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  1. Registriert seit
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    Unterschiedliche Sitten

    Hallo zusammen,

    inspiriert durch einen laufenden Nachbarstrang kam die Idee auf- die unterschiedlichen Sitten zu sammeln.

    Ich mach mal den Anfang von meiner Schwiegerfamilie, die immer ohne Anmeldung in der Tür stand und das als das Natürlichste von der Welt empfand.
    Wenn man irgendwohin geht, macht man das- und hat willkommen zu sein!

    Umgekehrt war es so, dass jeder in dem Hause willkommen war.
    Alles, was gerade getan wurde, wurde dann weggelegt und der Gast war Mittelpunkt.

    Mir war das damals fremd und meine Äußerung dagegen, brachte dann die ganze Familie gegen mich auf!
    Das man es anders machen oder empfinden könnte, war für sie un-denkbar!

    Was kennt ihr für Gepflogenheiten, Angewohnheiten, Sitten- die euch aufgefallen sind oder die ihr lebt?

    lg kenzia


  2. Registriert seit
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    AW: Unterschiedliche Sitten

    hmmm von früher kenne ich das auch so - das oft unverhoffter besuch reinschneite, dann hockenblieb und deine (haus)arbeit liegenblieb und man sich "verratschte", kaffee kochte, oder nen bierchen hinstellte und knabberzeugs. wenn etliche freunde bekannte im engen fußläufigen umkreis wohnen fast normal. heute kenne ich das nicht mehr - da wir alle weitgesteut auseinanderwohnen - im umkreis von bis zu 1000 km - da kommt keiner einfach so vorbei.
    weiß nicht, da ich unsere sippe, trotz migrationsanteil als stinknormale deutsche familie einschätze - irgendwelche "seltsamen" bräuche und gepflogenheiten sind mir noch nicht aufgefallen.


  3. Registriert seit
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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Kannte ich auch so. War auch so aufgewachsen. Nicht als Unschuld am Dorfe, sondern in einer Millionenstadt.

    Heute - no way.

    Familie: wie bei dir. Eingeborene mit Migranten verheiratet - in der Hinsicht alle auf Linie


  4. Registriert seit
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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Mir fällt noch ein: Eltern von Freunden duzen oder siezen - wird an meinem Studienort anders gehandhabt als da wo ich aufgewachsen bin.

  5. Avatar von elli07
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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    .....Mir war das damals fremd und meine Äußerung dagegen, brachte dann die ganze Familie gegen mich auf! Das man es anders machen oder empfinden könnte, war für sie un-denkbar!....
    Das ist doch der springende Punkt !

    Es gibt viele Sitten, Gebräuche und Mödelchen bei einzelnen Menschen, Familien, Gruppen etc. etc. Das ist doch garkein Problem, schwierig wird es, wenn andere, die diese Gepflogenheiten nicht kennen oder mitmachen möchten, ausgegrenzt werden und es von beiden(!) Seiten keine Bereitschaft gibt, einen Umgang zu finden, mit dem alle (!) leben können.

    Ist das nicht ein gesamtgesellschaftliches Problem inzwischen ? Aber ich will hier kein Fass aufmachen....

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)
    Geändert von elli07 (11.12.2019 um 19:02 Uhr) Grund: Ergänzung


  6. Registriert seit
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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Ich hatte anfangs Schwierigkeiten mit der "hanseatischen Art" meiner Schwiegerfamilie. Etwas steifer als bei uns zu Hause.
    Aber das hat sich schnell gelegt.

    Mir geht es aber ein bisschen wie Elli.
    Es scheint sich insofern zu verändern, als dass von beiden Seiten kaum noch die Flexibilität und der Wille besteht, sich auf einen gangbaren Weg für beide einzulassen.

    Und das "sich selbst und seine Bedürfnisse am Wichtigsten nehmen, ständig um sich selbst kreisen" scheint auch zugenommen zu haben.


  7. Registriert seit
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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Dort wo meine Eltern wohnen (und ich früher auch), war und ist es auch üblich, einfach mal vorbeizuschauen. Die meisten Häuser haben neben der Haupteingangstür noch eine Nebentür, die prinzipiell offen (also nicht abgeschlossen) ist. Nachbarn kommen einfach so rein, ggf. kurzes Klopfen oder Rufen im Hausflur. Das ist hier gang und gäbe. Wenn kein Überraschungsbesuch gewünscht ist, ist die Tür abgeschlossen.

    Der Nachbar meiner Eltern kommt aber auch durch den Garten, da regt sich hier keiner auf.

