+ Antworten
Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 11 bis 18 von 18
  1. Avatar von Nocturna
    Registriert seit
    29.09.2005
    Beiträge
    13.118

    AW: Finanzgeplauder oder "Was mache ich mit dem Geld"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Meine Gegend ist recht attraktiv, mein Mann und ich werden dort auch bleiben. Wir sind beruflich ziemlich sicher im Sattel. Auch das kann sich ändern, aber es ist schon sehr, sehr unwahrscheinlich. Dazu gehe ich davon aus, dass die Preise für Immobilien bei uns noch steigen.
    Ist dir bewusst, dass die Miete in den vielen Jahren, die noch vor euch liegen, steigen wird?
    Ich habe dir einfach mal ein kleines Beispiel verlinkt. Ich habe eine fiktive Miete von 750 Euro kalt genommen und bis zum Alter von 85 Jahre kalkuliert, was wir ja alle gern erreichen würden. Du hast also bis zum 85. Lebensjahr 717.184 Euro bezahlt, wenn die Miete alle 5 Jahre um 10 Prozent steigen würde.

    Jetzt kannst du gegenrechnen. Was kostest dich eine vergleichbare Immobilie zum Kauf, bis du sie final getilgt hast. In sehr hochpreisigen Gegenden kann die Kalkulation tatsächlich zugunsten einer Mietwohnung ausgehen.

    Aber wirf nochmal einen Blick ganz unten auf die Tabelle, wo steht, dass die prognostizierte Miete bei über 1700 Euro liegen wird. Und dann wirf auch noch einen Blick auf deine Rentenauskunft und schau, was dir/euch zum Leben bleibt.

    Ich rate dir nicht unbedingt zum Kauf einer selbstgenutzten Wohnung oder einer vermieteten Immobilie, aber ich rate euch dringend für die viel zitierte und gern missachtete Versorgungslücke zu sparen, die sich im Rentenalter auftun wird. Ob du nun eisern Geld jeden Monat zur Seite legst und auch jahrzehntelang nicht antastest, eine Wohnung vermietest oder in Wertpapiere gehst, ist allein deine Entscheidung. Aber jetzt die günstigen Mietkonditionen abzugreifen und für später nichts zurücklegen, wäre der schlimmste Fehler.

    Du wirst es nicht gerne hören, aber jetzt ist der Zeitpunkt eisern zu sparen und jeden Cent wegzulegen, sofern ihr in der Lage seid. Der Zinseszinseffekt wird es euch danken und während andere Richtung 60 die Panik bekommen, wird sich eure finanzielle Lage entspannen. Ach ja, die Voraussetzung ist natürlich, dass das Geld renditeorientiert angelegt ist. Spielereien wie „junge Aktien“ sollten da im Promillebereich liegen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”


  2. Registriert seit
    20.01.2019
    Beiträge
    644

    AW: Finanzgeplauder oder "Was mache ich mit dem Geld"?

    Auch ich sehe junge Aktien als zu riskante Variante. Man kann Glück haben, aber warum Geld, was man hat, zum Spielball des Glücks machen lassen?

    Bei all den Überlegungen finde ich, kann eine Sache vergessen werden: Was ist, wenn die Dinge anders kommen? Was, wenn eine schwere Krankheit, ein Unfall all die Pläne zunichte machen?
    Klar, das wünscht sich niemand. Aber es kann passieren.
    Dagegen kann man sich einigermaßen finanziell absichern: mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
    Wenn man jung ist, ist so eine Versicherung nicht so teuer. Ich finde, sie ist Pflicht.
    Und auch über eine Unfallversicherung kann man zumindest nachdenken.

  3. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    34.233

    AW: Finanzgeplauder oder "Was mache ich mit dem Geld"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dass ein ETF weniger zeitlichen Aufwand und Papierkram bedeutet als eine Wohnung habe ich verstanden. Aber wirklich "sicherer" ist der doch auch nicht, oder??
    Naja, du hast keine Mieter, die dir die Miete schuldig bleiben, keine Weltkriegsbombe unter dem Fonds, keinen unerwartetn Ausbau der netten kleinen Spielstraße zur Hauptverkehrsstraße mit 150T Euro Kosten pro Haus, keine Asos in der Nachbarschaft, keinen Abwind von der neuen Müllverbrennungsanlage, keinen Blitzschlag oder Erdsenkungen...

    Was natürlich passiern kann, ist, daß die Weltrevolution kommt, die Umwertung aller Werte stattfindet und alle größeren Firmen verstaatlicht und ihre Eigentümer enteignet werden. Oder daß der Klimawandel das gesamte dominante irdische Wirtschaftsmodell mitsamt der zugehörigen Zivilisation in den Abgrund reißt. Ob es dann aber den Immobilieneignern besser geht? Anlage in Produktionsmitteln erfordert ein bißchen Optimismus, der Pessimist kauft Gold, Waffen, Lebensmittel und ein Gartengrundstück.



