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  1. Moderation
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    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Apropos Unternehmertum in Deutschland: Im universitären Umfeld ist mir schon mehrfach aufgefallen, daß fast die Hälfte aller Studierenden inzwischen am liebsten für den Staat (Beamtenstatus/Öffentlicher Dienst) arbeitet will.
    Ich hab mir sagen lassen, die brauchen Bauingenieure, damit die technischen Schulden (Infrastruktur) abbezahlt werden können... Erzeugt viele Beschäftigte, die halten die Konsumlaune und die Sozialabgaben hoch und die Ausgaben für Arbeitslosengelder niedrig.

    Und wenn man nicht mehr ewig auf einen Termin bei irgendwelchen Ämtern, Gerichten oder sonstigem warten muß, wird das der Produktivität auch nicht schaden.

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Fehlen nur noch die Leute, die dafür die nötigen Gehälter und Pensionen erwirtschaften …
    Steuerfahnder und Zoll. Die bringen ein Vielfaches von dem rein, was sie kosten.

    ***

    Aktienmäßig hat es aber keine Sinn, sich auf ein Land zu beschränken, das geht gegen jede Diversifikation. Und nur die Leute, die Geld brauchen, sind bereit, dafür zu bezahlen. Der deutsche Staat also nicht.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


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    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von drafty Beitrag anzeigen
    Eigenständige Gedanken in die Welt zu setzen, ohne Linksammlung und Quellenangabe, löst bei manchen ähnliche Abscheureaktionen aus, wie in Deutschland ein Unternehmen zu gründen.
    Das Statement des Monats - wenn nicht des Jahres !

    Um beim Thema Finanzen zu bleiben: Eigenständige Gedanken sind im Allgemeinen - vom Experiment einer Einheitswährung im Speziellen mal abgesehen - auch bei einem deckungslosen Papier- also Zettelgeld, welches von Notenbanken und Geschäftsbanken sozusagen aus dem Nix geschaffen wird (z. B. als Kreditgeld via Giralgeldschöpfung von Banken und via Staatsanleihekäufen von der Notenbank) und das Ganze noch dazu in einem Fractional Banking System (Mindestreserve im Euroraum beträgt, glaube ich, lediglich 1%), wahrscheinlich generell nicht so erwünscht.

    Das läßt sich wahrscheinlich auch auf so manch andere Themenbereiche übertragen …


    "Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution vor morgen früh"
    (Henry Ford)


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    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Wenn Murkser agieren und (leider auch) regieren …

    Wenn man der Politik glauben will, sollen BürgerInnen ja private Altersvorsorge betreiben. Nachdem dies schon seit vielen Jahren mit einfachen Zinsprodukten unmöglich geworden ist (Nullzinspolitik der EZB), bleiben nur noch ganz wenige Alternativen übrig. Eine davon ist das Aktiensparen.

    Olaf Scholz knöpft sich die Aktionäre vor

    Unser Finanzminister legt in Europa einen Gesetzentwurf vor (Finanztransaktionssteuer). Aus den Lehren der Finanzkrise entstand damals u. a. auch der Gedanke, auf diese Weise Spekulationen und riskante Wetten einzudämmen.

    Ausgerechnet diese sind von dem Scholz-Vorschlag aber nicht betroffen: Derivate, synthetische Anlageprodukte, der Hochfrequenzhandel usw. sind davon explizit ausgenommen …!? Wie mir Profis sagten (Börsenhändler) machen dies aber 80 bis 90% des globalen Handels aus. Ähnlich sähe es in Europa aus.

    Getroffen werden damit (Scholz erhofft sich daraus Einnahmen von 1,5 Milliarden per annum, wohl zur Finanzierung der Grundrente) Kleinsparer und Menschen, die langfristig mit Aktiensparen für ihr Alter vorsorgen. Also in Deutschland etwa 4,5 Mio. Aktionäre, etwa 7,7 Mio. Aktienfondsbesitzer, ca. 1,1 Mio. ETF-Sparplaneinzahler sowie viele Millionen Riester- und Lebensversicherungssparer. Das versteht Scholz also unter dem "Finanzsektor" ...

    Wenigstens darf sich nun jeder, der einen ETF, einen Fondsparplan oder ein paar Aktien im Depot hat, als Spekulant und Zocker fühlen - jedenfalls in der Welt eines Olaf Scholz, der dies Alles unter den "Finanzsektor subsumiert ...

