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  1. Inaktiver User

    Geldanlage im "Alter" - ohne einschlägiges Wissen

    Hallo Ihr am Thema Interessierten,

    ich werde im Laufe des Jahres eine für mich größere Summe ausgezahlt bekommen. Nun überlege ich was ich mache. Leider habe ich tatsächlich null Ahnung von Geldanlagen, Investments etc. und es geht mir eigentlich nur darum, dass das Geld nicht so an Wert verliert, wie es der Fall auf einem Sparkonto wäre. Gern würde ich ein Depot führen und habe auch Zeit und Lust mich mit der Materie zu beschäftigen.
    Ich würde mich auch an einem vertrauenswürdigen kleineren Unternehmen beteiligen, Risikokapitalgeben ist aber nicht mein Ding, weil zu unsicher, also auch so Crowdfunding und so, was man vielleicht gar nicht kennt, neee.

    Bei meiner Bank gibt es die Möglichkeit ein Depot zu führen, es gibt aber ja auch andere Anbieter. Worauf muss man da bloß achten? Wie kauft man was? Was darf es kosten? Eine regelmäßige Dividende wäre schon nicht schlecht. Ich will nicht regelmäßig irgendwo etwas einzahlen, sondern "nur" das, was da ist, anlegen.
    Ich vertraue am meisten persönlich der Medizintechnik-, Kosmetikbranche, was Tendenzen angeht und auch gesunder Ernährung und Wasser.
    Geht es Leuten hier wie mir? Hat jemand Muße ein paar erste Schritte mit mir zu gehen, oder mir da mal auf den Weg zu helfen? Ich habe wirklich keinen blassen Schimmer und weiß nicht mal wie ich anfangen soll.

  2. Avatar von Nocturna
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    AW: Geldanlage im "Alter" - ohne einschlägiges Wissen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    und es geht mir eigentlich nur darum, dass das Geld nicht so an Wert verliert, wie es der Fall auf einem Sparkonto wäre. Gern würde ich ein Depot führen und habe auch Zeit und Lust mich mit der Materie zu beschäftigen.
    Hallo Elinda, dein Geld soll nicht an Wert verlieren, aber du denkst an ein Depot? Dir ist aber klar, dass ein Depot bei Neuanlage und in einer Phase von seit Jahren ununterbrochen steigenden Kursen auch mal in die tiefroten Zahlen gehen kann? Schaffst du das mental? Ich frage das gerne immer so explizit ab, weil Nerven die Grundvoraussetzung für ein Börseninvestment sind.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich würde mich auch an einem vertrauenswürdigen kleineren Unternehmen beteiligen,
    Eher nein oder auf gar keinen Fall. Vertrauenswürdige kleinere Unternehmen willst du wie finden? Schaust du in deren Bilanzen und Auftragsbücher? Zeigt dir der Geschäftsführer seine Konten und kennst du dich in der Materie aus, kennst die Nachfrage und Produktionskosten? Sofern du nicht deinem Bauern um die Ecke Geld für einen Stall leihst und er dir ein persönliches Schwein dafür verspricht, würde ich die Finger davon lassen. Verzettle dich nicht im Klein-Klein. Wenn du dein Geld irgendwo unterbringen willst, dann geh zu den großen Konzernen dieser Welt und mache das via Aktienbeteiligung. Risiko muss gestreut werden, nennt sich auch Diversifikation auf Börsenlatein.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich vertraue am meisten persönlich der Medizintechnik-, Kosmetikbranche, was Tendenzen angeht und auch gesunder Ernährung und Wasser.
    Ich kann dir zwar gedanklich folgen, aber so macht das keinen Sinn. Ich weiß nicht, ob es Fonds gibt, die speziell die von dir gewünschten Märkte abdecken und von Einzelaktien würde ich dir abraten. Du versuchst bestimmte Branchen zu bevorzugen, das ist aber der falsche Weg. Du brauchst ein länder- und branchenübergreifendes Gesamtdepot. Und erst dann, wenn du ein Gefühl für die Märkte entwickelst, könntest du Schwerpunkte in einzelnen Branchen setzen.

