+ Antworten
Seite 77 von 78 ErsteErste ... 276775767778 LetzteLetzte
Ergebnis 761 bis 770 von 776
  1. Avatar von MixTape
    Registriert seit
    13.08.2014
    Beiträge
    874

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Danke Kurant! Du denkst also auf die Einlagensicherung kann man sich verlassen?


  2. Registriert seit
    18.12.2016
    Beiträge
    2.233

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von MixTape Beitrag anzeigen
    Danke Kurant! Du denkst also auf die Einlagensicherung kann man sich verlassen?
    Oh weh, Du stellt aber Fragen Das wäre ein abendfüllendes Thema ...

    Ehrlich gesagt: Nein. Oder um es wie Juristen zu sagen: Es kommt darauf an.

    Vorab: Bankeinlagen sind innerhalb der EU bis zu 100tsd. Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt. Jedes Land hat jedoch eigene Sicherungssysteme für den Fall einer Bankenpleite (in Deutschland etwa neben der gesetzlichen Einlagensicherung (s. o.) zusätzliche freiwillige Sicherungssysteme (etwa der privaten Geschäftsbanken und der Genossenschaftsbanken), die gewährleisten sollen, daß bei einer Bankpleite alle Kundeneinlagen - auch solche in Millionenhöhe - vollständig zurückgezahlt werden können. In praxi und de facto dürfte damit das Ganze auch immer von der Bonität des jeweiligen Landes und seiner Banken abhängen.

    So weit, so gut. Meine Meinung: Bei einer oder mehreren kleineren Bankpleiten noch dazu in einem halbwegs "gesunden" EU-Land mag das hinhauen. Bei sehr vielen Bankpleiten noch dazu in einem ohnehin "angeschlagenen" Land (Italien, Griechenland usw.) wohl eher kaum. Auch bei eine sehr große Bank (so weit man davon in der EU noch sprechen kann) könnte es kritisch werden (Beispiel Deutsche Bank) - selbst in einem ansonsten noch relativ soliden Land. Sicherlich gar nicht hinhauen würde das bei einer großen, also systemischen Krise.

    Dann wäre ein Konto direkt bei der ECB das beste - das bekommen wir aber als Otto Normalverbraucher nicht. Oder eben Bargeld - das ist sozusagen Zentralbankgeld.

    Vereinfacht könnte man auch sagen: Bei eher "kleineren" Giralguthaben muß man sich weniger Sorgen machen und/oder kann diese einfach auf mehrere Banken verteilen (auch auf die unterschiedlichen Segmente wie Private Geschäftsbank, Öffentlich-Rechtliche Bank sprich Sparkasse und den Genossenschaftssektor, sprich Volksbanken und Sparda-Banken). Bei "großen" Guthaben ist das nicht mehr ganz so einfach - und da kann man sich schon Gedanken machen … Bail-Ins dürften dann die Regel sein (alles > 100 tsd. bei einer Bank und pro Person ist dann weg - oder auch mehr … s. u.)

    Zur Praxis: Als es beispielsweise in Zypern im Rahmen der Eurokrise "Spitz auf Knopf" stand war nach meiner Erinnerung sogar die 100 std. Eurogrenze kurzzeitig zur Disposition gestellt, obwohl damals gerade erst eingeführt. Man diskutiert runter bis auf 20 tsd. Euro zu gehen … was man dann aber doch nicht gemacht hat.

    Letztlich muß das also jeder für sich selbst einschätzen …

    Dabei muß aber immer klar sein: Giralgeld (Einlage bei der Bank auf dem Konto) und Bargeld sind zwei verschiedene Geldsorten. Bei Bargeld in meiner Tasche fallen Besitz und dingliches Eigentum zusammen. Bei dem Geld auf dem Konto gebe ich der Bank einen Kredit - Besitz (bei der Bank) und Eigentum (mein Geld) fallen auseinander. Ich habe lediglich einen schuldrechtlichen (!) Anspruch an die Bank auf Auszahlung. Dieser Anspruch ist nur so gut, wie die Bank zahlungsfähig und zahlungswillig ist. Apropos Immobilie: Gibt die Bank einen solchen Kredit, hat sie dafür lieber eine dingliche (!) Absicherung (Grundschuld !).