    Nee, jetzt mal ohne Ambitionen als Autorin von Zukunftsromanen, (große, diversifizierte) ETFs und Immobilien können beide Gewinne einfahren, können beide Verluste einfahren, und werden kaum ihren Wert komplett verlieren. Fonds sind weniger Aufwand und erfordern weniger laufende Investitionen, Immobilien haben einen Gebrauchswert.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weiß jemand zufällig, welchen Einfluss die Finanzkrise 2008 auf den Ballungsraum München hatte? Wurden die Wohnobjekte dort dann auf einmal deutlich günstier???
    Nicht sichtbar in den Grafiken, höchstens Effekte, die auch Rauschen sein können.

    Allerdings: Von 2006 an begannen die Zinsen zu steigen. Das hätte auf mittlere Sicht wahrscheinlich die Preisentwicklung bei Immobilien in Boomgegenden gebrenst. Aber dann kam die Finanzkrise, die EZB senkte den Leitzins aufs Bodenblech, und anders als in USA platzten nicht haufenweise die Immoblienkredite nervöser Banken, statt dessen wurden die Banken und die Häuslebauer gerettet. (Das spricht für Immobilien: Immobilienbesitzer sind eine Wählergruppe, mit der die Politik keinen Ärger will!). Das Durchschnittseinkommen setzte 2009 eine Runde mit dem Steigen aus und macht dann weiter. Die Krise traf andere Länder.

    Unter Spekulationsgesichtspunkten solltest du bedenken, daß da, wo schon viele Reibach gemacht haben, für Späteinsteiger nicht mehr viel zu holen ist. Die Frage ist , wieviel Luft nach oben gibt's in München? Wenn man das Niveau in London, Paris oder New York betrachtet, ist München ein Schnäppchen. Aber wenn man Grund zu der Annahme hätte, daß die Bestandsimmobilienpreise in, sagen wir, Bottrop in den nächsten 10 Jahren auf 3T Euro den qm steigen... da müßten die in München auf (je nach Ecke) bis zu 20T steigen, damit man genausoviel Gewinn machen kann.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Wildwusel
    Guckst Du bei Aktien vor allem auf die Dividende, bei ETFs nutzt Du die "ausschüttenden" (nicht die thesaurierenden)? Stichwort Cashflow.
    Ich bevorzuge ausschüttende Fonds, da sie es mir leichter machen, zu re-balancen, und ich es befriedigend finde, zu sehen, daß Geld aufs Konto kommt.
    Zur Sicherstellung von Liquidität verlasse ich mich aber nicht auf Dividenden und Zinserträge, sondern auf Geld auf dem Konto, Tagesgeld, und Festgeld mit baldiger Fälligkeit.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Inaktiver User

    AW: Finanzgeplauder oder "Was mache ich mit dem Geld"?

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Ist dir bewusst, dass die Miete in den vielen Jahren, die noch vor euch liegen, steigen wird?
    Klar. Und ich kenne auch diesen Rechner, trotzdem Danke für die Verlinkung. Ich komme auf einen nicht ganz so hohen Betrag, und es ist so, dass die Immobilien, die mich interessieren, ungefähr in dem Bereich liegen, den wir bis in die 80er Jahre unseres Lebens an Miete bezahlen würden. Mit Steigerungen. Also wäre das derzeit eine +-0 Geschichte, wenn es denn wirklich so kommt.

    Das Problem ist einfach - bei einer selbstgenutzten Immobilie - dass wir keine finden. - Oder ggf. noch mal mit anderen Kriterien suchen, aber ich habe einfach keine Lust mich zu "verschlechtern" ... daher auch die Überlegung eine kleinere, günstigere Wohnung zu kaufen, zu vermieten und dann im Alter selbst zu nutzen.

    ** In 50 Jahren muss man aber auch sagen, werden viele von den Babyboomern nicht mehr unter uns weilen. Stichwort demograpischer Wandel. Ich glaube, dass das auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Preise haben wird.

  5. Inaktiver User

    AW: Finanzgeplauder oder "Was mache ich mit dem Geld"?

    Zitat Zitat von putulu Beitrag anzeigen
    Dagegen kann man sich einigermaßen finanziell absichern: mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
    Wenn man jung ist, ist so eine Versicherung nicht so teuer. Ich finde, sie ist Pflicht.
    Und auch über eine Unfallversicherung kann man zumindest nachdenken.
    Check und Check. Beides vorhanden und eine sogar Kapitalbildend.

