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  1. Registriert seit
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    Umgang mit Rassisten

    Ich wohne in einer sehr kleinen Stadt -fast schon Dorf. Bin hier ehrenamtlich engagiert, arbeite aber in einer Großstadt und habe meine Hobbies und Freunde auch anderweitig räumlich verteilt.
    Die Leute hier sind nett, liken auf Facebook aber teilweise Beiträge, die für mich politisch völlig indiskutabel sind oder haben solche Beiträge in ihrem WhatsApp Status. Neulich fiel sogar das Wort mit N.
    Ich entfreunde schon fleißig bei Facebook, aber per WhatsApp gibt es eben noch Kontakt. Manchmal bin ich kurz davor so einen Status fassungslos zu kommentieren. Es fällt mir immer schwerer diesen Menschen zu begegnen.
    Wie geht ihr mit Menschen um, die politisch eine für euch nicht ansatzweise akzeptable Position beziehen? Sucht ihr das Gespräch, ignoriert oder meidet ihr sie?
    Ich bin einfach nur traurig, dass Menschen, die ich eigentlich mag, so denken können.


  2. Registriert seit
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    AW: Umgang mit Rassisten

    Kommt drauf an, wie gut ich die Person kenne.
    Kenne ich sie gut und mag ich sie eigentlich, diskutiere ich notfalls bis zum Erbrechen.

    Ist der Kontakt eher lose, kommentiere ich den Status bei WhatsApp, blockiere sie dann und ignoriere sie im Real Life so gut es geht.

  3. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Rassisten

    Zitat Zitat von Caramac Beitrag anzeigen
    Ich bin einfach nur traurig, dass Menschen, die ich eigentlich mag, so denken können.
    Es wird einen Grund geben, warum die Menschen die du magst, jetzt so denken. Wenn es dich so traurig
    macht, dann frage nach.

    Unser Land hat sich in den letzten Jahren, meiner Meinung nach, rasant verändert,
    und somit auch das Denken mancher Menschen.

    Wundern tut mich das nicht

  4. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Umgang mit Rassisten

    Ich empfinde das auch als schwierig.
    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass nur Reden und Reden und wieder Reden hilft - allerdings auch gepaart mit Zuhören. ;-))

    Ich habe einen älteren Verwandten, den ich sehr mag, der aber einige Meinungen vertritt, bei denen ich mit jedem anderen schlicht den Kontakt abbrechen würde. Aber weil wir uns gegenseitig mögen gehen wir immer wieder in die gemeinsame Diskussion, auch wenn es für beide oft schwer zu ertragen ist - und wir kommen immer wieder an den Punkt des "agree to disagree" und können und dann auch wieder angenehmen gemeinsamen Themen widmen oder gemeinsamen Aktivitätgen.

    Ich ertrage das nur in gewissen Dosen, aber ich setze trotzdem auf die Strategie der kleinen Schritte und der immer wieder kehrenden Agrumentation. Und es ist auch für mich spannend und interessant, wo zum einen diese Meinungen herkommen, wie er sie begründet und wo ich ihn gelegentlich auch zum Nachdenken bringe.

    Würde sich etwas zum besseren wenden, wenn ich den Kontakt abbrechen würde? Nein.
    Ändert sich etwas zum besseren, weil ich in der Diskussion bleibe? Vielleicht.

    Und diese Vielleicht ist es mir wert.
    Außerdem ist er abseits der extremen Meinungen ein lieber Mensch und immer noch einer meiner Lieblingsverwandten uns verbindet die Familie und einige sehr positive Ereignisse.



    Mit Fremden fällt mir das deutlich schwerer.
    Aber ich sehe die Gefahr, dass wir alle (und zwar Leute aller Meinungen) sich immer mehr nur mit "Ihresgleichen" umgeben und abweichende Meinungen immer schwerer ertragen, das kann nicht gut sein. Es ist keine Demokratie, wenn alle meiner Meinung sind - egal wie richtige die Meinung ist. Ich finde Diskussion wichtig, gerade auch um Veränderungen herbeizuführen und die muss man eben auch führen, wenn sie weh tun und versuchen trotzdem immer wieder in Gespräch zu kommen und ab und zu darf man auch einfach gemeinsam Spaß haben ohne die schwierigen Themen.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  5. Avatar von Loop1976
    Registriert seit
    20.02.2007
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    AW: Umgang mit Rassisten

    Zitat Zitat von Caramac Beitrag anzeigen
    Wie geht ihr mit Menschen um, die politisch eine für euch nicht ansatzweise akzeptable Position beziehen? Sucht ihr das Gespräch, ignoriert oder meidet ihr sie?
    Ich bin einfach nur traurig, dass Menschen, die ich eigentlich mag, so denken können.
    Ich bzw. Herr Loop auch, haben weder Facebook noch Whatsapp.
    Aber meine Freundin hatte mir statusbilder von unserem Freund per Mail geschickt. Die waren wirklich widerlich.

    Und er hatte auch hin und wieder bei Treffen komische Sachen fallen lassen, von wegen er wäre bei einer Info Veranstaltung der afd gewesen. Und da waren noch so komische Dinge.

    Aber der Grund, den Kontakt abzubrechen waren die sehr rassistischen Bilder seiner Frau (russin) bei Whatsapp.
    Das habe ich dann in einem Telefonat gemacht. Wir haben regelmässig telefoniert und da haben wir lange darüber gesprochen und da hat er die Maske fallen lassen.
    Wir sind ja alle realitätsverweigerer.
    Und da sind noch andere Dinge gefallen.

