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  1. Inaktiver User

    Puffer für Notfälle - wie hoch?

    Liebe Mitstreiterinnen in der Welt der Finanzanlagen,

    man liest immer "3-6 Monatsnettogehälter auf's Tagesgeldkonto", damit notfalls Auto repariert, Waschmaschine gekauft oder Arbeitslosigkeit überbrückt werden kann.

    Wie handhabt Ihr Euren Puffer für Notfälle?

    Bisher habe ich mich an die obige Regel gehalten. Nun habe ich meine Anlagen gesichtet und mir kommt dieser Puffer viel zu hoch vor. In den letzten 8 Jahren habe ich ihn einmal in Anspruch genommen, das war allerdings kein Notfall sondern eine Investmentgelegenheit, für die ich sonst eine feste Anlage vorzeitig hätte auflösen müssen. Ansonsten dümpeln 3 Nettomonatsgehälter in Tagesgeld und 3 in kurzfristig fälligen Festgeldern herum und bringen kaum Zins.

    Bei kleinen Einkommen, wo die kaputte Waschmaschine richtig einschlägt, ist solch ein Puffer sicher sehr sinnvoll, aber haltet Ihr ihn bei mittleren-größeren Einkommen in der Höhe für sinnvoll? Wenn der Partner vielleicht noch mal den gleichen Puffer mit sich herumschleppt? Ich kann mir kaum ein Szenario vorstellen, in dem ich diesen Puffer ausschöpfen müsste und überlege, ihn zugunsten anderer Anlagen drastisch zu reduzieren.

    Wie seht Ihr das?

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    AW: Puffer für Notfälle - wie hoch?

    ich denke, jeder der hier antwortet, vermehrt sein risiko.
    genaue bardgeld- und tgesgeld reserven zu posten, ist eine einladsung an kriminelle.
    lg
    legrain

  3. Inaktiver User

    AW: Puffer für Notfälle - wie hoch?

    Meinst Du das ernst?

    Ich denke kaum, dass jemand mein Tagesgeldkonto leerräumt, bloß weil ich schreibe, dass ich 3 Nettomonatsgehälter auf dem Konto liegen habe Ich möchte auch gar keine genauen Zahlen lesen.

  4. Moderation

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    AW: Puffer für Notfälle - wie hoch?

    Ich überlege mir normalerweise, in welchen Dimensionen was schiefgehen kann, und mit welchem Tempo dann Geld lockergemacht werden muß. Typische Fälle sind "Auto geschrottet", "hohe Arztrechnung und lange Debatte mit Versicherung", "famliärer Notfall", "Bude abgebrannt und lange Debatte mit Versicherung". Unter der Annahme, daß der Blitz nicht zweimal einschlägt (optimistisch, ich weiß), kommt das auf etwa 2 Bruttomonatsgehälter.

    Dann gibt es aber den "geplante Ausgaben"-Posten. Da wird z.B. für ein neues Auto angespart, für die nächste Urlaubsreise und so weiter.

    Was ich mache ist, ich schmeiße die beiden zusammen. Die Annahme ist, wenn ein Notfall eintritt, erschlagen sich einige geplante Ausgaben, andere können gestrichen werden.

    Damit komme ich immer noch auf 2-3 Monatsgehälter, aber die versorgen zwei "Töpfe".

    Das geht aber nur, weil ich eine Menge Sachen aus dem laufenden Budget bezahlen kann, und im Hintergrund Papiere/Anlagen habe, die ich (schlimmstenfalls mit Verlust) verkaufen oder beleihen kann. Deine Einschätzung, daß die Höhe des Einkommens eine Rolle spielt, kann ich also nur teilen.


    Zitat Zitat von legrain Beitrag anzeigen
    ich denke, jeder der hier antwortet, vermehrt sein risiko.
    Ich denke, daß Leute mich von meinem Arbeitsplatz kommen und nach Hause gehen sehen, erzeugt ein wesentlich größeres Risiko. Anhand dieser Daten läßt sich nicht nur ermitteln, wie viel Geld ich vermutlich verdiene, sondern auch mein Realname und -adresse, meine Bank, mein Geburtsdatum, und mein Briefkasten.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Puffer für Notfälle - wie hoch?

    Hallo Pia,

    6 Monatsnettos finde ich als MUSS auch ziemlich sehr viel (und ich verdiene zwar OK, aber nicht High-End). Gut, ich hatte das (und einiges mehr) auf dem Tagesgeld rumliegen, bis wir die Anfang des Jahres eine ETW gekauft haben (wusste nicht recht, wohin sonst damit, weil ja der Kauf einige Zeit lang anstand - mein Mann hingegen hatte fast all seines in Aktien mit Verlust-Limit liegen). Künftig mit Neuerspartem werden wir wohl einen Mix aus Tagesgeld und Aktien fahren.