    Du musst das Rad nicht neu erfinden. Für dich und für alle anderen Neuanleger an der Börse gibt es eine Universal-Empfehlung: einen ETF auf den MSCI World. Das ist auch nicht auf meinen Mist gewachsen, sondern entspricht der Standard Anlagestrategie von Stiftung Warentest und Co. Aber Nervenstärke wird auch hier gebraucht.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

  3. Inaktiver User

    AW: Geldanlage im "Alter" - ohne einschlägiges Wissen

    Auch für die Infos vielen Dank Nocturna.

    Hm naja, das mit den tiefroten Zahlen habe ich mir tatsächlich noch nicht so genau überlegt und so besonders starke Nerven hab ich nicht. Das mit dem kleinen Unternehmen hatte ich mir eigentlich auch so ähnlich gedacht wie du das von dem Bauern um die Ecke beschrieben hast aber ja .... findet man nicht so einfach, wenn man es braucht. Mit dem Begriff Diversifikation kann ich durchaus etwas anfangen und Sinne macht das, wenn man das Risiko möglichst klein halten will. Ich will überlegen, ob ich nur einen Teil des Geldes anlege und den Rest dann eben doch unters Kopfkissen, wo zumindest noch ein Teil davon sicher ist.

  4. Moderation
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    AW: Geldanlage im "Alter" - ohne einschlägiges Wissen

    Elinda,

    am Anfang stehen die Fragen:
    a) brauchst du das Geld?
    b) wieviel davon?
    c) wann?
    d) was soll das Geld für dich tun?
    e) in welchem Zeitrahmen?

    Dazu solltest du wissen, ob du jetzt mit deinem Geld hinkommst, und wie gut. Deine Sparquote ist gleichzeitig dein Puffer gegen Ausgabensteigerungen oder Einkommensreduktion, noch bevor du ans Eingemachte gehen mußt.

    Die nächsten Fragen wären:
    • Welches Risiko mit du mit dem Geld, das du nach Antwort auf a bis mit Risiko anlegen kannst, bereit, für welche Rendite einzugehen?
    • Wieviel Aufwand bist du willens und in der Lage zu treiben?
    • Was sind deine Werte/Prioritäten? (In was *möchtest* du Geld stecken? Und warum?)
    • Wie viel sind dir deine Werte/Prioritäten in höherem Risiko, geringerer Rendite, oder größerem Aufwand wert?
    • Wie bilden mögliche Anlagen deine Werte/Prioritäten ab? (Möchtest du von Nahrungsergänzungmitteln, Pharma und Privatisierung der Wasserversorgung profitieren?)


    Es gibt kein "one size fits all", aber eine brauchbare Ausgangsbasis ist für viele Anleger:
    #1 Notgroschen (z.B. 6 Monate Lebenshaltungskosten) auf Tagesgeld,
    #2 Vom Rest maximal 10% Prozent in etwas, was einem am Herzen liegt (z.B. Anleihen für lokale Projekte, Gold, Biotech-Aktien, Immofonds für Mietwohnungen, oder was immer man mag und versteht).
    #3 Geld, das in den nächsten 3 bis 7 Jahren (nach Lebensplanung und persönlicher Einschätzung) gebraucht wird, in eine Festgeldtreppe,
    #4 Den Rest in einen World oder All-Countries-ETF. Ausschüttend, wenn du regelmäßig Geld daraus kriegen willst, thesaurierend (=Ausschüttungen werden gleich wieder angelegt, ohne daß du etwas tun mußt), wenn es dir um die Wertentwicklung geht.

    Aufwand:
    7 Tage, plus wieviel Zeit auch immer man zum Entscheiden braucht.

