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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Danke für Deine Antwort. Es geht um Unternehmensanleihen und dass das Risiko einer Unternehmenspleite gegeben ist, ist uns bewusst. Daher natürlich nur von Unternehmen, die solide dastehen. Anleihen deswegen, da wir schon relativ viele Aktien besitzen und etwas streuen wollen. Es gibt ja irgendwie nix gescheites mehr

  2. Moderation

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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von Babsi64 Beitrag anzeigen
    Kennt ihr Euch mit Anleihen aus?
    Ein wenig.

    Die Frage ist für dich: Einzelanleihen? Also, du leihst einem Unternehmen oder einem Staat Geld (letzteres wurde in DE lange als Pfandbriefe und Kommunalobligationen breit beworben, gibt's inzwischen nicht mehr.)

    Das offensichtliche Risiko, wenn du jemandem Geld leihst, ist, daß der es nicht zurückzahlt. Staaten können einfach beschließen, nicht zu zahlen, oder eine neue Regierung fühlt sich nicht für die Schulden der alten zuständig (Rußland 1917, um ein entferntes Beispiel mit einem schrägen Nachspiel zu nehmen.) Firmen können pleite gehen und dann ist da nichts mehr zu holen. Zinseinlagen bei Banken sind technisch gesehen eine Art von Anleihen und unterliegen nur deswegen geringerem Risiko, weil zur Not die Einlagensicherung und/oder der Steuerzahler einspringt.

    Hochwertige Anleihen geben wenig Zinsen. Anleihen mit hohen Zinsen haben ein hohes Ausfallsrisiko.

    Es gibt auch auf Anleihen Fonds (Rentenfonds) und ETFs, mit der entprechenden Risikostreuung. Da ist das Problem ein anderes: Anleihenkurse steigen, wenn die Zinsen fallen, und fallen, wen die Zinsen steigen, weil die älteren, niedriger verzinsten Papiere dann nur noch mit Preisnachlaß zu verkaufen sind. Das schlägt sich auch auf die Fonds durch. Sie schwanken zwar weniger als Aktien, aber sie sind in einer Klemme: Sinken die Zinsen weiter, ist mit Anleihen kaum noch Geld zu machen, steigen sie, dann fallen die Fonds. Man kann das Risiko ein wenig begrenzen, indem man einen Rentenfonds oder ETF auswählt, in dem nur Papiere mit kurzer Restlaufzeit liegen, aber lohnt sich das?

    Weiß man nicht. Sogar finanztest empfiehlt jetzt, sich aus Anleihen-ETFs zurückzuziehen, nachdem sie schon zwei Jahre oder so gesagt haben, "man kann genauso gut Festgeld nehmen".

    Der Vorteil der AnleihenETFs ist natürlich, daß man, anders als beim Festgeld, nicht darauf spekuliert, daß der Staat einen schon retten wird, sondern davon ausgeht, daß der Algorithmus des ETFs den Totalverlust verhindert. Finde ich fairer, und obendrein muß man keine Absicherungsgrenzen berücksichtigen. Ich halte meine Rentenfonds, weil sie praktischer sind als Festgeld, aber ich gehe davon aus, bald eine löngere Baisse aussitzen zu müssen.

    Auf der ganz anderen Seite kann es natürlich sein, daß du ein Projekt unterstützen möchstest, das du verstehst und von dem du mit Grund erwartest, daß es gut laufen wird. Das kann man machen und sollte man machen. Aber nicht mit seinem ganzen Geld.

    Und, was Quirin sagt: Um "ich leih mir jetzt Geld" kann man so als Bank oder Firma ganz tolle Geschichten stricken.
    Geändert von wildwusel (03.04.2021 um 23:23 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. gesperrt

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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Die Frage ist für dich: Einzelanleihen? Also, du leihst einem Unternehmen oder einem Staat Geld (letzteres wurde in DE lange als Pfandbriefe und Kommunalobligationen breit beworben, gibt's inzwischen nicht mehr.)