    Dabei wären Themen wie langfristiger Vermögensaufbau und Vermögensbildung, Eigentumsbildung, Beteiligung am Produktivkapital usw. für breite Bevölkerungskreise aus meiner Sicht eigentlich ein wichtiges und dankbares Thema für viele Parteien - insbesondere für eine Partei, die früher mal das Thema "sozialen Aufstieg" auf der Agenda hatte …

    Statt das Sparen mit Aktien immer unattraktiver zu machen, müßte man viel mehr Menschen dazu animieren.


    Um eine Brücke zu einem Politik-Strang hier zu schlagen (SPD): Dieses Zerrbild und diese holzschnittartige Sicht zum Thema Altersvorsorge, Vermögens- und Eigentumsbildung, Aktien und dem "Finanzsektor" könnte einer der vielen Gründe sein, warum die SPD heute da steht, wo sie eben steht - aber das wäre wieder ein anderes Thema.


  4. Registriert seit
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    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Ich finde, hier wird ganz schön schwarz gemalt. Welt.de tut dies heute auch und hat errechnet, dass der arme Sparer, der 30 Jahre lang jeden Monat 400 Euro in Aktien anlegt bei einer Rendite von 8% am Ende rund 1.100 Euro weniger herausbekommt, als ohne Steuer. Klingt viel. Der Auszahlungsbetrag liegt dann also bei 566.200 Euro anstelle von 567.300 Euro ohne diese Steuer. Naja, ich kann da jetzt nicht sehen, dass da Vermögen in großem Stile dem Sparer entzogen würde.

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    ...Ausgerechnet diese sind von dem Scholz-Vorschlag aber nicht betroffen: Derivate, synthetische Anlageprodukte, der Hochfrequenzhandel usw. sind davon explizit ausgenommen …!? Wie mir Profis sagten (Börsenhändler) machen dies aber 80 bis 90% des globalen Handels aus. Ähnlich sähe es in Europa aus.

    ...
    DAS verstehe ich allerdings auch nicht. Ist mir ein völliges Rätsel, warum gerade dort, wo viel virtueller Handel stattfindet (der noch nicht mal in großem Stil mit Arbeitsplätzen verbunden wäre), diese Steuer nicht anfallen so. Insofern hast Du mit dem Murkser nicht unrecht.


  5. Registriert seit
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    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von MannMann Beitrag anzeigen
    Ich finde, hier wird ganz schön schwarz gemalt. Welt.de tut dies heute auch und hat errechnet, dass der arme Sparer, der 30 Jahre lang jeden Monat 400 Euro in Aktien anlegt bei einer Rendite von 8% am Ende rund 1.100 Euro weniger herausbekommt, als ohne Steuer. Klingt viel. Der Auszahlungsbetrag liegt dann also bei 566.200 Euro anstelle von 567.300 Euro ohne diese Steuer. Naja, ich kann da jetzt nicht sehen, dass da Vermögen in großem Stile dem Sparer entzogen würde.



    DAS verstehe ich allerdings auch nicht. Ist mir ein völliges Rätsel, warum gerade dort, wo viel virtueller Handel stattfindet (der noch nicht mal in großem Stil mit Arbeitsplätzen verbunden wäre), diese Steuer nicht anfallen so. Insofern hast Du mit dem Murkser nicht unrecht.
    Ad 1: Wenn es so einfach wäre … (ohne auf diese Rechnung näher einzugehen): Mit einer Rendite von 8% zu rechnen ist mutig und sehr sportiv. Viele Profis gehen heutzutage in the long run eher nur noch von 5% aus. Wie auch immer. Zudem: Aktienmärkte können auch locker um 50, 60 oder noch mehr Prozente einbrechen. Oder lange Zeit (> 20 Jahre) nur seitwärts laufen.

    Ad 2: Es dürfte einfach so sein, daß bei dieser Steuer-Idee von Scholz ansonsten die anderen Länder nicht mitmachen wollen, da diese (zu recht) befürchten, daß ansonsten "die Großen" Protagonisten eben auf andere Börsenplätze ausweichen, wo es diese Steuer nicht gibt.

