Morgen, liebe Bricom
Angeregt durch meine evtl. bevorstehende Scheidung bin ich am Punkt, meinen Freundeskreis etwas "auszumisten", ich lasse mich immer wieder gerne von Leuten instrumentalisierne und ausnützen und möchte dies in Zukunft etwas eindämmen. Es gibt wirklich sehr nette Leute und es gibt auch andere und wieder welche in der Mitte.
Mein Post, der vielleicht hier falsch platziert sein kann, betrifft einen langjährigen (guten) Bekannten, Akademiker, sehr schräg, aber im Grunde gutherzig, versiebt es sich ständig hier und da und dann ist der Jammer gross. Ich habe ihm schon oft in Lebenskrisen laaaange zugehört, dann plötzlich nichts mehr gehört und auf Nachfrage hin erfahren, dass sich das Problem gelöst habe. (Man hätte dies ja auch mal mitteilen können.)
Irgendwann habe ich dann auch angefangen, ihn mal in meine Probleme einzubeziehen und von da an wars gut. Er hat jedoch so eine Art, mich "bezahlen zu lassen", sprich, es so zu drehen, wenn wir uns treffen, dass ich dann an einem Abend die ganze Zeche bezahle. Da er einen Job hat, stört mich das ein klein wenig, ich kann damit aber leben.
Nun ist vor ein paar Wochen etwas vorgefallen: Er hatte vor ein paar Jahren massive Probleme und hat wohl juristischen Beistand gebraucht. Er hat mich also vor ein paar Wochen gefragt, ob ich ihm aushelfen könne. Klar, sagte ich, wie viel er brauche. (Aushelfen heisst für mich ein paar Hundert Euro maximal.) Er meinte, er brauche 25'000.00, und zwar immer noch zum Abzahlen der Anwaltsrechnung. Ich habe ihm gesagt, dass ich zwar so viel Geld flüssig hätte, dann aber ein ganz grosser Teil meiner gesamten Ersparnisse futsch wären. Daraufhin meinte er, er wäre auch mit 10'000.00 oder auch nur schon 5'000.00 zufrieden, ich könnte ihm ja einfach das geben, was ich geben könne. Ich habe dann in einem Anflug von Feigheit gesagt, dass ich verheiratet sei und über das Geld eh nicht selber entscheiden könne. Das war aber nur einer der Gründe. Ich helfe ja immer gerne, aber mein Bekannter hat einen Job, in dem er zwar nicht toll verdient, aber ausreichend und es ist nicht mein Problem, wenn er eine teure Wohnung und eine "fordernde" Freundin hat.
Und nun bin ich, ehrlich gesagt, sauer auf ihn und finde solch eine Frage schon eine Unverschämtheit. Ich mag ihn als Mensch eingentlich, neben seiner Unverschämtheit (die er auch schon früher an den Tag gelegt hat, alllerdings nicht in solch einem Kaliber), hat er "das Herz auf dem rechten Fleck" und ist eigentlich nett und witzig. Nur seine opportunischtische Art stösst mir mittlerweile auf.
Wie haltet ihr das? Natürlich muss ich niemandem Geld geben. Allerdings finde ich schon so eine Frage absolut daneben.
Würde mich über Austausch freuen. Sanddorn
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 76
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01.07.2014, 10:15
Schon die Frage eine Unverschämtheit?!?
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01.07.2014, 10:24Inaktiver User
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01.07.2014, 10:27
AW: Schon die Frage eine Unverschämtheit?!?
Ganz ehrlich: ich finde die Bitte um 25.000 €, ohne mit der Wimper zu zucken, absolut unverschämt. Das ist eine so große Summe an Geld - da würde ich maximal ein Familienmitglied um Hilfe bitten, und auch lediglich wenn ich so richtig in der Scheiße stecke, und selbst dann (!) mit Bauchschmerzen und Widerwillen dabei.
Ich finde es absolut legitim von dir, ihm diese Summe zu verwehren. Es heißt nicht umsonst, dass die Freundschaft bei Geld aufhört. Wobei dein Post noch dazu vermuten lässt, dass ihr eher locker befreundet seid und es sich nicht um einen engen Freund handelt, dem du bedingungslos vertraust?
Rechtfertigen musst du dich imo auch nicht, wenn du ihm das Geld nicht geben möchtest. Wenn er dann stinkig wird, das wäre für mich die Höhe. Und wenn er generell mit seinen Finanzen nicht gut haushalten kann, dann hat er jetzt eine gute Gelegenheit, es zu lernen.Wo auch immer du hingehst, du triffst am Ende immer nur dich selbst.
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01.07.2014, 10:29
AW: Schon die Frage eine Unverschämtheit?!?
Verleihe niemals Geld an Freunde, schenke es ihnen. Sonst läuft Du Gefahr beides los zu werden: Freunde und Geld.
Du hättest Deinem Bekannten nicht von Deinem "Vermögen" erzählen sollen. Das war dumm. Es geht ihn überhaupt nichts an. Jetzt weiß er, dass Du im Prinzip flüssig bist. Seine Frage war nicht unverschämt, warum soll man Freunde nicht fragen können. Es war an Dir, einfach nein zu sagen oder ihm 100 € zu schenken.Geändert von Opelius (01.07.2014 um 10:38 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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01.07.2014, 10:29
AW: Schon die Frage eine Unverschämtheit?!?
Nur zum Verständnis:
Hat er Dich um einen Kredit gebeten oder um ein Geschenk?Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten.....
„Denn keine Begeisterung sollte größer sein als die nüchterne Leidenschaft zur praktischen Vernunft.“ (Abschiedsrede von Helmut Schmidt im Bundestag am 10. September 1986)
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01.07.2014, 10:32
AW: Schon die Frage eine Unverschämtheit?!?
Du würdest dich nicht so verhalten.
Aber deshalb ist die Frage von ihm vielleicht noch nicht unbedingt unverschämt. Er lebt halt in seiner Welt. Er erlebt sich als irgendwie "zu wenig Geld habend", kommt damit nicht klar, und versucht sich irgendwie zu helfen (fernab von jeder Sinnhaftigkeit auf deinem Planeten).
Vermutlich hat er gar kein Bewußtsein darüber, dass er sich sein Leiden selber macht, sondern sieht sich als bemitleidenswert und hilfsbedürftig, auf jeden Fall aber denkt er dir geht es viel viel besser, weshalb er auch kein schlechtes Gewissen hat. Wie gesagt, das ist seine Realität.
So interpretiere ich das.
Geld verleihe ich überhaupt nicht, höchstens verschenke ich es, was ich schon öfter getan habe. Kleinere Beträge.
Schlag ihm doch vor, seine Finanzen, sein Ausgabeprofil mal mit ihm durchzuarbeiten. Du könntest ihm helfen, die Dinge so zu optimieren, dass er den Betrag selbst abzahlen kann.
Budget ermitteln, Möglichkeiten durchsprechen, wie man es einhalten kann.
In diesem Zusammenhang würde ich klar und deutlich erwähnen, dass er nicht mit der Hilfe anderer Menschen rechnen kann, denn jeder ist für sich selbst verantwortlich. Er scheint hier die Augen zu verschließen. Er möchte nicht sehen, dass es so wie es ist, nicht bleiben kann. Wer weiß welche Ängste ihn dazu bewegen, eine "teure" Freundin zu bezuschussen, obwohl er das eigentlich finanziell gar nicht kann. Sowas finde ich traurig. Fühlt er sich nur geliebt, wenn er "kauft"? Wenn sie ihn liebt, hilft sie ihm, finanziell gut klar zu kommen! Ansonsten soll er sie in die Wüste schicken !
Meine ersten Gedanken dazu *schwurbel*...
The original Karla
est. 2006











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01.07.2014, 10:39Inaktiver User
AW: Schon die Frage eine Unverschämtheit?!?
Ich habe einmal einer Freundin eine höhere vierstellige Summe geliehen . Sie war dann schon fast sauer, dass ich einen Vertrag aufgesetzt hatte. Und ich war sauer, als sie nicht pünktlich zahlte, aber ihren Geburtstag (zu dem ich auch eingeladen war) teuer in einem Restaurant feierte. Ende vom Lied: Irgendwann kam sie und sagte, sie kann nicht zurückzahlen. Ich habe inzwischen einen Titel und keine Freundschaft mehr.
Fazit: Ich würde jemandem aus einer wirklichen Not helfen, wenn derjenige erkennbar alle Anstrengungen unternommen hat, sich selbst zu helfen. Soviel zum praktischen Teil deiner Frage.
Ich vermute aber, dass du eigentlich etwas anderes meinst, wie es ja der Titel deines Strangs andeutet. Ich glaube, das fällt den Bittenden gar nicht auf, dass andere ihre Frage unverschämt finden könnten. Könntest du ihm denn sagen, dass dir seine "opportunistische Art", wie du es genannt hast, aufstößt? Und könntest du damit leben, wenn er dir dann die Freundschaft kündigst?Geändert von Inaktiver User (02.07.2014 um 14:51 Uhr)
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01.07.2014, 10:39Inaktiver User
AW: Schon die Frage eine Unverschämtheit?!?
Ich verleihe weder Geld noch Auto noch Mann *g*
Und selbst wenn du 5 Mio hättest.... wenn dieser "Bekannter" seine Ausgaben nicht unter Kontrolle hat ist das doch nicht dein Problem.... soll er seiner Freundin halt mal nicht so viel schenken...
Ich hätte gleich nein gesagt - ohne Erklärung. Wozu?
Wenn du also neu anfangen willst und dich in Zukunft nicht mehr ausnutzen lassen willst - fang an das Wort "nein" sagen zu lernen.
Das ist ganz einfach und tut auch nicht weh!! Versuch es mal!!
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01.07.2014, 10:46
AW: Schon die Frage eine Unverschämtheit?!?
Hallo
Wow, so viele Beitrage - herzlichen Dank! Also, mein Bekannter hat zwar um einen "Kredit" gebeten, aber ich weiss ja selber, dass er maximal 100 Euro pro Monat abzahlen könnte. Das wären dann über 10 Jahre, es sei denn, er ändert etwas an seinen Ausgaben. Ich hätte mal nicht damit gerechnet, das Geld zurückzubekommen. Aber die erste Frage hätte ich ja noch "verkraftet". Richtig sauer wurde ich erst, als er meinte, ich solle ihm sonst einfach das geben, was ich geben könne. Und ich finde, ich darf jemandem ruhig sagen, dass ich zwar Geld gespart habe, dies aber eben gespart habe, sprich für "harte Zeiten" oder fürs Alter zurückgelegt habe. Das ist mein Notgroschen und ich fahre davon z.B. auch nicht in den Urlaub oder gönne mir teure Kleider.
Für mich ist es prinzipiell klar, Freunden und auch Bekannten zu helfen, wenn ich dies kann, ich verleihe durchaus auch Geld wenn ich den Betrag grundsätzlich auch abschreiben kann. Er war zwar "nur" ein guter Bekannter, aber das Verhältnis hat schon ein wenig einen Riss bekommen.
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01.07.2014, 10:47
AW: Schon die Frage eine Unverschämtheit?!?
Himmel die Berge, Geld verleihen, alles was über eine 50€ Schein geht never ever...
Aber ich habe einer Freundin anders geholfen die unverschuldet in Not geraten war, hab eingekauft mit ihr, sie konnte jederzeit zu uns kommen zum essen, Klamotten geliehen, ein Ohr zum zu Hören gehabt etc. etc. etc.
Ein paar Jahre her, sie hat sich berappelt und nach 2-3 Jahren als sie wieder auf den Füssen stand, stand sie mal urplötzlich auf der Matte mit einem tollen Blumenstrauss ihrem Timer in der Hand und hat mich zu einem Wellness Tag eingeladen...
Einfach soooooo, ihr einziger Komentar war, bei mir ist jetzt alles endlich gut und ich wollte jetzt mit Dir endlich einen schönen, glücklichen und sorgenfreien Tag geniessen!!!!
Ich war platt!!!!Das Leben macht was es will und ich auch!


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