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  1. Inaktiver User

    Aktienfond-Ärger

    Ihr lieben Anlagespezialisten hier,
    nun komme ich auch mal mit einigen wahrscheinlich ziemlich dummen Fragen. Vielleicht könnt ihr mir helfen.

    Ich habe vor etlichen Jahren schon mal Aktienfond-Anteile gekauft, die inzwischen gut zugelegt haben. Nun habe ich Donnerstag vor einer Woche neue Anteile bei meiner Online-Bank geordert (bei der auch die schon vorhandenen Anteile im Depot liegen, das Depot ist kostenlos). Die Mitarbeiterin der Wertpapierabteilung sagte mir am Telefon, die Anteile würden am Freitag geordert, und ob mir klar sei, dass am Freitag der Kurs etwas gestiegen sein könnte. Ich sagte ja, das sei mir klar. Donnerstag stand der Kurs bei 182 Euro und nochwas, Freitag sollte er, wenn nicht sonstwas stattfinden würde, bestensfalls ein bißchen höher sein. Das war o.k. für mich.

    Nun kriege ich heute die schriftliche Bestätigung für die ausgeführte Order. Sie wurde am Montag darauf ausgeführt, nicht am Freitag, und am Montag stand der Kurs bereits bei über 190 Euro pro Anteil. Als ich bei der Bank anrief und fragte, wieso Montag erst, wurde mir gesagt, am Freitag sei es wegen eines Betriebsausflugs nicht möglich gewesen. Wie bitte???!!! Ich zahle also über 8 Euro pro Anteil mehr, nur weil die Bank auf Betriebsausflug war und man mir das am Donnerstag, also einen Tag vorher, nicht mitteilen konnte?! Ich hatte 26 Anteile geordert, d.h. ich zahle also über 200 Euro mehr für die Anlage, nur weil die Bank die Order verzögert ausgeführt hat. Das kann doch nicht wahr sein.

    Der zweite Ärger (über den die Bank mich allerdings vorab klar informiert hat) ist der Ausgabeaufschlag. Der macht für meine Anteile 235, 56 Euro aus. Wieso ist der so hoch, und wofür muss man das überhaupt zahlen? An die Bank, dass sie so gnädig ist, für mich eine Order auszuführen? "Handelsmarge" steht auf dem Schreiben. Ist das einfach blöd gesagt so eine Art Vergütung für die Bank, dass sie Ordern für mich ausführt? Kann man diese hohen Ausgabeaufschläge irgendwie umgehen und direkt ordern, geht das bei Aktienfonds und wenn ja, wie und wo?

    Ich habe nun für diese einmalige Anlage insgesagt also fast 450.- Euro in den Sand gesetzt, einfach durch den Kauf der Anteile. Dafür muss ich lange warten, bis die Aktienfondanteile diese 450. - Euro an Rendite durch Kurssteigerungen wieder reinbringen! Für mich rechnet sich diese Anlage als absoluter Reinfall, nicht wegen des Kurswerts des Fonds, sondern wegen der hinausgeschmissenen Gelds für die Kosten und wegen der Verzögerung der Order.

    Ehrlich gesagt macht Geldanlage in Form von Aktien(fonds) auf diese Weise überhaupt keinen Spaß. Da hätte ich weniger Geld verloren, wenn ich die angelegte Summe unterm Kopfkissen aufbewahren würde.


  2. Registriert seit
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    AW: Aktienfond-Ärger

    Wenn man bei einer Online-Bank ist, erteilt man den Auftrag normalerweise auch online. Dann wird er je nach den Orderzusätzen sofort oder später ausgeführt, bei Fonds dann je nach Cut-Off-Time erst am nächsten Tag. Wenn Du den Auftrag so erteilst, dass er von einem Mitarbeiter manuell erfasst werden soll, musst Du mal in den Unterlagen Deiner Bank schauen, welche Bearbeitungszeiten die vorgeben.

    Ich kann mir aber ehrlich gesagt keine Bank, die mal eben wegen Betriebsausflug komplett zumacht. Was ist das, eine Privatbank mit 20 Mitarbeitern?

