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Thema: ETF Anfänger

  1. Moderation
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    AW: ETF Anfänger

    Zitat Zitat von Galah4 Beitrag anzeigen
    Es wird doch keiner gezwungen, von einer Spar- in eine Ausgabementalität zu wechseln.
    Wenn einen keine Ausgabe anlacht, warum lässt man es dann nicht einfach?
    Aus Angst und Gewohnheit.

    Zum Beispiel: Ich habe ausgesorgt. Ich kann jetzt Teilzeit machen / ein Sabbatical machen / aufhören zu arbeiten / freiberufliche Yogalehrerin werden, statt ins Büro zu tigern / eine Auszeit nehmen und einen Roman schreiben / ...
    Aber dann würde meine Sparrate Null! Oder negativ! Das geht nicht und das darf nicht!!! Dann werde ich arm!

    Und deswegen mache ich im alten Trott weiter.

    Ich mache jetzt Teilzeit mit einer Sparrate von 20% statt 25%, und mir geht der Allerwerteste auf Grundeis.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  2. Inaktiver User

    AW: ETF Anfänger

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Aus Angst und Gewohnheit.

    Zum Beispiel: Ich habe ausgesorgt. Ich kann jetzt Teilzeit machen / ein Sabbatical machen / aufhören zu arbeiten / freiberufliche Yogalehrerin werden, statt ins Büro zu tigern / eine Auszeit nehmen und einen Roman schreiben / ...
    Aber dann würde meine Sparrate Null! Oder negativ! Das geht nicht und das darf nicht!!! Dann werde ich arm!

    Und deswegen mache ich im alten Trott weiter.

    Ich mache jetzt Teilzeit mit einer Sparrate von 20% statt 25%, und mir geht der Allerwerteste auf Grundeis.
    Oh man. Und was machst du, wenn du mit 60 stirbst?


  3. Registriert seit
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    AW: ETF Anfänger

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kann mir vorstellen, dass es sehr verschiedene Ansichten gibt, wie man sein Alter verbringen möchte. Auch ich denke an ein schönes Leben in dem ich mir jedes Konzert und andere Kulturangebote, gutes, hochwertiges Essen, ein Leben in der Natur, Reisen, Bequemlichkeit und Komfort, hin und wieder eine Massage, ggf. Hilfe für Garten und Haushalt leisten kann.
    @Wegwarteline, ist das denn Dein Zielbild für's Alter, oder lebst Du jetzt schon so?
    Das ist für mich ein wesentlicher Unterschied.

    Ich spare nicht, damit ich es einmal besser habe als heute, schon gar nicht verzichte ich dafür heute auf etwas.

    Ich spare eigentlich nur, um gut aufgestellt zu sein, falls Verdienstausfall in den letzten Jahren vor der Rente oder Krankheiten im Rentenhalter außerplanmäßige Kosten verursachen, und um den Teil meines heutigen Standards zu halten, den ich dann noch brauche. Der wird sicherlich nicht höher sein als heute.

    Auch empfinde ich es als "natürlich", gegen Ende des Lebens wieder kürzer zu treten.

    Gerade lese ich ein Buch über Willenskraft. Darin steht, dass beim Marshmallow-Test nicht nur Willensschwache das erste Marshmallow nehmen, sondern auch all diejenigen, die kein Vertrauen in die Zusage der Belohnung haben. Womöglich spielt das bei mir auch mit rein.
    Ich hatte immer schon das Gefühl, nicht so sehr alt zu werden.
    The sky is always blue above the clouds.

  4. Inaktiver User

    AW: ETF Anfänger

    Zitat Zitat von Galah4 Beitrag anzeigen
    @Wegwarteline, ist das denn Dein Zielbild für's Alter, oder lebst Du jetzt schon so?
    Das ist für mich ein wesentlicher Unterschied.

    Ich spare nicht, damit ich es einmal besser habe als heute, schon gar nicht verzichte ich dafür heute auf etwas.

    Ich spare eigentlich nur, um gut aufgestellt zu sein, falls Verdienstausfall in den letzten Jahren vor der Rente oder Krankheiten im Rentenhalter außerplanmäßige Kosten verursachen, und um den Teil meines heutigen Standards zu halten, den ich dann noch brauche. Der wird sicherlich nicht höher sein als heute.

    Auch empfinde ich es als "natürlich", gegen Ende des Lebens wieder kürzer zu treten.