    Kosten:
    #1 & #3: Portokosten. #2: hängt davon ab. #4: unterschiedlich, Größenordnung 10 bis 50 Euro oder etwa 0,3% der Anlagesumme

    Risiken:
    #1 verliert gewiß die Differenz aus Zinsen und Inflation.
    #2 kann ein Totalverlust sein.
    #3 verliert gewiß die Differenz aus Zinsen und Inflation, die aber geringer ist als bei #1
    #4 Schiff auf hoher See! Ein Beispiel: der MSCI World (ein Aktienwarenkorb aus etwa 1600 "Dickschiff"-Firmen der Industrieländer, auf den es börsengehandelte Indexfonds (ETFs) gibt) hat in der Vergangenheit mehr als einmal über 2 quälende Jahre etwa 60% seines Wertes verloren (z.B. Ende 2006 bis Anfang 2008, Anfang 1999 bis Oktober 2001, Anfang 1972 bis Ende 1973). Das ist normal. Anleger in große Indexfonds gehen davon aus, daß das auch wieder raufgeht, und zwar mehr, als es runtergegangen ist, und daß ein Totalverlust extrem unwahrscheinlich ist (erfordert die Umwertung aller Werte) Aber sich zwei Jahre lang anzusehen, wie das Geld immer weniger wird, ist unangenehm, und dann nicht in Panik zu verkaufen, gelingt nicht jedem.

    Chancen:
    #1: Keinen teuren Kredit aufnehmen müssen, wenn man plötzlich Geld braucht.
    #2: Was immer man erhofft.
    #3: Auch in Zukunft seine Rechnungen bezahlen können, sich mal was leisten.
    #4: Eine Langzeit-Wertentwicklung von [ Nocturna, du hast bestimmt die Zahl ] fast zweistelligen Prozenten, ohne daß man Arbeit damit hat.

    So mal als Einführung, ich hoffe, ich bin nicht zu sehr in unverständlichen Jargon verfallen.

    Ach ja, und:

    Wenn du klein und lokal investieren willst, wären Kooperativen oder Genossenschaften vielleicht was für dich, oder ein Rindersharing (ja, das gibt's). Lokale Projekte, wo hinter der Bürgerbeteiligung jemand mit Geld steht, und das notfalls locker macht, sind auch eine Option. Aber mach das von den 10%.

    Mittelstandsanleihen klingen gut, sind aber risikoreich. Eine Firma, die das macht, kriegt wahrscheinlich schon kein Geld mehr von der Bank. Gleiches für Projektfonds. Kaufe nie physikalische Objekte, bei denen du, wenn sie bei dir vor der Haustür liegen, nicht sagen würdest, "naja, auch ganz nett", und kaufe keine Katzen im Sack. (Eine Schweinhälfte kann man, Tiefkühler vorausgesetzt, noch brauchen. Hundert Schweinehälften, ein Baum im Wald, ein Container auf irgendeinem Weltmeer: Nein.)

    Jeder Berater, den du nicht selber bezahlt, arbeitet nicht für dich sondern für den, der ihn bezahlt. Glaub dem netten Bankberater, der von "guter Anlage" spricht nicht mehr als der netten Modeberaterin, die sagt, du sähst wie ein Model aus.

    (Mich bezahlt nur meine Firma, und was die baut, würde ich dir nicht verkaufen wollen. )
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (09.07.2019 um 14:55 Uhr)


  5. Registriert seit
    23.01.2007
    Beiträge
    19

    AW: Geldanlage im "Alter" - ohne einschlägiges Wissen

    Moin,

    grundsätzlich gilt je höher die Ertragsaussichten, desto höher auch das Risiko eines Verlustes. Wenn du also das Geld sicher erhalten möchtest ist ein Konto, Spar oder sonstwie erst einmal keine schlechte Wahl. Je nach Anlagezeitraum, lassen sich sogar Zinsen damit erzielen. Achte aber dann darauf bei einer Bank anzulegen, die in der deutschen Einlagensicherung ist. Banken können auch mal pleite gehen. Die Einlagensicherung greift grundsätzlich auch nur bei Kontoguthaben.

