"Raushängen" im Sinne von überheblich, herablassend sein natürlich nicht. Aber selbstverständlich wird in der Signatur der "Dr." oder "Prof." genannt und man redet die Leute bei uns auch so an. Und wenn du dich irgendwo bei einem Prof. Müller bewerben willst, schreibst du dann "Sehr geehrter Herr Müller"??? Und solange dir im neuen Unternehmen dann nichts anderes gesagt wird, gehst du einfach dazu über, die Bezeichnungen "Dr. oder Prof." wegzulassen? Finde ich komisch, kenne ich halt nicht so. Entweder duzt man sich dann eben mit einigen oder man bleibt bei der förmlichen Anrede.
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Thema: Umgang mit dem Doktortitel
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20.08.2018, 08:14
AW: Umgang mit dem Doktortitel
Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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20.08.2018, 08:15Inaktiver User
AW: Umgang mit dem Doktortitel
Das finde ich allerdings auch. Leute, die sich was auf den Titel einbilden, aber "kleine Angestellte" verachten ... darauf stehe ich ja. Würden alle Schreibkräfte und Stationshilfen gleichzeitig streiken, würden die "Titelträger" ziemlich schnell ziemlich blöd gucken.
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20.08.2018, 08:17Inaktiver User
AW: Umgang mit dem Doktortitel
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20.08.2018, 08:18
AW: Umgang mit dem Doktortitel
Nein, ich finde nicht, dass sie kleine Dummchen sind - wie kommst du darauf? Aber ich finde, dass es für die Patienten und Geschäftspartner etc. durchaus wichtig ist, dass sie erkennen, ob jemand Sekretärin, Fachärztin oder Prof. ist. Und wenn es im Unternehmen/der Klinik nun mal üblich ist, die Kollegen und ggf. Vorgesetzte mit "Titel" anzureden, dann ist es eben so und es macht wenig Sinn, dass eigenmächtig "abzuschaffen". Es gehört (bei uns) einfach zum guten Ton, das eben so zu handhaben.
Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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20.08.2018, 08:27
AW: Umgang mit dem Doktortitel
Im Übrigen beobachte ich bei uns im Job leider "je kleiner das Licht, desto mehr wird nach unten getreten". Konkret: der Prof. grüßt die Reinigungskraft freundlich und bedankt sich, wenn sie grad das Büro geputzt hat und er zufällig dazu kommt, die Sekretärin ist ständig am meckern und maulen über die Putzleistung und beschwert sich, "zitiert" die Putzfrau sogar in ihr Büro um zu meckern... also die Oberärte, Professoren wissen sich häufig besser zu benehmen.
Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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20.08.2018, 08:27Inaktiver User
AW: Umgang mit dem Doktortitel
Auf mich wirken deine Zeilen so. Du hast ja ausdrücklich betont, dass eine Schreibkraft nicht so viel weiß wie ein "Doktor" oder "Professor". Das mag medizinische Dinge betreffend richtig sein, aber ist doch nicht automatisch allgemeingültig. Dir scheinen aber Titel überhaupt sehr wichtig zu sein, da du deren Wichtigkeit immer wieder betonst.
Ich erkenne die Arbeit, die hinter einem Titel steckt, durchaus auch an. Aber für mich stehen Titelträger nicht auf einer höheren Stufe. Andere leisten auf ihre Weise und ihren Möglichkeiten entsprechend oft auch nicht weniger. Sollen die dann weniger Anerkennung bekommen als ein "Doktor"? Finde ich nicht.
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20.08.2018, 08:46Inaktiver User
AW: Umgang mit dem Doktortitel
Selbst wenn es gegenüber Patienten Sinn macht, welchen Sinn soll es haben, den akademischen Grad im Privaten beim Gemüsehändler, beim Vermieter oder der Fluggesellschaft zu nutzen?
Das beliebte Argument, man habe für seinen akademischen Grad hart gearbeitet und etwas geleistet, deshalb müsse er ständig verwendet werden, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Andere haben auch hart gearbeitet, beispielsweise um Vorstand, Geschäftsführer oder meinetwegen Präsident einer großen Organisation zu werden. Da braucht es auch keine zusätzliche Ehrerbietung in Form einer speziellen Anrede.
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20.08.2018, 09:14
AW: Umgang mit dem Doktortitel
Im Privaten macht es keinen Sinn, da hast du recht. Trotzdem finde ich es nicht schlimm oder überheblich, wenn der "Dr." auf dem Klingelschild steht. Deshalb kommt die Post auch nicht schneller, aber es muss doch auch niemanden stören.
Im beruflichen Kontext finde ich ich eben angebracht, kann doch jeder für sich selbst entscheiden, wie er das findet und handhabt. Ob es sich im beruflichen Umfeld positiv oder negativ oder gar nicht auswirkt, wenn man unter Kollegen und Vorgesetzten den "Prof." oder "Dr." weglässt (wurde hier auch schon geschrieben, dass es üblich wäre), sollte man aber erkennen.Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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20.08.2018, 09:22Inaktiver User
AW: Umgang mit dem Doktortitel
Marylin, es stört mich nicht. Es amüsiert mich, vor allem angesichts der Tatsache, dass der Dr. med der in der Wissenschaft am wenigsten geachtete Doktortitel ist.
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20.08.2018, 13:25Inaktiver User
AW: Umgang mit dem Doktortitel
Sowohl "Dr." als auch "Professor" werden in Deutschland wenn, dann nur mit dem Nachnamen benutzt. Also: "Morgen, Herr Dr. Schlau.", oder: "Ich hätte da eine Frage, Frau Professorin Grübel." Aber wie gesagt: Wenn sie ein bisschen Sozialkompetenz hat, wird sie freundlich entgegen: "'Frau Grübel' tut's auch." Man weiß ja, wer sie ist und was sie ist, da muss man den Titel nicht ständig im Munde führen.
Es ist wohl immer noch üblich, dass Patienten ihren Arzt mit "Herr Doktor" anreden. Aber das ist einfach so eine Gewohnheit. "Doktor" war ja früher oft auch ein Synonym für Arzt. (Ich muss zum Doktor.) Es gibt auch Länder, wo sich alle Ärzte "Doctor" nennen dürfen, ohne je die in Deutschland übliche Alibi-Doktorarbeit verfasst zu haben. Auch in Deutschland wurde das schon diskutiert.
Italiener können sich schon "dottore" nennen, wenn sie grad mal einen Bachelor-Abschluss haben. Also aufgepasst!
Übrigens kannte ich mal einen Mann der hieß "Doktor" mit Nachnamen. Glück muss der Mensch haben.Geändert von Inaktiver User (20.08.2018 um 13:31 Uhr)



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