    Über den Ausgabeaufschlag informiert der Verkaufsprospekt des jeweiligen Papieres.

    Das ist übrigens ein Fond.
    Geändert von astronaut (21.07.2018 um 17:01 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Aktienfond-Ärger

    Ich habe die Order telefonisch erteilt, nicht online, und mir wurde klipp und klar gesagt, dass die Order nicht mehr am Donnerstag (also sofort), sondern erst am Freitag ausgeführt werden kann. Freitag - nicht Montag. Hätte mir die Mitarbeiterin am Telefon gesagt, dass die Order erst am Montag ausgeführt werden kann, hätte ich den Auftrag nicht erteilt, sondern erst mal abgewartet, wie sich der Kurs bis Montag entwickelt, und ob ich dann immer noch kaufen möchte. Dann hätte ich ggfs. am Montag den Auftrag erteilt. Aber so, wie es gelaufen ist, war es nicht in Ordnung, und es hat mich 200.- Euro mehr gekostet.

  4. Inaktiver User

    AW: Aktienfond-Ärger

    Zitat Zitat von astronaut Beitrag anzeigen

    Das ist übrigens ein Fond.
    Witzig. Ist doch immer schön, sich über andere wegen einem Schreibfehler lustig zu machen, nicht wahr? Gibt einem was.


  5. Registriert seit
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    AW: Aktienfond-Ärger

    Zitat Zitat von Vigdis Beitrag anzeigen
    Ich habe die Order telefonisch erteilt, nicht online, und mir wurde klipp und klar gesagt, dass die Order nicht mehr am Donnerstag (also sofort), sondern erst am Freitag ausgeführt werden kann. Freitag - nicht Montag. Hätte mir die Mitarbeiterin am Telefon gesagt, dass die Order erst am Montag ausgeführt werden kann, hätte ich den Auftrag nicht erteilt, sondern erst mal abgewartet, wie sich der Kurs bis Montag entwickelt, und ob ich dann immer noch kaufen möchte. Dann hätte ich ggfs. am Montag den Auftrag erteilt. Aber so, wie es gelaufen ist, war es nicht in Ordnung, und es hat mich 200.- Euro mehr gekostet.
    Wann hast Du Donnerstag da angerufen, nachmittags nach 13:30? Dann ist es zwar richtig, dass die Order erst am Freitag ausgeführt werden kann, man muss aber natürlich nicht bis Freitag warten, um sie zu erfassen.

    Tut mir Leid, die von Dir beschriebene Situation ist für mich nicht nachvollziehbar.

  6. Avatar von Nocturna
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    AW: Aktienfond-Ärger

    Zitat Zitat von Vigdis Beitrag anzeigen
    Als ich bei der Bank anrief und fragte, wieso Montag erst, wurde mir gesagt, am Freitag sei es wegen eines Betriebsausflugs nicht möglich gewesen.
    Krasse Sache.
    Es kommt darauf an, wie viel Energie du in die Sache setzen willst, aber du kannst die Sache natürlich eskalieren lassen. Mündliche Beschwerde – schriftliche Beschwerde – Ombudsmann der Bank (= außergerichtliche Schlichtungsstelle).

    Zitat Zitat von Vigdis Beitrag anzeigen
    Der zweite Ärger (über den die Bank mich allerdings vorab klar informiert hat) ist der Ausgabeaufschlag. Der macht für meine Anteile 235, 56 Euro aus. Wieso ist der so hoch, und wofür muss man das überhaupt zahlen?
    Der Ausgabeaufschlag wird von den Kapitalgesellschaften erhoben für Vertrieb und Verwaltung. Er fließt den Vertriebspartnern zu - deiner Bank - und trägt nicht zur Wertentwicklung des Fonds bei, verlorenes Geld also. Die Kosten variieren je nach Fondsgesellschaft, von 0 bis 5 Prozent kommt alles vor.