    Mein Vertrauen hält sich da (Einlagensicherung) offen gesagt in Grenzen - bei eher kleineren Beträge wäre ich aber zuversichtlicher.

    Meine bescheidene Meinung.
    Geändert von kurant (10.04.2020 um 15:51 Uhr)

  3. Avatar von MixTape
    Registriert seit
    13.08.2014
    Beiträge
    874

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Danke für die ausführliche Antwort! Das werden dann wohl die Gründe sein, warum es gerade so einen Run auf Sachwerte wie Edelmetalle gibt. Da frage ich mich halt auch, ob es nicht schlauer wäre, einen grossen Teil in z.B. Gold umzuwandeln um es dann zu verkaufen, wenn Geld benötigt wird. Die beiden sind in zumindest momentan gefragten Jobs, so daß eine Arbeitslosigkeit nicht zu befürchten ist. Eine Rücklage könnten sie sehr bald wieder bilden. Vielleicht sollte ich auch mehr vertrauen und loslassen, aber ich merke auch, daß die Sorgen umś Kind :-D nie ganz verschwinden.


  4. Registriert seit
    18.12.2016
    Beiträge
    2.233

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von MixTape Beitrag anzeigen
    Danke für die ausführliche Antwort! Das werden dann wohl die Gründe sein, warum es gerade so einen Run auf Sachwerte wie Edelmetalle gibt. Da frage ich mich halt auch, ob es nicht schlauer wäre, einen grossen Teil in z.B. Gold umzuwandeln um es dann zu verkaufen, wenn Geld benötigt wird.
    Das würde ich nicht empfehlen - schon gar nicht mit "einem großen Teil der Summe ("40.000" nach meiner Erinnerung). Auf sehr lange Sicht (die Betonung liegt auf "lang") devaluieren unsere Papiergeld-Währungen gegen Gold. So auch der Euro. Dies vollzieht sich aber nicht linear sondern im Schlingerkurs. Man könnte auch sagen der Goldpreis schwank und taumelt stark - auf lange Sicht aber nach oben. Auch gegen Euro gerechnet (in 1999 gab es eine Unze für ca. 260 Euro - nun kostet eine Unze > 1.500 Euro).

    Wenn überhaupt (Gold sehe ich nicht als Anlage sondern nur als "Versicherung" gegen die Politik und insbesondere die ECB; und natürlich für den worst-case) würde ich einen kleinen Teil (max. 10%) in Gold tauschen. Erst recht, wenn ja mittelfristig der Kauf einer Immobilie angedacht ist. Denn wer garantiert, daß der Goldpreis nicht gerade nach unten geschwankt ist, wenn "das Gold verkauft werden soll oder muß" (Immobilienfinanzierung !). Keiner kann wissen und/oder garantieren, wie der Goldpreis dann gerade steht. Über so kurze Zeiträume ("Immobilienkauf in etwa 5 Jahren") fallen zudem die Nebenkosten (Spread beim An- und Verkauf von Gold) ziemlich ins Gewicht.

    Ich würde vielleicht so vorgehen: Weiter sicher und konservativ sparen um Eigenkapital für den Plan A (Immobilie) aufzubauen. Was spricht dagegen parallel hin und wieder eine Unze Gold zu kaufen (es gibt übrigens auch kleinere Stückelungen wie "Vreneli", "20 Goldmark", "Sovereign" usw.). Mir dabei aber eine Deadline zu setzen für den Plan A (kenne nämlich Leute, die suchen hier seit > 10 Jahren intensiv eine Immobilie und das Geld "versauert" auf dem Girokonto). Nach Ablauf dieser Grenze oder ab einem gewissen Alter würde ich dann auf Plan B umsteigen - und die für den Immobilienkauf bislang bereit gehaltenen Mittel eben anderweitig investieren.

