Ich bin gerade etwas ratlos – vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen.
Wir wollen gern für unseren Sohn pro Monat ca. € 100,- ansparen für größere Ausgaben in der Zukunft. Wir denken da z.B. an ein Collegejahr oder Ähnliches. Pläne, Wünsche oder Ziele die vielleicht kurzfristig kommen und dann leichter finanzierbar sein sollen. Allerdings ist unser Sohn schon 8 und der Anlagezeitraum wäre nur noch ca. 8–10 Jahre (je nachdem, was dann ansteht). Er hat bereits ein eigenes "Kleingeld-Sparkonto", das mit 3 % verzinst wird, aber natürlich nur bis zu einem gedeckelten Betrag.
Momentan denke ich über ein neues Depot mit einem Wertpapier-Sparplan an. Ich selbst habe ein Maxblue-Depot und bin damit sehr zufrieden. Sie bieten immerhin kostenlose ETF-Sparpläne, vielleicht wäre das ja was? Ist es möglich, für den Nachwuchs ein weiteres Depot zu eröffnen und dann monatlich anzusparen? Der Standard-Sparplan wird als Schenkung für das Kind beworben und wird dann wohl auch unter dem Namen des Kindes geführt. Das ist mir aber eigentlich zu unsicher – wer weiß, wie unser Sohn mit 18 drauf ist, vielleicht wird dann alles für eine große Party verballert? Gern würde ich da die Kontrolle behalten, sprich ein Konto/Depot unter meinem Namen eröffnen.
Legt hier vielleicht jemand selbst für seinen Nachwuchs an und hat Tipps für mich? Gibt es Alternativen zu diesen vorgefertigten Sparplänen? Ich mache es bei meiner eigenen Geldanlage so, dass ich monatlich anspare und jährlich einmal anlege. Aber ich habe auch einen wesentlich längeren Anlagehorizont (Altersvorsorge) und bei meinem Sohn müsste ich dann wohl in ein paar Jahren schon wieder umschichten.
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Thema: Sparen für´s Kind
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06.01.2017, 11:59
Sparen für´s Kind
Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.
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06.01.2017, 21:45
AW: Sparen für´s Kind
Bin auch bei maxblue und habe dort einen Sparplan für meinem Neffen, der auf meinen Namen läuft. Wenn er alt genug ist (und sich anständig führt
), werde ich den liquidieren und ihm das Geld geben.
Ich würde in deinem Fall einen ETF-Sparplan (geht auf ein eigenes Unterdepot) eröffnen und einen ETF auf den MSCI World oder den MSCI ACWI (MSCI Welt + MSCI Schwellenländer) besparen. Wobei ich jetzt nicht auswendig weiß, ob die den MSCI ACWI bei den Sparplanangeboten haben. Und nicht jeder mag Schwellenländer. Aber vom Anlagehorizont her halte ich 10 Jahre eigentlich für ok. Notfalls kannst du ihm ja das Depot übertragen, dann lernt er gleich noch, mit dieser Anlage umzugehen.
Bei maxblue kannst du ja auch den Sparplan so einstellen, dass einmal jährlich angelegt wird. Oder einmal im Quartal/halben Jahr. Da sind die eigentlich recht flexibel. Sobald der Betrag der Sparrate auf dem Depotkonto ist, wird angelegt, egal wie viele Monate seit der letzen Transaktion vergangen sind. Alternativ kannst du natürlich auch selber ohne Sparplan die ETFs kaufen, allerdings sind die Transaktionskosten bei maxblue meiner Meinung nach eher hoch und lohnen sich nicht für kleinere Beträge.
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06.01.2017, 22:19Inaktiver User
AW: Sparen für´s Kind
Wir haben für beide Kinder ein kostenloses Junior Depot bei der Comdirect laufen. Auf ihren Namen, wir hoffen, dass sie mit 18 vernünftig genug sind. Es soll einen Teil zur Ausbildung- oder Studienfinanzierung beitragen. Die Kinder sind noch etwas kleiner als Dein Sohn. Wir sparen in den Arero, der ist gebührenmäßig billig (Verwaltungsgebühren eines preiswerten etfs) und kostet keinen Ausgabeaufschlag. Die Aufteilung des Arero gefiel uns ganz gut, da die Sparbeträge zu klein sind, um sie mit vertretbarem Aufwand auf verschiedene etf zu verteilen.
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06.01.2017, 23:11
AW: Sparen für´s Kind
Pia, über den Arero habe ich damals auch nachgedacht, dann aber beschlossen, dass ich den Rohstoffanteil nicht möchte. Bist du zufrieden mit deiner Wahl? Mir erscheint der Fonds als ein gutes Produkt. Preis-Leistung ist mehr als in Ordnung.
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06.01.2017, 23:16
AW: Sparen für´s Kind
Der Anlagezeitraum für Wertpapiere ist knapp an der Grenze der Anlagedauer, die ich als Minimum empfehlen würde. Rein theoretisch könnte es passieren, dass gegen Ende des Anlagezeitraums eine schlechte Phase an der Börse herrscht und man, wenn man unter Verkaufsdruck steht, eine jahrelang sehr schöne Durchschnittsrendite damit zerstört. Da es bei euch aber keinen definierten Zeitpunkt X gibt, an dem das Geld in vollem Umfang zur Verfügung stehen muss, könnt ihr das aber entspannter sehen. Es ist nunmal nicht an der Tatsache zu rütteln, damit euer Sohn irgendeinen Mehrwert aus eurem Sparbeitrag ziehen kann, geht in den heutigen Zeiten kein Weg an der Börse vorbei. Kostenlose ETFs auf einen breiten Index sind Pflicht.
Kannst du machen, allerdings nur wenn ihr noch einen Freibetrag übrig habt, so dass kein Cent verloren geht.
Warum legst du nur einmal im Jahr an? Damit vergibst du die Chance bei Börsenabstürzen für wenig Geld mehr Wertpapiere einzusammeln. Bei 100 Euro Sparbeitrag würde ich unbedingt eine monatliche Anlage empfehlen, das gibt bei 10 Jahren Anlagedauer 120 unterschiedliche Einstiegskurse mit einem wunderbaren Durchschnitt. Wenn du das im selben Zeitraum nur insgesamt 10x machst, ist das Risiko deutlich erhöht einen schlechten Zeitpunkt zu erwischen."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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07.01.2017, 17:37
AW: Sparen für´s Kind
@Zitronenmelisse: Danke für den Tipp mit dem Unterdepot. Das ist wahrscheinlich am übersichtlichsten. Doofe Frage: wenn ich einen ETF-Sparplan eröffne, geht der dann automatisch auf ein eigenes Unterdepot? Ich muss das auf jeden Fall auseinanderhalten können (und habe es am liebsten übersichtlich).
@Pia1976: Interessant, den Arero muss ich mir mal angucken. Danke für den Tipp.
@Nocturna: ja, der angedachte Anlagezeitraum ist etwas kurz, aber früher ging es bei uns leider nicht. Bisher war hier noch jeder Euro für andere Dinge verplant (Haus abzahlen usw.).
Ich denke aber tatsächlich auch, dass unser Sohn eines Tages einen Nutzen von einem kleinen Geldpolster hat, auch wenn der Gesamtbetrag vielleicht erst später zur Verfügung steht, wenn es an der Börse doof läuft. Andere Möglichkeiten der Geldanlage sind leider nicht vorhanden, da kann ich das Geld gleich auf meinem 0,3 %-Tagesgeldkonto parken.
Danke für die Anmerkung mit dem Freibetrag, das dürfte kein Problem sein. Unser Kapital steckt großteils im Haus und meine Geldanlage zur Altersvorsorge wirft nicht soviel ab, als dass der Betrag ausgeschöpft werden würde.
Regelmäßig anlegen: gibt es diesen Cost-Average-Effekt denn wirklich? Ehrlich gesagt mache ich es so, dass ich immer abwarte, bis ein gewisser Betrag zusammengekommen ist und dann suche ich eine/n ETF / Fond / Aktie aus und kaufe (das macht Spaß
)... Dann lasse ich das Ganze wieder ein Jahr liegen. – Ich sehe schon, wahrscheinlich sollte ich selbst mal über einen Sparplan – für mich – nachdenken…!?
Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.