    Gerade lese ich ein Buch über Willenskraft. Darin steht, dass beim Marshmallow-Test nicht nur Willensschwache das erste Marshmallow nehmen, sondern auch all diejenigen, die kein Vertrauen in die Zusage der Belohnung haben. Womöglich spielt das bei mir auch mit rein.
    Ich hatte immer schon das Gefühl, nicht so sehr alt zu werden.
    Das Gefühl hatte ich auch immer. Ich war ziemlich sicher, dass ich nicht mal 50 werde. Längst überschritten. Und ja, ich lebe jetzt schon so und arbeite auch nur noch wenig. Und ich hoffe, dass es so bleibt.
    Mir fiel es nicht leicht Aufträge zu reduzieren, aber nachdem ich das jetzt schon eine Weile mache, kann ich nur sagen, dass es die richtige Entscheidung war.
    Da ich nichts vererben muss, kann ich das alles auch ganz gut regulieren.


  5. Registriert seit
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    AW: ETF Anfänger

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich mache jetzt Teilzeit mit einer Sparrate von 20% statt 25%, und mir geht der Allerwerteste auf Grundeis.
    Wo wir gerade am Philosophieren sind... es passt aber auch zum Thema ETF-Anlagen...:

    Es gibt m.E. drei Blickwinkel bei einem sorgsamen Umgang mit Geld:
    1. Fokus auf Sparrate in % zu fixen Einnahmen (Bsp. wildwusel)
    2. Fokus auf Sparrate in absoluten Werten u./o. Vermögenshöhe (Bsp. Anlageprofis wie Nocturna)
    3. Fokus auf Ausgabenhöhe/Bedarf (Bsp. Rosakakadu)

    Die Zusammenhänge zwischen diesen drei Parametern sind allenfalls lose.
    Der jeweilige Fokus macht für das Individuum eine Menge aus.
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  6. Registriert seit
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    AW: ETF Anfänger

    Beispiel zur Erläuterung:
    Der (- wie durch die Bri erfahren -) sehr verbreitete Ansatz einer Sparrate prozentual zum Gehalt erscheint mir persönlich absurd.
    Meine so definierte Sparrate ist mir nicht nur egal, sondern sogar unbekannt.
    Die Gründe:
    • Börsenschwankungen sind entkoppelt sowohl von meiner Gehaltsentwicklung als auch von meiner Ausgabenentwicklung. Ausschlaggebend für die Höhe meines Vermögen ist daher mein tatsächlicher Besitz sowie der Wert meines Portfolios, und das kann unabhängig von der Sparrate stark schwanken.
    • Eine Sparrate prozentual zum Gehalt impliziert zudem, dass auch die Ausgaben in einem Verhältnis zum Gehalt stehen. Das macht für mich keinen Sinn, weil mein Bedarf stabil ist und damit unabhängig vom Einkommen, welches schwanken kann und spätestens mit Rentenbezug auch wird.
      Meine tatsächliche Sparrate ist daher alles oberhalb meiner Bedarfsdeckung, unabhängig vom Einkommen.
    • Suspekt an diesem Ansatz ist mir persönlich die hohe Bewertung eines Parameters, auf den man selbst nur begrenzt Einfluss hat. Über meine Ausgaben bestimmte ich alleine (- sofern keine außergewöhnliche Belastungen vorliegen), mein Gehalt erscheint mir dagegen recht willkürlich und könnte theoretisch auch sinken, z.B. bei Arbeitslosigkeit und schlechter bezahlter Stelle danach, oder bei Frühverrentung o.ä. Ich möchte dem Schicksal nicht so viel Einfluss auf mein Wohlbefinden geben und kalkuliere daher meine Ausgaben völlig unabhängig von Einnahmen. (Positiver Nebeneffekt: Durch von Neugierde getriebene Ausgaben-Reduktions-Experimente habe ich eine Lust am Minimalismus entdeckt. )
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  7. Moderation
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    AW: ETF Anfänger

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oh man. Und was machst du, wenn du mit 60 stirbst?
    Dann freuen sich die Erben, und ich muß mir keinen Kopf mehr drum machen.

    War letzten Monat oder so ein schöner Artikel zu in "Spektrum der Wissenschaft". Scrooge, die Sterbetabelle, und die Entnahmeplanung. Da man nun mal weder Tag noch Stunde weiß, kann man bei aller Wissenschaft nicht "treffen". Um sicherzugehen, daß nicht haufenweise Greise verhungern, muß man sich was anderes einfallen lassen als das Aufbrauchen von Privatvermögen.
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  8. Moderation
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    AW: ETF Anfänger

    Zitat Zitat von Galah4 Beitrag anzeigen
    Der jeweilige Fokus macht für das Individuum eine Menge aus.
    Ja. Ich weiß, daß, egal was ich tue, die Umstände immer mehr Ärger machen können als ich Geld habe. Die meisten Leute können kaum eine Katastrophe überstehen, ohne ihren finanziellen Status zu verlieren (z.B. von "auskömmlich" auf "arm", zwei Katastrophen zerstören die durchschnittliche bürgerliche Existenz.