    Eh seltsam: Will man damit wirklich die Spekulation eindämmen ? Gelingt das nämlich (= weniger Handel), dann fehlen ja auch die Einnahmen für die Grundrente ?! Es dürfte als eher um das Abkassieren gehen - und zwar da, wo der Zugriff am einfachsten gelingt: Bei den Kleinsparern …

    In sich schlüssig aus SPD-Sicht: M. W. wurde der Soli für Kleinsparer ja auch auf Kapitalerträge ebenfalls nicht abgeschafft.

  6. Avatar von drafty
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    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von MannMann Beitrag anzeigen
    Ich finde, hier wird ganz schön schwarz gemalt...
    Naja, man muß halt die Belastung der Bürger durch den Staat gesamtheitlich sehen. Dieser Posten mag sich klein ausnehmen, kommt aber eben oben drauf. Es läppert sich zusammen. Was dazu kommt ist, daß solche Mechanismen, sind sie erst einmal etabliert, sehr verlockend sind für eine Sorte Umverteilungspolitiker, später dann einfach nur noch an den Parametern zu schrauben. Schnell werden dann aus 0.2% mal 0.25% oder 0.3%
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  7. Avatar von drafty
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    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    ...Es dürfte als eher um das Abkassieren gehen - und zwar da, wo der Zugriff am einfachsten gelingt: Bei den Kleinsparern…
    Sehe ich auch so, wobei der Nebeneffekt, die Altersvorsorge zu belasten, von Politikern (die mehr sozialistisch, denn sozial sind) vielleicht nicht nur zähneknirschend, sondern wohlwollend gesehen wird. Schließlich stellt eine gelungene Altersvorsorge auf Aktienbasis die Vermurkstheit des staatlichen Rentensystems bloß und schwächt zudem die staatliche Kontrolle über das Einkommen der Bürger. 0,2% scheinen da wenig zu sein, aber es ist ein Schritt in diese Richtung: Wer eigeninitiativ und/oder privatwirtschaftlich denkt, muß "bestraft" werden.
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  8. Registriert seit
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    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Zitat Zitat von drafty Beitrag anzeigen
    Naja, man muß halt die Belastung der Bürger durch den Staat gesamtheitlich sehen. Dieser Posten mag sich klein ausnehmen, kommt aber eben oben drauf. Es läppert sich zusammen. Was dazu kommt ist, daß solche Mechanismen, sind sie erst einmal etabliert, sehr verlockend sind für eine Sorte Umverteilungspolitiker, später dann einfach nur noch an den Parametern zu schrauben. Schnell werden dann aus 0.2% mal 0.25% oder 0.3%
    Das erinnert stark an das Vorgehen bei der Vermögenssteuer bzw. Grunderwerbssteuer: Als man entschied die Vermögenssteuer nicht mehr zu erheben (wegen dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes), wurde zwecks Ausgleich und Kompensation damals beschlossen, die Grunderwerbssteuer drastisch anzuheben von 2% auf 3,5% ( fällig auf den gesamten Kaufpreis und bei jedem Eigentumswechsel).

    Inzwischen ist die Grunderwerbssteuer immer weiter erhöht worden (in meinem Bundesland sind wir inzwischen nicht mehr bei 3,5% sondern bei 6%). Gleichzeitig wird zusätzlich auch wieder über eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer diskutiert - obwohl dieser "Einnahmenverlust" des Staates durch die diversen Grunderwerbssteuer-Erhöhungen mehrfach überkompensiert wurde …


  9. Registriert seit
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    AW: Der EURO / Risiken / Negativzinsen - wie retten wir unser Erspartes (halbwegs)?

    Vergleichbar ist das Vorgehen auch mit den Strompreisen. Die Großverbraucher wie z. B. öffentlicher Nahverkehr, Thyssen-Krupp etc. pipapo zahlen nix zu der Energie-/Stromwende, nur der private Verbraucher darf sich seit Jahren über höhere Strompreise freuen, obwohl er sich vielleicht immer sparsamer im Energieverbrauch verhält. Es zieht sich wie ein roter Faden durch: den Großen lässt man in Ruhe ihre Pfründe, Nichtbeteiligungen und Nachlässe und den Kleinen, die nicht weglaufen können oder nur wenige Möglichkeiten haben, werden zur Kasse gebeten.

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