    Wenn du das Geld nicht in absehbarer Zeit brauchst und auch bereit bist richtige Verluste hinzunehmen, kannst du das Geld auch in Aktien und andere Wertpapiere anlegen. Hier empfiehlt es sich imm den Markt zu kaufen, also DAX, Eurostoxx usw. Die werden über ETF's gut abgebildet. festverzinsliche Wertpapiere sind ggf. auch noch eine Alternative. Hier ist aber der Schuldner wichtig. Es gab einige Anleihen von Unternehmen, die zwar höhere Zinsen brachten, dann aber nicht zurück gezahlt wurden. Ob du z.B. auf die Rückzahlung italienischer Staatsanleihen auf die kommenden 10 Jahre vertraust, musst du entscheiden.

    Wenn du keine Erfahrungen hast und dies auch gegenüber der Bank, bei der du das Depot eröffnest, so sagst, sind deine Handlungsmöglichkeiten inzwischen etwas beschränkt. Dank rechtlicher Regelungen darfst du nicht mal eben Aktien kaufen, ohne über die Risiken (u.a. Totalverlust) aufgeklärt worden zu sein. Da kommt dann einiger Schriftkram auf dich zu.

    Viele Grüße

  6. Inaktiver User

    AW: Geldanlage im "Alter" - ohne einschlägiges Wissen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Elinda,

    am Anfang stehen die Fragen:
    a) brauchst du das Geld?
    b) wieviel davon?
    c) wann?
    d) was soll das Geld für dich tun?
    e) in welchem Zeitrahmen?

    Dazu solltest du wissen, ob du jetzt mit deinem Geld hinkommst, und wie gut. Deine Sparquote ist gleichzeitig dein Puffer gegen Ausgabensteigerungen oder Einkommensreduktion, noch bevor du ans Eingemachte gehen mußt.

    Die nächsten Fragen wären:
    • Welches Risiko mit du mit dem Geld, das du nach Antwort auf a bis mit Risiko anlegen kannst, bereit, für welche Rendite einzugehen?
    • Wieviel Aufwand bist du willens und in der Lage zu treiben?
    • Was sind deine Werte/Prioritäten? (In was *möchtest* du Geld stecken? Und warum?)
    • Wie viel sind dir deine Werte/Prioritäten in höherem Risiko, geringerer Rendite, oder größerem Aufwand wert?
    • Wie bilden mögliche Anlagen deine Werte/Prioritäten ab? (Möchtest du von Nahrungsergänzungmitteln, Pharma und Privatisierung der Wasserversorgung profitieren?)


    Es gibt kein "one size fits all", aber eine brauchbare Ausgangsbasis ist für viele Anleger:
    #1 Notgroschen (z.B. 6 Monate Lebenshaltungskosten) auf Tagesgeld,
    #2 Vom Rest maximal 10% Prozent in etwas, was einem am Herzen liegt (z.B. Anleihen für lokale Projekte, Gold, Biotech-Aktien, Immofonds für Mietwohnungen, oder was immer man mag und versteht).
    #3 Geld, das in den nächsten 3 bis 7 Jahren (nach Lebensplanung und persönlicher Einschätzung) gebraucht wird, in eine Festgeldtreppe,
    #4 Den Rest in einen World oder All-Countries-ETF. Ausschüttend, wenn du regelmäßig Geld daraus kriegen willst, thesaurierend (=Ausschüttungen werden gleich wieder angelegt, ohne daß du etwas tun mußt), wenn es dir um die Wertentwicklung geht.

    Aufwand:
    7 Tage, plus wieviel Zeit auch immer man zum Entscheiden braucht.

