Hi
Ich weiß jetzt nicht ob das das richtige Forum ist, aber ich hätte da gerne mal ein paar Meinungen zu einem "Problem"/Frage.
Folgende Situation: Meine Oma ist 2008 gestorben und ist in einem parkähnlichen Friedhof beigesetzt worden. Wir pflegen das Grab selber und auch ziemlich "ausgiebig", sprich so alle paar Monate eine neue Bepflanzung. So ziemlich alle Gräber sind sehr gepflegt. Die ersten zwei Jahre haben wir die aussortierten Pflanzen meistens verschenkt (ziemlich viele ältere Damen und Herren vom nahe gelegenen Pflegeheim haben sich da immer sehr darüber gefreut, weil die nicht so viel Geld zur Verfügung haben), machen wir teilweise auch immer noch.
Ein paar Gräber weiter ist allerdings ein Grab das offensichtlich von niemandem gepflegt wird, kein Stein, Unkraut überall und zwei Jahre lang dasselbe vertrocknete Gesteck obendrauf.
Na ja, und ich hab halt gedacht ich hab Zeit, Blumen übrig und ob ich jetzt noch nen Sack Erde mehr oder weniger anschleppe macht auch keinen Unterschied, lange Rede kurzer Sinn, nach dem zwei Jahre lang offensichtlich keiner kam bepflanze ich das Grab seitdem immer mal wieder neu, gieße etc.
Muss zu meiner Rechtfertigung sagen dass ich vorher im Friedhofsamt gefragt habe, und die meinten solange sich keiner beschwert spräche nix dagegen, im Gegenteil, der ansässige Verwalter fands sogar nett. Außerdem hab ich mir dabei nix böses gedacht.
Wie auch immer, vorgestern hab ich also wieder neu bepflanzt (mittlerweile kauf ich außer der Erde immer auch noch ein paar neue Blumen extra), als mich eine Dame angesprochen hat. Ich seh sie öfter, sie pflegt auch ein Grab ein paar Reihen weiter, meistens auch immer am Wochenende so wie ich.
Jedenfalls meinte sie ihr wäre aufgefallen ich würde immer zwei Gräber pflegen, mit unterschiedlichem Namen, ob die beide "mir gehören" würden. Ich verneinte das, woraufhin sie mir dann eine regelrechte Gardinenpredigt hielt, was mir einfiele mich einfach an fremden Gräbern zu vergreifen, und wenn das ihr Grab wäre, würde sie mir (Originalzitat!) "den Hals umdrehen".
War ehrlich gesagt ziemlich geschockt, weil ich mir wirklich nix großes dabei gedacht hatte, ich meine wenn denn je einer kommt dem das Grab nicht gefällt, braucht er ja bloß die Blumen rauszurupfen und das wars. Ist ja nicht so als hätte ich irgendwas unwiderbringliches verändert/zerstört. Ich hab ja sogar all die Jahre das olle Gesteck stehen lassen, weil ich nix wegstellen/wegwerfen werde das mir nicht gehört.
Na ja. Auf jedenfall weiß ich jetzt nicht wie ich jetzt reagieren soll, mittlerweile denke ich dass ich vielleicht doch irgendwie "zu weit" gegangen bin und falsch gehandelt habe.
Ich weiß jetzt nur nicht, soll ichs weiterhin bepflanzen solange sich der Besitzer nicht beschwert? Soll ich die Blumen entfernen und wieder Unkraut drüber wachsen lassen?
Was denkt ihr?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 193
Thema: Fremdes Grab bepflanzen?
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08.05.2012, 17:36
Fremdes Grab bepflanzen?
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08.05.2012, 17:38Inaktiver User
AW: Fremdes Grab bepflanzen?
Ganz ehrlich: so schlimm das Grab aussieht: ich hätte es gelassen, für mich irgendwie übergriffig.
Gut gemeint sicherlich, aber: gut gemeint ist meistens schlecht gemacht, weil man von sich und nur von sich ausgeht.
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08.05.2012, 18:08Inaktiver User
AW: Fremdes Grab bepflanzen?
Da das "verlassene" Grab seit 2 Jahren nicht mehr gepflegt wird, würde ich auch davon ausgehen, dass da niemand mehr ist, der sich über Deine Pflegetätigkeit aufregen wird. Ich finde Deine Aktion toll - und weiß' von meiner Schwester, dass auch sie ein Nachbargrab auf die von Dir geschilderte Weise mitpflegt.