    Ich persönlich habe meine "Mindestwohlfühlrücklage" (also das, was in Etwa da sein muss, damit ich das Gefühl habe, es macht nichts, wenn irgendwas Größeres ersetzt werden muss) bei ca. 3000,- Euro, lieber natürlich 5000,- auf dem Tagesgeldkonto. Ich mache das also nicht an Monatsnettos sondern an meinem persönlichen Gefühl fest. Wir haben einen großteils eher bescheidenen Lebensstil und zahlen die meisten kleinen und mittleren Sachen direkt aus dem laufenden Einkommen. Selbst unser Auto wäre in dem oben genannten Rahmen ersetzbar...

    LG, Ete
    “Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
    in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)

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    AW: Puffer für Notfälle - wie hoch?

    Mein erster Impuls war "3 bis 6 Monatsnetto auf der hohen Kante" ist viiieeeel zu hoch. Beim Durchrechnen der Rücklagen kam ich allerdings dann schon locker auf die Höhe. Wobei das in verschiedene Töpfe "abgefüllt" wird und die Gesamtsumme deshalb nicht so direkt auffällt.

    Langfristige Renovierungsrücklage für die Immo. Kurzfristiges "Ausbaukonto" für Renovierungen usw. (wir investieren sehr viel), dauerhafte Rücklage für evtl. kaputte Geräte, Urlaubsansparung, Puffer für Versicherungen, Autoansparung, sonstige Ansparung, usw.

    Bei mir stieg das Bedürfnis der finanziellen Rücklage proportional zu den Verpflichtungen.
    Seit wir die Immobilienfinanzierung "im Nacken" sitzen haben achte ich sehr genau drauf, dass auch noch genügend Flüssiges im Hintergrund ist.

    Die Höhe des Gehaltes hatte da eher weniger mit zu tun.. Gespart hab ich zu allen Zeiten, egal ob früher mit Durchschnittsgehalt oder jetzt.

    Ich habe bisher in meinem Leben nie durch Notfall auf meine Rücklagen zugreifen müssen und hoffe, dass das auch so bleibt. Aber es beruhigt.

    Neutrum

  7. Inaktiver User

    AW: Puffer für Notfälle - wie hoch?

    Hallo Pia,
    bei der Berechnung meines Puffers bin ich etwas anders vorgegangen. Gesetzt den Fall, man würde ganz plötzlich überhaupt kein Einkommen mehr haben (zb fristlose Kündigung oder was auch immer für eine Katastrophe), wieviele Monate würde es realistischerweise dauern, bis man wieder ein akzeptables Einkommen hätte? Und dann: Wieviel Geld bräuchte man, um diese Monate zu überstehen, ohne an Rücklagen gehen zu müssen oder mit laufenden Ausgaben (Lebenshaltung, Kreditkosten, Miete, Versicherungen usw) in Rückstand zu geraten? Dieser Betrag liegt auf einem Tagesgeldkonto. Je nach Gehalt mag das mehr oder weniger sein als drei Nettogehälter. Aber es ist hoch genug, um die kaputte Waschmaschine oder (für mich als Hausbesitzer) auch den kaputten Brennwertkessel zu ersetzen. Nebenbei lässt er mich noch jeden Tag gelassen zum Job gehen, denn wenn mal irgendetwas vorfallen würde, bei dem ich "Ich kündige!" rufe und die Tür hinter mir zuknalle, käme ich nicht in Schwierigkeiten.

    Letztlich hängt das aber mit dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis zusammen. Der Verlust durch geringere Kapitalerträge ist der Versicherungsbeitrag für deinen persönlichen finanziellen Schutz. Wenn du kein Bedürfnis nach Schutz hast, brauchst du diese Versicherung auch nicht.

    Grüße, Cariad

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    AW: Puffer für Notfälle - wie hoch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    denn wenn mal irgendetwas vorfallen würde, bei dem ich "Ich kündige!" rufe und die Tür hinter mir zuknalle, käme ich nicht in Schwierigkeiten.
    Wobei man da in der Regel ja nicht von einem zum nächsten Tag wegkommt...
    “Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
    in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)

  9. gesperrt

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    AW: Puffer für Notfälle - wie hoch?

    Auch bei Leuten, die wenig verdienen, halte ich einen Puffer von 3000 Euro für sinnvoll. Dazu sollten noch 5000 Euro Notfallgroschen kommen, falls Auto, Waschmaschine oder sonstiges fällig wird. Je mehr auf der Seite liegt und nicht angetastet wird, desto freier geht man arbeiten, "weil nichts passieren kann".

    So einen Puffer muss man sich aber hart ersparen und darf ihn nicht anrühren. Jeder Betrag darüber hinaus ist "Spielgeld", das man auch mal für Aktien ausgeben kann.