    Kosten:
    #1 & #3: Portokosten. #2: hängt davon ab. #4: unterschiedlich, Größenordnung 10 bis 50 Euro oder etwa 0,3% der Anlagesumme

    Risiken:
    #1 verliert gewiß die Differenz aus Zinsen und Inflation.
    #2 kann ein Totalverlust sein.
    #3 verliert gewiß die Differenz aus Zinsen und Inflation, die aber geringer ist als bei #1
    #4 Schiff auf hoher See! Ein Beispiel: der MSCI World (ein Aktienwarenkorb aus etwa 1600 "Dickschiff"-Firmen der Industrieländer, auf den es börsengehandelte Indexfonds (ETFs) gibt) hat in der Vergangenheit mehr als einmal über 2 quälende Jahre etwa 60% seines Wertes verloren (z.B. Ende 2006 bis Anfang 2008, Anfang 1999 bis Oktober 2001, Anfang 1972 bis Ende 1973). Das ist normal. Anleger in große Indexfonds gehen davon aus, daß das auch wieder raufgeht, und zwar mehr, als es runtergegangen ist, und daß ein Totalverlust extrem unwahrscheinlich ist (erfordert die Umwertung aller Werte) Aber sich zwei Jahre lang anzusehen, wie das Geld immer weniger wird, ist unangenehm, und dann nicht in Panik zu verkaufen, gelingt nicht jedem.

    Chancen:
    #1: Keinen teuren Kredit aufnehmen müssen, wenn man plötzlich Geld braucht.
    #2: Was immer man erhofft.
    #3: Auch in Zukunft seine Rechnungen bezahlen können, sich mal was leisten.
    #4: Eine Langzeit-Wertentwicklung von [ Nocturna, du hast bestimmt die Zahl ] fast zweistelligen Prozenten, ohne daß man Arbeit damit hat.

    So mal als Einführung, ich hoffe, ich bin nicht zu sehr in unverständlichen Jargon verfallen.

    Ach ja, und:

    Wenn du klein und lokal investieren willst, wären Kooperativen oder Genossenschaften vielleicht was für dich, oder ein Rindersharing (ja, das gibt's). Lokale Projekte, wo hinter der Bürgerbeteiligung jemand mit Geld steht, und das notfalls locker macht, sind auch eine Option. Aber mach das von den 10%.

    Mittelstandsanleihen klingen gut, sind aber risikoreich. Eine Firma, die das macht, kriegt wahrscheinlich schon kein Geld mehr von der Bank. Gleiches für Projektfonds. Kaufe nie physikalische Objekte, bei denen du, wenn sie bei dir vor der Haustür liegen, nicht sagen würdest, "naja, auch ganz nett", und kaufe keine Katzen im Sack. (Eine Schweinhälfte kann man, Tiefkühler vorausgesetzt, noch brauchen. Hundert Schweinehälften, ein Baum im Wald, ein Container auf irgendeinem Weltmeer: Nein.)

    Jeder Berater, den du nicht selber bezahlt, arbeitet nicht für dich sondern für den, der ihn bezahlt. Glaub dem netten Bankberater, der von "guter Anlage" spricht nicht mehr als der netten Modeberaterin, die sagt, du sähst wie ein Model aus.

    (Mich bezahlt nur meine Firma, und was die baut, würde ich dir nicht verkaufen wollen. )
    Oh, das sind ja intensive Ausführungen. Vielen Dank dafür wildwusel. Danach kann ich ja erst einmal vorgehen und sehen was passt und wie sich alles aufteilen würde. Sehr nett von dir, dass du dir (wie auch schon nocturna) die Zeit genommen hast. (Und jetzt bin ich soooo neugierig - nicht bezogen auf das Thema hier - was die Firma für die du arbeitest verkauft.)