  5. Avatar von MixTape
    Registriert seit
    13.08.2014
    Beiträge
    874

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Danke, Kurant! Das klingt solide. Bin jetzt auch ein bißchen beruhigter. :-D


  6. Registriert seit
    18.12.2016
    Beiträge
    2.233

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von MixTape Beitrag anzeigen
    Danke, Kurant! Das klingt solide. Bin jetzt auch ein bißchen beruhigter. :-D
    Das ist doch schon mal was in diesen Zeiten …


  7. Registriert seit
    25.09.2013
    Beiträge
    29

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Hallo,
    Ich bin stiller Mitleser und versuche mich mit meinen Finanzen auseinander zu setzen. Nun habe ich eine konkrete Frage: Ich habe eine Immobilie, die ich selbst bewohne. Nun habe ich etwas Polster angespart und wollte anfangen in ETF zu investieren. Angesichts der ganzen Coronalage bin ich sehr verunsichert. Sollte ich vielleicht die Restschulden von meiner Immobilie vorher tilgen oder das Darlehen die nächsten Jahre weiterlaufen lassen (der effektiv Zinssatz auf dem Darlehen liegt bei 1,42 Prozent. Wozu würdet ihr mir raten?


  8. Registriert seit
    18.12.2016
    Beiträge
    2.233

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von MaiMe Beitrag anzeigen
    Hallo,
    Ich bin stiller Mitleser und versuche mich mit meinen Finanzen auseinander zu setzen. Nun habe ich eine konkrete Frage: Ich habe eine Immobilie, die ich selbst bewohne. Nun habe ich etwas Polster angespart und wollte anfangen in ETF zu investieren. Angesichts der ganzen Coronalage bin ich sehr verunsichert. Sollte ich vielleicht die Restschulden von meiner Immobilie vorher tilgen oder das Darlehen die nächsten Jahre weiterlaufen lassen (der effektiv Zinssatz auf dem Darlehen liegt bei 1,42 Prozent. Wozu würdet ihr mir raten?
    Das ist eine gute Frage für die Expertinnen hier (wie Wildwusel, Nocturna usw.) …

    Die pauschale Standardmeinung und früher auch immer meine: Tilgung von Schulden (zumal in Deinem Fall steuerlich nicht ansetzbar, da selbst genutzte und nicht vermietete Immobilie) kommt vor Geldanlage. Das ist eine sichere Sache - alles andere ist Spekulieren auf Kredit. Zudem : Wer Schulden hat, ist niemals völlig frei. Außerdem: Dein Investment muß ja mindestens sicher und dauerhaft > 1,4% per annum erwirtschaften. Und das nach Steuer. Nicht ganz so einfach. Also eher tilgen. Normalerweise. Aber was ist heute noch normal - habe gerade eine Anschlussfinanzierung (für eine vermietete Wohnung) mit einer Laufzeit von 10 Jahren (Zinsfestschreibung) mit der Zinskondition von 0,62% abgeschlossen …

    Ich würde heute eher sagen, das hängt von diversen individuellen Parametern ab. Zum Beispiel: Wie ist der Beleihungsauslauf (Relation Restschuld zum Wert Deiner Immobilie), bist Du damit schon im Realkreditbereich (Restschuld < 50% vom Wert), wie ist Deine sonstige Vermögenssituation, wie Deine Altersvorsorge (Rentenansprüche), kannst Du überhaupt vorfälligkeitsfreie Sondertilgungen tätigen, läuft die Zinsbindung des Darlehens bald aus und Du kannst dann in beliebiger Höhe etwas tilgen, wie ist es um Deine objektive und subjektive Risikotragfähigkeit bestellt, wie ist Dein Alter, wie lange müßtest Du überhaupt noch regulär tilgen (ohne Sondertilgungen) bis das Darlehen auf Null ist, wärst Du auch bei regulärer Bedienung der Annuität zum Renteneintritt mit dem Darlehen auf Null usw.

    Eine pauschale für alle Darlehensnehmer gültige Antwort gibt es darauf aus meiner Sicht insbesondere heute nicht mehr (bei historisch niedrigen Hypothekenzinsen).

    Eine Rolle dürfte auch spielen, wie Du in diesen unsicheren Zeiten den Immobilienmarkt (und Deinen Standdort), die Zinsentwicklung sowie die künftige Lage an den Aktienmärkten einschätzt.

    Nur meine bescheidene Meinung.


