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  1. Moderation

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    AW: Ich möchte Fragen nach meiner Herkunft nicht beantworten

    Zitat Zitat von Honigsalami Beitrag anzeigen
    Ja lösen lassen sich die Probleme nicht...beitreten und verstreuen so das andere was zu reden haben möchte ich sie aber auch nicht.

    Die Frage war wie ich möglichst höflich rüber bringe das ich das nicht beantworten will.

    Danke
    Ich vermute, dass die explizite nicht-Antwort wiederum dazu führt, dass Gerüchte gestreut werden - weil es ungewöhnlich ist.

    Die Lösung, vage zu bleiben, finde ich sinnvoll. Aus Schleswig-Holstein, Lübecker Raum, oder auch einfach die nächste Großstadt nennen - das reicht den meisten Leuten schon. Und wenn du sagst, dass du damit abgeschlossen hast, dass du dich da nicht wohlgefühlt hast und deshalb nicht in die Tiefe gehen willst, finde ich das auch einen nachvollziehbaren Grund, besonders wenn du betonst, dass du dich in der neuen Umgebung wohlfühlst.

    Das habe ich öfter erlebt auf die Frage, wo jemand herkommt. "Aus Niederbayern" - und dann eine Grimasse und: "ich bin froh, dass ich da weg bin!" Dann reimen sich die Zuhörer schon zusammen, dass es der Person da zu konservativ, dörflich, klein, katholisch, was auch immer war und egal ob das stimmt, das Thema ist gegessen.

    Und im Zusammenhang mit der Sorge, "entdeckt/enttarnt" zu werden, möchte ich fragen: Ist es tatsächlich begründet?
    Ich möchte keine Verletzungen, die du erfahren hast, kleinreden und deine Erfahrungen nicht anzweifeln und den Wunsch nach Anonymität und einem Neuanfang kann ich gut nachvollziehen, sehr gut sogar.

    Aber ich würde es für ungewöhnlich halten, wenn Dinge wie Mobbing und Gerüchte eine größere Strahlkraft hätten als vergleichsweise kleine, klar umrissene Gruppen. Schulklassen, Vereine, Arbeitgeber, Dörfer. Das ist schlimm genug, aber ich würde nicht vermuten, dass die Grenzen in eine größere regionale Ausdehnung überschreitet.

    Spielen die neuen Medien eine Rolle?
    Dann wäre m.E. die Herkunft zweitrangig, denn wenn sich tatsächlich wer die schnüfflerische Mühe macht, "Honigsalami aus Lübeck" zu googeln, wird diese Person sicherlich auch schon über den Namen fündig und die Herkunft ist gar nicht notwendig.

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    AW: Ich möchte Fragen nach meiner Herkunft nicht beantworten

    Toller Beitrag, @Fyona ...!

    Ich kann mir die Situation gut vorstellen. Da will man weit weg, hat einen Platz gefunden, steht nichtsahnend im Stall und hört plötzlich einen vertrauten Dialekt ... "Wo kommst du her?" "Aus der Nähe von ... , das Dorf heißt ..." ... und dann reißen alte Wunden wieder auf, die eh noch lange nicht verheilt waren. Und man denkt - neiiin, bloß nicht schon wieder! - und hat einfach keine Lust, auf das mit Sicherheit folgende Gespräch: "Ich komme aus ... (dem Nachbarort)". "Ach was, da hab' ich Freunde! Wie heißt du mit Nachnamen? Auf welche Schule bist du gegangen? Da war der Bruder meiner besten Freundin ... kennst du den Soundso? etc."
    Wenn man im etwa gleichen Alter ist, dann gibt es häufig viele Berührungspunkte. Und wenn die Zeit von Mobbing geprägt war, dann ist es mehr als verständlich, wenn sofort die Alarmglocken schrillen. Weil es noch nicht lange genug her ist, und einem die schlimmen Erlebnisse noch in den Knochen stecken. Weil vielleicht jemand Bescheid weiß, die Quäler von früher gut kennt, oder was auch immer.

