden Recherchen und Berechnungen anstellen, mich für eine Option entscheiden und sie umsetzen.

    Ganz wichtig ist: Ist die Immobilie fest eingeplant oder ist das ein "wäre nett"? Ist der *Zeitpunkt* fest eingeplant oder besteht Flexilbilität? Was ist mit dem Ort? Hauptsache Immobilie, oder feste Anforderungen an Form und Ort?

    Die Optionen, die ich untersuchen würde:

    Klassischer Aktien/Anleihen-Mix, modern in ETF (optional Festgeld statt Anleihen): Bekanntermaßen die beste Möglichkeit, brauchbare Rendite zu erwirtschaften. Aktienanlagen reduzieren obendrein Finanzmarktrisiken. Wenn aber keine Flexibilität in Sachen Immokauf besteht, gibt es ein mittleres Risiko, in der Baisse verkaufen zu müssen.

    Die meisten Krisen haben sich historisch nach fünf Jahren wieder "ausgedellt", aber nicht alle. Wenn Flexibilität, Geldmittel, Gelassenheit und Willenskraft da sind, um Buchverluste nicht realisieren zu müssen, ist mMn der der klassiche Mix aus Aktien und Anleihen in der modernen Form als ETFs, nicht verkehrt. Aber nur dann.

    Wenn man sich sicher ist, daß der Staat die Sparer der Mittelschicht nicht hängenlassen wird, wäre eine Festgeldtreppe eine Möglichkeit. Einlagensicherung beachten, und auch darauf achten, wo die Bank ansässig ist, der man das Geld leiht -- denn auf den Staat wettet man. Mit Festgeld wird man keinen großen Gewinn einfahren (vermutlich keinen), aber das Geld hat es warm und trocken und wartet auf einen.

    Wenn Bau oder Erwerb einer Immobilie zeitlich fest geplant ist, sichert einen ein Bausparvertrag gegen das Risiko steigender Kreditzinsen ab. Steigende Zinsen nicht, macht man damit einen Verlust in Form vom Gebühren und mieser Verzinsung. Wie jeder Sparvertrag ist er nur so solide, wie die Bank, die ihn ausgibt. Eventuell kann man Förderung abgreifen. Je alternativloser der Immoerwerb, desto besser steht der Bausparvertrag da. Man muß ihn so berechnen, daß er wirklich fällig wird, wenn man ihn braucht, da sollte man sich nicht auf die Verkäufer verlassen, sondern genau nachrechnen.

    Wenn man gewiß kaufen will, Risiken am Immomarkt absicheren, und räumlich sehr festgelegt ist, wäre möglicherweise ein Kauf einer günstigen (aber nicht schrottigen!) Immobilie in der Gegend, wo man hin will, eine Option.
    Die Nachteile sind ganz offensichtlich die hohen Kosten des Erwerbs, und des Unterhalts, der Wertverlust über die Zeit, sowie der Aufwand des Vermietens, wenn Eigennutzung nicht in Frage kommt.
    Das Risiko ist, daß sich die Pläne doch noch ändern.
    Die Vorteile sind die hohe Wahrscheinlichkeit, daß der Immomarkt in einer eng definierten Region mehr oder weniger in eine Richtung strebt. Wenn es in fünf Jahren wesentlich teuerer ist, dort zu wohnen, als heute, ist auch die Butze, die man hat, vermutlich im Wert gestiegen. Wenn der Wert der Butze gesunken ist, dann ist das Wohnen dort wahrscheinlich billiger geworden und der Verlust wird nicht wirklich realisiert. Außerdem wirkt ein Kredit, der bedient werden muß, als Zwangssparschwein, was vielleicht für jemanden mit geringer Beharrlichkeit ganz gut ist. (In fünf Jahren sollte aber abbezahlt sein!)
    Da hängt aber so viel dran, daß man ganz genau rechnen muß, und sich vor allem die Gretchenfrage des Immoblilienerwerbs stellen: "Will ich das?"
    Eine Variante davon wäre der Kauf eines Baugrundstücks, Regelungen für die Bebauung beachten!
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  2. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    35.426

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von Daphnia Beitrag anzeigen
    Meine Tochter ist in derselben Situation. Die lassen das Geld auf unterschiedlichen konten " liegen".
    Eigentlich wollten sie dieses Jahr schon was kaufen-das klappte aber nicht.
    Daphnia, wenn sie *jetzt* kaufen will -- also sobald was daherkommt, das sie haben will und kriegen kann -- dann Tagesgeld und sonst nichts. Da geht es nicht um Rendite, sondern ausschließlich um Verfügbarkeit.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    35.426

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von MixTape Beitrag anzeigen
    Danke Kurant! Du denkst also auf die Einlagensicherung kann man sich verlassen?
    Meine Meinung: Wenn der Staat die sparende Mittelschicht komplett im Regen stehen läßt, fällt das unter "Revolution und daraus resultierende Schäden" und so was ist für die Planung seiner Normalbetriebsfinanzen (wie "wohin mit dem Geld für baldigen Immobilienkauf") irrelevant. Das gehört unter die fortgeschrittenen Krisenszenarien, und die Regeln, die dort gelten, sind für den Normalbetrieb weitgehend untauglich.

    Die Szenarien und die Mittel, die man ihn die Vorbereitung für sie steckt, muß man trennen.
    (Kettensägen einlagern lohnt sich für die Zombie-Apokalypse, ist aber keine brauchbare Geldanlage außerhalb davon.)

    Zitat Zitat von MixTape Beitrag anzeigen
    Da frage ich mich halt auch, ob es nicht schlauer wäre, einen grossen Teil in z.B. Gold umzuwandeln um es dann zu verkaufen, wenn Geld benötigt wird.
    Gold als Normalbetriebsanlage ist reine Spekulation (oder Liebhaberei).
    Wenn eine Spekulation mit Aktien nicht in Frage kommt, warum dann mit Gold?
    Denke an die Risiken der Aufbewahrung.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    35.426

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von MaiMe Beitrag anzeigen
    Wozu würdet ihr mir raten?
    Es gibt die Faustregel "erst die Schulden abbezahlen" -- für eine Hypothek in Niedrigzinszeiten gilt die aber oft nicht. Wichtiger ist, finanziellen Spielraum zu haben. Gegen deine Schulden, aber auch gegen alles andere, was so des Weges kommt, vom Risiko, 100 Jahre alt zu werden bis zum kaputten Dach.

    Frage #1: Hast du Rücklagen für Notfälle: 6 Monate Lebenshaltungskosten, oder 3 Monatseinkommen? (Die gehören in Tagesgeld.) Rücklagen ermöglichen dir z.B. bei 60% Einkommensreduktion, etwa 1 Jahr über die Runden zu kommen. Das ist genug Zeit, um viele Situation zu überwinden, oder/oder ein Sparprogramm hochzufahren.
    Nur, was ist, wenn die Krise länger dauert und kein Sparprogramm die Abzahlung der Immobilie rettet?

    Frage #2: Wie hoch ist das Risiko, daß du deine Schulden nur abzahlen kannst, wenn auf das Geld zurückzugreifst, das du in ETFs anlegen willst?

    Szenarien:
    - Ablauf der Zinsbindung bei gestiegenen Zinsen
    - Reduzierung deines Einkommens (Krankheit, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, unvermeidbare Verpflichtung wie familiäre Pflege, ...)
    - unaufschiebbare Ausgaben (neues Auto, Reparaturen/Renovierungen an der Immobilie...)
    - ...

    In welchen dieser Szenarien kannst du die Schulen auch mit dem Geld, was in die Anlage soll, nicht abbezahlen?
    Diese Szenarien löst du nicht durch die Anlageentscheidung, deswegen kannst du sie hintenanstellen. Überlege dir, ob sie eine Lösung brauchen. Wenn ja, denk drüber nach.

    Wenn du zu dem Schluß kommst, daß das anzulegende Geld keinen Unterschied darin macht, ob du deine Schulden bezahlen kannst oder nicht, dann spricht nichts dagegen, es in AktienETFs anlegen. In Anbetracht der aktuellen unübersichtlichen Lage würde ich das in Form eines Sparplans machen.

    Die orthodoxe Bewertung ist, daß man eine Einmalanlage machen soll, wenn man eine machen kann. In der aktuellen Situation, wo es durchaus sein kann, daß wir noch Verluste von über 50 Prozent sehen, wäre ich da ausgesprochen heterodox.

    Wie viele Szenarien gibt es, wo das anzulegende Geld einen Unterschied macht? Wie wahrscheinlich sind die? Das ist dann eine Situation für ein teils/teils. Wie die Teile sind, hängt von der Wahrscheinlichkeit ab. Ein Sparplan bei vorhandenem Geld ist schon ein teils/teils, du kannst die Größe der Teile über die Höhe der Sparrate ändern.

    Am Ende: Die Schulden so schnell wie möglich loszuwerden ist die sicherste Anlage. Aber bei unter 1,42 % Rendite (Inflation reduziert Schulden) keine sonderlich rentable.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  5. Avatar von Nocturna
    Registriert seit
    29.09.2005
    Beiträge
    13.556

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Die Schulden so schnell wie möglich loszuwerden ist die sicherste Anlage. Aber bei unter 1,42 % Rendite (Inflation reduziert Schulden) keine sonderlich rentable.
    Darin schließe ich mich kurant und wildwusel an. Grob überschlagen kostet dich der Kredit in der Restlaufzeit knapp 1000 Euro. Diese Zinsen würdest du sparen, wenn du den Kredit sofort zurückzahlst, allerdings kommt noch eine Vorfälligkeitsgebühr dazu. Das drückt den finanziellen Vorteil.
    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn du zu dem Schluß kommst, daß das anzulegende Geld keinen Unterschied darin macht, ob du deine Schulden bezahlen kannst oder nicht, dann spricht nichts dagegen, es in AktienETFs anlegen. In Anbetracht der aktuellen unübersichtlichen Lage würde ich das in Form eines Sparplans machen.
    Und damit gehe ich auch konform. Wenn du deine monatlichen Kreditraten gut und dauerhaft bedienen kannst, dann spricht sehr viel dafür einen kleinen ETF-Sparplan mit 50 oder 100 Euro aufzusetzen und den einfach laufen zu lassen, egal was die Börsen so treiben oder viel mehr, genau deswegen, weil derzeit der perfekte Einstiegspunkt ist.

    Im Moment bekommst du die Wertpapiere mit Rabatt. Wenn die Krise vorbei ist, wobei ich mich nicht festlege ob das Wochen, Monate oder Jahre dauert, werden die Kurse auf altes Niveau steigen und später auch darüber hinaus. Alles, was da über deinem Einstiegskurs passieren wird, ist dein Gewinn. Nerven und 10+ Jahre Anlagehorizont vorausgesetzt.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)


  6. Registriert seit
    25.09.2013
    Beiträge
    29

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Hallo,

    danke für die ausführlichen Antworten. Das hat mir auf jeden Fall sehr geholfen. :-)

+ Antworten
Seite 78 von 78 ErsteErste ... 2868767778

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •