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  1. Moderation
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Hi musicduck

    erst mal nur auf's Eingangposting: "Grau, guter Freund, ist alle Theorie, doch grün des Lebens gold'ner Baum."

    Das allerwichtigste ist: Deine Anlage muß zu deinem Leben (und deiner Persönlichkeit) passen.

    Mach eine Skizze, wie du denkst, daß sich dein Leben entwicklen wird oder soll. Wie wilst du nächstes Jahr leben? In fünf Jahren? In zehn, zwanzig, dreißig? Wie stellst du dir deinen Ruhestand vor? Welche finanziellen Rahmenbedingungen brauchts du, um das umzusetzen? Was kann dir die Planung so richtig versauen? Welche Chancen kannst du nutzen?

    Die Skizze erlaubt dir, finanziellen Bedarf, Möglichkeiten und Risiken zu ermitteln.

    Der nächste Schritt ist der Kassensturz. Wo stehst du jetzt? Wie viel Einkommen, Rücklagen, Anlage (wir zählen selbstbewohnte Immobilie hier mit), Ansprüche (z.B. Rente, kapitalbildene Versicherungen), ... hast du? Wie hoch sind deine Ausgaben? Wie hoch deine Verbindlichkeiten?

    Üblicherweise ist das Wasserfallmodell der Finanzplaung:
    #1 Laufende Kosten bestreiten können: Übers Jahr gemittelt mehr einnehmen als ausgeben.
    #2 Cash Flow sicherstellen: Rücklagen für erwartete notwendige Ausgaben aufbauen
    #3 Notfallploster: Rücklagen für unerwartete Ausgaben aufbauen
    #4 Sparen und budgetieren für geplante mittelgroße und große Projekte (Traumurlaub, Studium, Selbständigkeit, Kinder, Immoblienerwerb, Sabbatical, Arbeitszeitverkürzung...).
    #5 Auffüllen der Rentenlücke
    #6 Vermögensaufbau (= den grünen Baum vergolden).

    Wie viel kannst du im Jahr zurücklegen? Wo stehst du im Wasserfall der An- und Rücklagen? Was willst du haben und wann?

    Wenn du das weißt, dann ist der Moment, sich mit Anlageformen zu befassen. Dann sind es dir nämlich kein böhmischen Dörfer mehr, sondern Werkzeuge, um dein Leben so einzurichten, wie es dir gefällt. Dieser Perspektivwechsel tut Wunder für das Verständnis.

    Bis dahin: Gib weniger Geld aus, als du verdienst und pack das Übriggebliebene auf ein Tagesgeldkonto. Solange da keine drei Monatsbruttos liegen, bist du ohnehin maximal auf #3.

    Wenn du nicht weißt wie man ein Tagesgeldkonto einrichtet: Das können wir dir sagen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (16.06.2019 um 19:35 Uhr) Grund: Es gibt ganz schlechte Wortdreher....

  2. Moderation
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hast du dich finanziell konsolidiert, d.h. bist du mittlerweile schuldenfrei? Das wäre meine erste Priorität, denn Zinsen fressen viel auf.

    Dann bau dir einen Sparpolster auf,
    Auch wenn du Schulden hast, bau dir Rücklagen auf. Sonst kann es passieren, daß du Nebenkosten nachzahlen mußt, dir keiner mehr was leiht, und das Unglück seinen Lauf nimmt. 200 oder 500 Euro können schon den Unterschied zwischen "noch mal davongekommen" und "alles geht vor die Hunde" machen.


