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  1. Registriert seit
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    Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Ihr Lieben

    Ich brauche bitte guten Rat und da ihr allesamt sehr viel Wissen und auch Erfahrung in Bezug auf Finanzen habt, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr dieses mit mir teilen und mir gute Tipps geben würdet.

    Aufgrund einer längeren finanziellen Flaute, gepaart mit relativ wenig Wissen darüber, wie Finanzen bzw. Geldanlagen funktionieren, möchte ich mich schon länger diesbezüglich weiterbilden. In erster Linie interessieren mich Geldanlagen bzw. Alternativen, also von klassischen Sparplänen, Aktien bis zum Bitcoin, aber auch private Rentenvorsorge etc.

    Mir ist durchaus bewusst, dass nicht jeder reich werden kann, da bin ich wirklich nicht naiv, ABER ich möchte das Beste aus den mir zur Verfügung stehenden Mitteln herausholen und es geht auch nicht nur um kurzfristiges Geld, sondern um eine solide Basis, die ich mir schaffen möchte.

    Mein größtes Problem ist, dass ich von zuhause und auch in der Schule kaum Wissen über Geld mitbekommen habe (es war ja auch nie was da). Ich verstehe grundsätzlich, wie ein Sparbuch funktioniert, wie die Börse funktioniert etc.; ich verstehe aber mitunter die Praxis nicht. Mir ist zum Beispiel nicht klar, wie man an der Börse handelt (theoretisch verstehe ich es, praktisch aber, wie ICH es umsetzen kann, verstehe ich nicht).

    Ich habe schon viel Recherche betrieben, finde aber immer nur theoretischen Wissen und das ist in diesem Fall zu wenig. Ich bin wirklich gut darin, Theorie aufzusaugen, aber wenn man es nicht umsetzen kann, dann ist das ein Problem. Ich möchte das anhand eines ähnlichen Beispiels aufzeigen, woran es bei mir scheitert :
    Stellt euch vor, ich hätte noch nie in meinem Leben irgendetwas gekocht und plötzlich muss ich mich selbst versorgen. Also entschließe ich, mich vorerst an einfachen Rezepten zu probieren, google im Internet, finde ein Rezept für ein Rührei. Ich lese es mir mehrfach durch, denke, dass ich verstehe, wie es geht. Dann gehe ich in die Küche ... und stelle fest, dass ich nicht weiß, wie man den Herd einschaltet. Ende der Geschichte, da ohne Herd kein Rührei. Punkt.

    Ich habe mich im Sommersemester an der Uni für ein paar Kurse eingeschrieben, die ich mitbelegen wollte. Ich hatte mir irgendwie erwartet, dass ich dort vielleicht mehr lerne als nur das, was ich aus meinen Recherchen und aus den Büchern weiß, aber irgendwie war dort auch alles wieder nur Theorie. Was ich brauche, ist etwas in der Art wie eine Anleitung für die Praxis. Einerseits natürlich Backgroundwissen, aber andererseits eine Anleitung für die Praxis. ... Um wieder auf mein altes Beispiel zu kommen: Ich suche nicht nach der Anleitung "Schalten Sie den Herd ein", sondern nach "Drücken Sie rechts unten auf Knopf X, um den Herd einzuschalten".

    Könnt ihr mir helfen? Danke im Voraus.

  2. Avatar von Kitty_Snicket
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Von Aktien, Bitcoin etc würde ich an deiner Stelle die Finger lassen - die sind eher was für Leute mit Reserven (und auch langfristigem, tiefergehendem Know-How).

    Hast du dich finanziell konsolidiert, d.h. bist du mittlerweile schuldenfrei? Das wäre meine erste Priorität, denn Zinsen fressen viel auf.

    Dann bau dir einen Sparpolster auf, damit du erst mal Rücklagen hast, falls wieder mehrere Notfälle eintreten (bzw. falls du eine Zeitlang beruflich aussetzen willst, um dich neu zu orientieren, umzuschulen etc. - auch das hast du mal angesprochen).

    Danach kannst du Geldanlage und Pensionsvorsorge angehen, du kannst dich ja schon mal bei einigen Banken/Anbietern beraten und dir Angebote vorlegen lassen.
    Whatever happened until now only served to deliver this moment.


  3. Registriert seit
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Für mich klingt das nach zwei Baustellen auf einmal.

    Teil I: Erst einmal musst Du Dir klar werden, was Du erreichen willst.