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07.01.2017, 20:45
AW: Sparen für´s Kind
Die Cost-Average-Strategie, also das monatliche Ansparen von Wertpapieren führt zu einem anderen Ergebnis als die Einmalanlage. Es wird dich sicher erfreuen zu hören, dass bei der Einmalstrategie die Renditechancen größer sind, zumindest haben das Auswertungen für die Vergangenheit ergeben.
Was bei der Cost-Average-Methode positiv hervorsticht, ist die geringere Volatilität, also die Schwankungen im Depot über die Jahre. Gerade für Neubörsianer mit zarten Nerven ist die Cost-Average-Variante weniger belastend. Zugleich ist auch der Expected Shortfall deutlich geringer, also das Risiko, dass die Wertentwicklung des Depots unter die Rendite einer sicheren Staatsanleihe fällt. Klingt jetzt ein bisserl kompliziert, aber du hast mich gefragt.
Wenn du einmal pro Jahr anlegst, ist also im Prinzip nichts einzuwenden bei einem entsprechend langen Anlagehorizont und stabilen Nerven. Wenn du für deinen Junior Geld in einem kürzeren Zeitraum anlegst und nicht so viel Volatiltät im Depot haben willst, dann ist das regelmäßige Sparen tendenziell sinnvoller. ich sage tendenziell, weil eben keiner den Kursverlauf der Zukunft kennt.
Generell gilt, regelmäßiges, automatisiertes Sparen diszipliniert. Es ist bekannt, dass sich Anleger schwer tun bei fallenden Kursen zu kaufen. Man verschiebt die Sache erst um ein paar Tage bei schlechten Börsennachrichten, dann noch länger und irgendwann ist man zu entmutigt oder hat das Geld gleich anderweitig ausgegeben. Dagegen hilft ein regelmäßiger Sparplan, der völlig unaufgeregt im Hintergrund läuft und die Rendite kann sich auch sehen lassen."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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08.01.2017, 00:34
AW: Sparen für´s Kind
Ja, für einen Spaplan wird automatisch ein eigenes Unterdepot angelegt. Zu diesem gehört ein eigenes Unterdepotkonto. Alles, was zum Stichtag auf diesem Konto liegt, wird in den Sparplan-ETF überführt. Ich habe es so eingestellt, dass ich die Unterdepots jeweils einzeln angezeigt bekomme, so kann ich sie gut auseinanderhalten.
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08.01.2017, 22:48
AW: Sparen für´s Kind
Der Cost-Average-Effekt spielt bei der Frage, ob du einmal im Jahr oder monatlich kaufst, keine Rolle. Der Erwartungswert ist gleich. Du verminderst allerdings das Risiko bzw. die Chance, alles auf dem Jahreshoch bzw. alles auf dem Jahrestief zu kaufen.
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09.01.2017, 13:10Inaktiver User
AW: Sparen für´s Kind
Ich war mir mit dem Rohstoffanteil auch nicht sicher, aber damals gab es noch keine anderen Produkte dieser Art mit einer vergleichbaren Kostenstruktur. Ich bin bisher mit den Ergebnissen sehr zufrieden, muss allerdings sagen, dass ich nicht rückwirkend verglichen habe, ob ich mit einer Kombination aus World-etf + Festgeldleiter nicht besser gefahren wäre. Inzwischen gibt es auch eine rohstofffreie Alternative: dbx0bt, allerdings hat der eine höhere TER als der Arero.
Der Arero spricht halt auch meine Bequemlichkeit an: alles in einem Produkt, trotzdem preiswert, ein inzwischen hohes Volumen (als ich angefangen habe, war der Fonds noch so klein, dass gar nicht sicher war, dass er am Markt bleibt...). Ich nutze ihn auch, um meine egenen Gelder zu "parken", bis sich genug gesammelt hat, dass es sich lohnt in etf umzuschichten. Ich habe mein Depot bei der comdirect, da war mir das monatliche etf Sparen mit 1,5% Transaktionskosten viel zu teuer. So sammle ich im Arero, habe null Transaktionskosten und schichte dann irgendwann um. Ob sich letzteres wirklich lohnt, oder ob es nicht sogar besser wäre, alles direkt im Arero zu lassen, werde ich in ein paar Jahren sehen.



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