Hallo an die vielen Hundebesitzer hier,
vielleicht kann ich von Euch ja einen Tipp bekommen, wie ich mit dem Hund unseres Bürovermieters am besten umgehe. Die Lage ist ein bisschen verzwickt:
wir sitzen mit einem kleinen Verband (ich GF, Vorstand nur sporadisch da) seit einigen Jahren in einer schönen Villenetage. Die obere Etage "bewohnt" der Hauseigentümer mit seinem Büro, wohnen tut er da nicht, kommt aber jeden Tag. Der Eigentümer, Charmeur alter Schule, ist schon über 80 und hat einen Schäferhund, auch schon etwas betagter. Der Hund - eigentlich mag ich Hunde - wird aber auch immer merkwürdiger, je älter und klappriger sein Herrchen wird. Und zwar empfinde ich ihn in letzter Zeit als aggressiv. Früher hat er mich zwar immer angebellt, obwohl er mich ja kennt, aber das hat mir nichts ausgemacht. Die besten Freunde waren wir nie (es ist, finde ich, kein netter Hund, und er müffelt ziemlich, was nicht gerade zum Streicheln animiert).
Das letztemal, als ich den Vermieter auf der Treppe getroffen habe und wir uns kurz unterhalten haben (also ganz freundlich, nicht laut) hat er aber nach mir geschnappt, obwohl ich extra Abstand zu seinem Herrchen gewahrt habe. Ich denke, ich kann Hundeverhalten einordnen und er hat mich bedroht, weil es ihm sichtlich nicht gepasst hat, dass ich mit einem Besitzer geredet habe. Heute hatte ich - blöder Zufall - gedacht, der Paketbote hätte geklingelt und bin raus gegangen, da kommt er - also beide - gerade die Treppe hoch. Da war's nochmal schlimmer. Das Viech ('tschuldigung) hat einen richtigen Sicherheitskordon um sein Herrchen gezogen, geknurrt und die Zähne gefletscht. Blöderweise will der Besitzer eigentlich immer nett mit mir plaudern (am besten noch mit Handkuss, wie gesagt, alte Schule), sein Hund aber nicht.
Mir war echt mulmig, ich bin immer mehr zurückgewichen, obwohl der Besitzer sich in die andere Richtung entfernt hat. Der Hund ist ihm aber nicht hinterher, sondern ist immer näher auf mich zu, trotz der Rufe des Besitzers (habe ich schon erwähnt, dass er Ansagen als unverbindliche Hinweise ansieht?). Ich habe mich dann total abgewendet, bin ums Haus rum und zum Hintereingang rein.
Und: ja, das Tier sollte dringend an die Leine. Mit 83 der ist der Vermieter nicht mehr der Einsichtigste. Im Prinzip sollte er so einen Hund gar nicht haben, denn er hat ihn nicht (mehr) unter Kontrolle. Warum der Hund sich so verhält, ist mir, glaube ich, klar. Der alte Herr baut zunehmend ab, braucht jetzt Päuschen beim Treppensteigen und ist in den letzten beiden Jahren um 5 cm geschrumpft, weil er nicht mehr aufrecht gehen kann. Der Hund hat offensichtlich Panik, dass ihm einer was will und hört und sieht wahrscheinlich selbst nicht mehr gut. Es wirkt auf mich nicht dominant, sondern irgendwie angstaggressiv.
Tja - ich will das volle Spiel der Mieterrechte nicht beginnen. Das Tier wird er nicht an die Leine nehmen, da würde er nämlich, klapprig wie er ist sofort umfallen, wenn der Hund nur sachte daran zieht. Daheim wird er ihn nicht lassen, weil die Gattin den Hund auch nicht mag. Dann wären wir beim - seufz - Anwaltsschreiben etc. etc. Will ich eigentlich nicht.
Und jetzt die Frage an die Hundeerfahrenen: was mache ich da beim nächstenmal?
Die Konversation sofort abbrechen und gehen, notfalls zum Hintereingang? Würde das den Hund (Flucht) nicht sofort veranlassen, mir nachzugehen und zu beißen (Bei dem Mundgeruch des Tiers wäre das sicher eine unangenehme Wunde)?
Mir ein Hundeabwehrspray besorgen?
Oder fällt jemandem noch etwas ganz anderes ein?
Viele Grüße
Kanglin
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 49
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28.01.2015, 17:17
Umgangsformen bei unfreundlichem Hund...
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28.01.2015, 17:28
AW: Umgangsformen bei unfreundlichem Hund...
Also deine Harmoniefreudigkeit in allen Ehren...aber die ist nach dem Sachverhalt so falsch wie das Tun des Hundebesitzers.Dir bleibt da nichts anderes übrig als Tacheles zu reden. Spätestens wenns mir passiert wäre,daß der Hund nach mir schnappt, hätte es bei mir ein ziemliches Donnerwetter gegeben.
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28.01.2015, 17:37Inaktiver User
AW: Umgangsformen bei unfreundlichem Hund...
Tacheles reden, und dann? Was hilft das der TE konkret? Der Mann wird nicht jüger. Seinen Hund wird er weiterhin nicht unter Kontrolle halten.
Möglichkeit a) Du gehst den beiden in Zukunft aus dem Weg.
Möglichkeit b) Du kaufst Dir ne Tüte schmackhafter Leckereien die Du immer dabei hast und versuchst Dich mit dem Hund "anzufreunden". Leckerli möglichst ohne viel Bewegung rausholen und vorsichtig auf den Boden fallen lassen. Das machst Du IMMER wenn Du den Hund siehst. Da kannst Du Anfangs gleich mehrere Hände voll aufbrauchen. Nach dem Prinzip der klassischen Konditionierung wird der Hund irgendwann kapieren Kanglin = Leckerchen.
Ansonsten gilt: Hund nie in die Augen sehen. Nicht ansprechen oder anfassen. Wenn er Dich fixiert oder ansieht Kopf und Oberkörper leicht zur Seite drehen aber stehen bleiben. Versuchen dem Nachbarn zu vermitteln, dass DU Angst vor dem hund hast.
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28.01.2015, 17:40
AW: Umgangsformen bei unfreundlichem Hund...
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28.01.2015, 17:45
AW: Umgangsformen bei unfreundlichem Hund...
Stehen bleiben. Nicht weitergehen.
Zu dem Herrn sagen, gehen Sie bitte weiter, der Hund knurrt, ich habe Angst.
Sonst den Kontakt vermeiden (vorher gucken ob die Luft rein ist).
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28.01.2015, 17:47Inaktiver User
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28.01.2015, 17:53
AW: Umgangsformen bei unfreundlichem Hund...
Keine Ahnung. Bei mir hat es bisher immer geholfen, ohne dass ich Schirm oder Stock zur Verteidigung einsetzen musste. Ansonsten würde ich der TE dazu raten, mit dem Besitzer über ihre Angst vor dem Hund zu sprechen. Es kann nicht angehen, dass sich die Umgebung derartige Begegnungsvermeidungsstrategien und sonstige bessere oder schlechtere Tricks überlegen müssen, weil die Menschen die Kontrolle über ihre Haustiere verlieren.
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28.01.2015, 17:55
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28.01.2015, 17:57
AW: Umgangsformen bei unfreundlichem Hund...
Ich hatte die TE so verstanden, dass sie Hinweise lesen will, wie sie besser klarkommt.
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28.01.2015, 18:01Inaktiver User


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