    Die Reihenfolge ist in den meisten Fällen:
    - minimalste Absicherung (Privathaftpflicht)
    - Schulden abbauen
    - Notfallpuffer von 3 Monatsgehältern aufbauen
    - ggf. Absicherung durch Berufsunfähigkeitsversicherung
    Danach dann erste Gedanken zur Geldanlage: wofür möchte ich sparen, sind das eher kurzfristige (neues Auto) Mittelfristige (Immobilie) oder langfristige (Altersvorsorge) Ziele? Davon hängt dann die Anlageentscheidung ab.

    In dem Zusammenhang kommen wir dann zum Teil II:

    Zitat Zitat von musicduck Beitrag anzeigen
    Mir ist zum Beispiel nicht klar, wie man an der Börse handelt (theoretisch verstehe ich es, praktisch aber, wie ICH es umsetzen kann, verstehe ich nicht).
    Wie man ggf. Schulden abbaut, dürfte klar sein.
    Den Puffer packen die meisten auf ein Tagesgeldkonto. Das müsste man dann eröffnen, aktuell ist der Zins eher mies. Für längerfristige Projekte kommen auch Sparbriefe etc in Frage. Die kann man Online oder in einer Filiale eröffnen.
    Beim Aktien- oder vielleicht erst einmal Fondshandel müsstest Du halt lernen, wie man ein Depot bedient. Die meisten Anbieter haben Demokonten zum Ausprobieren. Das findet sich dann aber, wenn es soweit ist. Mache den zweiten Schritt nicht vor dem ersten!

  4. Avatar von Antje3
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Hi – ist doch schon mal ein prima Start, sich das eigene Unvermögen einzugestehen und sich weiterzubilden.

    Warum fängst Du nichtmal ganz von unten an und erstellst Dir einen Finanzplan, indem Du Bestandsaufnahme machst.

    Das geht ganz simpel mit Excel und einem wirklich banalen Chart.

    Ich würde oben die Monate horizontal auflisten und vertikal Rubriken schaffen für wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben, etwas gruppiert, z.B.

    Gehalt
    Sondergratifikation (Weihnachtsgeld, Urlaubgsgeld)

    Miete
    Stromabschlag
    Nebenkosten
    TV (GEZ)

    Versicherungen
    Autohaftpflicht
    Haftpflicht
    Berufsunfähigkeit
    Zahnzusatz usw.

    Monatsfahrkarte

    KFZ Steuer

    TÜV (oder Reparatur….)
    Benzin

    Netflix
    Abos
    Kontoführungsgebühren

    Sparraten
    Bausparer
    Festgeld
    Urlaubskonto

    Fest geplante Ausgaben
    (Geschenke zu festen Terminen usw.)

    Alles trägst Du fein säuberlich ein in dem Monat in dem es anfällt (wenn es nicht monatlich ist)

    Am einfachsten kommst Du auf alle Infos, wenn Du mal die Kontoauszüge von etwa 15 Monaten durchgehst.

    Dann prüfst Du, ob es Dinge gibt, die Du monatlich zahlst, die aber Rabatt bringen, wenn Du sie nur einmal im Jahr zahlst. Versuch das dann zu ändern, wenn Du es Dir leisten kannst.

    Jetzt solltest Du wissen, was Du überhaupt noch an frei verfügbarem Geld hast.

    Und jetzt versuche rauszukriegen, was davon noch in variable Ausgaben wandert wie Essen, Vergnügen, Verbrauchsmaterialien.

    Nun müßtest Du doch eine Ahnung haben, was Du in etwa überhaupt sparen kannst.

    Nun schmeißt Du erstmal so lange etwas auf ein Tagesgeldkonto, bis Du da etwa 3 Monatsgehälter gepart hast für „Notfälle“.

    Bis das soweit ist, guckst Du Dich bei Onlinebanken um, wo Du möglichst kostengünstig ein Depot haben kannst.
    Übliche Kandidaten sind da die Onvista, ich glaub die IngDiba und die DKB.

    Und dann legst Du einen Dauerauftrag von Deinem Giro auf das Verrechnungskonto dieser Depotbank an.

    Bei der Depotbank legst Du einen ETF Sparplan an nimm einfach einen, den Deine Bank idealerweise kostenlos ausführt oder für sehr geringe Gebühr– erfahrungsgemäß hat sich da ein ETF World für den Anfang als ideal erwiesen. Guck einfach mal in den ETF-Strang hier. Und der wird dann entsprechend Deinen Wünsche wie ein Dauerauftrag turnusgemäß (monatlich, vierteljährlich, halbjährlich usw.) ausgeführt.

    Das Anlegen sind ein paar Klicks. Nicht komplizierter, als eine Onlineüberweisung.