    Es passiert auch nicht selten, dass ein Nachbar nur vorbeikommt, um ein Werkzeug zurückzubringen und Stunden später sitzt man mit ihm immer noch am Küchentisch und isst zusammen Abendbrot. Aber in der Regel ist es so, dass kurze Stippvisiten spontan und ohne Ankündigung stattfinden, "richtige" Besuche werden zumindest kurz vorher telefonisch oder heutzutage per WhatsApp abgesprochen.

    Auch wenn es hier so üblich ist, einfach so mal beim Nachbarn reinzuschauen haben die Menschen natürlich trotzdem soviel Feingefühl, dass sie merken, dass es gerade ungünstig ist oder der Besuchte nicht so auf Besuch eingestellt ist.

    Obwohl, eine krasse Sache hab ich selbst mal erlebt. Der Nachbarsjunge (ich war 15, er 16) war oft bei uns, was mich manchmal schon nervte. Er kam also eines Tages wieder mal vorbei und fragte, ob ich Zeit hätte. "Nein" war die Antwort, "es passt jetzt nicht, ich wollte gleich in die Badewanne und es mir danach gemütlich machen". Er hat sich dann noch kurz mit meinen Eltern unterhalten, ich bin ins Bad verschwunden. Ich dachte natürlich, er wär dann irgendwann gegangen, aber pustekuchen: Als ich ca. eine Dreiviertelstunde wieder aus dem Bad kam, nur mit umwickeltem Duschtuch und Turban auf dem Kopf, bin ich fast tot umgfallen: er hatte sich tatsächlich einen Stuhl geholt, sich neben die Badezimmertür gesetzt und gewartet, bis ich fertig war. Da war dann meinerseits ne Ansage fällig und er ist zukünftig auch nicht mehr oft vorbeigekommen


  8. Registriert seit
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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Zitat Zitat von Blueberry82 Beitrag anzeigen
    Der Nachbarsjunge (ich war 15, er 16) war oft bei uns, was mich manchmal schon nervte. Er kam also eines Tages wieder mal vorbei und fragte, ob ich Zeit hätte. "Nein" war die Antwort, "es passt jetzt nicht, ich wollte gleich in die Badewanne und es mir danach gemütlich machen". Er hat sich dann noch kurz mit meinen Eltern unterhalten, ich bin ins Bad verschwunden. Ich dachte natürlich, er wär dann irgendwann gegangen, aber pustekuchen: Als ich ca. eine Dreiviertelstunde wieder aus dem Bad kam, nur mit umwickeltem Duschtuch und Turban auf dem Kopf, bin ich fast tot umgfallen: er hatte sich tatsächlich einen Stuhl geholt, sich neben die Badezimmertür gesetzt und gewartet, bis ich fertig war. Da war dann meinerseits ne Ansage fällig und er ist zukünftig auch nicht mehr oft vorbeigekommen
    Mei bist du gemein
    Der arme Kerl. Der war halt total verliebt in dich.

  9. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Ach ja die unterschiedlichen Sitten.

    Ich kenne es von zuhause (siebziger/achtziger) Jahr grundsätzlich auch so, dass man einen Besuch anmeldet, aber auch dass man mal eben auf einen Schnack vorbei kommt - wenn es nicht passt, dann eben nicht, ansonsten blieb man durchaus länger .... damals waren allerdings auch alle Frauen tagsüber zuhause und habe nicht gearbeitet, hatten also zum einen mehr Tagesfreizeit und zum anderen fast jederzeit ein perfekt aufgeräumtes Haus ....

    Bei mir scheitert das "jederzeit" schon daran, es es zu oft Zeiten gibt, wo ich keinen in die Wohnung lassen will, weil so ein Chaos herrscht. Und .... ich schrieb es eben schon mal - ich habe mehrere Supermärkte in kurze Laufentfernung, wenn ich kurzfristig ein Ei brauche, dann hole ich es eher da, als es beim Nachbarn auszuleihen. Geht erfahrungsgemäß je nach Nachbar auch schneller, weil die Nachbarn, die ich kenne zumeist auch sehr plauschig sind.



    Ein ähnliches Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Sitten, gibt es ja beim Thema "Schuhe im Haus aus oder an".
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  10. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Allerdings habe ich auch einen großen Teil meiner Jugend Wochenends auf einem Campingplatz verbracht - da war es völlig normal einfach irgendwo reinzuschneien und auch zu bleiben und auch bis zum späten Abend ....
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
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