  7. Inaktiver User

    AW: Geldanlage im "Alter" - ohne einschlägiges Wissen

    Zitat Zitat von spock65 Beitrag anzeigen
    Moin,

    grundsätzlich gilt je höher die Ertragsaussichten, desto höher auch das Risiko eines Verlustes. Wenn du also das Geld sicher erhalten möchtest ist ein Konto, Spar oder sonstwie erst einmal keine schlechte Wahl. Je nach Anlagezeitraum, lassen sich sogar Zinsen damit erzielen. Achte aber dann darauf bei einer Bank anzulegen, die in der deutschen Einlagensicherung ist. Banken können auch mal pleite gehen. Die Einlagensicherung greift grundsätzlich auch nur bei Kontoguthaben.

    Wenn du das Geld nicht in absehbarer Zeit brauchst und auch bereit bist richtige Verluste hinzunehmen, kannst du das Geld auch in Aktien und andere Wertpapiere anlegen. Hier empfiehlt es sich imm den Markt zu kaufen, also DAX, Eurostoxx usw. Die werden über ETF's gut abgebildet. festverzinsliche Wertpapiere sind ggf. auch noch eine Alternative. Hier ist aber der Schuldner wichtig. Es gab einige Anleihen von Unternehmen, die zwar höhere Zinsen brachten, dann aber nicht zurück gezahlt wurden. Ob du z.B. auf die Rückzahlung italienischer Staatsanleihen auf die kommenden 10 Jahre vertraust, musst du entscheiden.

    Wenn du keine Erfahrungen hast und dies auch gegenüber der Bank, bei der du das Depot eröffnest, so sagst, sind deine Handlungsmöglichkeiten inzwischen etwas beschränkt. Dank rechtlicher Regelungen darfst du nicht mal eben Aktien kaufen, ohne über die Risiken (u.a. Totalverlust) aufgeklärt worden zu sein. Da kommt dann einiger Schriftkram auf dich zu.

    Viele Grüße
    Danke auch dir spock. Ja das mit dem Risiko ist mir schon bewusst, nur immer gut zu wissen wo das Risiko hoch ist. Ich habe leider miterleben müssen vor Jahren, dass eine Freundin, die wirklich nicht viel Geld hatte, 60.000 Euro verloren hat. Sie hatte sich vom MA ihrer Bank ein mittelmäßig risikohaltiges "Gebinde" an Aktien empfehlen lassen und nachher war alles futsch. Nur futsch heißt ja scheinbar nicht futsch. Sie hat sich damals alles was noch da war auszahlen lassen. Sie hätte das nicht machen sollen, oder? Sie hätte abwarten müssen, fürchte ich fast.

  8. Avatar von Nocturna
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    AW: Geldanlage im "Alter" - ohne einschlägiges Wissen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nur futsch heißt ja scheinbar nicht futsch. Sie hat sich damals alles was noch da war auszahlen lassen. Sie hätte das nicht machen sollen, oder? Sie hätte abwarten müssen, fürchte ich fast.
    Solange wir nicht wissen, welche Aktien im Bündel waren, lässt sich dazu nichts sagen. Gute, aussichtreiche Aktien überstehen Börsencrashs problemlos, hier braucht man lediglich Geduld. Aktien, bei denen sich fundamentale Voraussetzungen geändert haben, wie damals beispielsweise bei E.On, als deren Atomkraftwerke wegen Fukushima abgeschaltet wurden, kommen nicht mehr auf die Beine und Zuwarten macht die Sache nur schlimmer.

    Für jemand, der ausschließlich auf die Meinung eines Dritten angewiesen ist, ist ein reinrassiges Aktiendepot ein sehr hohes Risiko. Alles steht und fällt mit der Expertise des Beraters. Allerdings verkauft keine Bank mehr Aktien an Kunden, denn die neuen Richtlinien würden die Bank quasi in Vollhaftung nehmen. Ich bekomme beim Nachkauf von Aktien, die ich schon längst im Depot habe, auch immer angezeigt, dass dieser Kauf mein Risikoprofil übersteigt und ich muss den Kauf explizit bestätigen.