    Und schon bist Du mitten drin. Die ETF-Anteile werden kostenlos „verwahrt“. Da kannst Du das Steigen und sinken im Online-Konto beobachten (und ja – es ist Börse – die sinken auch mal).

    ETF sind langfristig gedacht. Damit spielt man nicht kaufen und verkaufen. 10 Jahre und mehr!

    Aktien sind nur für Spielgeld – da ist immer Risiko (Beispiel bei mir – und ich bin vorsichtig! Heinz Aktien – etwa 5 Tage nach meinem Kauf hat Heinz seine Rücklagen abgewertet und meine Aktie sank bis heute um fast die Hälfte…. Das tut schon weh)

    Ich würde wirklich einfach mit ETF mal starten. Vergleichsweise gestreutes geringes Risiko - wenig Aufwand, und Du nimmst das Steigen der Börse mit.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..


  5. Registriert seit
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Danke für eure bisherigen Antworten.

    Ich habe mir bereits einen guten Überblick über meine Finanzen geschaffen, tatsächlich im Excel. ... Das mit meinen Schulden ist geregelt. Einen kleinen Puffer habe ich bereits angespart, wenn ich mein Urlaubsgeld erhalte, ist das quasi auch "erledigt". ... Danke für den Tipp mit den kostenlosen ETF, ich bin gerade dabei, mich umzuschauen.

    Mich würde interessieren: Wo habt ihr euer Wissen über Geld her? Durch's Studium?

    LG

  6. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Nein, das ist mit der Zeit gewachsen.

    Alles angelesen. Ich habe früh geheiratet, erstes Haus gekauft mit Ehemann mit Null Eigenkapital, alles fremdfinanziert, abgesichert mit einer Kapital-Lebensversicherung. Würde man heute keinem raten, bei uns hat es funktioniert. Ging auch nicht anders, wir hatten schlicht kein Geld und zwei geringe Gehälter. Zusätzlich sehr sparsam gelebt, eisern mit Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld das Konto glattgezogen. Sonst nichts gekauft, wenn nicht das Geld dafür da war.
    Moderatorin im Forum

    Trennung und Scheidung,
    Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
    Über das Kennenlernen
    Reine Familiensache

  7. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Dazwischen, als es dann ging, mit Tagesgeldkonten (auch Jahresgeld oder 3-Jahresgeld, die Konditionen damals waren entsprechend). Vorher recherchiert nach Kondtionen und Banken. Aufmerksam alles überwacht, wieder gekündigt, anders angelegt.
    Jetzt nur noch Tagesgeld und in Autos investiert. Damit Träume erfüllt.
    Moderatorin im Forum

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    Über das Kennenlernen
    Reine Familiensache


  8. Registriert seit
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Ganz viel Wissen gewinnt man einfach auch übers Machen. Geldanlage ist keine Hexenkunst, sie ist eigentlich ganz einfach, es gibt nur so viele Haifische im Becken, die dir einreden wollen, dass es kompliziert ist, damit du freiwillig ihre wertlosen Dienste in Anspruch nimmst und viel Geld dafür zahlst.

    Da du Bitcoins genannt hast: Viele „Kapitalanlagen“, die dir über den Weg laufen werden, sind absoluter Dreck oder zumindest für den Normalanleger als solche zu Bezeichnen. Dazu gehören:

    * Bitcoin und andere Kryptowährungen: Dreck
    * Derivate wie Optionsscheine, Optionen und Futures außerhalb des Kundenkreises der Wirtschaft: Dreck
    * Zertifikate allgemein: Dreck
    * Differenzkontrakte/CFDs: Dreck hoch drei
    * Edelmetalle: Unfug
    * synthetische Fonds: Dreck
    * Kapitallebensversicherungen: Dreck

    Was sind echte Kapitalanlagen?

    * Du leihst jemandem Geld, von dem du es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zurückbekommst, zum Beispiel dem Staat oder einer Bank, bei der das Geld über einen Einlagensicherungsfonds abgedeckte ist, also Tagesgeld bei deiner Bank. Dafür gibt es nur keine oder kaum Zinsen.
    * Du verwirklichst den alten sozialistischen Traum von den Produktionsmitteln in Arbeiterhand: Du (Arbeiter) kaufst also ein Unternehmen (die haben die Maschinen, also Produktionsmittel), sprich deren Aktien. Aktiengesellschaften haben Werte und schaffen Werte, d. h. sie zahlen Dividenden und/oder steigen im Wert, also der Kurswert der Aktie. Manche auch nicht, manche gehen auch pleite. Es ist aber recht einfach, Unternehmen über Indizes auszusuchen, die in ihrer Gesamtheit mehr steigen als fallen oder pleite gehen. Genau das ist das große Thema hier im Forum: ETFs über Sparpläne.
    * Immobilien, die bedeuten aber Aufwand und haben, wenn man nur eine hat, singuläre Risiken wie Mietnomaden und zerstörerische Mieter.