    Das offensichtliche Risiko, wenn du jemandem Geld leihst, ist, daß der es nicht zurückzahlt ...
    ... Ich halte meine Rentenfonds, weil sie praktischer sind als Festgeld, aber ich gehe davon aus, bald eine löngere Baisse aussitzen zu müssen.
    Ad 1: Den "Zinstod" (Stichwort: "Pfandbriefe und Kommunalobligationen") sind ja inzwischen viele einstmals bewährte Modelle gestorben - so auch das Modell "Lebensversicherung", das Modell "Bausparen" (jedenfalls mehr oder weniger, eher mehr) und auch die früher lange so beliebten "Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätze des Bundes" (diese "Bundeswertpapiere" sind m. W. schon vor Jahren komplett eingestellt worden).

    Legendär und eine schöne nostalgische Erinnerung übrigens die berühmten Werbe-Anzeigen für "Pfandbriefe und Kommunalobligation" (als "Verbriefte Sicherheit") damals z. B. in rororro Taschenbuch Thrillern - die mittels Anzeigentext und Zeichnung/Karikatur konkret auf die jeweilige Krimi-Handlung Bezug nahmen ...

    Ad 2: Eine - nach meinem Dafürhalten - ganz nette und treffende Zustands-Beschreibung rund um das Thema Renten sprich festverzinsliche Wertpapiere von Dir.

    By the way: Was vielen Anhängern der gerade in Deutschland so beliebten Fondskategorie "Mischfonds" so gar nicht bewußt sein dürfte.: Der Erfolg der Fonds in der Vergangenheit im (mehr oder weniger großen) Rentenanteil dieser Mischfonds resultiert aus diesem von Dir gut beschrieben Mechanismus (und eben praktisch kaum oder überhaupt nicht mehr aus dem Zinsertrag der Anleihen, wie früher stets üblich). Das hat so lange funktioniert, wie die ohnehin schon extrem niedrigen Zinsen immer (noch) weiter sanken bzw. auch von den Notenbanken "herunter geschraubt" wurden. Da dann eben die Kurse dieser Papiere stiegen. Das Spiel könnet aber irgendwann an ein Ende kommen. Dauerhaft könnten vermutlich noch deutlich niedrigere Zinsniveaus - jedenfalls flächendeckend - nämlich an eine Grenze stoßen. Jedenfalls so lange es noch Bargeld als Alternative und Ausweichmöglichkeiten gibt.

    Deine Formulierung "ich gehe davon aus, bald eine längere Baisse aussitzen zu müssen" (bei Renten, Rentenfonds, Anleihen-ETFs usw.) interpretiere ich so, daß Du zukünftig - und für längere Zeit - ein höheres Zinsniveau erwartest - und damit eben auch parallel sinkende Kurse Deiner Anleihen-Bestände.

    Sehe ich von der Theorie her ganz ähnlich und darüber denke ich seit einigen Monaten nach. Was ich mich dann nur ganz praktisch frage: Wie soll das bei den aufgetürmten Schuldenständen (Eurozone - um nur mal ein Beispiel zu nennen; Italien etwa) in praxi funktionieren ? Käme die offizielle Inflation auch bei den Verbraucherpreisen in Schwung (bei den Vermögenspreisen haben wir seit vielen Jahren m. E. schon eine sehr hohe Inflation), können dann die Notenbanken (insbesondere die ECB) überhaupt noch mit adäquaten Zinserhöhungen gegensteuern ? Stichworte: Schuldenstände einzelner Länder in der Eurozone, Heterogenität bzw. Divergenz der Länder in der Eurozone, schwaches Wachstum (schon vor der Corona-Krise) in der Eurozone im Vergleich zu anderen Ländern und Region (USA, China usw.).

    Könnte da die ECB überhaupt aus der Grube, die sie sich selbst gegraben hat (u. a. Staatsfinanzierung durch massive Anleihekäufe in Billionenhöhe), herauskommen sprich eine solche Inflation mit deutlich höheren Zinsen bekämpfen ?

    Nebenbei angemerkt: Mit diesen Zinserhöhungen zwecks Inflationsbekämpfung fielen dann auch die Kurse der im Bestand der ECB gehaltenen Anleihen ...

    Im strategischen Wording hat man da notenbankseitig (s. Fed USA) ja schon etwas vorgebaut und sich sozusagen einen "Inflationsvorrat" angelegt. In Klartext übersetzt: War die Inflation über viele Jahre zu niedrig (aus Sicht der Notenbank) kann sie dann auch über Jahre mal zu hoch sein, damit es "im Durchschnitt" wieder paßt. Kann man eigentlich nur so interpretieren, daß man die Inflation eher laufen lassen will und wird ...

