Vergangenes Wochenende wurden wir von einem Pärchen eingeladen, welches wir vor 9 Monaten auf einer Weltreise kennen gelernt und einiges zusammen unternommen haben. Wir haben abgemacht, dass wir uns im Ferienhaus ihrer Eltern ganz in der Nähe von ihrem Wohnort treffen. Da für uns die Anreise ziemlich weit ist, wurde uns angeboten, dass wir im Haus übernachten können.
Ein paar Tage vor dem Treffen haben wir telefonisch besprochen, dass ein Schweizer Käse-Racelette zubereitet wird und wir gemeinsam den Käse einkaufen gehen. Ansonsten müssten wir nichts weiter mitbringen.
Wie besprochen gingen wir dann gleich nach unserer Ankunft gemeinsam in der örtlichen Molkerei den Käse einkaufen. Zusätzlich auch noch Käse für uns und für die Gastgeber, der dann jeweils mit nach Hause genommen wird. Die Rechnung wurde vorerst durch die Gastgeber beglichen und wollten wir uns dann im Nachhinein aufteilen.
Am Abend wurde lecker aufgetischt: Apéro mit lokalem Bier, Apérogebäck, Oliven, etc. Zur Hauptspeise dann das besagte Racelette mit Speck, Trockenfleisch, Weiss-Wein, Tee und vielen Beilagen. Wie es sich als Gast gehört, haben wir ein paar Flaschen Wein und eine Kiste Bier für den Abend mitgebracht. Als Gastgeschenk und als Beitrag für den gemeinsamen Abend. Es war sehr amüsant und gemütlich, rundum sehr gelungen.
Am nächsten Tag wurden wir gefragt, ob wir auch gleich noch zum Grillen bleiben, bevor wir uns auf die Rückreise machen, was so eigentlich nicht geplant war, wir aber als nette Geste aufgefasst haben. Nach dem Essen, kurz vor unserer Abreise, wollten wir noch unseren Anteil am Käse bezahlen. Einen runden Betrag, so haben wir angenommen. Doch dann begann die grosse Rechnerei. Auf Euro genau wurde unser Anteil berechnet. Doch nicht etwa nur für den Einkauf in der Molkerei. Es wurden allerernstes sämtliche von Ihnen getätigte Einkäufe für den Apéro, das von ihnen gekaufte Bier und den Weiss-Wein, die Beilagen für das Racelette, die Teebeutel, die Milch, die Butter, das Fleisch für den Grill – kurz gesagt der ganze Einkauf, von dem wir nicht mal wussten, durch zwei geteilt. Völlig perplex und etwas peinlich berührt, haben wir brav bezahlt. Es ist nicht unsere Art, deswegen zu diskutieren. Für uns ist dieses Verhalten aber doch sehr befremdend. Wenn wir Besuch einladen versteht es sich von selbst, dass die Gäste eingeladen sind. Wir haben natürlich darauf verzichtet, die von uns mitgebrachten Wein- und Bierflaschen zu verrechnen.
Was ist eure Meinung dazu? Findet ihr das nicht auch daneben?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 243
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25.05.2015, 18:59
Bei Bekannten eingeladen, fürs Essen zur Kasse gebeten.
Geändert von Dominik82 (26.05.2015 um 02:05 Uhr)
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25.05.2015, 19:06
AW: Bei Bekannten eingeladen, fürs Essen zur Kasse gebeten.
Das finde ich total daneben, mir wär die Kinnlade runtergefallen.
Aufs Grillen hätte ich dann verzichtet. Habt ihr dafür auch bezahlt?
Dann hätte ich glatt gesagt, wir wollen fahren, das muss zurück-
gerechnet werden.
Tut mir leid, die würden mich nicht mehr wiedersehen.
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25.05.2015, 19:06
AW: Bei Bekannten eingeladen, fürs Essen zur Kasse gebeten.
ja. ich hab aber Ähnliches schon gehört, die müssen von einem Paralleluniversum eingeflogen sein.
Erinnert mich an eine Kollegin in Fernbeziehung. sie wollte mit ihrem Mann einen Städtetrip machen und hat mich+Freund zugetextet, damit wir mitkommen (worauf wir gar nicht so besonders Lust hatten). Am Schluss: Fahrtkosten geteilt (soweit ok) bis zum Standort des Mannes, für den (weit größeren) Rest der Strecke wurden uns zwei Drittel berechnet: wir waren schließlich zu zweit. Unterm Strich war klar, wir sollten nur mit, um die Fahrt zusubventionieren
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25.05.2015, 19:11
AW: Bei Bekannten eingeladen, fürs Essen zur Kasse gebeten.
@ ilazumgeier:
Ja auch fürs Fleisch und die Würstchen haben wir bezahlt. Sogar noch für Dinge, die wir gar nicht gegessen haben. Die Abrechnung erfolgte ganz zum Schluss, kurz bevor wir aufbrechen wollten. Hätten wir ein solch kleinliches Verhalten geahnt, wären wir schon vor dem Grillen abgereist.
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25.05.2015, 19:12
AW: Bei Bekannten eingeladen, fürs Essen zur Kasse gebeten.
Geändert von katelbach (25.05.2015 um 22:37 Uhr) Grund: Vollzitat gekürzt
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25.05.2015, 19:13
AW: Bei Bekannten eingeladen, fürs Essen zur Kasse gebeten.
einmal und nie wieder
...naja, die Kosten der Weltreise müssen ja irgendwie wieder rein geholt werden
Habe die KRAFT,zu ändern, was nicht mehr länger zu ertragen ist;
die GELASSENHEIT, alles dass hinzunehmen, was nicht zu ändern ist, und die WEISHEIT, das eine vom anderen zu unterscheiden
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25.05.2015, 19:18
AW: Bei Bekannten eingeladen, fürs Essen zur Kasse gebeten.
Ja, das kennen wir sicher alle - aber da war doch immer von vornherein klar, wie das läuft. Wenn man explizit irgendwohin eingeladen wird, kommt man gar nicht auf solche Ideen.
Was mich verwundert: wenn die dermaßen pedantisch alles aufrechnen, hätten die das mitgebrachte Gesöff doch freiwillig auch mit gegenrechnen müssen?Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde
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25.05.2015, 19:24
AW: Bei Bekannten eingeladen, fürs Essen zur Kasse gebeten.
hi....das ist nicht nur daneben, sondern frech.Darf ich einmal fragen, wie alt ihr und das andere paar seid?
das wäre für mich das ende der beziehung, erbsenzähler finde ich sehr unsympathisch.
Ihr habt alles richtig gemacht...keine sorge
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25.05.2015, 19:25
AW: Bei Bekannten eingeladen, fürs Essen zur Kasse gebeten.
Hi Dominik,
auf ein weiteres Buchhalter-Festival hätte ich jedenfalls keine Lust mehr. So weit, so kurz. Spannend find' ich eher, wie sich dieses Verhalten bei diesem Pärchen etablieren konnte. Denn offenbar haben sie dieses "Konzept" bereits sozial mit und bei anderen erprobt, Du beschreibst ihre Auseinanderrechenkünste ja als reichlich routiniert. :-)
Wie habt ihr sie eigentlich auf der Weltreise erlebt?
Gruß,
AenEine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow
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25.05.2015, 19:29
AW: Bei Bekannten eingeladen, fürs Essen zur Kasse gebeten.
Ich finds dreist,
hätte jedoch auch bezahlt, denn noch gefragt, ob sie noch nie was von Gastfreundschaft gehört haben und in Not sind und das Geld so dringend brauchen,
Souvenir


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