    Zitat Zitat von musicduck Beitrag anzeigen
    Mich würde interessieren: Wo habt ihr euer Wissen über Geld her? Durch's Studium?
    Durch ein Heftchen über finanzielle Grundbegriffe für Grundschüler, die es Klassensatzweise von der Sparkasse gab.
    Durch "Timm Thaler".
    Durch die Seiten "Wirtschaft und Verbraucher" in der Tageszeitung.
    Durch Bücher über Geschichte und über Wirtschaft.
    Durch Biographien.
    Durch Krimis.
    Durch Mathematik.
    Die Anwendung ist durch Lektüre von "finanztest" und z.T von finanzblogs besser geworden, doch gerade bei finanzblogs ist Wissen nötig, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

    Das wichtigeste zu wissen ist: Glaube nie jemandem aufs Wort, der dir was verkaufen will, denn er will dir was verkaufen. Glaube nie einem Experten aus den Medien aufs Wort, denn er hat Eigeninteressen. Glaube nie einem sonstigen Experten aufs Wort, denn er hat eine Meinung, die seine Wahrnehmung färbt. Glaube nie dem Zeitgeist, denn er ist ein Trottel.

    Lerne in die Breite und bleibe kritisch. Lerne Methoden, statt Antworten.
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  3. Avatar von Antje3
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Und jetzt werde ich ganz böse, unwissenschaftlich und politisch unkorrekt:

    Viele Finanzblogs bestehen gerade mal ein paar Jahre und werden von jungen dynamischen gut verdienenden Single-Männern betrieben, die Börse nur aus Zeiten "es geht immer aufwärts" kennen und nun glauben, weil ihr Depot im Plus steht, haben sie die Weisheit mit Löffeln gefressen.

    Da wird auch gerne mit Sparquoten jongliert, die für viele Normalverdiener jenseits jeglicher realistischer Möglichkeiten sind. Da wohnt der ein oder andere noch bei Mutti im Kinderzimmer und tut sich leicht, alle Einnahmen ins Depot zu stecken..... und Mutti wäscht auch noch die Wäsche und füllt abends den Teller....

    Das Wissen ist auch oft nur angelesen - wird aber weiterverbreitet, als ob sie das Ei gelegt hätten.

    Viel ist da mit Vorsicht zu genießen. Natürlich hilft es immer, zu lesen - und daraus für sich persönlich Schlüsse zu ziehen.

    Aber immer vorher durch das Sieb "eigene Lebenssituation" jagen!

    Man kann viel voranbringen auch mit kleinen Schritten - Hauptsache man fängt mal an mit kleinen Schritten.

    Und - ehrlich - in manchen Finanzforen wirst Du als Frau mit Durchschnittseinkommen auch gar nicht für voll genommen - da lohnt es sich nicht, sich an Diskussionen zu beteiligen. Ich les in dem ein oder anderen noch mit, weil manchmal eine gute Anregung da ist - aber sonst verhalte ich mich still. Die gefallen sich da häufig in einer Machoposition und Frauen finden nur als passive Anlegerinnen statt, die idealerweise voll hinter den Männern stehen, ihr Geld mitabliefern, aber sonst still sind.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..


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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Üblicherweise ist das Wasserfallmodell der Finanzplaung:
    #1 Laufende Kosten bestreiten können: Übers Jahr gemittelt mehr ausgeben als einnehmen.


    LG
    zuccheroso

  5. Moderation
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von zuccheroso Beitrag anzeigen
    Grrr, das passiert, wenn man 3 mal hin-und-hereditiert und in Gedanken schon beim nächsten Satz ist.
    Danke für's Fangen, ich korrigier's
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  6. Avatar von Nocturna
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von Antje3 Beitrag anzeigen
    Und jetzt werde ich ganz böse, unwissenschaftlich und politisch unkorrekt:

    Viele Finanzblogs bestehen gerade mal ein paar Jahre und werden von jungen dynamischen gut verdienenden Single-Männern betrieben, die Börse nur aus Zeiten "es geht immer aufwärts" kennen und nun glauben, weil ihr Depot im Plus steht, haben sie die Weisheit mit Löffeln gefressen.
    Grins, eine sehr richtige Beobachtung .