    Und wenn ja, was hätte das (Zinserhöhungen) dann für Folgen in der Eurozone (von der Schuldentragfähigkeit einzelner Länder bis zur Konjunktur) ?

    Jedenfalls scheint es mir nach summarischer Prüfung eher so, daß auch zukünftig - zumindest der Realzins - dauerhaft negativ sein muß, soll das Spiel (via Finanzieller Repression) noch ein bißchen weiter gehen ...


    Magst Du dazu irgendwann vielleicht mal Deine Sicht mitteilen ? Würde mich interessieren.

    Gruß kurant
    Geändert von kurant (05.04.2021 um 12:28 Uhr)

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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von Babsi64 Beitrag anzeigen
    Es gibt ja irgendwie nix gescheites mehr
    Interessante Aussage ! Das einizige, was es ncht mehr gibt, sind festverzinsliche Wertpapiere mit einer nenneswerten Verzinsung. Alles andere hat sich nicht geändert.
    Be yourself no matter what they say (Sting).

  5. gesperrt

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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von Wiedennwodennwasdenn Beitrag anzeigen
    Interessante Aussage ! Das einizige, was es ncht mehr gibt, sind festverzinsliche Wertpapiere mit einer nenneswerten Verzinsung. Alles andere hat sich nicht geändert.
    Eine ebenso interessante Aussage !

    Vor allen Dingen, wenn man bedenkt, daß der Markt für "festverzinsliche Wertpapiere" - wie Du schreibst - also der Renten- sprich Bondmarkt weltweit ein gigantischer ist (nach meinen Berechnungen größer als der Aktienmarkt).

    Und man bedenkt, daß daran - direkt oder indirekt, ob gewollt oder ungewollt - natürlich in irgendeiner Form (Pensionskassen, Versorgungswerke, Krankenkassen, Lebensversicherungen, Rentenversicherungen usw.) so gut wie alle Verbraucherinnen hängen.

    Und natürlich hat der Wegfall der Verzinsung auch massive Auswirkungen auf Vermögenspreise wie Immobilien und Aktien (ebenso wie auf andere substantielle Themen - Pensionsrückstellungen bzw. deren Barwerte, um nur ein Beispiel zu nennen).

    Erhebliche Auswirkungen dürfte es auch haben, wenn sowohl Institutionelle (etwa weil diese feste Zahlungsversprechen geleistet haben) als auch private Anleger (beispielsweise für ihre Altersvorsorge) daher notgedrungen in volatilere und risikoreichere Märkte (wie Aktien und Immobilien) ausweichen bzw. getrieben werden und/oder dieses ultra-niedrige Zinsniveau den generellen Anreiz zur Verschuldung und/oder zu kreditfinanzierten Anlagen Stichwort: Leverage) deutlich erhöht. Beides ist in praxi längst zu beobachten. Ob dies der Finanzmarktstabilität förderlich sein mag ?

    In der (immerhin über einige Jahrtausende halbwegs und die letzten Jahrhunderte gut) dokumentierten Finanzgeschichte gibt es - jedenfalls nach meinem bescheidenen Wissen - in der gesamten Historie keinen vergleichbaren Fall von derartigen Zinsniveaus.

    Deine Aussage "alles andere hat sich nicht verändert" könnte man vor diesem Hintergrund vielleicht als leichte Untertreibung auffassen.
    Geändert von kurant (05.04.2021 um 12:19 Uhr)

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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von Wiedennwodennwasdenn Beitrag anzeigen
    Interessante Aussage ! Das einizige, was es ncht mehr gibt, sind festverzinsliche Wertpapiere mit einer nenneswerten Verzinsung. Alles andere hat sich nicht geändert.
    Es gibt auch keine Zinsen auf dem klassischen Sparbuch, keine Guthabenzinsen auf Bausparverträge Lebensversicherungen verzinsen kaum noch, Bundeschatzbriefe usw.
    Ich bin "Otto Normalverbraucher " und fpr den gibt es wirklich nicht mehr viele Möglichkeiten. Aktien, Fonds und ETFs haben wir bereits und suchen daher noch ein weiteres Standbein

  7. gesperrt

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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von Babsi64 Beitrag anzeigen
    Es gibt auch keine Zinsen ... Bundeschatzbriefe usw.