    Ich würde es so machen wie es hier einige schrieben, z.B. @Schneegans: auf die Frage nach der Herkunft ehrlich antworten, und sagen, dass du froh bist, jetzt hier zu sein und die alte Heimat erst mal hinter dir zu lassen - und dann auf die Gegenwart beziehen. Vielleicht ist die andere Frau ja total nett, und du kannst ihr irgendwann sogar deine Gründe, wegzugehen, anvertrauen?
    Geändert von Dunkelblonde (16.10.2021 um 19:42 Uhr)

  3. Moderation

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    AW: Ich möchte Fragen nach meiner Herkunft nicht beantworten

    Ich weiß nicht, ob der Gedanke für dich eher erleichternd oder eher unangenehm ist, aber ich schreibe ihn einfach mal hin: Ich glaube (oder fürchte) dass Mobbing für die Opfer katastrophal, aber für Täter und Mitläufer eher eine unbedeutende Anekdote ist. Man wird also nicht denken: "Mia ist doch die, die so ätzend war und die alle voll fertiggemacht haben." Sondern eher: "Mia war die, die wir damals immer wegen ihrer komischen Mütze gehänselt haben. Ist mir ein bisschen peinlich heute." Oder vielleicht auch: "Mia? Keine Ahnung, mit der hatte ich nie viel zu tun."

    Wie gesagt, ob das gut oder schlecht für dich ist, weiß ich nicht.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

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    AW: Ich möchte Fragen nach meiner Herkunft nicht beantworten

    Zitat Zitat von Dunkelblonde Beitrag anzeigen
    Toller Beitrag, @Fyona ...!

    Ich kann mir die Situation gut vorstellen. Da will man weit weg, hat einen Platz gefunden, steht nichtsahnend im Stall und hört plötzlich einen vertrauten Dialekt ... "Wo kommst du her?" "Aus der Nähe von ... , das Dorf heißt ..." ... und dann reißen alte Wunden wieder auf, die eh noch lange nicht verheilt waren. Und man denkt - neiiin, bloß nicht schon wieder! - und hat einfach keine Lust, auf das mit Sicherheit folgende Gespräch: "Ich komme aus ... (dem Nachbarort)". "Ach was, da hab' ich Freunde! Wie heißt du mit Nachnamen? Auf welche Schule bist du gegangen? Da war der Bruder meiner besten Freundin ... kennst du den Soundso? etc."
    Wenn man in etwa gleichen Alter ist, dann gibt es häufig viele Berührungspunkte. Und wenn die Zeit von Mobbing geprägt war, dann ist es mehr als verständlich, wenn sofort die Alarmglocken schrillen. Weil es noch nicht lange genug her ist, und einem die schlimmen Erlebnisse noch in den Knochen stecken. Weil vielleicht jemand Bescheid weiß, die Quäler von früher gut kennt, oder was auch immer.

    Ich würde es so machen wie es hier einige schrieben, z.B. @Schneegans: auf die Frage nach der Herkunft ehrlich antworten, und sagen, dass du froh bist, jetzt hier zu sein und die alte Heimat erst mal hinter dir zu lassen - und dann auf die Gegenwart beziehen. Vielleicht ist die andere Frau ja total nett, und du kannst ihr irgendwann sogar deine Gründe, wegzugehen, anvertrauen?
    Danke.
    Genau so ist es.

    Mich hat fast der Schlag getroffen und mir ist die Luft weggeblieben vor Schreck.

    Danke für deinen Beitrag.
    Es erleichtert mich sehr, dass mich hier jemand so gut versteht.

  5. Inaktiver User

    AW: Ich möchte Fragen nach meiner Herkunft nicht beantworten

    Zitat Zitat von Honigsalami Beitrag anzeigen

    Ich will nicht, dass da nochmal wer rumstochert und der gesamte neue Stall bescheid weiß.

    Wie sage/zeige ich es höflich und ohne noch mehr Neugier zu wecken, dass ich das nicht beantworten will.

    LG
    Dir Frage, woher jemand kommt, finde ich nicht unangemessen.