    Wie kauft man Aktien oder ETFs? Depot bei einer Bank eröffnen, Geld auf das Depotkonto einzahlen, Wertpapier aussuchen, Auftrag in die Ordermaske eingeben, abschicken, auf Ausführung warten. Oder Sparplan eingeben. Sparpläne sind Aufträge an die Bank, regelmäßig automatisch für einen festen Geldbetrag Wertpapiere zu erwerben, z. B. für 50 Euro im Monat. Mehr dazu im ETF-Strang.

  9. Avatar von Antje3
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Was bringt Dich denn dauernd auf die Idee, daß man praktisches Wissen über Geld per Studium lernen würde - und warum traust Du es uns offensichtlich nur dann zu, wenn wir den passenden Studiengang belegt haben.

    Ich (und ich weiß - viele hier, die solide mit Geld "jonglieren" ebenfalls) haben nicht studiert.

    Meine Erfahrung: Wer früh damit anfängt - und idealerweise ein Elternhaus hat, das einen vernünftigen offenen Umgang mit Geld pflegt - kommt am besten damit klar.

    Man startet ja sein "Geldleben" auch nicht gleich mit vollem Wissen, manche Geldprodukte (wie z.B. ETF) gab es auch nicht, als ich ins Berufsleben startete.

    Meine Eltern waren sparsam - und vernünftigt. Mein Vater hat mir viel beigebracht - eins der Dinge war: unterschreib nur was, was Du verstehst. Wenn Du eine Rechnung nicht selbst nachvollziehen kannst, ist es mit ziemlicher Sicherheit eine Sache, mit der man Dich über den Tisch ziehen will.

    Half mir, keinem dubiosen Finanzberater aufzusitzen und auch kein dubioses Multilevel-Jobangebot (wo ich anderen was verkaufen soll) anzunehmen.

    Ich mußte immer meine Steuererklärung selbst machen - vom ersten Jahr meiner Berufstätigkeit. Mein Vater war der Ansicht, man soll sich an die Sprache in den Formularen gewöhnen. Eine Azubi-Steuererklärung ist eigentlich sinnlos - weil man "eh alles rauskriegt" - aber die ist einfach. Wenn es dann komplizierter wird, muß man immer nur eine neue komplizierte Sache durcharbeiten - das einfache kann man ja schon.

    Die meisten Geldangelegenheiten lassen sich mit Grundkenntnissen Mathematik berechnen - mit Excel muß man nichtmal besonders rechnen. Im Zeitalter von Internet ist es noch einfacher geworden - weil es Zinsrechner und Hypothekenrechner und Vergleichsportale gibt.
    Wenn man sich dann mal anguckt, was für einen Unterschied auf die Laufzeit ein halbes Prozent ausmachen kann, wird man sich überlegen, ob das Angebot der Hausbank unbedingt das beste ist. Wenn man unbedingt bei der Hausbank bleiben will, kann man mit solidem Zahlenwerk ja immer nochmal nachverhandeln. Nachdem ich für meine Finanzen selbst verantwortlich war (und auch in meiner Partnerschaft mein Freund froh war, daß ich mich drum gekümmert habe) habe ich das Verhandeln übernommen. Und siehe da - da ging noch soviel, daß dann die Hausbank doch interessant war. Und mein Sachbearbeiter und ich haben mit großen Respekt füreinander 2 komplette Hypothekenzyklen miteinander ausgehalten (er war später eigentlich schon Abteilungsleiter - und hat nur noch mit wenigen Kunden selbst gearbeitet....aber zu Terminen mit mir hat er auch gerne Azubis dazugenommen - damit die lernen, was ein informierter Kunde ist...)

    Vergleiche vergleiche vergleiche

    Lese da, wo Du nicht befürchten mußt, die Info nur deswegen zu bekommen, weil der Informant davon profitiert. Hier im Forum ist z.B. gut. Keiner will Dir was verkaufen. Die Info, die Du hier bekommst, ist ohne Eigennutz.
    Jede Info einer Bank ist von Eigennutz geprägt.

    Sei Dir gewiß - für Endverbraucher gibt es keine geheimen Insidertipps. In keinem Newsletter, in keinem Börsenbrief, von keinem Bankberater und auf keiner öffentlichen Webseite. Das heißt nicht, daß Du nichtmal den richtigen Riecher haben kannst und absahnen - aber die Wahrscheinlichkeit ist gering.