Ich muss stets lachen, wenn Schwesterherz mir berichtet, dass die Blumen auf dem fremden Grab oftmals schöner/länger blühen, als die gleiche Sorte auf unserem Elterngrab. Nun ja, dort hält sich die Sonne etwas länger auf. Andererseits gibt es noch reichlich ungepflegte Gräber, um die sich niemand kümmert.
Du hast die Zustimmung der Friedhofsverwaltung - also laß' dich von einer mäkeligen Person nicht irritieren. Anderenorts werden Bürger als Pflegepaten für städt. Anlagen gesucht - würde ich sofort machen, wenn ich nicht mit unserem großen Grundstück völlig ausgelastet wäre.
Ich finde es klasse und schön, dass es Menschen wie Dich und meine Schwester gibt.
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08.05.2012, 18:09
AW: Fremdes Grab bepflanzen?
Warum lässt du dich so ins Boxhorn jagen? "Wenn es mein Grab wäre" - es ist aber nicht ihr Grab. Das Grab ist ungepflegt, dir ist es ein Anliegen, es zu pflegen. Niemand, der berechtigt wäre, hat sich bei dir beschwert. Niemand wird geschädigt. Ich hätte kein Problem.
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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08.05.2012, 18:14
AW: Fremdes Grab bepflanzen?
Hallo Partelia,
also wenn sich seit zwei Jahren offensichtlich niemand um das Grab gekümmert hat, finde ich es nicht schlimm, wenn Du das machst. Im Gegenteil, ich finde das sogar toll. Vielleicht können die Hinterbliebenen sich nicht drum kümmern, weil zu weit weg, zu alt, zu gebrechlich, kein Geld für externe Grabpflege, vielleicht wollen sie es auch nicht.
Ich würde mich an deren Stelle sicherlich wundern, wenn ich mal wieder hinkäme, dass das Grab offenbar gepflegt wird, aber ich würde mich auch sehr freuen. Für mich ist das nicht übergriffig, sondern ein Akt der Nächstenliebe. Übergriffig wäre, ein offenbar gepflegtes Grab noch zusätzlich zu bepflanzen. Aber das würde ja wohl niemand Fremdes machen.
Mein Vater hat sich immer sehr gefreut, wenn Bekannte mal am Grab meiner Tante eine Kerze angezündet oder eine Kanne Wasser drübergegossen haben, weil er es gerade nicht konnte. Und als ich mit meiner Mutter an Allerheiligen extra hingefahren bin, um eine Kerze anzuzünden, brannte schon eine im Leuchter. Also haben wir sie brennen lassen und unsere auf das Grab gestellt. Nie hätten wir das als übergriffig empfunden, sondern wir haben uns gefreut, dass jemand daran gedacht hat. Wir hätten uns genauso gut ärgern können, dass wir jetzt "umsonst" hingefahren sind. Aber das wäre uns nicht in den Sinn gekommen.
Ich finde, die ständige Angst, übergriffig zu sein, führt am Ende noch dazu, dass sich niemand mehr um was kümmert, und das finde ich sehr traurig.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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08.05.2012, 19:42
AW: Fremdes Grab bepflanzen?
Ich kann bei einem offensichtlich ungepflegten Grab auch nichts Übergriffiges sehen, wirklich nicht.
Die Dame hat wahrscheinlich nichts besseres zu tun, als sich in anderer Leute Angelegenheiten einzumischen!Islabonita
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08.05.2012, 20:40
AW: Fremdes Grab bepflanzen?
Hallo,
Danke für eure Meinungen
@Eisprinzessin
Ich verstehe deinen Standpunkt. Nachdem die Dame mich so abgekanzelt hatte, ist mir der Gedanke auch (zum ersten Mal
) gekommen dass das "übergriffig" rüber kommen könnte.
@Sommerwind
Ist ja witzig dass deine Schwester das auch macht. Ich dachte schon mein Gedanke wäre völlig abwegig.
@skirbifax
Ja naja, ins Boxhorn jagen lassen ist eine von meinen Schwächen
Ich meine, ich will ja niemanden damit verletzen oder so. Die Dame argumentierte unter anderem damit, dass derjenige dem das Grab gehört vielleicht mit Absicht nicht pflegt, weil er der Person gegenüber Groll hegt. Aber ich denke, selbst wenn das der Fall ist, dürfte es demjenigen egal sein wenn eine fremde Person Blumen drauf pflanzt, oder?