    Ich bin "Otto Normalverbraucher " und fpr den gibt es wirklich nicht mehr viele Möglichkeiten. Aktien, Fonds und ETFs haben wir bereits und suchen daher noch ein weiteres Standbein
    Nach meiner Erinnerung wurden übrigens Bundesschatzbriefe für das Privatkundengeschäft längst eingestellt (ich meine, seit dem Jahreswechsel 2012/2013 gibt es die gar nicht mehr).

    Mit dem "weiteren Standbein" dürfte es da etwas schwierig werden (zumal, wenn Du schon Aktien, Fonds, ETFs hast).

    Es gibt m. E. bei genauer Betrachtung eigentlich nur sechs Anlageklassen:

    1. Cash also Liquidität (da würde ich heutzutage zusätzlich zwischen a) Giral- und b) Bargeld noch eine weitere Unterscheidung machen; sowohl in Heimat- als auch in Fremdwährungen)
    2. Renten, also festverzinsliche Anleihen/Wertpapiere (s. dazu z. B. den guten und aktuellen Beitrag von @wildwusel Nr. 52)
    3. Aktien (in welcher Form auch immer, also Direktanlage, als aktiver Fonds, als passiver ETF usw.)
    4. Immobilien (in welcher Form auch immer, als Direktanlage, als Immobilienfonds, als Real Estate ETF usw.).
    5. Gold (als ultimatives Geld oder Versicherung gegen unser "ungedecktes Papiergeldsystem"; darüber kann man natürlich streiten - immerhin halten es aber die Notenbanken rund um den Globus und zwar Tausende Tonnen davon)
    6. Rohstoffe (wozu z. B. Öl gehören würde - auch da streiten manche Gelehrte, ob das - also eine Beimischung eines Anteils Rohstoffe im Portfolio - sinnvoll ist oder nicht)

    "Versicherungen" würde ich nicht als Anlageklasse bezeichnen - sie gehören aber zur Finanzplanung dazu. Jedenfalls die wichtigsten.

    Bleiben nur noch "Spezialitäten" wie "tangible assets" beispielsweise. Ob aber Kunst, Oldtimer, Uhren, Weine, Diamanten, Handtaschen, Numismatik, Gitarren, Comics usw. für "Otto Normalverbraucher" - zu denen Du Dich ja zählst - ein weiteres "Standbein" sein können (noch dazu ein sinnvolles) kann man wohl nur im Einzelfall oder nur jeder für sich selbst entscheiden. Beim Erwerb solcher spezieller und einzelner "Sach"-Werte kommt es beim Kauf ganz erheblich auf die "Sach"-Kenntnis an.

    Wobei: Auch Freude und Spaß am reinen Besitz oder der Nutzung einer Sache können eine Art "sichere Rendite" sein ...

    Sooo viele Anlageklassen und Alternativen gibt es also für "Otto Normalverbraucher" gar nicht.


    Viel Spaß und Erfolg bei der Auswahl und Suche.
    Geändert von kurant (05.04.2021 um 13:23 Uhr)

  8. Moderation

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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Ad 1: Den "Zinstod" (Stichwort: "Pfandbriefe und Kommunalobligationen") sind ja inzwischen viele einstmals bewährte Modelle gestorben - so auch das Modell "Lebensversicherung", das Modell "Bausparen" (jedenfalls mehr oder weniger, eher mehr) und auch die früher lange so beliebten "Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätze des Bundes" (diese "Bundeswertpapiere" sind m. W. schon vor Jahren komplett eingestellt worden).
    Braucht ja keiner mehr Geld. Und DE ist zu unorganisiert, um auch nur das Geld, das sie haben, auszugeben. :haarerauf:

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Wie soll das bei den aufgetürmten Schuldenständen (Eurozone - um nur mal ein Beispiel zu nennen; Italien etwa) in praxi funktionieren ?
    2 Billionen post-Corona-Wirtschaftsprogramm in den USA?
    Da will jemand ernsthaft Geld, nicht für Waffen oder Steuererleichterungen, sondern um es in Infrastruktur und Konsum zu schubsen, und ich denke, daß das vermutlich den Markt für Anleihen erst mal ziemlich absaugen wird. Natürlich wird das nicht die Inflation der Vermögenswerte bremsen ("Geld und Frieden", wie Kostolany schrieb, hoffen wir auf beides...), und dann würden erst mal die Anleihen fallen und die Aktien steigen -- eine Korrelation, die so oft beobachtet wurde, daß wohl was dran ist.