    In der Bank oder in den Fintechs mit ihren Roboadvisors sitzen smarte junge Männer von 25 – 35 und erklären dir die Welt. Da wird einfacher Sachverhalt möglichst geschwurbelt ausgedrückt, dass der geneigte Anleger vor Ehrfurcht und der geballten Anlagekompetenz nur die Segel streichen kann. Selbst haben die Jünglinge natürlich auch ein Depot, mit dem sie bisher ausschließlich phänomenale Ergebnisse erzielt haben.

    Ja, klar wie sollte es auch anders sein, wir haben seit 10 (!) Jahren steigende Kurse. Viele der Berater sind so taufrisch, die kennen gar nicht dass Gefühl, wenn der Börse der Boden wegbricht. Der Dow Jones hat nach dem Absturz 2007 länger als fünf Jahre gebraucht bis er die alte Ausgangshöhe erreicht hat. Fünf Jahre Minus! Zwischenzeitlich sind die Kurse in den tiefsten Keller gefallen und die Anleger haben in Scharen das sinkende Schiff verlassen.

    Wenn mal wieder alles zusammenbrechen sollte, dann hilft kein Studium und kein Abitur. Dann rettet deine Rendite nur Nervenstärke und Beharrungsvermögen. Und das sind auch die Situationen, die darüber entscheiden, ob dein Depot nach 20 Jahren mau, geht so oder hervorragend dastehen wird.

    ich bin auch noch in anderen Foren unterwegs, wo die Weisheit mit Löffeln verteilt wird. Was da an geballter Chartkompetenz herausgehauen wird und dem zehntel Renditepunkt hinterhergejagt wird, da fühlt man sich glatt völlig inkompetent. Mal schauen, ob all die Chartgläubigen es verkraften, wenn beim nächsten Showdown die Kurse mehrere Jahre konsequent nach unten gehen und die theoretischen (solange man nicht wirklich verkauft) Verluste in die Zigtausend gehen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”


  7. Registriert seit
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Charttechnik läuft eigentlich auch unter grobem Unfug der Kapitalanlage. Am schlimmsten sind die Wellenreiter der Elliott-Wellen.

  8. Moderation
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von Antje3 Beitrag anzeigen
    Und jetzt werde ich ganz böse, unwissenschaftlich und politisch unkorrekt:

    Viele Finanzblogs bestehen gerade mal ein paar Jahre und werden von jungen dynamischen gut verdienenden Single-Männern betrieben, die Börse nur aus Zeiten "es geht immer aufwärts" kennen und nun glauben, weil ihr Depot im Plus steht, haben sie die Weisheit mit Löffeln gefressen.
    Ja, und der Hochmut darin ist ansteckend. Selbst Leute, die anfangs cool sind, scheinen mir nach ein paar Jahren in der Szene dazu überzugehen, andere Lebensrealitäten als "selber schuld" zu betrachten.

    Wenn ich die Jungs lese, kommt mir schon der Gedanke, "Dienstmädchenhausse" und ich betrachte fragend meine Anlagestrategie.... Trotzdem, man kann einiges an Vertrautheit mit Begriffen und Konzepten aus den Blogs aufsaugen. Man sollte nur nicht zu viel von der Weltsicht naschen.

    Wenn frau sich an Finanzforen aktiv beteiligen will, empfehle ich einen mindestens neutralen Namen, und Sorgfalt beim Erstellen von Postings. Sonst hält man sich soviel mit Nebenkriegsschauplätzen auf.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
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  9. Avatar von Antje3
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Genau das ist meine Erfahrung - in sehr vielen Finanzforen wird subtiler und nicht ganz so subtiler Sexismus betrieben.

    Die können seitenweise über Marginalien salbadern - und das Thema von jeder Seite und von innen nach außen und wieder zurück beleuchten - aber wenn jemand mit einem Frauennamen eine Frage stellt oder einen Beitrag postet, wird das entweder nichtmal beantwortet oder aber abgetan mit der überheblichen Attitüde "Frauchen, die die Schmukasse vom Haushaltsgeld anlegen will".

