Hallo liebe Forum-Teilnehmer,
ich habe ein Wertpapierdepot bei der Postbank. Bei der Postbank erscheinen die gekauften Wertpapiere sofort im Depot, so dass ich sie theoretisch schon nach 5 min oder 5 Stunden wieder verkaufen kann.
Nachteil bei der Postbank: Bei der Ausführung Best Execution wird nach meiner Erfahrung immer Tradegate ausgewählt. Das heisst in der Praxis, es dauert gefühlt ewig, bis eine Order ausgeführt ist. Ich kann auch explizit Xetra als Börsenplatz eingeben, zahle aber dann bei jeder anfallenden Teilausführung die volle Gebühr von plus/minus 20 Euro.
Ein weiteres Depot habe ich bei der dkb. Dort kann ich Xetra als Börsenplatz eingeben, die Order ist ratz fatz durch, und ich zahle nur ein, zwei Euro mehr auch bei mehreren Teilausführungen. Nachteil bei der dkb: Die erscheinen erst am nächsten Tag in der Depotaufstellung, dh. Verkauf am selben Tag ist nicht möglich.
Nun meine Frage: Hat jemand hier Erfahrungen mit einem Depot, bei dem man mit Xetra handeln kann ohne übermäßig Gebühren zahlen kann und bei dem die Order sofort im Depot erscheint?
Gruß
Balielfi
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Ergebnis 1 bis 10 von 21
Thema: Welches Depot?
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27.08.2015, 08:53
Welches Depot?
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27.08.2015, 09:23Inaktiver User
AW: Welches Depot?
Man kann bei der Postbank keinen Börsenplatz auswählen?
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27.08.2015, 10:09
AW: Welches Depot?
Xetra ist ein computerbasiertes, elektronisches Handelssystem bei dem du immer mit Teilausführungen rechnen musst. Wenn du eine Order aufgibst mit 300 Aktien und Limit 10,00 Euro, dann können dem Vorgang drei Verkauforder gegenüberstehen mit 200, 50 und nochmal 50 Aktien. Einige Banken wie die Postbank langen hier kräftig zu und verlangen pro Teilausführung Gebühren, obwohl die Börse nur eine Gebühr pro Auftrag kassiert, der Rest wandert also in die Taschen der Postbank.
Bei den Regionalbörsen gibt es noch echten Parketthandel, wo Makler die Aufträge entgegennehmen, ergo kaum/keine Teilausführungen, aber ob man die Wertpapiere dann gleich sieht, halte ich für zweifelhaft. Auch sind die Möglichkeiten der Wertpapiere begrenzt, Euro Stoxx, Dow Jones und Nasdaq 100 sind dabei, denke ich.
Wenn du echter Daytrader bist, dann wäre wahrscheinlich eine Handelsplattform wie der DAB Sekundenhandel eine Alternative. Die haben nicht nur verlängerte Handelszeiten, 7.30 bis 23 Uhr und zwei kleinere Zeitfenster am Wochenende. Hier bekommst du sofort deinen Kurs realtime angezeigt und hast dann einige Sekunden Zeit den Auftrag zu diesem Kurs abzuschließen. Das funktioniert mit ca 1 Mio Aktien, Fonds und Derivaten."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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27.08.2015, 10:14
AW: Welches Depot?
Die meisten Banken, insbesondere die Online-Banken, sollten eigentlich heutzutage die Papiere sofort einbuchen und keine volle Ordergebühr für jede Teilausführung berechnen. Ich würde mal bei den klassischen Online-Banken nachschauen, wie das ist, z. B. Consorsbank.
Der Hintergrund für diese verspätete Einbuchung besteht aus zwei Punkten:
1.) Können Geschäfte von der Börse in bestimmten Situationen eine gewisse Zeit lang storniert werden, dies ist z. B. bei offensichtlichen Fehlkursen der Fall. Wenn Du dann vorher verkaufst, hast Du effektiv einen Leerverkauf getätigt, Du musst die Papiere dann zurückkaufen, dabei besteht theoretisch ein unbeschränktes Verlustrisiko, wenn die Aktie stark steigt.