    (Die Alternative eines stark fallenden Dollars wäre sehr unerfreulich, da ich indirekt von der Exportwirtschaft lebe. Starker Euro kostet mich Prämien. Zinserhöhungen würden mich Buchwert (meiner Immobilie) kosten, aber Buchwert einer selbstgenutzen Immobilie ist Schall und Rauch.)

    Ist natürlich alles sehr spekulativ, aber so ist das immer mit Spekulation.

    Ein Spruch, den ich mir schon in der Hochlaufphase der Dotcom-Blase abgewöhnt hab, zu glauben, ist, "diesmal ist alles anders". Ich bin da sehr konservativ.


    Die aktuelle Zinslage motiviert mich eher, meine Anleihen-ETFs zu halten. Das Pleiterisiko ist bei den ETFs geringer als bei einer Einzelbank, der Kostennachteil der Papiere (Gebühren) schrumpft, und Papiere können wieder steigen. Ich habe in der Vergangenheit nur in Festgeld getan, was ich für den Cash Flow der nächsten drei Jahre brauchte, ich denk, mal, da bleibe ich bei, ehe ich noch anfange, für 0,05 Prozentpunkte besser über Weltsparen Geld an windige Bankhäuser zu verleihen.

    Zu den Anlageklassen:
    #7: Land
    #8: eigene Arbeitskraft.

    Wird gerne übersehen. Dabei ist jede Vermögensanlage eine Diversifizierung gegen #8...
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Zu den Anlageklassen:
    #7: Land
    #8: eigene Arbeitskraft.

    Wird gerne übersehen. Dabei ist jede Vermögensanlage eine Diversifizierung gegen #8...
    Ehrlich gesagt, würde ich den Punkt "Land" sowie auch (noch) unbebaute Grundstücke - jedenfalls für normale Anleger - stets auch unter meinen Punkt 4 "Immobilien" subsumieren - da ein Grund- und Bodenanteil dort immer mehr oder weniger inkludiert ist (ob Haus, ETW, Gewerbeimmobilie usw.). Wenn man unter "Land" etwa nur "Wald- Forst- und Holzwirtschaft" oder "Landwirtschaft" versteht, gerät man schnell in den Bereich "Spezialimmobilien" (wie z. B. Pflegeheime usw.) oder in den Bereich "Rohstoffe" (wenn es etwa um Bodenschätze geht). Wie auch immer ...

    Die eigene "Arbeitskraft" würde ich unter meinen Punkt "Versicherungen" jedenfalls "die wichtigsten" Versicherungen subsumieren - die ebenfalls aus meiner Sicht keine eigene "Anlageklasse" darstellen aber zur "Finanzplanung" gehören. Ein wie auch immer auch hierzu ...

    Da will ich aber nicht zu spitzfindig werden. Kenne genügend Experten für die ist z. B. auch Gold nur einer von diversen "Rohstoffen" wie Kaffee oder Kakao - und nicht das ultimative "Geld" und/oder eine "Versicherung" wie für mich ... Manche sehen ja auch in Silber "Geld", andere dagegen nur ein "Industriemetall" ...

    Für jüngere Menschen und solche im mittleren Lebensalter stellt die eigene Arbeitskraft ohne Zweifel das größte Vermögen dar (Gehalt mal 12 mal 30, 40 oder mehr Arbeitsjahre noch dazu vermutlich steigend über die Jahrzehnte). Ist eine Absicherung (Berufsunfähigkeit) zu wirtschaftlich vertretbaren Prämien möglich, sollte man darüber zumindest nachdenken. Da hast Du sicherlich recht, dies wird von vielen so nicht erkannt - so gesehen (Arbeitskraft als Vermögenswert) ist jeder junge Mensch auf diese Art schon "Millionär" oder sogar "Multi-Millionär".

    Ab einem gewissen Alter (60-65 plus) sinkt dieser spezielle "Vermögenswert" entweder oder tendiert dann auch gegen Null (spätestens im Ruhestand).

    Deshalb dürfte ab dann in vielen Fällen (Beamte, Politiker usw. mit auskömmlicher lebenslanger Versorgung mal ausgenommen) die Bewirtschaftung (wozu auch kontrollierter Verzehr gehören kann) der eigenen Ersparnisse bzw. des eigenen Vermögens im Alter noch weiter an Bedeutung gewinnen.
    Geändert von kurant (05.04.2021 um 15:08 Uhr)

  10. gesperrt

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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen

    Braucht ja keiner mehr Geld.

