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  1. User Info Menu

    Frage "Bitte sprechen Sie mich nicht auf den Tod meiner Frau an"

    Guten Tag, allerseits!

    Ich bin momentan mit der folgenden Situation konfrontiert und weiß nicht recht, wie reagieren:

    Gestern kam eine Mail eines Kollegen, der uns informierte, dass seine Frau gestorben sei. Den meisten von uns ist die Frau persönlich nicht bekannt gewesen, er hatte aber viel von ihr erzählt (sie hatte ein sehr ungewöhnliches Hobby). Der Kollege schilderte in der Mail kurz die familiäre Situation (wie lange verheiratet bspw.), hängte 3 Fotos seiner Frau dran und schrieb "Bitte sprechen Sie mich nicht auf den Tod meiner Frau an."

    Nun ist der Mann weit weg stationiert, und ich persönlich werde ihm so bald nicht begegnen. Da ich im Unternehmen die Stelle gewechselt habe, werde ich aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht so bald mit ihm telefonieren müssen. Ich könnte dem Ganzen also ausweichen und es abhaken.

    Nun mag ich den Kollegen sehr gern, er ist ein lustiger Mensch, wir haben fast 5 Jahre teilweise eng zusammen gearbeitet und einander dabei gegenseitig sehr viel geholfen. D.h. ich tue mich schwer, so rein gar nichts zu sagen oder zu tun.

    Ich möchte auf der anderen Seite seinen Wunsch respektieren, ihn nicht auf das Thema anzusprechen. Ich kann verstehen, dass er nicht im Kollegenkreis darüber sprechen möchte.

    Was mache ich? Mein Chef und ein anderer Kollege sind der derselben Situation (der Rest hat nichts mit dem Mann zu tun), und wir fragen uns jetzt gemeinsam, wie wir uns verhalten müssen. Die zwei anderen werden den Mann auch in Kürze persönlich treffen.

    Wir haben überlegt, gemeinsam eine persönliche (nicht im Namen der Firma) Trauerkarte zu schreiben. Aber ist das schon zuviel, wenn der Kollege nicht auf das Thema angesprochen werden möchte? Andererseits ist "Business as usual" auch nicht machbar, mit dem Mann haben wir immer sehr viel gescherzt, jetzt einfach hingehen und Witze reißen??

    Was könnt Ihr mir raten?
    Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum. (Marcus Aurelius)


    "Keep breathing. That's the key!"

    (Gimli, Lord of the Rings)

  2. User Info Menu

    AW: "Bitte sprechen Sie mich nicht auf den Tod meiner Frau an"

    Er gibt eine klare Aussage von sich, bitte sprecht mich nicht darauf an... So ist die aktuelle Situation heute und zu respektieren, dass kann sich jederzeit verändern.

    Auf jeden Fall kondolieren, schriftlich und ihn ganz normal weiter behandeln, denn dass ist vielleicht der Wunsch der sich dahinter verbirgt. Soviel Normalität wie möglich soviel Rücksichtnahme wie nötig.

    Ihr werdet es schon merken wenn er wieder bereit ist zu scherzen und Witzchen zu machen...
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  3. Inaktiver User

    AW: "Bitte sprechen Sie mich nicht auf den Tod meiner Frau an"

    Es gibt ja verschiedene Beziehungen zwischen den Kollegen: Zum einen die ganz losen Kontakte, mit denen man so gar nichts Privates teilt, zum anderen aber auch die etwas engeren Verbindungen mit privaten Kontakten.
    Ihr beide scheint ja doch auf einer persönlicheren Ebene kommuniziert zu haben.
    Wenn Dein Kollege nicht auf den Tod seiner Frau angesprochen werden möchte, dann möchte er wohl einfach vermeiden, dass er am Arbeitsplatz die immer gleichen Sprüche hören muss - herzliches Beileid, kommen Sie zurecht, die Zeit heilt alle Wunden usw.usw.
    An Deiner STelle würde ich ihm eine nette, sehr persönlche Karte mit ein paar mitfühlenden Worten schreiben - durchaus mit dem Hinweis, dass Du immer ein offenes Ohr hast, falls er Gesprächsbedarf hat.
    Dann weiß er, dass Du an ihn denkst - und wenn ihr euch wieder mal trefft, kann es nicht zu so merkwürdigen Situationen kommen, dass man redet und lacht und das Thema "unter den Teppich kehrt".
    Mit Trauerkarten, Briefen usw. können Hinterbliebene anders umgehen als mit diesen eher höflichtkeitsbedingten Ansprachen

  4. User Info Menu

    AW: "Bitte sprechen Sie mich nicht auf den Tod meiner Frau an"

    Respektiert einfach seinen Wunsch. Er hat ausdrücklich darum gebeten.

    Das habe ich auch respektiert, als eine pensionierte Kollgein, die ich sehr geschätzt habe, verstarb. Der Ehemann bat per Mail, ihn nicht darauf anzusprechen. Er bat auch ausdrücklich darum, dass kein Kollege zu der Beerdigung kommen solle.
    Es gab eine stundenlange Debatte unter den Kolleginnen, das sie sich verpflichtet fühlen, bei der Grablegung dabei zu sein. Sie meinten, sie müssen das tun.

    Fand ich unmöglich!

    Mit Trauerkarten, Briefen usw. können Hinterbliebene anders umgehen als mit diesen eher höflichtkeitsbedingten Ansprachen
    Da hat GuteLaune einfach Recht.
    Geändert von Opelius (03.05.2012 um 11:08 Uhr) Grund: Ergänzung
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  5. Inaktiver User

    AW: "Bitte sprechen Sie mich nicht auf den Tod meiner Frau an"

    Schwierige Situation,

    der Vater einer Kollegin ist vor einiger Zeit gestorben.

    Als die ersten das Beileid ausgesprochen haben, hat sie sehr geweint und ist in ihr Zimmer gerannt.
    Ihre Kollegin aus dem Zimmer kam dann zu uns und hat gesagt, dass wir ihr nicht kondolieren sollen, es würde sie so sehr aufregen.

    Ich fand das damals schwierig, hielt mich aber an die Aussage meiner Kollegin.

    Ende vom Lied:
    das Verhältnis zu der Kollegin ist nach einiger Zeit sehr viel schlechter geworden und nach einiger Zeit habe ich über drei Ecken erfahren, dass sie sauer ist, da ich nicht mein Beileid ausgesprochen habe!!!!!!!
    Da mich die Kollegin nie direkt angsprochen hat, haben wir diesen Konflikt leider nie "geklärt"!

    Ich habe daraus gelernt, dass ich mir niemals wieder meinen Anstand nehmen lasse.

    An deiner Stelle würde ich eine Trauerkarte schicken. Das erkennt der Empfänger ja schon am Umschlag, welchen Inhalt die Karte hat. Er kann Sie öffnen oder nicht....oder erst sehr viel später, wenn er besser mit dem Verlust umgehen kann.
    Aber er sieht, dass DU geschrieben hast.

    Ist ein lieber Mensch gestorben, so ist man manchmal wie gelähmt und kann seine Gefühle nicht einordnen.
    Mit der Zeit wird es besser und man beurteilt Dinge dann plötzlich doch anders. Aus dem "nur nich angesprochen werden" wird vielleicht ein "darüber reden wollen".

    Bestimmt freut ihn nach einer Zeit deine Anteilnahme sehr.

    LG
    Wuschel

  6. User Info Menu

    AW: "Bitte sprechen Sie mich nicht auf den Tod meiner Frau an"

    Danke schon mal für Eure Antworten.

    Eine Beerdigung gegen den ausdrücklichen Wunsch des Ehepartners zu besuchen, käme für mich nicht in Frage. Finde ich auch unmöglich, aber zum Glück geht es ja nicht darum. Obwohl, da wäre die Entscheidung, wie damit umgehen, ja einfach.

    Ich habe vor allem damit ein Problem, dass der Kollege an sich ja schon sehr offen ist (war?) und von sich aus viel von seiner Frau erzählt hat. Wie gesagt habe ich sie nie getroffen, aber ich weiß schon ein paar Dinge von ihr. Ich kann den Wunsch des Kollegen verstehen, wer will schon dauernd wieder daran erinnert werden? Er scheint im Moment ganz normal weiter zu arbeiten, die Assistentin des Chefs hat gestern (vor der Info) mit ihm telefoniert und keine Veränderung zu sonst bemerkt. Auch das kann ich nachvollziehen, er hält sich jetzt am "Normalen" fest, so gut es halt geht.

    Unser Verhältnis ist jetzt nicht richtig "privat" und keineswegs freundschaftlich, aber wir kennen uns schon gut genug, um einander ab und zu eine Spitze hinzuwerfen, um den anderen scherzhaft zu ärgern bspw. Ich fühle mich nicht verpflichtet, ihm jetzt meine Schulter zum Weinen anzubieten, das nicht. Aber ein "ich denke an Sie", würde ich schon gern loswerden, wie ja GuteLaune und Veranoazul es auch für möglich halten.

    @Opelius: Käme ich damit trotzdem noch seiner Bitte nach oder handelte ich ihr zuwider? Das kann ich gerade nicht richtig einordnen.

    Ich habe auch offiziell keine private Adresse von ihm - sie steht auf der Webseite seiner Frau für alle zu lesen (die er durch Bekanntgabe ihres vollen Namens, ihres Hobbys sowie der Bilder, die dort auch zu finden sind, für jedermann im Mailverteiler zwar nicht verlinkt hat, sie aber leicht auffindbar machte), aber ist das auch ein Übergriff? Oder wäre es einer, eine Trauerkarte ins Büro (!) zu schicken? Oder ist es unter diesen Umständen generell nicht geboten??

    Und wenn ich tatsächlich gar nichts unternehme, wie vermeide ich bei einem nächsten Treffen / Telefonat, das vermutlich irgendwann auch für mich kommt, dass es peinlich wird?
    Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum. (Marcus Aurelius)


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    (Gimli, Lord of the Rings)

  7. User Info Menu

    AW: "Bitte sprechen Sie mich nicht auf den Tod meiner Frau an"

    Ah, Opelius hat was ergänzt und damit meine Frage beantwortet.

    Also kann man eine Karte schreiben.

    Bleibt die Frage offen: Wohin? Büro (dabei schüttelt es mich) oder an die private Adresse, die auf der Webseite seiner Frau steht?
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  8. User Info Menu

    AW: "Bitte sprechen Sie mich nicht auf den Tod meiner Frau an"

    Privatadresse, natürlich!
    Post ans Büro kann von jedermann geöffnet werden. Und das würde ich vermeiden.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  9. User Info Menu

    AW: "Bitte sprechen Sie mich nicht auf den Tod meiner Frau an"

    Ok, dann privat.

    Dankeschön an alle, Ihr habt mir sehr schnell geholfen.

    Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum. (Marcus Aurelius)


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  10. User Info Menu

    AW: "Bitte sprechen Sie mich nicht auf den Tod meiner Frau an"

    Ich würde es auch so handhaben: Karte mit ein paar persönlichen Worten an die Privatadresse. In die Geschäftspost gehört sowas nicht. Und mit seiner Bitte, nicht darauf angesprochen zu werden, meinte er ganz sicher die persönliche Ansprache. Eine Beileidskarte ist etwas ganz anderes ... und wie schon jemand schrieb, er kann sie lesen, wann immer er möchte.

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