    Für den Standard-Anleger gibt es Aktienfonds und ETFs und das ist auch gut so. Geldanlage soll schließlich einfach und unkompliziert sein und Zeit soll es auch nicht zu viel kosten. Je simpler das Anlageprodukt ist und je weniger man es selbst beeinflussen kann, umso besser widersteht man den Versuchungen von Depotumschichtungen oder Schwerpunkten, die man vielleicht falsch einschätzt und setzen würde.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

  9. Inaktiver User

    AW: Geldanlage im "Alter" - ohne einschlägiges Wissen

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Solange wir nicht wissen, welche Aktien im Bündel waren, lässt sich dazu nichts sagen. Gute, aussichtreiche Aktien überstehen Börsencrashs problemlos, hier braucht man lediglich Geduld. Aktien, bei denen sich fundamentale Voraussetzungen geändert haben, wie damals beispielsweise bei E.On, als deren Atomkraftwerke wegen Fukushima abgeschaltet wurden, kommen nicht mehr auf die Beine und Zuwarten macht die Sache nur schlimmer.

    Für jemand, der ausschließlich auf die Meinung eines Dritten angewiesen ist, ist ein reinrassiges Aktiendepot ein sehr hohes Risiko. Alles steht und fällt mit der Expertise des Beraters. Allerdings verkauft keine Bank mehr Aktien an Kunden, denn die neuen Richtlinien würden die Bank quasi in Vollhaftung nehmen. Ich bekomme beim Nachkauf von Aktien, die ich schon längst im Depot habe, auch immer angezeigt, dass dieser Kauf mein Risikoprofil übersteigt und ich muss den Kauf explizit bestätigen.

    Für den Standard-Anleger gibt es Aktienfonds und ETFs und das ist auch gut so. Geldanlage soll schließlich einfach und unkompliziert sein und Zeit soll es auch nicht zu viel kosten. Je simpler das Anlageprodukt ist und je weniger man es selbst beeinflussen kann, umso besser widersteht man den Versuchungen von Depotumschichtungen oder Schwerpunkten, die man vielleicht falsch einschätzt und setzen würde.
    Nocturna, es ist lange her. Es war irgendwann in den 90ern und was da drin war bei den Aktien weiß ich sowieso nicht. Es gab 3 Varianten, mit geringem, mittleren und hohem Risiko und sie hatte das mittlere gewählt. War schlimm für sie und sehr traurig, weil es ihre Altersvorsorge war.

  10. Avatar von Nocturna
    Registriert seit
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    AW: Geldanlage im "Alter" - ohne einschlägiges Wissen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    War schlimm für sie und sehr traurig, weil es ihre Altersvorsorge war.
    Ja, das ist schmerzlich und es wirft ein schlechtes Bild auf Aktien, dabei hat eigentlich nur der Berater versagt. In den 90igern habe ich auch mein Depot mit Aktien aufgesetzt. ich kann gar nicht verstehen, was der Berater da verbrochen hat, dass man nach 25 Jahren nicht kräftig im Plus steht. Es sei denn, er wäre unschuldig und deiner Bekannten haben im Krisenfall die Nerven versagt, was auch nicht selten der Grund für ein miserables Abschneiden ist.

    Tatsache ist, wer vom Marktgeschehen keine Ahnung hat oder haben will, lässt die Finger von Einzelaktien. Entweder man versteht, was man tut oder man lässt es komplett bleiben. Dasselbe gilt aber auch für marktenge Branchenfonds. Was heute gehypt wird, kann der Verlust von morgen sein.

    Zurück zur Anlage für jedermann. Mit einem weltweiten ETF ist man quer über die großen Industrienationen und in alle Branchen investiert. Das gibt über die Jahre eine sehr zufriedenstellende Rendite und mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehr Geld als bei jeder Festgeldanlage. Damit lässt sich dann die Altersvorsorge wunderbar aufstocken.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

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