    2 Billionen post-Corona-Wirtschaftsprogramm in den USA?
    Da will jemand ernsthaft Geld, nicht für Waffen oder Steuererleichterungen, sondern um es in Infrastruktur und Konsum zu schubsen, und ich denke, daß das vermutlich den Markt für Anleihen erst mal ziemlich absaugen wird.

    Ein Spruch, den ich mir schon in der Hochlaufphase der Dotcom-Blase abgewöhnt hab, zu glauben, ist, "diesmal ist alles anders". Ich bin da sehr konservativ.

    Die aktuelle Zinslage motiviert mich eher, meine Anleihen-ETFs zu halten. Das Pleiterisiko ist bei den ETFs geringer als bei einer Einzelbank ...
    Ad 1: Kenne sehr viele Leute, die sehr wohl Geld bräuchten ... Spaß beiseite: Das dürfte vor allen Dingen an der Geldflutung der Notenbanken liegen. Mir sind die diversen alternativen Hypothesen zum Zinsniveau bekannt (Ersparnis-Schwemme, Demographie, veränderte Struktur der Wirtschaft von eher kapitalintensiv zu eher wissensbasiert hin usw.). Meines Erachtens ist aber der Hauptgrund die so noch nie dagewesene ultra-expansive Geldpolitik der Notenbanken (s. u. a. ECB) mit Anleihekaufprogrammen in Billionenhöhe und dauerhaftem Leitzins von Null bzw. sogar negativem Einlagezinssatz..

    Ad 2: Einen Teil dieser neuen Verschuldung werden die USA (insbesondere jedenfalls die Demokraten Stichwort: Biden) auch über höhere Unternehmenssteuern finanzieren. Das könnte präziser dürfte wahrscheinlich dann weltweit auch all jene treffen, die amerikanische Aktien halten (via niedrigeren Unternehmensgewinnen; Stichwort: Dividenden). Zudem: Die US sind trotz ihrer atemberaubenden Verschuldungsdynamik (noch) die größte Volkswirtschaft der Welt, haben die wertvollsten Unternehmen der Welt, stellen (immer noch) mit dem US-Dollar die Weltwährung, haben eine eher positive Bilanz was Demographie und Zuwanderung betrifft, sind (noch) die stärkste Militärmacht der Welt usw.

    In diesem Kontext (Staatsverschuldung iVm Wirtschaftsdynamik, Anzahl von Unternehmens als Weltmarktführer, Demographie, Währung, militärische Stärke) fällt m. E. der Vergleich "USA versus Europa" speziell für die Eurozone für uns mehr als ernüchternd aus. Die teilweise sehr hohe Verschuldung in der Eurozone sehe ich daher deutlich kritischer als die Verschuldung in den USA.

    Last but not least: Die USA sind ein Staat und haben mit dem Dollar für ihren Staat eine Währung. Die EU samt Eurozone sind kein Staat (sondern viele völlig heterogen und diverse souveräne Einzelstaaten) und haben seit 1999 eine staatenlose Einheitswährung eingeführt. Das (eine Währung ohne Staat dahinter) halte ich zusätzlich zu den o. g. Unterschieden für deutlich fragiler.

    Ad 3: An "dieses Mal ist alles anders" habe ich noch nie geglaubt. So gut wie hinter allen Finanzkrisen in der Finanzgeschichte stand als die letztlich entscheidende Causa eine zu hohe Ver- und schließlich Überschuldung ...

    Ad 4: Darüber habe ich lange gegrübelt und recherchiert. Beides hat Pro und Contra. Bei systemrelevanten Einzelbanken (und in Deutschland zusätzlich bei dem genossenschaftlichen Sektor (Volksbanken und Sparda-Banken) sowie den öffentlich-rechtlichen Banken (Sparkassen)) bin ich mir diesbezüglich nicht sicher - jedenfalls so lange es um Beträge bis 100 tsd. Euro geht - ob das Pleiterisiko bei Anleihen-ETFs wirklich geringer ist als bei einer (zu den o. g. Gruppen) gehörenden Einzelbank.
    Geändert von kurant (05.04.2021 um 16:00 Uhr)

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