    Das ist mit Sicherheit der auslösende Punkt für diverse Frauenfinanzblogs gewesen. Ich persönlich bin absolut nicht der Meinung, daß man per se Frauenfinanzblogs bräuchte - es gibt an dem Thema generell nichts geschlechtsspezifisches. Geld an und für sich ist neutral.

    Gebraucht werden diese Blogs, was es ein Raum ist, in dem sich Frauen für ihre Fragen nicht blöd vorkommen müssen.

    Ich LESE auf ganz vielen Finanzseiten. Aber ich beteilige mich höchst selten aktiv. Wie gesagt - als doof darstellen lassen - dazu brauch ich niemanden. Und ich bin über 50 - sorry, daß ich Aktienhandel nicht mit der Muttermilch aufgezogen habe - als ich mit dem Geld verdienen begonnen habe und meine Finanzen in die Hand genommen hatte gab es schlicht und ergreifend mache Produkte überhaupt nicht - und manches war Kleinverdienern tatsächlich nicht so ohne weiteres und vor allem "gebührenarm" nicht zugänglich.

    Damals war der Nennwert von Aktien üblicherweise 50 DM - und die hatten dann oft einen Kurswert pro Stück, der für mich mit kleinem Einkommen schwer "kaufbar" gewesen wären - und machen wir uns nichts vor - alle halbe Jahr 1 Stück kaufen wäre auch eher unwirtschaftlich gewesen...

    Das war ja mit ein Grund, warum man die Nennwerte "verkleinert" hat - um Otto Normalverbraucher den Aktienmarkt erreichbarer zu machen (und natürlich um das Geld der Kleinanleger abzugreifen).

    Aber zurück zu den Investoren aus dem Kinderzimmer: Klar - ich kann leicht eine Sparquote von 70 % rausposaunen, wenn meine größte Monatsausgabe mein Kantinenmittagsessen ist - weil ich keine Lebenshaltungskosten, Kita-Kosten etc. habe....

    Das ist das absolut positive hier in Bereich Finanzen - man wird offen aufgenommen, bestärkt, daß jede Frau auch mit kleinestem Monatseinsatz etwas für sich bewirken kann und damit schon einen Schritt weiter ist auf dem Weg zur finanziellen Freiheits. Schwellenangst vor der Aktie oder dem Depot oder dem ETF erstmal überwinden. 25 € tun meist nicht weh - aber damit kann man üben. Es funktioniert nicht anders, wenn man an die 25 € eine Null dranhängt...

    Von Büchern mit 7 Siegeln öffnen sich hier nach und nach immer ein weiteres.

    Hier sind viele in ganz unterschiedlichen Stadien - und keine Frage ist doof - sie ist einfach eine Frage, die man beantwortet haben möchte. Und ehrlich - kaum ein Problem ist so exklusive, als daß man die erste wäre, die damit konfrontiert worden wäre. Irgendwo wartet die VERSTÄNDLICHE Antwort!
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  10. Moderation
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    AW: Finanzen - wie aufstellen, was wissen?

    Zitat Zitat von Antje3 Beitrag anzeigen
    Und ehrlich - kaum ein Problem ist so exklusive, als daß man die erste wäre, die damit konfrontiert worden wäre. Irgendwo wartet die VERSTÄNDLICHE Antwort!
    Auf musicducks Frage, ob man das im Studium lernt, ist mir noch eingefallen:

    Im Informatikstudium nicht! Aber im Mathe-LK in Bundesländern ohne Zentralabitur hat man eine Chance, wenn man den Lehrer nett fragt, ob er in dem geplanten Kurs für angewandte Mathematik auch ein Kapitel "Finanzmathematik" einschieben möchte. Ist zwar nicht ganz das Niveau eines Mathe-LK (entweder viel zu flach oder viel zu speziell), aber man hat mal zehn bis 15 Stunden, um die Begrifflichkeiten und unterliegenden Methoden zu sehen. Schadet nicht!

    Ich weiß aber von keinem sonst, der das mal gemacht hätte. Wir hatten wohl günstige Umstände.
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