Hallo liebes Forum,
ich habe hier natürlich schon ab und zu mitgelesen, aber irgendwie überfordert es mich gerade, die Thematik rational und sinnvoll anzugehen.
Im Rahmen des Angebots der C.ommmerzbank mit einer Wechselprämie von 1200 € ab 125k beschäftige ich mich gerade (endlich) mal mit dem Thema, denn bisher liegt das Geld unverwaltet und nicht angelegt seit längerem auf einer anderen Bank.
Vielleicht kurz die Eckpunkte:
- die 100k sind nicht das gesamte Kapital sondern ca. 1/3.
- ich habe keinen Immobilienbesitz,
da ich aber nicht weiss, in welcher Gegend ich bleibe oder lande, scheint mir das momentan (leider) nicht sinnvoll- und eine Eigentumswohnung als reines Kapital- und Rendite-Objekt erscheint mir mit den ganzen Unwägbarkeiten zu riskant.
- ich weiss nicht, ob ich mich im Zeitfenster 2-5 Jahre beruflich und privat extrem verändern werde, möglicherweise steht eine privat finanzierte Umschulung an, im bisherigen Beruf kann ich langfristig (10 Jahre +) nicht weiterarbeiten, diese würde ca. 10-15T€ kosten.
Das ist leider alles unsicher, das ist auch der Grund, warum ich mich bisher nie entscheiden konnte, das Geld zu investieren.
Mir wurde ein Prämien-Depot mit 1,07 % angeboten.
"Das PremiumDepot – Flat-Rate mit vielen Extras
Exklusive Beratung
Volumenbezogener Festpreis
Keine Transaktionskosten"
was laut Aussage des Beraters für mich am sinnvollsten und günstigsten wäre, gerade weil ich in Aktien ja erst einsteigen will und diese so günstiger erwerben kann als mit den normalen Bankaufschlägen.
Falls ich das überhaupt richtig verstehe, würde das bedeuten, dass ich im ersten Jahr durch die Wechselprämie kaum Kosten/Ausgaben hätte, wenn ich einmalig anlege.
Dazu gleich noch eine Frage:
Kann man mit seinem Aktiendepot dann später zur Not umziehen, wohin man will oder ist man dann an eine Bank gebunden, weil man über sie erworben hat?
Ich gehe davon aus, wüsste das aber natürlich gerne sicher.
Nun wurde ich also beraten und es kristallisierte sich folgendes raus,
seine Empfehlungen:
ca. 1/3 in den AllianzSchatzbrief:
da wurde mir eine Berechnung gezeigt, dass bei 30T€ in 12 Jahren mit (mind. so der Berater) ca. 41.000 zu rechnen sei.
Vorteil: Aufstocken und Abziehen von Teilbeträgen in der Laufzeit jederzeit möglich, Auszahlung als Rente oder einmal, steuerliche Vorteile in Bezug auf die Steuer auf die Gewinne.
(An diese 30k käme man also als Notgroschen nach einiger Zeit ohne Verlust jederzeit wieder ran).
50k in ETFs und Aktien-Einzelwerte,
nach meinem Wunsch möglichst welche mit Dividenden, darüber gibt es eine weitere Beratung übermorgen, daher heute meine Frage.
20k dann als sogenanntes "Risiko-Spielgeld" in eine Aktie, die er wohl gar nicht empfehlen darf, aber deren Verlauf insgesamt für mich durchaus überzeugend aussieht, wir kamen im unserem Gespräch darauf:
CARMIGNAC PATRIMOINE Fonds Kurs | A0DPW0 | FR0010135103 | finanzen.net
Wenn ich mit 125k umziehe:
25k würde er erstmal parken, weil er meinte, zum Spätsommer/Herbst ergeben sich meist nochmal bessere Aktien-Einstiegsoptionen.
Wie geschrieben, ich habe dann immer noch ca. 175T, über deren Anlage und sinnvolle Investition ich mir Gedanken machen muss, aber jetzt möchte ich erst mal wissen, ob ich dabei bin, was nicht so Cleveres zu tun oder ob das so als Plan insgesamt ok klingt bzw. ist.