    Ich würde freundlich antworten aus xy. Weitere Fragen darüber kannst du doch lächelnd umschiffen. Gleich eine Gegenfrage stellen usw. Menschen wollen mit dir in Kontakt treten und kennen deine Beweggründe nicht, warum du so gar nicht über das Thema sprechen willst. Für die meisten Leute ist das ein harmloser, unverfänglicher Bereich, über den man gut ins Gespräch kommen kann.

    Irgendwie wirst du mit deiner Vergangenheit abschließen müssen und dich aussöhnen. Der Eiertanz um dieses Thema ist doch sicher auch anstrengend und birgt die ewige Unsicherheit in sich, ob nicht doch wer nachfragt. Das würgt jeden neuen Kontakt im Vorfeld ab.

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    AW: Ich möchte Fragen nach meiner Herkunft nicht beantworten

    Ab irgendeinem Punkt kannst du zurückfragen "warum möchtest du das so genau wissen?" oder "warum sind diese Details für dich von Bedeutung?"

    Dann muss der andere erst mal reagieren und du hast Zeit zum Nachdenken.
    Du sollst die Pylone umfahren, nicht umfahren.
    Modern wird manchmal auf der ersten Silbe betont.

  7. Inaktiver User

    AW: Ich möchte Fragen nach meiner Herkunft nicht beantworten

    Ich finde eine Antwort sinnvoll wie "ich komme aus XY, aber hier fühle ich mich zu Hause". Oder irgendwie so ähnlich.

    Falls jemand nach dem "warum" fragt ist die Antwort, dass die Erinnerung nicht sonderlich erquicklich ist und du das deshalb nicht thematisieren möchtest, sicher ganz passend. Oder du beziehst dich ausschließlich auf deine positiven Erfahrungen am neuen Ort, redest garnicht über XY.

    Bösartigkeit würde ich bei solchen Fragen erstmal niemandem unterstellen, es ist meistens ein "Einstieg" in ein Gespräch oder einen Kontakt.

    Ich weiss nicht wie alt du bist bzw. wie lange du schon aus deiner Heimat weggezogen bist, aber aufgrund der social-media-Biografie, die inzwischen jede/r von uns hat kann es sein, dass doch noch das eine oder andere im Netz kursiert.

    Gruß Elli

  8. Moderation

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    AW: Ich möchte Fragen nach meiner Herkunft nicht beantworten

    Die einfachste Lösung ist, die nächstbeste größere Stadt zu sagen. Du willst nicht aus Vögelsen kommen? Komm aus Lüneburg. Oder aus Niedersachsen. Oder aus Norddeutschland. In einem anderen Bundesland weiß ohnehin kein Mensch, wo Vögelsen ist, damit hast du nicht mal gelogen, sondern nur eine verständliche Antwort gegeben.

    Wenn die eine Frau dich natürlich persönlich kennt und weiß, daß du aus dem drei Häuser umfassenden Slum von Vögelsen kommst, ist das blöd. Wenn sie näheren Kontakt mit dir sucht, weil ihr ja was gemeinsam habt hier in der Fremde ist das blöder. Wenn sie sich wichtig machen will damit, daß sie was über dich weiß, hält sie dich anscheined für wichtig, das ist noch blöder. Das einzige, was man da machen kann ist, es alles so unwichtig, beiläufig und langweilig wie möglich zu nehmen.

    Wenn irgend jemand, der sonst keine Hobbies hat, unbedingt deine Familie auf den Tisch bringen will, gibt es "Oh Gott, meine Familie. Themawechsel." oder "Warum ist das so wichtig für dich? Denkst du, wir sind lang verschollene Cousinen?" So was auf den Tisch zu bringen ist schon sehr merkwürdig.

    Du kannst natürlich auch behaupten, über deine Herkunft könntest du nicht sprechen ,weil du in einem Zeugenschutzprogramm bist, oder deine Vorfahren seien ursprünglich aus Frankreich eingewandert, oder sonst einen Blödsinn, aber wenn eine Frau, die dich persönlich kennt, im gleichen Kreis ist, dann ist das irgendwie sinnbefreit.

    Du bist *nicht* in einem Zeugenschutzprogramm. Du hast keinen falschen Namen und keine falschen Papiere. Du kannst nicht kontrollieren, was Leute zu dir sagen. Gebe auf Fragen Antworten, die uninteressant sind, und hinreichend wahr, daß du dir nichts merken mußt, und lasse in Ton und Knappheit durchblicken, daß die Vergangenheit für dich so was von vorbei ist.

