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  1. Inaktiver User

    Smartes Telefongedöns - allmählich krieg ich die Krise

    Ich glaube, ich bin jetzt die Letzte ihrer Art, zumindest in meinem Bekanntenkreis (50 plusplus). Auch die letzten gestandenen Wenig-Handy-Nutzerinnen haben nun Smartphones, zumeist mit der Begründung "das ist das alte von meiner Tochter...".

    Mir gehts inzwischen unsäglich auf den Keks. Wir gehen zu dritt (alte Schulfreundinnen) essen, was wir seit vielen vielen Jahren regelmäßig tun. Erste Amtshandlung nach dem Platz-Nehmen ist inzwischen: Smartphone kurz aus der Handtasche nehmen, nachsehen, ob was Wichtiges eingetrudelt ist. Dann unterhalten sich beide erst mal ausgiebig über die Apps, die frau so braucht. Okay, bin ich selbst schuld, dass ich da nicht mitreden kann, da ich mich dem Smartgedönse bisher verweigere. Also warte ich ab, bis es wieder Themen gibt, zu denen ich auch was sagen kann.

    Dann bimmelt das eine Smartphone. Schwiegertochter hat wohl ein Rezept meiner Freundin ausprobiert und schickt ein Bild vom Abendessen. Kurz darauf bimmelt das der anderen Freundin, da wird ein Termin abgesagt. Beide Freundinnen widmen sich kurz der Beantwortung der Nachrichten. Freundin Nr. 1 zeigt das ABendessen der SChwiegertochter herum. Und wo wir gerade dabei sind, auch noch ein paar Fotos vom Enkelkind und auch noch welche vom letzten Wochenende, als die ganze Familie zu Besuch war, besonders der zweijährige unglaublich süße Stiefschwiegerenkel vom Lebensgefährten...

    Neulich zum Nachmittagskaffee bei einer weiteren Freundin. Die hat jetzt auch ein Smartes Phone. Fotos hat sie damit nicht gemacht, aber während wir nett in ihrem Wintergarten sitzen, bekommt sie zwei "Whatsapps", was immer das ist (man kriegt keine "Whatsapp", oder???). Der Sohn schickt Fotos von der Wohnung, die er sich gerade angesehen hat. Die Schwester hat ein Lokal gebucht für den runden Geburtstag der Mutter. Die Nachricht ist mit reichlich Fotos von dem Veranstaltungsort bestückt. Ich sehe sie notgedrungen mit ihr zusammen an.

    Und dann war ich noch unlängst mit einer Freundin ein paar Tage auf Städtereise. Vor dem und beim Frühstück checkte sie ihre "Whatsapps", schickte ganztägig Fotos von unseren Unternehmungen an ihre Chorschwestern und bekam täglich etwa 20 Rückmeldungen von denselben, das sei aber alles ganz toll, was wir da unternähmen. Es kamen immer irgendwelche Fotos zurück. Ich habe irgendwann gestreikt und nicht mehr mitgeguckt. Mich interessieren die Fotos von der Prag-Reise der Chorkollegin meiner Freundin eher wenig. Und das ganze Selfie- und Foodie- und sonstige Gedöns vermeide ich für mich selbst bislang mit Erfolg. Aber wenn alle um einen herum dem Smart-Gott huldigen - ab wann ist man auf verlorenem Posten?

    Fossile Grüße
    morra

  2. gesperrt

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    AW: Smartes Telefongedöns - allmählich krieg ich die Krise

    morra, du sprichst mir so aus der Seele!

  3. gesperrt

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    AW: Smartes Telefongedöns - allmählich krieg ich die Krise

    Frau muß ja nicht überall dabei sein, unhöflich bleibt aber das Tun deiner Freundinnen.....ich benutze auch ein Smart, aber wenn ich mit Leuten z.b. Essen gehe,dann ist das Ding erstmal kein Thema und meistens auch aus.

  4. Inaktiver User

    AW: Smartes Telefongedöns - allmählich krieg ich die Krise

    Tja, Hillie, und was machen wir nun damit?

    Ich bin selbst manchmal unsicher. Ich verweigere mich einem Trend. Offenbar muss man mit den Folgen leben und ist dann irgendwann nicth mehr sozialkompatibel. Das jedenfalls ist mein Eindruck. Ich muss mich laufend erklären - warum ich noch ein Steinzeithandy ohne Foto-Funktion habe (mein altes ging kurz vor Weihnachten verloren, ich habe mir bewusst wieder ein solches beschafft und nicht das abgelegte Smartphone von einem meiner Kinder entgegengenommen). Warum ich gar keine Fotos mache (geht doch so einfach!!), sondern mir Erlebtes lieber einfach merke und es im Augenblick wahrnehme, ohne einen technischen Apparat zwischen mich und das zu Erlebende zu halten. Die 300 Fotos vom STädte-Trip mit der Freundin wurden mir aufgenötigt, ich habe sie auf meinen Rechner überspielt, werde sie aber vermutlich niemals wieder angucken.