Danke für alle Gedanken, die Ihr dazu habt und mögliche Ratschläge.
Lucia
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 32
Thema: 100(-125)k sinnvoll anlegen
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03.07.2017, 18:24
100(-125)k sinnvoll anlegen
Geändert von Lucia_ (03.07.2017 um 19:21 Uhr)
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03.07.2017, 18:59Inaktiver User
AW: 100(-125)k sinnvoll anlegen
Hallo Lucia,
vorab: Ich bin nicht besonders versiert in solchen Fragen, aber möchte Dir antworten, wie ich einer Freundin antworten würde, die mir diesen Plan schildert.
- Ich sehe zu viel mögliches Berater-Eigeninteresse.
- Mir erscheint das Konstrukt zu kompliziert und intransparent. Wonach richtet es sich, welche Einzelaktien Du kaufen wirst, rät Dir das der Bankberater?
- Es fehlt noch eine Strategie, wie Du mit Crashs und Hypes umgehen wirst.
- Ich sehe laufende Verwaltungs- und Beratungskosten; sind diese wirklich nötig?
- Bei so einer großen Anlagesumme finde ich die Wechselprämie irrelevant, sie sollte kein Entscheidungskriterium sein, stattdessen sollten das Gewinn-Verlust-Risiko passen und möglichst wenig laufende Kosten entstehen.
My two cents..., kann aber auch danebenliegen und bin daher gespannt auf weitere Antworten...
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03.07.2017, 22:18
AW: 100(-125)k sinnvoll anlegen
Galah hat schon viele Punkte angesprochen, denen ich nur zustimmen kann.
Zusätzlich bin ich skeptisch beim Allianz Schatzbrief. Du hast dein Alter nicht dazugeschrieben, aber warum möchtest du eine Rentenversicherung haben? Ich kann dir auf jeden Fall sagen, warum der Berater einen Schatzbrief verkaufen will, das liegt an der netten Provision, welche die Allianz zahlt.
Von den fehlenden Transaktionskosten profitiert man hauptsächlich dann, wenn man aktiv tradet, also öfter kauft und verkauft. Wenn du dein Depot langfristig ausrichten willst, was ich sehr empfehlen würde, dann ist es herzlich egal, ob du vor 20 Jahren nun 100 Euro mehr oder weniger gezahlt hast. Viel wichtiger wäre ein kostenloses Depot, denn die Verwaltungsgebühren kosten dich ab dem zweiten Jahr mehr als du an Transaktionskosten gezahlt hättest.
Der Carmingnac ist keine Aktie, sondern ein Fonds. Kann man haben, muss man nicht, lief eher mau die letzten Jahre. Wenn alle Empfehlungen des Beraters so aussehen, dann bin ich nicht überzeugt.
Was ich gut finde, ist dein Wunsch nach Dividenden. Ich würde noch gerne mehr schreiben, aber mein Wecker zwingt mich zur Bettdisziplin.
"Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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03.07.2017, 22:42Inaktiver User
AW: 100(-125)k sinnvoll anlegen
Neben allem, was Galah und Nocturna geschrieben haben, und das ich genauso sehe wie die beiden, fällt mir fremdverwaltetes Betongold als Vorschlag ein.
In meiner Stadt werden seit Jahren immer neue Studentenapartmenthäuser gebaut. Die einzelnen Apartments werden
- vor und während der Bauzeit verkauft
- von der KfW gefördert und somit einige Tausender billiger
- anschließend vom Bauträger sehr preiswert verwaltet, sodass die Eigentümer keinerlei Aufwand bei Vermietung, mit Mietschulden, Renovierung usw. haben.
So etwas bringt Monat für Monat um die 400 Euro Mieteinnahmen. Ich halte das für eine interessante Option. Die Apartments liegen in etwa in der Preisklasse, die du anlegen willst.