2.) Der Kauf an der Börse bedeutet nciht, dass Du die Papier auch tatsächlich sofort geliefert bekommst, tatsächlich ist es nur eine Verpflichtung, Geld und Papiere zu einem Zeitpunkt in der Zukunft tatsächlich zu liefern, ich meine, es sind zwei Tage. Zwar kannst Du dann rechnerisch sofort wieder verkaufen, weil Du bzw. Deine Bank auch diese Position erst mit Verzögerung liefern musst, die Bank und damit Du kann aber nur sichergehen, dass die auch gekommen sind, wenn sie gekommen sind. Es kann möglich sein, dass die Gegenseite gar nicht liefert, dann sitzt Du wieder auf einer Leerposition, bei der Du zwar einen vollen Schadensersatzanspruch gegen den Verkäufer hast, dies Dir aber nichts bringt, wenn der Pleite ist. Dieses Risiko wird übrigens durch einen zentralen Kontrahenten umgangen, den einige Börsen eingeführt haben, hierbei handelst Du tatsächlich rechtlich mit der Börse und diese mit Deinem Handelspartner, sodass die Börse Dein Schadensersatzpartner ist, die kann eigentlich immer zahlen.
Von all diesen Dingen bekommt man normalerweise nix mit, wenn man an der Börse handelt.
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27.08.2015, 10:23
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27.08.2015, 10:38
AW: Welches Depot?
Ich bin kein echter Daytrader, aber manchmal bietet es sich halt an, die Aktien gleich wieder loszuschlagen.
Nocturna, ich werde mir die DAB Webseite mal zu Gemüte führen. Die haben da ja außer dem Sekundenhandel auch noch andere Varianten wie DAB best price. Hast Du mit DAB persönlich Erfahrungen gemacht? Werden die Aktien bei DAB best price zum Beispiel zeitnah im Depot angezeigt?Geändert von balielfi (27.08.2015 um 10:39 Uhr) Grund: Rechtschreibung
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27.08.2015, 10:48
AW: Welches Depot?
Interessant, was Du zu den Hintergründen schreibst.
Stimmt, ein solcher Fall, wo ich unbeabsichtigt einen Leerkauf getätigt habe, ist mir zum Glück noch nicht passiert. Aber gut, wieder was gelernt.
Natürlich habe ich auch schon Internet Recherche zu dem Thema betrieben. Über die Einbuchung auf dem Depot sind da aber meist keine Angaben zu finden. Und auf die Infos am Telefon eines Call-Centers mag ich mich auch nicht mehr 100 % verlassen. Die Postbank behauptet zum Beispiel auch jedes Mal steif und fest, dass bei Best Execution je nachdem entweder Tradegate oder Xetra ausgewählt wird, je nachdem wo das höhere Volumen gehandelt wird. Faktisch ist es aber so, dass immer Tradegate ausgewählt wird. Wahrscheinlich verdienen sie dabei mehr.
Deshalb dachte ich, ich frag mal nach persönlichen Erfahrungen hier...Geändert von balielfi (27.08.2015 um 10:49 Uhr) Grund: Rechtschreibung
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27.08.2015, 12:35
AW: Welches Depot?
Schnauf, obwohl ich mein Depot bei der DAB habe und auch schon mit dem Sekundenhandel gekauft habe, kann ich dir leider keine exakte Auskunft geben. *kopfkratz*
Ich weiß, dass die Preise absolut transparent sind und dass ich genau den Kurswert/die Provision zahle, der angezeigt wird, aber auf die Aktualisierung der Anzeige habe ich noch nie geachtet. Meine Wertpapiere sind darauf ausgelegt Jahrzehnte im Depot zu liegen.
Ich habe aber schon viele positive Kommentare in einschlägigen Foren über Flatex gelesen, besonders von den Vieltradern. Vielleicht solltest du auch mal deren Website studieren."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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27.08.2015, 13:20
AW: Welches Depot?
Vermutlich vergleicht die Postbank die in diesem Moment vorliegenden Orders in den Orderbüchern und nimmt den besseren Börsenplatz. Das mag durchaus fast immer Tradegate sein, da die vielleicht ebenfalls in Xetra nachschauen und im Fall des Falles einen Tick bessere Kurse für den Kunden anbieten. Das wäre in der Regel für Dich also positiv, so lange Du in Xetra nicht in eine Auktion kommst.
Tradegate gehört mehrheitlich der Frankfurter Börse, der auch Xetra gehört.
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27.08.2015, 15:24
AW: Welches Depot?
Das wird in der Praxis zumindest bei der Postbank wohl nicht gemacht. Grund: zu teuer und aufwändig. Es wird das Verfahren, das "typischerweise zum bestmöglichen Ergebnis führt" genommen. Denn dann würde ja eine Order über Tradegate immer schneller abgewickelt werden als über Tradegate. Und das ist definitiv nicht der Fall. Diese Info habe ich aus folgendem sehr aufschlussreichen Artikel über das Geschäftsmodell von Tradegate und dessen findigen Gründer Holger Timm.
http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/plattform-fuer-privatanleger-die-zweifelhafte-erfolgsgeschichte-von-tradegate/10367106.html


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