    Ein Ausgabeaufschlag ist lästig, wenn man aber ganz spezielle Gründe hat, genau diesen Fonds zu wollen, der nicht ohne Gebühren daherkommt, dann muss man das akzeptieren. Immerhin, schlimmer als dieser einmalige Abzug bei Erwerb eines Fonds sind die dauerhaften Gebühren, die ein Fonds verursacht und die mit der Kennzahl TER gemessen werden. Dauerhaft hohe laufende Kosten beeinflussen die Rendite deutlich mehr als ein einmalig hoher Ausgabeaufschlag. Wenn du einen gut performierenden Fonds hast, der vergleichbare Fonds übertrifft, dann kann sich das immer noch rentieren.

    Wenn ich dein Anlageverhalten, die Anlagedauer und dein Ziel kennen würde, das du verfolgst, könnte man sicher optimieren. Die Frage ist nur, ob du dich soweit mit der Materie beschäftigen willst oder dann lieber doch bei deiner Hausbank bleibst, wo es nicht optimal läuft, aber noch besser als wenn man nur auf Tages- oder Festgeld setzt.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

  7. Moderation
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    AW: Aktienfond-Ärger

    Vigdis, Börsen arbeiten nicht rund um die Uhr an allen Tagen. Du kannst "Handelszeiten (Name der Börse)" googeln. Dein Broker, in dem Fall die Bank, geht auch nur an die Börse (oder zur Fondsgesellschaft) um deine Order auszuführen.

    Daß sie das allerdings per Hand machen, finde ich irritierend.

    Ich würde von einem Online-Depot erwarten:
    - Ich kann meine Orders online von zuhause aus tätigen
    - Ich kann den Handelsplatz wählen (Tradegate ist z.B. am Wochenende aktiv), bzw entscheiden, bei der Fondsgesellschaft zu kaufen. (google mal "außerbörslich")
    - Ich kann ein Limit setzen, damit ein unerwarteter Kursanstieg nicht bedeutet, daß meine georderten Papiere mehr kosten, als ich gerade flüssig habe.


    Kläre mal mit der Bank, der Website oder dem Kleingedruckten, ob du diese Möglichkeiten hast, und wenn nein, frag, ob sie hergestellt werden können. Konditionen lassen sich ändern, oft gibt es verschiedene Modelle.

    Kosten eines Handels, die dir in Rechnung gestellt werden, sind:
    - Brokergebühren/Provision -- das kriegt die Bank, wenn sie welche erhebt.
    - Ausgabeaufschlag (nicht, wenn du an der Börse kaufst) -- [korrigiert] ]das kriegt die Fondsgesellschaft für den Aufwand, den Fond zu basteln und zur Verfügung zu stellen.[korrigiert ende]
    - Abwicklungskosten und Transaktionsentgelt (nicht, wenn du bei der Fondsgesellschaft kaufst) -- das kriegt die Börse.
    Ein günstiger Trade hat mMn Kosten von unter 0,5%. Kleine Trades sind oft teurer.

    Mir ist allerdings im Laufe der Jahre aufgefallen, daß zu enge Limits für mich eine Dummheit sind. Ich will a) diese Papiere haben, und b) sie 20 Jahre halten. Würde ich sie wirklich nicht mehr haben wollen, nur weil sie gerade gestiegen sind? Was mach ich sonst mit dem Geld, das ich für die Order bereitgelegt habe -- auf dem Girokonto verschimmeln lassen? Ich kann natürlich ein kleines Market Timing versuchen und kaufen, wenn's dann wieder ein bißchen gefallen ist, aber wer sagt mir, daß es dann nicht weiter fällt? Oder daß es jetzt nicht weiter steigt?

    Also, kein Streß. Kursanstiege sind keine schlechte Sache, sie kommen nur manchmal ungelegen. Was du vermeiden kannst, sind (meistens) Ausgabeaufschläge, hohe jährliche Verwaltungsgebühren und Erfolgsprämien für das Fondsmanagement, und hochspekulative Anlagen mit extremen Schwankungen. Aber daß Papiere steigen und fallen -- das liegt in ihrer Natur.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (22.07.2018 um 14:34 Uhr) Grund: sinnentstellenden Copypastefehler korrigiert.