    Mach Dir klar, wie leicht oder schwer Du Geld verlieren kannst. Das legt Deine Risikobereitschaft fest. Meine ist gering. Ich habe für mein Geld immer gearbeitet - und zwar angefangen mit 13. Zeitungen und Prospekte austragen. Arbeiten. Arbeiten Vollzeit plus Nebenjob. für 8 DM Stundenlohn, später für 6,50 € Stundenlohn. Ausgaben habe ich mir daran überlegt: Bin ich bereit, dafür xy Stunden zu arbeiten. War die Antwort: Ja - prima. War die Antwort: Nein - dann ließ sich leicht darauf verzichten.

    Jetzt investieren: Warum soll ich für etwas bezahlen, was mir eine Onlinebank kostenlos bietet - also z.B. Depotgebühren. Ich brauche kein Depot bei der Hausbank - ich mache eh sowas online.

    Dann überlegen (oder hier lesen): Was will ich in das Depot legen, was will ich kaufen. Ich wollte das Risiko erstmal gering halten - ETF sind da ideal. Also ein kostenloses Depot bei einer Bank, die ETF Sparpläne kostenlos (damals) anbietet. Und eine möglichst große Auswahl ETF. Und schwupp - schon war die Entscheidung einfach.

    Und dann: Früh anfangen - das befördert den Zinseszinseffekt. Und regelmäßig. Immer gleich zu Monatsanfang weg mit dem Spargeld. Dann tut es nicht weh. Deswegen: Sparplan und zum 1. ausführen lassen. Wirklich - nicht schwieriger als einen Dauerauftrag einrichten.

    Welchen? Meine Güte - nachdem man das jederzeit ändern kann, fang einfach an und nimm einen ETF World aus dem Nebenstrang, den Nocturna empfiehlt. Wenn Nocturna es empfiehlt, hat er niedrige Verwaltungskosten, das hat sie angeguckt (weil sie auch eine von der Sorte ist: Was an Kosten nicht anfällt, kann in die Sparleistung fließen). Wenn Du mehr weißt und er Dir dann tatsächlich nicht gefällt - dann stopp das und wähle einen anderen. Ist ja nicht so, daß Dir dann was verfällt.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  10. Avatar von Nocturna
    Registriert seit
    29.09.2005
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von musicduck Beitrag anzeigen
    Mich würde interessieren: Wo habt ihr euer Wissen über Geld her? Durch's Studium?
    Definitiv nicht, ich habe nicht mal Abitur.

    Du brauchst für die Geldanlage, die mit den Jahren ernstzunehmende Rendite bringen soll, ganz andere Tugenden: Interesse, Ausdauer, Sparwillen, gute Nerven. Im Gegensatz zur höheren Schulbildung bin ich mit den Anlegetugenden reichlich ausgestattet und so kam auch zwangsläufig der Erfolg. Das ist ein Automatismus und gar nicht zu verhindern.

    Weil ich anders als die meisten zudem noch risikofreudig bin, habe ich einige Dinge unterschiedlich gehandhabt, wie Vollfinanzierung des Hauses und das in Aktien angelegte Eigenkapital nicht angerührt, obwohl der Kreditzins damals bei 5 Prozent lag. Später hatte ich schon ein Gefühl für die kommende Niedrigzinszeiten und habe einen weiteren Immobilienkredit an den Euribor gebunden. So sind meine Kreditzinsen kontinuierlich seit 2011 gesunken, zum Leidwesen meiner Bank.

    Und apropos Niedrigzins, ich habe 2013 Sparpläne mit 20jährigen Laufzeiten abgeschlossen, die eine Verzinsung von knapp 4 Prozent bringen werden, wenn ich sie durchhalte, weil ich mir genau angehört habe, was Draghi damals sagte (whatever it takes). Kein Abitur und kein Studium können dich auf solche Entscheidungen vorbereiten. Das läuft nur über Interesse an der Materie, Risikobereitschaft und Produktkenntnisse von Angeboten der Banken.

    Insofern, weniger reden, mehr tun, lautet die Devise. Die Summe identifizieren, die man monatlich zur Seite legen kann. Einen ETF-Sparplan anlegen, vorzugsweise auf den MSCI Word und dann einfach weiter laufenlassen durch alle Krisen, Börsencrahs, whatever. Nach 20, 30 Jahren nimmt das Depot ernstzunehmende Ausmaße an. Es ist tatsächlich so einfach. Ein bisschen reich werden kann jeder. Wer noch ein größeres Stück vom Kuchen haben will, muss sich mehr informieren, mehr ins Risiko gehen und früher anfangen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

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