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04.07.2017, 00:36
AW: 100(-125)k sinnvoll anlegen
Ein paar unsortierte Gedanken, augehend von Zinns Posting:
Teile den Kaufpreis durch die jährlichen Einnahmen (=Mieteinnahmen minus Ausgaben für Erhalt, Verwaltung, Steuer). Bei 4K Einnahmen im Jahr (der einfachheit halber nehme ich an, daß 800 für laufende Kosten auf der Strecke bleiben) und einem Kaufpreis von 100K (Nebenkosten eingeschlossen) bist du bei 25, das ist preislich an der oberen Grenze für "lohnt sich als Anlage". (20 ist gut). Außerdem ist dein Kapital gebunden, und die Erwerbsnebenkosten lassen selbst gebührenintensive Edelpapiere mit Platinbelag preisgünstig aussehen.
Beruflicher Umstieg:
Du brauchst möglicherweise in 2 Jahren 15K Euro. Die gehören in ein Festgeld.
Generell: Halte das Geld, das du schnell oder bald (wenige Jahre) brauchst, in Tages- bzw Festgeld.
Depot:
Ob das Depot was taugt, läßt sich ohne Zahlen schwer vergleichen. Rechne mal durch, was dich deine erwartete Nutzung (mach mehrere Szenarien, falls nötig) im Jahr kostet, und vergleihe die Preise.
Ansonsten:
Wie lang ist dein Anlagehorizont? Wann erwartest du, wie viel Geld zu brauchen?
Wieviel Geld brauchst du -- kannst du das mit den Einkünften aus deinem Vermögen abdecken, oder must du ans Kapital?
Wo ist der Rest des Vermögens -- solltest du diversifizieren?
Wie ist deine Immobilienplanung? (Das ist ein entscheidender Faktor. Keine langfristigen Anlagen, wenn du planst, mittelfristig eine Immobilie zu kaufen!)
Kaufanreize:
Wechselprämien, steuerliche Vorteile und Auszahlungen in Naturalien sollten nie ausschlaggebend dafür sein, ob man eine Anlage wählt sondern kommen erst ins Spiel, wenn man mehrere ansonsten gleich gute Anlagen in der engeren Wahl hat. Prämien sind schnell weg, Steuergesetze können sich ändern, und Naturalien hat man meist irgendwann über.
"Schatzbrief"/Rentenversicherung:
Ich bin bei Beratern sehr mißtrauisch. Ist eine Rentenversicherung für dich das richtige? Kann eine Versicherungsgesellschaft zur Zeit die 2,6% Zinsen, die der Berechnung zugrunde liegen, garantieren? Kann man aus einer Versicherung wirklich ohne Nachteile entnehmen? Schnelles googeln ergab: http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article107505920/Banken-tarnen-Zertifikate-als-Schatzbriefe.html (Ja, der Artikel ist 8 Jahre alt. Kann sich was geändert haben. Zum Beispiel die Zinsen.)
Alternativen:
Da würde ich lieber nach Staatsanleihen mit sehr gutem Rating, oder Indexfonds davon gucken. Die schwanken auch, vor allem, wenn die ZInsen jetzt steigen sollten, sieht's schlecht aus für den Wert der alten Papiere. Das muß das Tages- oder kurzfristige Festgeld auffangen, das bei steigenden Zinsen lohnend wird.
Aktien/ETFs:
Jeder ausschüttende Fonds zahlt dir Dividende. Aus thesaurierenden Fonds mußt du verkaufen, um laufend ein Einkommen zu generieren, das kann zusätzliche Kosten verursachen (dafür sind thesaurierende Fonds meist billiger im Unterhalt). Spezialisierte ETFs auf dividendenstarke Papiere schwanken stärker als breiter aufgestellt ETFs und sind damit risikoreicher.
Einzelaktien: Muß man mögen, diversifizieren, und aufmerksam bleiben, ohne nervös zu werden und sich arm zu handeln.
Sonstiges:
Du siehst ja auf der verlinkten Seite, daß der Carminac in Mischfonds mit derzeit mittlerer Güte (Note 3) und gewissen Kosten ist. Ist das das, was du haben willst? Was soll das für dich tun?