    Aus diesem Bewußtsein kommt, "der Bedarf ist nicht berechenbar" und die einzige Schraube zum dran drehen ist die Sparquote. Ich bestimme also ein Budget zum davon leben (z.B. 75% des Einkommens), und der Rest geht ins Sparen. Wird nicht reichen, wenn es wirklich kracht, aber man hat's versucht.

    Würde ich kein Budget bestimmen, entstünde finanzielle Bulimie: Unmäßiges Sparen, weil es nie ausreichen wird, und unkontrolliertes Ausgeben, weil es nie reichen wird.

    Man arbeitet so um seine Neurosen rum.

    Zitat Zitat von Galah4 Beitrag anzeigen
    Gerade lese ich ein Buch über Willenskraft. Darin steht, dass beim Marshmallow-Test nicht nur Willensschwache das erste Marshmallow nehmen, sondern auch all diejenigen, die kein Vertrauen in die Zusage der Belohnung haben.
    Da hast du mich gerade sehr zufrieden gemacht. Ich fand den Test vom ersten Lesen an absurd. Zu viele dieser Tests gehen davon aus, daß der Proband den Testern vertraut, oder auch nur, daß er für ein gutes Geschäft hält, was die Tester für ein gutes Geschäft halten. Warum sollte er das?

    Tatsächlich ist es eine elementare Fähigkeit guter Anlageplanung, jemandem eher zu vertrauen, daß er einem jetzt 10 Euro gibt als das er einem in einem Jahr 15 Euro gibt, egal, wie gut man in Prozentrechnung ist. Wenn die Tester wissen wollen, ob man Prozentrechnung kann, sollen sie einem Rechenaufgaben stellen und keine Aufgaben aus der Spieltheorie oder zum fairen Zins unter Risiko.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
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    AW: ETF Anfänger

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ja. Ich weiß, daß, egal was ich tue, die Umstände immer mehr Ärger machen können als ich Geld habe. Die meisten Leute können kaum eine Katastrophe überstehen, ohne ihren finanziellen Status zu verlieren (z.B. von "auskömmlich" auf "arm", zwei Katastrophen zerstören die durchschnittliche bürgerliche Existenz.

    Aus diesem Bewußtsein kommt, "der Bedarf ist nicht berechenbar" und die einzige Schraube zum dran drehen ist die Sparquote. Ich bestimme also ein Budget zum davon leben (z.B. 75% des Einkommens), und der Rest geht ins Sparen. Wird nicht reichen, wenn es wirklich kracht, aber man hat's versucht.

    Würde ich kein Budget bestimmen, entstünde finanzielle Bulimie: Unmäßiges Sparen, weil es nie ausreichen wird, und unkontrolliertes Ausgeben, weil es nie reichen wird.

    Man arbeitet so um seine Neurosen rum.
    Verstehe.
    Im Prinzip haben Du und ich die gleichen Beweggründe, nur verschiedene Hacks.
    The sky is always blue above the clouds.

  10. Avatar von Antje3
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    AW: ETF Anfänger

    Ich sehe das ebenfalls so: Ich habe eine Perspektive für die Zukunft. Und ich möchte Einfluß nehmen darauf, wie ich in Zukunft leben will (respektive im Alter).

    Ich habe eine Vorstellung davon, was es dafür braucht - und das versuche ich zu erreichen. Ich stecke mir plausible Ziele. Ich sage ganz ehrlich: Wenn die Welt so zusammenkracht, daß alles, was ich bisher erreicht habe "wertlos" wird, dann haben wir ganz andere Probleme als das eines netten Rentnerlebens.

    (Das ist der Grund, warum ich jeden schütteln möchte, der eigenverantwortliche Altersvorsorge abtut mit dem Argument "bald gibt es eh die Einheitsrente" - nein - ich bin überzeugt, in der Form, wie die Leute sich das vorstellen, wird es sich definitiv nicht geben - sonst hätten wir nämlich unverzüglich eine Revolution - denn alle, die 45 Jahre gearbeitet haben und auf den gleichen Stand gestellt werden wie jemand, der nie versicherungspflichtig gearbeitet hat würden zu Recht aufbegehren).

    Und selbst WENN es eine minimale Einheitsrente gäbe, wäre es noch dringender erforderlich, sich zusätzliche Säulen der Altersvorsorge zu schaffen. Denn die Einheitsrente wäre nicht auf hohem Niveau - sondern auf einem minimalen Niveau.

    Ich stelle an den Rädchen, die ich beeinflussen kann. Ich habe keinen Einfluß auf die Weltwirtschaft oder das Wetter.... aber auf meine Einnahmen und Ausgaben schon. Also arbeite ich damit.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

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