  9. Registriert seit
    25.09.2013
    Beiträge
    29

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    @kurant
    Danke für die Antwort!
    Zur Erklärumg :vorfälligkeitsfrei kann ich nicht tilgen. Allerdings beträgt die Restschuld < 30 T . Die Restlaufzeit sind noch ca. 4,5 Jahre. Dann ist die Immobilie komplett getilgt. Keine andere Altersvorsorge außer der Immobilie, die allerdings später wenn die Kinder aus dem Haus sind auch sehr gut teilweise vermietbar wäre. Es ist ein Zweifamilienhaus was aktuell von uns komplett genutzt wird.
    Keine weiteren Ersparnisse. Ich bin 50 Jahre alt.
    Mit der gesetzlichen Rente und den Mieteinnahmen könnte es gerade so reichen wenn ich in Rente gehe. Tatsächlich möchte jetzt einfach versuchen, das Richtige zu machen, und das ersparte richtig anlegen.


  10. Registriert seit
    18.12.2016
    Beiträge
    2.233

    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von MaiMe Beitrag anzeigen
    @kurant
    Danke für die Antwort!
    Zur Erklärumg :vorfälligkeitsfrei kann ich nicht tilgen. Allerdings beträgt die Restschuld < 30 T . Die Restlaufzeit sind noch ca. 4,5 Jahre. Dann ist die Immobilie komplett getilgt. Keine andere Altersvorsorge außer der Immobilie, die allerdings später wenn die Kinder aus dem Haus sind auch sehr gut teilweise vermietbar wäre. Es ist ein Zweifamilienhaus was aktuell von uns komplett genutzt wird.
    Keine weiteren Ersparnisse. Ich bin 50 Jahre alt.
    Mit der gesetzlichen Rente und den Mieteinnahmen könnte es gerade so reichen wenn ich in Rente gehe. Tatsächlich möchte jetzt einfach versuchen, das Richtige zu machen, und das ersparte richtig anlegen.
    Bei den individuellen Rahmenbedingungen (äußert geringe Restschuld für ein Zweifamilienhaus sprich "< 30 tsd.", sehr geringe Restlaufzeit der Zinsbindungsfrist "nur 4,5 Jahre", dann ist die Immobilie eh "getilgt", es würde zudem noch eine VfE anfallen) und den derzeitigen Unsicherheiten (Corona-Krise und die Finanzmärkte) würde ich eher nix machen und meine "Rücklage" trocken, sicher und liquide halten. Ich würde es ohnehin für zwingend halten, immer ein "kleines angespartes Polster" zu halten - generell und erst recht als Immobilieneigentümer.

    Nun weiß ich natürlich nicht, was Du unter "etwas Polster" verstehst … Aber wenn es kein Riesenbetrag ist, würde ich einfach alles erstmal so weiterlaufen lassen. Dann sieht man auch irgendwann klarer in Sachen Corona-Krise, Finanzmärkte, Börsen usw.

    Aus Sicht der Banken kommt es zudem eher auf die Kapitaldienstfähigkeit und damit auf die regelmäßige Bedienung der Annuität an, denn auf die Restschulden (wobei es bei so einer geringen Restschuld keine Probleme geben sollte). Eine Freundin hatte mal eine recht teure Wohnung (Wert ca. 850 tsd.) hier vor Ort zu gut 70% abbezahlt, wurde dann arbeitslos und hatte vorübergehend Probleme mit der Annuität. Es waren ziemlich komplizierte Bankgespräche. Ergo: Die Bedienbarkeit der Rate sollte immer im Vordergrund stehen - auch wenn der Wert der Immobilie die Restschuld (weit) übersteigt.

    Auch so Dinge wie beispielsweise die Sicherheit Deines/Eures Einkommens könnte noch in die Überlegungen einfließen.

    Ansonsten würde ich an Deiner Stelle jetzt eher nicht agieren und mein "Pulver noch trocken halten".

    Nur meine bescheidene Meinung. Muß gleich los. Mal sehen, vielleicht äußern sich ja auch noch die Expertinnen hier zu Deinem "Fall" …

    Gute Entscheidungen wünsche ich Dir @MaiMe !
    Geändert von kurant (11.04.2020 um 09:18 Uhr)

+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •