Bei einer KG-Therapeutin (sie hat eine eigene Praxis) hat sich ein Todesfall ereignet, wohl sehr überraschend ist der Vater plötzlich verstorben. Das habe ich telefonisch von der Sprechstundenhilfe erfahren, als meine Termine deswegen abgesagt wurden. Nun habe ich kommende Woche wieder Termin bei ihr und bin wirklich unsicher, wie ich mich verhalten soll: wir kennen uns bereits viele Jahre, wissen viel voneinander ohne allerdings befreundet zu sein. Mein Gefühl sagt mir, daß es sich schlicht gehört, ihr mein Beileid auszusprechen, andererseits zögere ich, weil ich mir vorstellen kann, daß sie wieder neutral in den Berufsalltag starten will, ohne erneut auf die Situation angesprochen zu werden. Was meint ihr? Gibt es eine andere Möglichkeit?
Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9
Thema: Kondolieren
-
29.07.2006, 19:47
Kondolieren
-
29.07.2006, 20:38
Re: Kondolieren
Dein Gefühl sagt Dir das Richtige. Es gehört sich zu kondolieren.
Gruß
Adriana
-
29.07.2006, 22:22
Re: Kondolieren
Ist vielleicht überflüssig - wollte nur 100% zustimmen.
Ein "Ich habe gehört, dass Ihr Vater gestorben ist. Mein herzliches Beileid" kommt immer gut an, wirkt tröstend, ohne der Frau zu nahe zu treten. Sie ist sicher auch froh, wenn die Patienten Verständnis für die ausgefallenen Termine zeigen und es keinen Stress gibt. "Neutral" - direk nach dem Tod eines Vaters, das gibt es eh nicht.
-
29.07.2006, 22:45Inaktiver User
Re: Kondolieren
Ich schließe mich Kappuziner an.
Sprech auf jeden Fall dein Beileid aus.
-
30.07.2006, 07:41
Re: Kondolieren
Du könntest deiner Therapeutin auch einfach eine schöne Beileidskarte schicken - mittlerweile sind die nicht mehr ganz so gruselig, wie vor ein paar Jahren noch.
Wenn du sie dann wiedersiehst, drückst du sie - oder auch nicht - fragst, ob sie über das Thema reden will und fertig.
Wenn ja, hör zu, wenn nein, wird es eben eine etwas andere Anwendung.
Mit der Zeit findet sie einen Weg, damit umzugehen.
Caretakerin
-
30.07.2006, 19:48Inaktiver User
Re: Kondolieren
Auch ich schließe mich Kappuziner an.
-
30.07.2006, 22:08Inaktiver User
Re: Kondolieren
Moment mal - wer ist denn die Therapeutin? Und wer der Patient?Du könntest deiner Therapeutin auch einfach eine schöne Beileidskarte schicken - mittlerweile sind die nicht mehr ganz so gruselig, wie vor ein paar Jahren noch.
Wenn du sie dann wiedersiehst, drückst du sie - oder auch nicht - fragst, ob sie über das Thema reden will und fertig.
Wenn ja, hör zu, wenn nein, wird es eben eine etwas andere Anwendung.
Mit der Zeit findet sie einen Weg, damit umzugehen.
Caretakerin
Ich finde nicht, daß eine Patientin in einer Sitzung, die der Gesundung der Patientin dienen soll und dafür von der Krankenkasse bezahlt wird, ihrer Therapeutin anbieten sollte, über wenn auch verständliche, aber doch persönliche Probleme zu sprechen. Das ist doch eine Umkehrung der Rollen und Zweckentfremdung der Veranstaltung. Ein kurzer Satz, wie Kapuziner vorgeschlagen hat, reicht völlig aus, um seine ehrliche Anteilnahme auszudrücken.
-
31.07.2006, 18:29Inaktiver User
Re: Kondolieren
So würde ich es auch sagen. Ob sie darüber reden will, wirst du an ihrer Reaktion schon merken.Ein "Ich habe gehört, dass Ihr Vater gestorben ist. Mein herzliches Beileid" kommt immer gut an, wirkt tröstend, ohne der Frau zu nahe zu treten. Sie ist sicher auch froh, wenn die Patienten Verständnis für die ausgefallenen Termine zeigen und es keinen Stress gibt. "Neutral" - direk nach dem Tod eines Vaters, das gibt es eh nicht.
-
03.08.2006, 20:32
AW: Kondolieren
Danke für eure Antworten!


Zitieren