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  1. Inaktiver User

    AW: Unterschiedliche Sitten

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Wir haben erst seit zwei Jahren gelbe Tonnen, vorher Säcke, die immer kleiner und dünner wurden.
    Die Müllabfuhr kommt am Abfuhrtag wie sie lustig ist, also muss der Müll am Vorabend raus, denn sonst muss man von 5 bis 14 Uhr auf der Lauer liegen.
    Für die Müllabfuhr stellen wir die Säcke auch am Vorabend raus, aber dann eben auf die Straße. Davor haben die meisten sie hier im Keller Raum, aber hin und wieder stehen auch mal welche vor der Wohnungstür, noch im Haus. Säcke mit Restmüll sogar öfter.

    Was mich ernsthaft erstaunt ist, dass das einfach Vorbeikommen und auch das Sachen mal eben ausleihen teilweise so verbreitet ist. Das habe ich in der Form wirklich nie erlebt. Bei uns im Freundes- und Bekanntenkreis (relativ International) wird das vorher auch mindestens lose vereinbart.

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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was mich ernsthaft erstaunt ist, dass das einfach Vorbeikommen und auch das Sachen mal eben ausleihen teilweise so verbreitet ist. Das habe ich in der Form wirklich nie erlebt. Bei uns im Freundes- und Bekanntenkreis (relativ International) wird das vorher auch mindestens lose vereinbart.
    Echt?

    Bin ja eigentlich Stadtkind und selbst da war es "normal" das es auf einmal klingelt und Nachbar mal Zucker, Mehl, Schraubenschlüssel usw ausborgen möchte.

    Jetzt am Dorf sind es meist andere Sachen wie z.B. Traktor ausleihen oder den Anhänger.

    Nicht jeder hat alles und braucht es auch nicht. Das finde ich hier echt gut. Auch das alles locker und unkompliziert läuft.
    Jeder weiß wo er bei Bedarf das gewünschte bekommt.

    Sturm hat die große Birke umgeworfen....schwupps kommen überall die Nachbarn und helfen (ungefragt)

    Bei Familie X hat es einen Unfall gegeben...... schon wird im Dorf organisiert wie und wo geholfen werden kann.
    Pflege der kranken Omi wird gemacht, Enkelkinder betreut, Jeden Tag kocht jemand anders für die Familie mit usw.

    Der Zusammenhalt ist ganz anders.....
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)

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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Ich erdreiste mich zu antworten, ohne außer dem EP irgendein Folgepost gelesen zu haben:
    Von ungefähr 0 bis 30 fand ich Spontanbesuche toll. Ich bei anderen, andere bei mir...klingel da, klingel hier, ohne Vorankündigung (mittlerweile muss man ja per WhatsApp ankündigen ob man anrufen darf). Wenn niemand da, auch egal.

    Dann entdeckte ich, dass anderen Spinnweben oder ein nicht geputztes Bad auffallen könnten und wurde unentspannter.
    Mittlerweile brauche ich etwa eine Stunde, um meine Wohnung besuchsfertig zu machen, sogar für solche, die ich nicht mal leiden kann.

    Sehr gute Freunde hingegen lasse ich völlig unabhängig vom Zustand des Daheims immer freudig ein. Der angeschürte Kamin entschädigt für alles drumherum.
    Aber grundsätzlich hätte ich einen Tipp für dich: wie wäre es, wenn du deine Besucher einfach darauf ansprichst, ob sie sich wohlfühlen und ob du etwas verändern müsstest, dass sie es tun? ;-)

  4. VIP

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    AW: Unterschiedliche Sitten

    So eine Gemeinschaft finde ich schön, praktisch und auch sehr wertvoll. Das vermisse ich in der anonymen Stadt durchaus, denn hier sind nicht immer die direkten Nachbarn Freunde und die Freunde meist leider nicht die direkten Nachbarn.

    Trotzdem möchte ich in manchen Situationen nicht den Nachbarn plötzlich unangemeldet neben mir stehen haben.
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Es scheint sich insofern zu verändern, als dass von beiden Seiten kaum noch die Flexibilität und der Wille besteht, sich auf einen gangbaren Weg für beide einzulassen.
    .
    Wie soll das in der Praxis aussehen? Die Heimsucher bleiben nur eine halbe Stunde, die Überfallsopfer lassen so lange ihre Haartönung halt drauf bis das Rollkommando wieder weg ist? Sind die Haare halt lila statt pink, so wichtig sind die nicht.