  6. Inaktiver User

    AW: Finanzgeplauder oder "Was mache ich mit dem Geld"?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen



    Ich bevorzuge ausschüttende Fonds, da sie es mir leichter machen, zu re-balancen, und ich es befriedigend finde, zu sehen, daß Geld aufs Konto kommt.
    Zur Sicherstellung von Liquidität verlasse ich mich aber nicht auf Dividenden und Zinserträge, sondern auf Geld auf dem Konto, Tagesgeld, und Festgeld mit baldiger Fälligkeit.
    Danke Wildwusel.

    Ich merke, ich suche die Immobilie weniger zur Rendite (wäre natürlich auch schön, wenn), sondern als potentielle Altersvorsorge im Hinblick auf Mietfreiheit.

    Ich glaube, ich werde das machen. Kleine Mietwohnung kaufen, die hübsch ist und am besten Erdgeschoss. (Ist eh günstiger, vielleicht auch schwieriger zu vermieten, aber ich will im Alter keine Treppen steigen - und die Gesellschaft wird ja tendenziell auch älter ...)

    Anderer Teil Vermögen in ETF - ausschüttend -, vielleicht reduziere ich dafür auch noch mein Aktienportfolio ...

    Na, ich muss mal rechnen mit spitzer Feder.

    Und sollte - SOLLTE - uns dann doch noch eine schöne Wohnung über den Weg laufen, dann wird sich das auch irgendwie finanzieren lassen.

    Wie flexibel ist das Geld im ETF? Gibt es da Kündigungsfristen? Oder von Fonds zu Fonds verschieden? (Das weiß ich nicht, da ich bisher nur in Aktien investiert bin.)

  7. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    34.233

    AW: Finanzgeplauder oder "Was mache ich mit dem Geld"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie flexibel ist das Geld im ETF? Gibt es da Kündigungsfristen? Oder von Fonds zu Fonds verschieden? (Das weiß ich nicht, da ich bisher nur in Aktien investiert bin.)
    Wenn du eine Verkaufsorder gibst, daß an der Börse verkauft werden soll, ist das Geld normalerweise zwei Werktage später auf dem Konto. (Manchmal auch eher.)

    Rückgabe an die Fondsgesellschaft habe ich bis jetzt nur mit gemanagten Fonds gemacht, das kann etwas länger dauern, habe ich den Eindruck -- also auch mal drei oder vier Werktage.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. Inaktiver User

    AW: Finanzgeplauder oder "Was mache ich mit dem Geld"?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn du eine Verkaufsorder gibst, daß an der Börse verkauft werden soll, ist das Geld normalerweise zwei Werktage später auf dem Konto. (Manchmal auch eher.)

    Rückgabe an die Fondsgesellschaft habe ich bis jetzt nur mit gemanagten Fonds gemacht, das kann etwas länger dauern, habe ich den Eindruck -- also auch mal drei oder vier Werktage.
    Aber das ist ja nun wirklich noch im Bereich des "Liquiden" - Danke für die Info!

    Ich habe gerade auch noch mal recherchiert und mir ist eingefallen, dass es damals (also vor knapp zwei Jahren) nicht nur die Langeweile war, die mich vor den ETFs abgehalten hat, SONDERN

    Ich wollte wissen, wo mein Geld investiert ist. Stichwort "Ethik".

    Mittlerweile hat sich da richtig was getan, wie schön! Sodass ich dann wohl auch zugreifen werde.

    Den Aktien, die bei mir gut performen, bleibe ich aber wohl trotzdem weiterhin treu. Die nicht so guten (ein wenig Crab war dabei, aus Erfahrung lernt man) und den anderen Teil des Vermögens packe ich in einen(?) oder mehrere(???) ethischer ETFs.

    Mir ist klar, dass auch die ethisch gut bewerteten sicherlich so ihre Schlupflöcher haben, aber das ist mir schon einmal lieber als "alles andere". ---

    Dann werde ich die Tage mal einen Markler beauftragen mir eine Wohnung zu suchen. Die muss man ja eh bezahlen und dann kann ich mir die Recherche sparen. Die sollen ruhig auch mal arbeiten für ihr Geld.

    Ja, ich merke, es wird wohl BEIDES werden. Eine gute Anlage im ETF (wohl der Hauptbatzen), einige Aktien (die gut performen) und die Wohnung.

    Und damit ist es dann auch erstmal gut!

    Gute Nacht allerseits und habt herzlichen Dank für eure tollen Tipps!

+ Antworten
Seite 2 von 2 ErsteErste 12

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •