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    Bei Einladung selbst bezahlen?

    Vor einigen Wochen kam per Post eine sehr schöne und aufwendig gestaltete Einladung zum runden Geburtstag eines Bekannten. Wir sind eine Gruppe von acht Leuten, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Hobby trifft, ich zähle ihn nicht zum engeren Freundeskreis.

    Eingeladen wurde unter Angabe von Datum, Zeit und Ort in ein sehr edles, hochpreisiges Restaurant. In der Einladung war angegeben, dass er sich eine neue Ausrüstung für das Hobby zulegt und deshalb Geld dafür wünscht.

    Wir haben zusammen als Gruppe ein zum Hobbythema passendes Geld-Geschenk gebastelt und nett verpackt.

    Am Freitagabend im Restaurant, etwa 60 Gäste, die Überraschung: Ein Paar aus unserer Gruppe musste leider zeitig nach dem Essen aufbrechen, weil der Babysitter nicht länger konnte und als sie sich beim Einladenden verabschiedeten, stand plötzlich die Kellnerin neben ihnen, abkassieren. Auf den Einladenden ging der Aperitif, der Rest musste selbst bezahlt werden. Wer brav bezahlt hat, bekam ein Gastgeschenk (Fläschchen selbstgemachtes Öl von der Frau des Einladenden) von der Kellnerin überreicht.

    Dann ging das große Gemurmel unter den Gästen los, niemand hatte die Einladung so verstanden, dass selbst bezahlt werden musste. Für manche Gäste war das sehr peinlich, denn diese hatten nicht genug Geld einstecken, um ihre Rechnung begleichen zu können und mussten sich bei anderen etwas borgen, andere Gästen wären privat nie in ein Restaurant dieser Preisklasse gegangen, weil sie es sich nicht leisten können und das Geschenk schon dementsprechend ausfiel.

    Der Einladende ist dann, darauf angesprochen, aufgestanden und meinte an alle Gäste gewandt, dass jeder seine Rechnung zu begleichen hat und man sich das doch bei der Restaurantauswahl hätte denken können.

    Seine finanzielle Situation ließe es übrigens durchaus zu, die Rechnung für alle zu übernehmen.

    Sicherlich mag es eine vorbeugende Maßnahme sein, um zu vermeiden, dass manche Mitmenschen sich bei Einladungen einmal quer durch alle Gänge vollschlagen. Aber dann sollte man das bitte vorher kommunizieren.

    Bisher kannte ich es aus dem Familien- und Freundeskreis so, dass Einladung, auch im Restaurant, Einladung bedeutet und es meist eine Vorauswahl an Gerichten gibt oder gleich zu Hause gefeiert wird. Falls jemand sich das nicht leisten konnte, wurde ganz klar kommuniziert: Ich würde meinen Geburtstag gerne mit euch im XX feiern, das Essen/das erste Getränke/die Vorspeise/was auch immer, geht auf mich, der Rest muss selbst bezahlt werden. Das ist dann kein Problem. Dementsprechend wurde das Restaurant ausgewählt. Oder bitte beteiligt euch bei meiner Feier bei mir zu Hause mit XXX. Es kam schon vor, dass ein Sparschwein aufgestellt wurde, den Fehlbetrag legte der Einladende drauf (auch vorher kommuniziert). Im engeren Freundeskreis gehen wir zu Geburtstagen essen und der/die Geburtstaghabende ist eingeladen.

    Es geht nicht darum, dass selbst bezahlt werden muss. Wenn man mit jemandem gerne zusammen feiert und einem etwas an der Person liegt, ist das alles doch kein Problem, nur sollte das Restaurant dementsprechend ausgesucht werden, dass a) sich das jeder Eingeladene leisten kann und b) vorher kommuniziert wird.

    Was denkt ihr? Hätten wir hier wirklich davon ausgehen müssen, dass Einladung eben nicht Einladung heißt?

    Oder einfach nur eine günstige Möglichkeit, beschenkt zu werden und zeitgleich den Freundes- und Bekanntenkreis auszudünnen ;)

  2. Inaktiver User

    AW: Bei Einladung selbst bezahlen?

    Auch meiner Meinung nach ist es klar die Ausnahme, dass bei einer "Einladung" die Gäste fürs Essen aufkommen müssen, zumal wenn explizit noch auf einen Geschenkwunsch des Einladenden hingewiesen wird und damit also erwartet wird, dass die Gäste 2x (recht tief) ins Portemonnaie greifen. Und auf Ausnahmen ist hinzuweisen. Dass Du nicht alleine stehst, siehst Du ja an der Reaktion der anderen Gäste.

    LG,

    Sue

  3. Moderation

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    AW: Bei Einladung selbst bezahlen?

    Ich finde das schlicht eine Frechheit und hätte das Geldgeschenk wieder mitgenommen! Eine Einladung ist eine Einladung, ansonsten hätte er das klar kommunizieren müssen, dass nur zum Apperitif eingeladen wird.

    Der wäre mal in meinem Freundeskreis gewesen.
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

    Werde die, die du bist
    Hedwig Dohm

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    AW: Bei Einladung selbst bezahlen?

    Das Verhalten des Gastgebers finde ich voll daneben. Wenn ich eingeladen bin, heißt das für mich, dass ich nichts zahlen muß. Wenn der Gastgeber das anders wünscht, hätte er es vorher kommunizieren müssen, bzw. ein Hinweis in der Einladung vorhanden sein müssen.

    Solche Menschen würde ich von meiner Freundesliste streichen. Ich käme überhaupt nicht auf die Idee, eine Einladung auszusprechen und dann zu erwarten, dass meine Gäste bezahlen.

  5. Inaktiver User

    AW: Bei Einladung selbst bezahlen?

    Ich denke, in diesem Thread dürften wir uns ausnahmsweise einmal alle einig sein, auch wenn sich die Geister bzgl. Einladungen hier schon mal scheiden.

    Sich vor dem Hintergrund auch noch Geld zu wünschen setzt dem Ganzen wirklich die Krone auf.

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    AW: Bei Einladung selbst bezahlen?

    Hammerhart.
    Ich finde es schon eine Unsitte (außer bei Hochzeiten) einen Geschenkewunsch anzugeben.
    Dann noch "einladen" und selbst zahlen lassen.

    Echt krass. Das sollte nur dem Gastgeber peinlich sein, nicht den Menschen, die zufällig nicht genug Geld dabei hatten.

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    AW: Bei Einladung selbst bezahlen?

    Zitat Zitat von florence_a Beitrag anzeigen
    Bisher kannte ich es aus dem Familien- und Freundeskreis so, dass Einladung, auch im Restaurant, Einladung bedeutet und es meist eine Vorauswahl an Gerichten gibt oder gleich zu Hause gefeiert wird. Falls jemand sich das nicht leisten konnte, wurde ganz klar kommuniziert: Ich würde meinen Geburtstag gerne mit euch im XX feiern, das Essen/das erste Getränke/die Vorspeise/was auch immer, geht auf mich, der Rest muss selbst bezahlt werden. Das ist dann kein Problem. Dementsprechend wurde das Restaurant ausgewählt.
    So kenn ich das auch. Allerdings nur bei 'Zwischengeburtstagen', nicht bei runden. Und dann auch nicht aufwändig mit postalischer Einladung, sondern da kommt eine E-Mail oder ein Anruf.

    Bei runden Geburtstagen mit brieflicher Einladung gehe ich mit Sicherheit in der Erwartung dorthin, dass alles übernommen wird. Da fände ich schon eine Beschränkung auf 'nur Essen' oder 'nur die Getränke' bei über 30-jährigen zum runden Geburtstag ein bisserl schräg, selbst wenn sie kommuniziert würde. Dann muss man halt weniger Leute einladen oder eben nicht im feinsten Restaurant feiern.

    Ich finde das Vorgehen des, naja, "Nicht"-Gastgebers unverschämt (!) und in meinem Freundeskreis wäre er, wenn nicht eh untendurch, dann zumindest über Jahre hinweg Objekt des Spotts. Ganz klar auch direkten Spotts - meine Leute nehmen sich da kein Blatt vor den Mund, das auch persönlich zu artikulieren demjenigen gegenüber.

  8. Moderation

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    AW: Bei Einladung selbst bezahlen?

    Ich sehe das ebenfalls genau wie Du (und die anderen hier): eine Geburtstagsfeier mit "zahlenden Gaesten" ist durchaus in Ordnung, aber es muss klar kommuniziert werden. Die Einladung mit aufwaendig gestalteter Karte und in ein edles Restaurant, das eindeutig nicht jedermans Geldbeutel entspricht, sowie der Geschenkewunsch liess Euch als Gaesten meines Erachtens absolut keine Chance, auf eine Einladung mit Selbstzahlung zu schliessen. Diese Chancenlosigkeit, sich auf das Gewuenschte einzustellen frustriert berechtigterweise, und ich wuerde mich da auch ein Stueck weit hereingelegt fuehlen.

    Ich gebe lediglich zu bedenken, dass der Bekannte da moeglicherweise (!) wirklich anders tickt. Seine Begruendung, gerade die Restaurantwahl haette doch Hinweis genug sein muessen, dass selbst zu zahlen sei, ist ja fuer uns hier mehrheitlich (einstimmig?) ueberhaupt nicht nachzuvollziehen (eher schon das Gegenteil). Wenn er das also ehrlich denkt, dann war seine "Einladung" eben ein schwerer Faux Pas, aber keine "Abzocke" ("Ich feiere gemuetlich, mit minimalen Kosten und null persoenlichem Aufwand im Luxusrestaurant, kriege aber ein schickes Geschenk").
    Falls es wirklich eine Fehleinschaetzung seinerseits war, bleibt zu hoffen, dass er durch die einstimmigen Reaktion der Gaeste seine Lektion gelernt hat. Und Du musst die Bekanntschaft nicht aufkuendigen. Aber das kannst Du am besten beurteilen.

    Deine Irritation und Enttaeuschung ist jedenfalls voellig berechtigt.




    P.S.: Zum Vergleich: Ich habe den letzten Geburtstag mit Freunden im Nicht-Edelrestaurant gefeiert und konnte es mir wirklich nicht leisten, die Rechnung zu uebernehmen. In der "Einladung" schrieb ich, ich wuerde mich freuen, wenn sie mit mir zum Essen kommen, und dass ich sie danach gerne zu Cocktails einladen wuerde. Letzteres ging dann wirklich auf meine Rechnung. Und das war mir schon peinlich - mein Pflichtgefuehl sagte mir, ich solle doch einfach daheim mit selbstgebackenem Kuchen feiern o. eben nur zum Essen einladen, statt zu Cocktails. Aber mir war so sehr nach einem "Ausgang". Geschenke erwartete ich dann aber natuerlich nicht. Ich bekam trotzdem welche, halt Kleinigkeiten, was mich sehr ueberrascht und geruehrt hat.
    Haette sich Euer Geburtstagskind mal halb so viele Gedanken gemacht!
    Geändert von Flau (24.08.2014 um 15:18 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Bei Einladung selbst bezahlen?

    Da wird jemand ab jetzt wohl ein sehr einsames Leben führen.

    Wenn man eine EINLADUNG bekommt ist es selbstverständlich, dass man nicht selber zu zahlen hat.
    Unter den Umständen hätte ich auch keine Skrupel gehabt das mitgebrachten Geschenk wieder mit Heim zu nehmen, der Gestgeber hat die bereits ausgesprochene Einladung ja auch wieder zurück genommen.

    Am Besten wäre gewesen alle hätten ihre Geschenke wieder an sich genommen und das darin enthaltene Geld demonstrativ zum Bezahlen ihrer Rechnung verwendet.

  10. User Info Menu

    AW: Bei Einladung selbst bezahlen?

    Zitat Zitat von florence_a Beitrag anzeigen
    andere Gästen wären privat nie in ein Restaurant dieser Preisklasse gegangen, weil sie es sich nicht leisten können und das Geschenk schon dementsprechend ausfiel.
    Ja, das macht die Geschichte noch doppelt unverschämt.
    Wer vermeintlich in ein besonders teures Restaurant eingeladen wird fühlt sich wahrscheinlich noch veranlasst etwas spendabler zu sein beim mitgebrachten Geschenk, als wenn es nur eine Gartenparty mit Gulaschsuppe gibt.
    Somit haben die "Gäste" gleich zweimal ordentlich geblecht.

    Mich würde mal interesseieren, wie so die Reaktionen waren, nachdem diese "Bombe" geplatzt ist?
    Ging die Party trotzdem weiter, war sie schlagartig vorbei, haben Anwesende tatsächlich ihr Geschenk wieder mitgenommen?
    Hat der Mensch jetzt immer noch Freunde?

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