  8. Moderation
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    29.617

    AW: Aktienfond-Ärger

    Fonds vs. Fond: Beides stammt aus dem Französischen und hat m.W. etymologisch die gleiche Wurzel (Boden, Grundlage, lat. fundum). Das Endungs-s im Singular, das Vorräte und Häufungen von Suppen und Rücksitzen unterscheidet, kam im 18. Jahrhundert auf. Im englischen ist der Singular dagegen "fund", plural "funds". (Grüße vom DWDS. )

    Da die Behandlung von Lehenswörtern im Deutschen eigenwillig und ein bißchen zufällig ist, sollte man das sich-daran-aufhängen den Philologen überlassen.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Inaktiver User

    AW: Aktienfond-Ärger

    @wildwusel, danke für deine Erklärungen und Infos!

    Du hast völlig recht, wenn man es mal ganz sachlich unvoreingenommen betrachtet: Aktien (oder Anteile) kauft man, um sie lange im Depot liegen zu lassen, nicht um in zwei oder drei Jahren das Geld wieder zu brauchen und dann auf Gedeih und Verderb Verluste hinnehmen zu müssen. Insofern ist es eigentlich egal, wenn man Aktienfondsanteile etwas teuerer kauft, als man geplant hat. Ich hätte ja auch warten können, bis der Kurs dieses Fonds wieder stark sinkt, aber wann das ist, weiß natürlich auch kein Mensch, genauso wenig wie man weiß, wann die Kurse wie hoch ansteigen. Sonst wäre die Anlage ja auch nicht als "risikoreich" eingestuft.

    Es ist halt blöd, wenn man nur eine bestimmte Summe zur Verfügung hat (in meinem Fall war es zu 50% eine unerwartete Nachzahlung aus meinem früheren Leben und zu 50 % Geld von meinen sehr überschaubaren Ersparnissen), die ich deswegen in dieser Form anlegen wollte, weil ich es für meine Altersvorsorge "außer Reichweite" bringen und nicht in Versuchung kommen wollte, es für Alltagskatastrophen und die üblichen Notfallsituationen (WaMa etc). ausgeben zu können. Da machen ein paar hundert Euro Ausgaben, die nicht in den Fondsanteilen stecken, schon momentan gefühlsmäßig was aus. Ich habe fast keine Altersvorsorge (ging bisher finanziell nie und geht auch jetzt in meiner neuen Situation erst recht finanziell nur sehr schwer) und werde mal nur eine sehr kleine Rente erhalten, so dass die Entscheidung, nehme ich Geld jetzt für das Abfedern finanzieller Härten oder verzichte ich jetzt darauf, um es in zehn, fünfzehn Jahren als Aktienfondsanteile auf der hohen Kante zu haben, schon schwer fällt.

    Na, egal, der Kauf ist abgewickelt, und ich werde mich bei meiner Bank wie von dir geraten nächstens mal kundig machen über die Konditionen und Provisionen usw. Vielleicht kann ich ja, falls ich mal wieder das Glück habe, etwas Geld fürs Alter anlegen zu können, günstigere Bedingungen aushandeln.

  10. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    29.617

    AW: Aktienfond-Ärger

    Vigdis, ich seh gerade, ich habe einen Satz zweimal geschrieben in der Kostenauflistung, und einmal an der falschen Stelle. Ist jetzt korrigiert.

    Als Privatkunde ohne -zig Millionen Vermögen kann man nicht besonders viel über Konditionen verhandeln,aber man kann unter den angebotenen Modellen eines finden, das tut, was man möchte. Manchmal muß man dafür die Depotbank/den Broker wechseln: Wer z.B. bei einer reinen Online-Bank ist aber dennoch per Telefon ordern will, zahlt oft haarsräubende Aufschläge.

    Gerade bei persönlicher "Beratung" -- nichts unterscheiben, was du nicht verstehst, schon gar nicht gleich an Ort und Stelle, und überhaupt nicht, wenn die Unterschrift heißt, daß du was kaufst.

    Viel Erfolg!
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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