    Dann habe ich gesagt, dass wir grundverschieden sind und es mir nicht mehr möglich ist, den Kontakt aufrecht zu erhalten.

    Eine jahrelange Freundschaft war dahin.
    Und ich fühle mich super damit. Ne, ich will mit so Menschen nichts zu tun haben.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

  6. Avatar von Loop1976
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    AW: Umgang mit Rassisten

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Kommt drauf an, wie gut ich die Person kenne.
    Kenne ich sie gut und mag ich sie eigentlich, diskutiere ich notfalls bis zum Erbrechen.
    Bis die ihre Meinung ändern?
    Oder Du Deine?
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

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    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


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  7. Avatar von brighid
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    AW: Umgang mit Rassisten

    wenn ich bei menschen in meinem umfeld solche "tendenzen" bemerke überlege ich mir eine weile. ich lasse mir da sehr viel zeit und noch ein paar treffen oder familienfeste etc. wie ich damit umgehen kann.

    wenn es um braune sosse geht- die war in meiner herkunftsfamilie, grosselternseitig, immer da. und ich schränke dann in den meisten fällen den umgang ein.
    ein stückweit hat es sich damals von alleine geregelt als ich meinen mann kennenlernte und mich verlobt habe.
    (us-amerikaner mit latino-herkunftsland) ohne mein zutun und wirkliches handeln hat sich dieser teil der familie von mir distanziert. war ich auch nicht böse drum.

    und heute, heute ist es mein engagement für eine syrische flüchtlingsfamilie in meiner direkten nachbarschaft- die mir bestimmte leute vom hals hält.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern


  8. Registriert seit
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    AW: Umgang mit Rassisten

    Ich habe da ein dickes Fell.

    Ich finde auch, dass das was jetzt oft als Nazi empfunden wird, eine gefährliche Verharmlosung des Nationalsozialismus ist.

    Dann, habe ich meinen recht konservativen Ursprungsumfeld früher einige Kulturschocks verpasst:
    Ich habe die Grünen gewählt (lautstark )
    War 30 Jahr Mitglied bei Greenpeace und WWF und zuletzt bei PETA (habe mich für manche also radikalisiert )
    Ich esse kein Fleisch (auch nicht stillschweigend - daher wird mir mein Fischessen um die Ohren gehauen. Zu Recht)
    Ich habe lange in Israel gewohnt (seltsamerweise für die LINKEN ein unendlicher Quell unendlicher Kritik. Israels aber auch rundum. = in der Praxis 1a Antisemitismus, als solcher nicht mal erkannt.)

    Das war das Exzerpt meiner Aneckungen.

    Mein nach wie vor bester und ältester Freund war erst bei der JU, dann Mandatsträger für die CSU, in der Kirch' aktiv (muss ich sagen, dass ich ausgetreten bin )

    Ich habe da ein dickes Fell. Und ein großes Mundwerk, wenn mir was gegen den Strich geht.

    Ich (als Linke Bazille) stelle aber mit zunehmendem Befremden fest, dass "wir" dieses berühmte "Freiheit der anders Denkenden" in erster Linie links interpretieren.
    Da da finde ich, wenn schon, denn schon.

    Was ist eigentlich sagen wollte ist, dass viele Menschen in der Vergangenheit auch Grund gehabt hätten, mich zu entliken.
    Hams nicht.

  9. Avatar von Loop1976
    Registriert seit
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    Beiträge
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    AW: Umgang mit Rassisten

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    und heute, heute ist es mein engagement für eine syrische flüchtlingsfamilie in meiner direkten nachbarschaft- die mir bestimmte leute vom hals hält.
    Wie schön

    Mein Kollege sagte mal bei einem gemeinsamem Mittagessen, dass die Frauen des Ortes sich nach 20.00 Uhr nicht mehr auf die Straße trauen, weil dort 5 oder 6 Flüchtlinge (!!) untergebracht waren.

    Ich wäre fast vom Stuhl gefallen und sagte nur, was das denn für Frauchen wären....
    Mir ist bald das Essen hoch gekommen. Nicht, weil die Frauen sich nicht trauen, sondern weil ich jetzt über seine Ausländerfeindlichkeit Bescheid weiß.

    Oder die andere Kollegin die sagte, ja, die haben zwei kleine Kinder und kriegen alles in den Hintern geschoben.
    Irre, wie schnell die Leute sich outen.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

  10. Avatar von brighid
    Registriert seit
    16.12.2007
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    61.320

    AW: Umgang mit Rassisten

    das was sie in den hintern geschoben bekommen- bekommen deutsche familien auch in den hintern geschoben. um mal bei der wortwahl zu bleiben.


    die flüchtlinge bekommen nicht mehr und nicht weniger als das was allen andern auch zusteht.

    hier hat sich ein nachbar darüber aufgeregt, dass: die kaufen tütenweise beim aldi ein.

    ja--------- eine familie mit 3 halbwüchsigen, noch wachsenden kindern und einem baby- die brauchen nun mal futter. ich habe die nachbarin, die ein auto hat, die flüchtlingsfamilie beim aldi gesehen hat, gefragt: ob sie den sich abschleppenden eltern den eine mitfahrgelegenheit angeboten hat. der blick- unbezahlbar. und dann: hätten sie das denn gemacht, frau brighid?
    als ich nur genickt habe- kam ein gewisses nachdenken in ihren blick. mal sehen was daraus wird.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

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