Bin gerade durch einen Artikel der Brigitte drauf gekommen - hier hat ein Mann aus religiösen Gründen abgelehnt, einer Lehrerin die Hand zu schütteln, welche darauf das Gespräch mit ihm abbrach. Aber auch ohne religiösen Hintergrund gibt es doch sicher viele Menschen, die das Handgeben einfach nicht mögen...
Auch ich bin ein Mensch, der sehr ungern anderen Menschen (ausgenommen enge Freunde, Familie) die Hand gibt. Ich mag es einfach nicht, Menschen, die mir nicht besonders nahe stehen, anzufassen bzw. mich anfassen zu lassen.
Ich bin heilfroh, dass es bei uns im Job nicht üblich ist, sich mit Handschlag zu begrüßen. Wäre es anders, würde ich es wahrscheinlich sagen, dass ich es nicht mag.
Wenn natürlich Vorgesetzte die Hand reichen, ist es schwieriger (macht bei uns glücklicherweise auch kein Chef). Im Bewerbuungsgespräch bspw. muss man wohl in den sauren Apfel beißen, wenn der potentielle neue Chef die Hand reicht. Aber sonst? "Gehört" es sich wirklich (noch), brav die Hand zu geben? Wird ja von Kinder mitunter verlangt, finde ich nicht gut... Ich finde, dass das einfach zu "intim" ist, in meine Privatsphäre eingreift - also ich meine damit, dass der (körperliche) Abstand zwischen mir und einem anderen Menschen nicht gewahrt wird... Das anfassen, berühren, stört mich einfach bei Menschen, die nicht zu meiner Familie oder dem engen Freundeskreis gehören...
Wie seht ihr das? Wärt ihr beleidigt, wenn euer Handreichen ausgeschlagen wird? Müssen eure Kinder die Hand geben?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 261
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23.06.2016, 20:00
Die Hand geben - muss das sein?
Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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23.06.2016, 21:21
AW: Die Hand geben - muss das sein?
Ich gebe gern die Hand; gerade wegen der Nähe, die ensteht.
ja. Würd ich mir wohl nicht anmerken lassen, aber grosse Freundschaft werde ich mit einer solchen Person bestimmt nicht schliessen.Wärt ihr beleidigt, wenn euer Handreichen ausgeschlagen wird?
gruss, barbara
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23.06.2016, 21:47Inaktiver User
AW: Die Hand geben - muss das sein?
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23.06.2016, 21:49Inaktiver User
AW: Die Hand geben - muss das sein?
Ich gebe auch gerne die Hand - und fällt mir insbesondere sehr positiv (vor allem im geschäftlichen Umfeld) auf, wenn dies z.B. andere Kulturen beim Zusammentreffen auch machen, für mich macht es das leichter. Neulich habe ich einen Mann aus Manila empfangen, er kam mit der gestreckten Hand auf mich zu. Das war ein beruhigendes und auch vertrautes Gefühl.
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23.06.2016, 21:57
AW: Die Hand geben - muss das sein?
Ich entschuldige mich, dass ich keinem die Hand geben kann, da meine Hände völlig vernarbt, teilweise offen und sehr schmerzhaft sind nach einem Händedruck.
Zudem reissen sie auf Druck noch mehr auf ...
Sie schmerzen sowieso, nach einem Händedruck habe ich ca. 4 Wochen extreme Handprobleme.
Anfangs wurde mir das als Arroganz ausgelegt ...
Eine hingehaltene Hand ergreife ich automatisch, muss jetzt aber sehr aufpassen, dass mir das nicht mehr passiert ...das, was dann kommt ist kaum auszuhalten.
In unserem (sehr grossen)Krankenhaus liegen Flyer aus, dass das Personal keinem mehr die Hand gibt aus hygienischen Gründen.
Ich selbst habe mir 2 x einen sehr heftigen Keim eingefangen und begrüsse das sehr.
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23.06.2016, 21:58Inaktiver User
AW: Die Hand geben - muss das sein?
Interessantes Thema. Ich wäre einen Moment lang irritiert, aber letztendlich wäre mir das egal.
Es muss ja jeder für sich entscheiden dürfen, wie viel Nähe er zulässt. Ich gehe mit Körperkontakt selber eher sparsam um. Jemandem einen Handschlag aufzwingen zu wollen, finde ich bescheuert.
In meinem beruflichen Umfeld werden ohnehin sehr selten Hände geschüttelt, und wenn ich darüber nachdenke, dann gebe ich auch privat nur selten die Hand.
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23.06.2016, 22:12
AW: Die Hand geben - muss das sein?
Die Hand geben - damit habe ich kein Problem.
Ich finde jedoch nicht jeden Händedruck gleichermaßen angenehm. Mir gefällt es, wenn der Druck relativ kräftig ist. Ich mag es gar nicht, wenn der andere mir die Hand sehr lasch gibt. Bei manchen Leuten hatte das sogar einen richtig negativen Nachhall bei mir, insbesonere wenn ihre sonstige Erscheinung eher einen starken Eindruck vermittelt.
Eine angebotene Hand nicht anzunehmen, empfinde ich als grobe Unhöflichkeit.
Eine Abwehrhaltung entwickle ich hingegen, wenn mich jemand, zu dem ich kein herzlich-freundschaftliches Verhältnis habe, versucht zu umarmen. Das empfinde ich als sehr übergriffig.
Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
Christian Fürchtegott Gellert (1715-69)
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23.06.2016, 22:13
AW: Die Hand geben - muss das sein?
Also meinetwegen nicht

Ich habe geradezu eine Phobie vor Bakterien und bin in der Erkältungszeit immer froh, wenn das Händeschütteln mal ausfällt. Ich schwindle dem Gegenüber auch gern mal entgegen, dass ich selbst erkältet bin und ihm die Keime erspare. Dann hab ich aber zu 98% trotzdem das Vergnügen, weil die anderen seltenst so Schisser sind, wie ich
Ich wäre sogar bereit, als Alternative zu knicksen oder eine Verbeugung zu machen
Sehr schön finde ich (rein optisch, kultureller Hintergrund ist mir unbekannt) das Aneinanderlegen der Hände, wie es in Indien gemacht wird.
Blöd fände ich es aber, wenn durchscheint, dass das "Hand geben" aus Gründen der Abwertung verweigert wird.
Da hätte ich auch gleich keine Lust mehr auf ein Gespräch.
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23.06.2016, 22:26
AW: Die Hand geben - muss das sein?
In meiner Augenarztpraxis steht schon bei der Abmeldung ein Schild: "Wir freuen uns, dass Sie zu uns kommen und begrüßen Sie herzlich, allerdings ohne Ihnen die Hand zu geben."
Ist doch in Ordnung,oder?
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23.06.2016, 22:34


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