Timing:
Ich hab's hier schon öfter gesagt, (ich glaube, erst gestern, unter anderem): Zu versuchen, die besten Zeitpunkte zum Kaufen und Verkaufen erwischen, klappt meist nicht. Ich würde mir ein Portfolio entwerfen, und dann, wenn du 300K Euro derzeit auf Tagesgeld verschimmeln hast, Monat für Monat 30 bis 50K reinwerfen. So schimmelt das Geld nicht allzuviel länger, ud du hast nicht *alles* Geld zum teuersten Zeitpunkt ausgegeben.
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Generell lese ich gerade dank des "Link"-Strangs im Sparforum mit Vergnügen den Finanzwesir. Da lernt man was. Und kann sich die Nacht um die Ohren schlagen.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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04.07.2017, 06:51
AW: 100(-125)k sinnvoll anlegen
ich habe mich auch lange gegen immobesitz gesträubt bzw. wollte mir eine eigengenutzte wohnung kaufen. ich habe aber nichts gefunden, was meinen wünschen entspricht (garten und überdachte terrasse!) und wohne wunderschön in miete mit einem grossen garten.
das geld habe ich aus heutiger sicht zu lange auf der bank rumgammeln lassen. inzwischen habe ich 2 kleine vermietete etws und nach abzug der steuern wohne ich als mieter mietfrei.
dies nur als motivation, doch in richtung immobilie zu gehen.
wenn du spass an youngtimern hast, leg dir einen zu. tipps gerne per pn.
ansonsten gibts noch gold als geldanlage. bringt keine zinsen und liegt halt im safe rum.
hast du schon eine schöne uhr? ein chronometer ist auch etwas sehr feines!
mache nie was, was ein "bankberater" dir empfiehlt, sondern eher das gegenteil.
lg luci
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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04.07.2017, 11:47
AW: 100(-125)k sinnvoll anlegen
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04.07.2017, 12:03
AW: 100(-125)k sinnvoll anlegen
Wenn er dir das nicht empfehlen darf, dann soll er es doch bitteschön auch nicht machen. Er hat es dir nämlich empfohlen, versucht aber das Risiko auf dich abzuwälzen. Dieser Fonds wird in keinem Beratungsprotokoll auftauchen, du wirst ihn „auf eigenen Wunsch kaufen“. Außerdem ist es, wie andere auch schon geschrieben haben, keine Aktie, sondern ein Fonds.
Nächster Punkt: Dieser Fond verwendet einen geteilten Vergleichsindex (Benchmark): 50 % MSCI ACWF und 50 % Citigroup WGBI. Das macht man, damit der Kunde den Vergleich nicht einfach sehen kann, sondern kompliziert ausrechnen muss.
Nächster Punkt: Hast du mal nach den Vergleichsindizes gesucht? Habe ich gemacht, nichts dazu gefunden. Welcher Sinn macht so ein Vergleichsindex? Richtig: Das macht gar keinen Sinn. Es kann schon sein, dass man mit entsprechende Recherche aufhellendes dazu findet, aber es ist versteckt genug, dass es nach geheim klingt. Solche Informationen müssen immer und jederzeit offen auf dem Tisch liegen.
Nächster Punkt: Performance. Mangels eines Vergleichsindexes nehmen wir mal einen bekannten Index auf 3-Jahresbasis und 1-Jahresbasis. Der DAX Performance-Index 846900 machte 24 % auf drei Jahre und 28 % auf ein Jahr. Dein Fonds dagegen 12 % und 5 %.
Aus all dem folgere ich für mich: Finger weg von Fonds und Berater!Geändert von Quirin (04.07.2017 um 12:08 Uhr)
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04.07.2017, 12:07
AW: 100(-125)k sinnvoll anlegen
Bei 300K Vermögen ist eine Immobilie für 100K kein Klumpenrisiko mehr, aber wie alle Sachwerte müssen auch Immoblilen betüddelt werden, damit sie ihren Wert halten, und klug verwaltet, damit sie anständige Rendite bringen. Das ist keine Anlage für Leute, die sich nicht kümmern wollen.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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04.07.2017, 12:10


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