    Ich habe fast zehn Jahre ohne so einen Puffer gewirtschaftet, sogar noch Schulden gemacht. Da wurde jeder Raparatur zur Zitterpartie, jeder Zahnarztbesuch nur gemacht, wenn es wirklich weh tat. Seit einiger Zeit habe ich nur noch drei "Schuldenberge", alles andere ist bezahlt und ich versuche, Geld zur seite zu legen. Eine Autoreparatur ist immer noch eine Zitterpartie, ein Arztbesuch nicht mehr. Was gut für die Seele ist: Meine Geldsorgen sind kleiner geworden und werden irgendwann verschwinden.
    Geändert von chryseis (27.06.2012 um 21:47 Uhr) Grund: Erweiterung

  10. Inaktiver User

    AW: Puffer für Notfälle - wie hoch?

    Vielen Dank für die vielen interessanten Rückmeldungen!

    Zitat Zitat von Eteterfon Beitrag anzeigen
    Ich persönlich habe meine "Mindestwohlfühlrücklage" (also das, was in Etwa da sein muss, damit ich das Gefühl habe, es macht nichts, wenn irgendwas Größeres ersetzt werden muss) bei ca. 3000,- Euro, lieber natürlich 5000,- auf dem Tagesgeldkonto.
    Die Wohlfühlrücklage läge bei mir bei mind. 5000,-, denn das

    Zitat Zitat von Neutrum Beitrag anzeigen
    Bei mir stieg das Bedürfnis der finanziellen Rücklage proportional zu den Verpflichtungen.
    Seit wir die Immobilienfinanzierung "im Nacken" sitzen haben achte ich sehr genau drauf, dass auch noch genügend Flüssiges im Hintergrund ist.
    ist bei uns auch der Fall. Im Studium hatte ich 2000,- DM Rücklage, die ich die ganzen Jahre nie angetastet habe. Allerdings hätte auch nie etwas wirklich teures passieren können - wer keine Waschmaschine hat, dem kann auch keine kaputtgehen

    Zitat Zitat von Neutrum Beitrag anzeigen
    Mein erster Impuls war "3 bis 6 Monatsnetto auf der hohen Kante" ist viiieeeel zu hoch. Beim Durchrechnen der Rücklagen kam ich allerdings dann schon locker auf die Höhe. Wobei das in verschiedene Töpfe "abgefüllt" wird und die Gesamtsumme deshalb nicht so direkt auffällt.

    Langfristige Renovierungsrücklage für die Immo. Kurzfristiges "Ausbaukonto" für Renovierungen usw. (wir investieren sehr viel), dauerhafte Rücklage für evtl. kaputte Geräte, Urlaubsansparung, Puffer für Versicherungen, Autoansparung, sonstige Ansparung, usw.
    Diese Töpfchen für absehbare Ausgaben (Auto, Renovierung), also keine Notfälle, bespare ich zusätzlich zur Rücklage. Deshalb kommt mir meine Rücklage vermutlich auch so hoch vor. Es wäre ja an sich kein Problem, wenn die Waschmaschine kaputtgeht die 500,- aus dem Topf fürs Auto zu nehmen, in dem eh ein vielfaches davon liegt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    bei der Berechnung meines Puffers bin ich etwas anders vorgegangen. Gesetzt den Fall, man würde ganz plötzlich überhaupt kein Einkommen mehr haben (zb fristlose Kündigung oder was auch immer für eine Katastrophe), wieviele Monate würde es realistischerweise dauern, bis man wieder ein akzeptables Einkommen hätte?
    Cariad, ich glaube, da kommt die 3-6 Monatsnetto-Regel ursprünglich her. Allerdings ist das naürlich weit hergeholt, wenn man von seinem derzeitigen Netto nur die Hälfte ausgibt, dann käme man mit 6 Nettos ja schon ein ganzes Jahr aus, wie du ja auch schon ausgeführt hast:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und dann: Wieviel Geld bräuchte man, um diese Monate zu überstehen, ohne an Rücklagen gehen zu müssen oder mit laufenden Ausgaben (Lebenshaltung, Kreditkosten, Miete, Versicherungen usw) in Rückstand zu geraten?
    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    Auch bei Leuten, die wenig verdienen, halte ich einen Puffer von 3000 Euro für sinnvoll. Dazu sollten noch 5000 Euro Notfallgroschen kommen, falls Auto, Waschmaschine oder sonstiges fällig wird. Je mehr auf der Seite liegt und nicht angetastet wird, desto freier geht man arbeiten, "weil nichts passieren kann".
    Chryseis, da stimme ich Dir voll zu! Je weniger man verdient, desto wichtiger der Puffer! Gerade weil man sich mit geringem Einkommen keine teure Finanzierung einer Waschmaschine leisten sollte.

    D.h. für mich, die Höhe meines Puffers an sich ist vielleicht ok, aber ich sollte vielleicht (?) nicht soviele Töpfe gleichzeitig besparen, sozusagen die "Pufferfähigkeit" der anderen Spartöpfe berücksichtigen.

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