    Unter Hobbyisten ist das interessanteste für gewöhnlich, wo man hobbymäßig herkommt. Wenn du dich nicht exakt da total unbeliebt gemacht hast, überleg dir, was du über "was ich und mein(e) Pferd(e) früher gemacht haben" sagen kannst. Das wollen die Leute garantiert wesentlich lieber hören als deine Familiengeschichte oder deine unglücklich Schulzeit.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Ich möchte Fragen nach meiner Herkunft nicht beantworten

    Honigsalami, vielleicht hilft dir ja auch diese Sichtweise, deine Vergangenheit hinter dir zu lassen:
    Auf das, was dir in der Kindheit passiert ist und auf die Struktur deiner Herkunftsfamilie hattest du keinen Einfluss.
    Du hast nie etwas dafür gekonnt, und nun führst du ein anderes, besseres Leben.

    Andere haben es ja auch schon vorgeschlagen, etwas zu sagen wie „Ich komme aus Pusemuckel, und ich bin froh, dort weg zu sein. Ich hatte dort keine gute Zeit.“ (oder so ähnlich)
    Es gibt viel mehr Leute, die dafür Verständnis haben, als man denkt.
    Ich schwanke schon seit Langem zwischen möglichst gut informiert sein und am liebsten gar nichts mehr wissen wollen.

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    AW: Ich möchte Fragen nach meiner Herkunft nicht beantworten

    Ich finde es gut, dass du dir vorab Gedanken machst und so nicht unvorbereitet in so eine Frage-Situation kommst.
    Zusätzlich ist es ja total normal, dass man fragt, wo jemand herkommt, den man neu kennenlernt. Das macht man doch überall- selbst wenn man aus derselben Region ist.

    Ich würde dir auch empfehlen, antworte entspannt und mit viel "Raum" und ohne konkret zu werden.
    Dabei- sei positiv- alles andere führt beim anderen zu Irritationen.
    Zitat Zitat von Starbuck Beitrag anzeigen
    Andere haben es ja auch schon vorgeschlagen, etwas zu sagen wie „Ich komme aus Pusemuckel, und ich bin froh, dort weg zu sein. Ich hatte dort keine gute Zeit.“ (oder so ähnlich)
    Es gibt viel mehr Leute, die dafür Verständnis haben, als man denkt.
    Hier sehe ich das anders.
    Ich würde sowas nie sagen, denn das impliziert sofort ein Bild beim Gegenüber, was man doch gerade nicht mehr will.
    Wenn ich das Alte hinter mir lassen will, dann gebe ich doch nicht gleich wieder dieses Bild an neue Menschen weiter- noch dazu so "unausgesprochen", dass doch wieder jedem klar sein muss, "da muss was gewesen sein".

    Mir ging es schonmal ähnlich- also mit dem nicht-erzählen-wollen und ich habe, wenn die Leute mehr wissen wollten gesagt: "ich hab soviel erlebt, ganz viel Spannendes, aber- das ist echt zuviel um jetzt hier zu erzählen"- und das in einem freundlichen lächelnden Ton.
    Ernsthaft- die Leute wollen vielleicht grob was wissen, aber wenn man plötzlich mit ner großen Story ankäme......nene, das will doch keiner hören, denn jeder hat doch genug mit sich selbst zu tun
    Insofern hakt da keiner mehr nach bzw kann man diesen Satz ja immer wieder bringen, denn "da bräuchte ich in Ruhe 2 Stunden, um das mal alles zu erzählen"......die hat man doch nie

    Du kannst das ganz positiv formulieren und mit einem Lächeln sagen - und dann wird bei keinem ein komisches Gefühl aufkommen oder gar ein "die will nix erzählen- hat was zu verheimlichen"- was für jeden Kontakt nur erschwerend ist.
    Und- ob diese andere nun wirklich gleiche Bekannte hat? Halte dich von der einfach was fern und du wirst ja von dir eh wenig erzählen- das müsste schon gut gehen.

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