    Natürlich kann ich unterwegs auch nix gugeln. Ich muss dann schon mal eine Stunde oder zwei irgendwie mit meinem eigenen Wissen klarkommen, meist länger. Was mir wichtig ist, gugle ich später zuhause. Was ich bis dahin vergessen habe, ist wohl so wichtig nicht gewesen.

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    AW: Smartes Telefongedöns - allmählich krieg ich die Krise

    Schwestern im Geiste!

    Ich bin auch Verweigerer und kann damit gut leben. Wenn andere meinen, sich ihrem Smartphone widmen zu müssen, sollen sie das tun. Ich verabschiede mich dann. Wenn das also beim Café mit einer Freundin ist, gehe ich schlicht. Bei Deinem Reise-Frühstücksbeispiel wäre mein Buch vor der Nase, in größeren Gesellschaften findet sich ein anderer Gesprächspartner und so weiter.

    Nö, ich erlebe lieber und da kann ich nicht, wenn ich laufend dieses Ding vor der Nase habe. Fotos ersetzen auch nicht das wirklich ansehen und ich brauche auch keine Fotos vom Abendessen anderer Leute, auch wenn ich diese ganz doll lieb habe. Läuft unter schrullig, wird aber akzeptiert.

    Dieses laufend Fotografieren verbessert die Erinnerung ja nicht. Das Gegenteil ist der Fall.

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    AW: Smartes Telefongedöns - allmählich krieg ich die Krise

    Meine Tochter fasst sich immer an den Kopf, wenn mein Telefon mal wieder sonstwo ist, und ich vergessen habe, es ueberhaupt morgens einzupacken und mitzunehmen, oder ich das Telefon am Wochenende einfach ausschalte, weil mich das Gebimmel nervt.
    Sie begreift nicht, dass ich Stunden ohne Telefon verbringen kann, zu faul bin, zu begreifen, wie die Internet Funktion auf dem Telefon funktionniert, oder auf SMS gar nicht antworte, weil ich keine Lust habe, auf dieser Minitastatur rumzutippseln.
    Ich bin auch so ein Steinzeitmensch, was Telefone betrifft, und ich bin damit zufrieden. Uebrigens sollte das Telefon beim Restaurantbesuch in der Tasche bleiben, das ist einfach unhoeflich gegenueber den anderen
    Liebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
    Youtas

    Das Schönste an mir bin ich.

  7. Inaktiver User

    AW: Smartes Telefongedöns - allmählich krieg ich die Krise

    Du kannst dich dieser neuen Technik verweigern.... niemand muß ja.

    Es ist wohl in etwa so wie damals, als Ford das erste Auto auf den Markt brachte - für die meisten war es Teufelswerk, ein stinkendes etwas, und was war gegen Kutschen einzuwenden..... tja. Die Welt dreht sich weiter, die Entwicklung auch.

    Nicht mitmachen heißt auch zum alten Eisen zu gehören. Wer heute keinen PC bedienen kann nimmt nicht mehr am Leben teil. Ein Leben ohne TV? Umvorstellbar.

    Whatsapp ist nur eine andere Form der sms.....Selfies und Foodies macht die ganze Welt, Twitter, Facebook alles total normal...

    Aber wie ich schon sagte: niemand muß. Alles freiwillig.

    Ich bestelle online über mein Smatphone bei ebay oder amazon, ich sehe Nachrichten auf dem Ding, meine Emails habe ich immer dabei auch mein Konto. Ich mache Fotos und teile diese mit Freunden und Familie - weil einfach jeder eins hat den ich kenne.

    Weil es Spaß macht, weil es das Leben einfacher macht. Musik hören geht damit, und telefonieren natürlich auch - whatsapps sind kostenlos.... sms nicht....

    Die Welt ist ein Dorf mit so einem Smartphone.

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    AW: Smartes Telefongedöns - allmählich krieg ich die Krise

    dass diese ganze Technik auch schnell zu einer gewissen "Unfreiheit" führen kann, das ging mir auf, als ich in Erwägung zog, eine Alpenquerung zu Fuß zu machen. Generell habe ich die zwar allein vor (allerdings ist die wegen Umzug erstmal auf Eis gelegt), aber als ich die Leute in meinem Umfeld, die grundsätzlich sportlich sind(ausnahmslos weiblich), so durchging, fiel mir auf, dass da keine dabei wäre, die ca 3 Wochen ohne Onleine laufen könnte. Ich hätte zwar mein popeliges Dummphone auch dabei, aber das wäre wohl eher was für Notfälle und zivilisierte Gegenden wie Bahnhöfe etc.

    Grundsätzlich würde aber eine Tour in dem Ausmaß bei den meisten Leuten an den fehlenden Steckdosen oder am fehlenden Empfang scheitern. Ich finde das irgendwie erschreckend.

    Und das macht sich ja schon bei kleinen Touren bemerkbar, wenns da auch nicht so auffällt. Aber ohne geht bei fast niemandem mehr.

    Ich will schon deshalb weiter ohne smartphone leben, weil ich lieber technisches Gerät mit geringem Wert habe, so dass der Schaden verschmerzbar ist, wenn was kaputt geht oder geklaut wird. Der Grundsatz hat sich nochmal bei mir erneuert, weil ich vor ein paar Wochen im Zug beklaut wurde. Der Schaden und vor allem der Aufwand der Neubeschaffung hat mir auch schon mit meinen Gebrauchtgeräten und Dummphone gereicht. Mehr muss wirklich nicht sein.

    Und mich interessieren diese ganzen Bildchen und Mitteilungen und Gedöns auch nicht. Würd mir aufn Senkel gehen. Das äußerste, was ich da habe, ist FB. Aber nur aufm Schleppi und da gucke ich nur rein, wenn ich Lust dazu habe.

    Die einzige Situation, in der ich ab und zu eine mobile Onleine sinnvoll finde, ist aufm Bahnsteig oder im Zug, weil die Blödbahn einfach nicht in der Lage ist, taugliche Informationen zu geben, wenn es zu Verspätungen oder Behinderungen kommt. Aber da hängen augenblicklich sowieso alle an ihrer Onleine und ich geh dann zu irgendwem hin und frag freundlich, was die App denn sagt. Die sagt nämlich immer mehr als die Ansager vor Ort, vor allem wirft sie auch Verbindungen aus. Und die Leute freuen sich dann immer, wenn sie mir mit ihrer App weiterhelfen können. Insofern ist das Zeug dann auch wieder kommunikationsfördernd, einfach weil es auch den Spieltrieb bedient
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  9. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Smartes Telefongedöns - allmählich krieg ich die Krise

    Also bei Fotos muss ich euch widersprechen. Allerdings nicht mit einem Smartphone. Wir reisen sehr viel und fotografieren ebensoviel, im Zeitalter der digitalen Kamera noch mehr. Aber wir tun das nur für uns (und wir sind auch nicht auf den Bildern drauf). Wir nötigen aber niemandem unsere Bilder auf. Unsere Nachbarn und einige Freunde und Verwandte sind allerdings sehr an den Bilder interessiert und denen zeigen wir eine Auswahl von ca 250-300 Bildern; mehr nicht.
    Wir selbst schauen unsere Bilder gerne an und erinnern uns erst dadurch wieder an Szenen, Erlebnisse usw.

    Am Sonntag sind wir mal wieder mit Schwägerin, Schwager, Neffen und deren Ehefrauen beim gemeinsamen Mittagessen. Vielleicht schaffe ich es, diskret darauf hinzuweisen, dass die Smartphones mal weggesteckt werden!
    Das ist das Gleiche wie die ständig in den USA laufenden Fernseher, auch wenn man bei Freunden zu Besuch ist.

  10. Inaktiver User

    AW: Smartes Telefongedöns - allmählich krieg ich die Krise

    Na, willkommen im Club!

    "Läuft unter schrullig, wird aber akzeptiert. "

    Ja, "schrullig" ist auch mein Lieblings-Attribut in dem Zusammenhang. ich frage mich inzwischen eben nur: Wo ist der Grat zwischen "schrullig" (ich und offenbar einige andere auch) und "unhöflich"? (na ja, eben die anderen)? Wenn inzwischen die Mehrheit mich schrullig findet, was offenbar der Fall ist, sind die anderen dann noch unhöflich? Das ist ja auch immer eine Frage des gesellschaftlichen Konsenses, man kann wohl auch "Zeitgeist" dazu sagen.

    Und dann denke ich daran, dass vor nicht allzu langer Zeit Eisenbahnen als Teufelszeug galten und Radio und Fernsehen deutlich später sowieso. Unsere Vorfahren dachten, mit diesen Erfindungen geht die Welt unter. Oder zumindest die Zivilisation.

    Ich frage mich wirklich ernsthaft, ob diese Veränderungen unter "Evolution" fallen und Fossile wie ich lieber ins zweite Glied zurücktreten sollten.

    Mir fällt übrigens auch auf, wie anders Eltern heute mit ihren Babys und/oder Kleinkindern umgehen. Die Mehrzahl der von mir beobachteten kinderwagenschiebenden Eltern hat ein Smartphone in der Hand und beschäftigt sich damit statt mit dem Baby. In der S-Bahn neulich saß eine halbe Stunde lang mir gegenüber eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern. Die Mutter tippte wie wild auf ihrem Smartphone herum und telefonierte auch mehrfach. Die Kinder hatten keinerlei Ansprache und wurden nur zwischendurch angepfiffen, weil sie sich langweilten und Mutters Aufmerksamkeit wollten.

    Je mehr ich darüber nachdenke, desto heftiger ist das wohl unter "Evolution" zu verbuchen. Die Kleinkinder, die schon mit dem Smartphone ihrer Eltern aufwachsen, werden wohl ein Tischgespräch mit ihren Freunden nicht mehr so richtig vermissen :-)

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