@Malina
Genau das erlebe ich dort auf dem Friedhof öfters, was auch irgendwo der Grundimpuls war dass ich irgendwann nach zwei Jahren spontan entschlossen habe das Grab mit zu pflegen.Mein Vater hat sich immer sehr gefreut, wenn Bekannte mal am Grab meiner Tante eine Kerze angezündet oder eine Kanne Wasser drübergegossen haben, weil er es gerade nicht konnte. Und als ich mit meiner Mutter an Allerheiligen extra hingefahren bin, um eine Kerze anzuzünden, brannte schon eine im Leuchter. Also haben wir sie brennen lassen und unsere auf das Grab gestellt. Nie hätten wir das als übergriffig empfunden, sondern wir haben uns gefreut, dass jemand daran gedacht hat. Wir hätten uns genauso gut ärgern können, dass wir jetzt "umsonst" hingefahren sind. Aber das wäre uns nicht in den Sinn gekommen.
Wir haben das öfters schon gehabt dass einer von uns abends im Sommer noch schnell zum Friedhof gefahren ist um zu gießen und netterweise hatte schon jemand anders gegossen. Sowas hat uns immer gefreut. Genauso gieße ich ab und zu andere Gräber mit, wenn ich sehe dass die Pflanzen Wasser brauchen.
@Islabonita
Vielleicht dachte sie auch ich vergreife mich regelmäßig an fremden Gräbern oder so.
Was ich normalerweise ja nicht machen würde. Es ergab sich halt, da das Grab genau zwei Plätze weiter liegt und halt wirklich zwei Jahre lang dieses Gesteck da lag und offensichtlich halt nie einer kam. Und irgendwie (auch wenn der Gedanke idiotisch ist) tat mir das so Leid.
Wenn um einen rum lauter super gepflegte Gräber liegen (damit mein ich jetzt gar nicht mal unseres, die Reihe hinter uns wird von lauter älteren Damen gepflegt die jeden Frühling in einem regelrechten Wettstreit entbrennen wer das schönste Blumenkonzept ausarbeitet) dann fällt es irgendwie doppelt auf dass eines davon halt so gar nicht gepflegt wird.
Na ja, wie gesagt, eigentlich ein alberner Gedanke.
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08.05.2012, 21:04
AW: Fremdes Grab bepflanzen?
Ich finde das einfach nur nett, was Du da machst. Laß Dich nicht irritieren.
Aber das Angeraunze kenne ich auch.
100 m von meiner Wohnung entfernt ist ein Gedenkstein für Opfer der Nazizeit, weil hier wohl mal ein Arbeitslager stand. Alles um diesen Stein ist verwahrlost.
Seitdem ich hier wohne, pflanze ich alle Blumenzwiebeln nach der Blüte im Balkonkasten im Frühjahr dort wieder ein, da ich meine Kästen neu bepflanze und es mir einfach zu schade ist, die Zwiebeln wegzuwerfen.
Was machen sie denn da?
Ich pflanze Blumenzwiebeln...
Sind sie von der Stadt?
Nein, ich wohne hier und habe die Zwiebeln übrig, will sie nicht wegwerfen.
Sind sie bekloppt oder was?
Was soll denn der Sche.ss?
Es gibt einfach total blöde Menschen...
Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
Ich bin die, die ich bin.
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08.05.2012, 21:37
AW: Fremdes Grab bepflanzen?
Erstens das und zweitens ist der Groll des Grabeigentümers nicht dein Groll. Und ich finde es kindisch es dem Verstorbenen quasi heimzuzahlen, indem ich das Grab nicht pflege. Dann hätte es auch ein anonymes Grab getan. Das muss nicht gepflegt werden.
Stimmt. Partelia, auch ich finde, dass das, was du machst, toll ist.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
- Ich habe meinen Sport gefunden.
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Moderatorin für:
Was bringt Sie aus der Fassung?Beziehung im AlltagTrennung und ScheidungÜber das KennenlernenForum für AlleinerziehendeReine Familiensache
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09.05.2012, 00:59
AW: Fremdes Grab bepflanzen?
@Partelia
Ich finde das sehr schön.
Als Kind habe ich auch immer, wenn das Grab meines Vaters neu bepflanzt o.ä. wurde, die Nachbargräber mitgegossen.
Ja...das kann ich nachvollziehen; das ginge mir ähnlich.
Schauen Sie mal genau hin...vielleicht können Sie's erkennen.
Zitat von Spadina
Nein...ich komm' vom Dorf.
Zitat von Spadina
Definitiv.
Zitat von Spadina

Sie auch?
Zweifelsohne.
Zitat von Spadina

Aber wer sich rechtfertigt, hat schon verloren.Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert. Albert Einstein


), als mich eine Dame angesprochen hat. Ich seh sie öfter, sie pflegt auch ein Grab ein paar Reihen weiter, meistens auch immer am Wochenende so wie ich.
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