    Um beim Ausgangsbeispiel zu bleiben: mir fällt grade nichts ein, was ich so sehr hasse wie diese Schachtelteufel vor der Haustür. Ein Notfall? Keine Frage, ich werde alles liegen und stehen lassen und tun, was ich kann (durfte ich mehrfach unter Beweis stellen). Aber mich in Schwierigkeiten manövrieren oder auch nur meine Pause opfern, weil jemand grad fad ist und nicht willens, wenigstens vorher anzurufen und zu fragen, ob es passt: no way.
    Ja, die Zeiten haben sich geändert. Wir sind termin-bestimmter als unsere Großmütter. Die waren vielleicht froh um die Abwechslung

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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Früher kamen Freunde meiner Eltern , Nachbarn oder Familie auch oft einfach reingeschneit (Kleinstadt). Da wurde schnell auch ein Kaffee gekocht oder eben schnell ein paar Snacks auf den Tisch gestellt und es entwickelten sich Gespräche über meist Politik.
    Wie meine Mutter das immer auch noch gehändelt hat neben ihrer Vollzeitstelle, ist mir ein Rätsel.

    Meine Familie und meine Freunde können gerne unangemeldet kommen, aber das ist jetzt auch nicht ständig, da jeder mit sich selbst beschäftigt ist nach der Arbeit und die meisten kündigen sich selbst, auch wenn sie es von meiner Seite aus nicht müssten, immer an.
    Das Leben ist so anders geworden und dieses gegenseitige Besuchen stirbt ab. Das Freizeitverhalten hat sich geändert und im Zuge dessen auch das gesellschaftliche Leben.

    Früher waren die Menschen um einen herum wichtig und brachten die Abwechslung und nun gibt es eben Kurse, Sport, Internet oder Interessensgemeinschaften.

  7. Moderation

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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Bei uns kam nie jemand "reingeschneit", es war total unüblich und hätte insbesondere meinen introvertierten Vater sehr gestört.
    Es wurde aber gerne und oft eingeladen: "Kommt doch nächsten Sonntag zum Essen!"

    Dementsprechend musste ich mich erst an das System meiner Schwierfamilie gewöhnen. Dort kam nie eine Einladung, aber man erwartete, dass wir Sonntags einfach zum Kaffee vorbeikommen.

    (Bei meinen Schwiegis ist es, im Gegensatz zu den Mitgliedern meiner Familie, auch immer aufgeräumt ).

    Und noch was: in meiner Schwierfamilie stellt man, sobald man keinen Kaffee mehr will, Tasse samt Untertasse auf den Kuchenteller. Ich finde das a) ungemütlich für die anderen und b) unpraktisch beim Abräumen, aber hey - andere Dörfer, andere Sitten.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  8. Moderation

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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Übrigens gibt es hier auf den Dörfern oft auch klar definierte (wenn auch unausgesprochene) Slots, in denen man reinschneien kann. Zum Beispiel Wochentags um zehn, aber eben nicht um elf, weil da die Hausfrau in der Küche steht. Sonntags zwischen zwei und vier, abends gar nicht, und nach acht ruft man nirgendwo mehr an.

    Es ist nicht leicht, sich da reinzufinden, wenn es einem keiner sagt, weil es allen so klar ist.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  9. gesperrt

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    AW: Unterschiedliche Sitten

    Ich wuchs in der besten Hauptstadt der allerschönsten und allerbesten DDR auf.
    Hier hatte schlicht auch in den 80ern noch nicht jeder Telefon. Eigentlich hatten sogar nur wenige ein Telefon.

    Bei uns hieß es daher: "Unverhofft kommt oft."
    Wochenendbesuche mit Kind und Kegel endeten daher häufiger mal an der verschlossenen Wohnungstür von Tante Helga, die möglicherweise an der verschlossenen Tür von Lieselotte stand und Lieselotte wollte zu uns, traf aber auch niemanden an. Man schrieb dann einen Zettel, setzte sich wieder entweder zu Fuß, mit der Straßenbahn oder mit dem Trabi in Bewegung.

    Dem Sozialleben meiner Eltern hat es nicht geschadet, am Samstag- und Sonntagnachmittag war man auf Besuch eingestellt oder versuchte selbst einen Besuch. Ich erinnere mich an schöne Nachmittage unter den Kaffeetischen der Eltern, Großeltern, Tanten und Freunde meiner Eltern mit Cousinen und Freunden.

    Ich habe nichts gegen spontane Anklingler, so viel Zeit ist eigentlich immer.

  10. User Info Menu

    AW: Unterschiedliche Sitten

    Na ja, im Zuge moderner Kommunikationsmittel wie z.B. Messenger-Dienste ist es ja kein Problem, einen Besuch anzukündigen oder spontan zu fragen ob es passt finde ich. Das ging halt früher nicht und die Leuts sind mancherorts dann einfach vorbeigekommen.....

    Wie sagten schon die Altvorderen: andere Länder, andere Sitten.

    Die Gebräuche als solche finde ich eigentlich vergleichbar nebensächlich, Probleme gibt's ja nur, wenn Leute von außen hinzukommen, die die Gebräuche nicht kennen und nicht mitmachen wollen/können. Werden die Neuen dann geschnitten oder runtergeputzt ? Nehmen die Neuen die Gebräuche, die ihnen fremd sind, mit Humor und Langmut ?

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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