In meiner Abteilung häuft es sich in letzter Zeit, dass ein paar Kollegen, die zur unteren Hierarchie gehören, teils offen, teils verdeckt (finaziellen) Neid auf die Kollegen äußern, die innerhalb der Abteilung eine höherere Stellung einnehmen. Ich selbst gehöre zur letzteren Gruppe.
Bspw. beschenkt der Stellvertreter des Abteilungsleiters jedes Jahr zu Weihnachten die anderen mit einer Kleinigkeit, bspw. so ein Beutel mit Weihnachtssüßigkeiten (Weihnachtsmann, gefüllte Kugeln und so Zeugs). Dies bezahlt er aus eigener Tasche und aus eigenem Antrieb. Solche Beutel sind nicht teuer, vielleicht 2 - 3 EUR / Stck. (ich selbst mag das Zeug nicht, daher bin ich da nicht informiert). Es geht auch nicht darum, den Leuten ein großes Geschenk zu machen, sondern zu zeigen, dass man an sie denkt. Kommentar der Beschenkten: "Den lumpigen Beutel kann er sich auch sparen!" oder "So ein Geizhals, der verdient soviel Kohle, und wir kriegen nur so einen Mist!" Die Schokolade war übrigens ruckzuck verzehrt, also kann sie nicht so schlecht gewesen sein.
Zweites Beispiel: Unsere Abteilung verabredete sich zum gemeinsamen Weihnachtsmarktbesuch in der nächsten großen Stadt mit anschließendem Abendessen. Jeder zahlte selbst. Auf die Frage, wie wir dorthin kommen wollen, äußerten die Angehörigen der unteren Hierarchie, sie würden gern mit dem Zug fahren, das sei so lustig in der großen Gruppe. Unser Chef, der auf halben Weg zwischen Arbeitsstadt und großer Stadt wohnt, meinte, er würde lieber mit dem Taxi fahren. Der Chefvertreter und ich wohnen in seiner Nähe, daher schlossen wir uns an. Für uns alle hätte eine Zugfahrt eine Taxifahrt von ca. gleicher Dauer wie die aus der Stadt nach Hause bedeutet. Reaktion der anderen: "War ja klar, die fahren gemütlich im warmen Taxi und noch dazu auf Kostenstelle. Und wir müssen den kalten Zug selbst zahlen!" Das Taxi haben wir übrigens selbst bezahlt, so war es auch von Anfang an geplant.
Unser Chef ist jetzt stinkig und will nächstes Jahr keinen gemeinsamen Weihnachtsmarktbesuch mehr organisieren. Ich kann ihn verstehen. Ich weiß nun nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich finde das auch nicht gut. Das ist das typische Neidverhalten zwischen "denen da oben" und "uns armen hier unten". Natürlich verdienen wir mehr als sie, haben aber auch mehr Verantwortung und opfern auch Freizeit für die Firma.
Unsere Firma zahlt übrigens allen ein Weihnachtsgeld und richtet jedes Jahr eine große Weihnachtsfeier für alle Angestellten samt deren Partner aus. Nicht, dass es so aussähe, als gebe es gar nichts. Das Abteilungssommerfest hat der Chef auf Kostenstelle bezahlt, der Stellvertreter hat teuren Alkohol aus seinem Privatvorrat mitgebracht. Usw.
Wie geht man damit um? Mich nervt das tierisch.![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 113
Thema: Neidische Kollegen
-
21.12.2011, 08:15
Neidische Kollegen
Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum. (Marcus Aurelius)
"Keep breathing. That's the key!"
(Gimli, Lord of the Rings)
-
21.12.2011, 08:18Inaktiver User
AW: Neidische Kollegen
Hallo Bäumchen!
ich würde mal versuchen, darüber zus tehen, auch wenns schwer fällt. Machen kannst du aktiv wohl wenig, was andere über dich denken, ist ja nicht beeinflußbar.
-
21.12.2011, 08:21Inaktiver User
AW: Neidische Kollegen
Ignorieren. Das wird in nächster Zeit noch zunehmen, denn die Inflation steigt und viele aus dem Mittelstand haben Angst, ihre Arbeit zu verlieren und gesellschaftlich abzurutschen.
Das hat nichts mir euerer Firma oder gar mit dir zu tun. Es ist die allgemeine gesellschaftliche Stimmung. Damit musst du leben.
-
21.12.2011, 08:33Inaktiver User
AW: Neidische Kollegen
Manche Menschen sind einfach Neidhammel, da kann man nichts machen.
Einfach ignorieren.
-
21.12.2011, 09:02Inaktiver User
AW: Neidische Kollegen
Merkst du nicht, wie arrogant und überheblich du selbst rüberkommst, jedenfalls für mich: „Die untere Hierarchie!“
Ich gehöre übrigens zur „ersteren Gruppe“, der „unteren Hierarchie“ und kann verstehen, warum die Leute so reagieren. Wenn mir ein gut verdienender Kollege/Vorgesetzter zu Weihnachten ein Beutelchen mit Weihnachtssüßigkeiten für zwei bis drei Euro schenkt, wobei er selbst das „Zeugs“ eigentlich nicht mag, bin ich schon pikiert. Dann würde ich ebenfalls sagen: "Den lumpigen Beutel kann er sich auch sparen!" (Wobei es natürlich auch wieder darauf ankommt, wie viele Leute in der Abteilung sind.)
Bei der Fahrt zum Weihnachtsmarktbesuch wäre ich allerdings froh gewesen, wenn diese „obere Hierarchie“ nicht dabei gewesen wäre. Beim Weihnachtsmarktbesucht hätte ich sie ebenso nicht vermisst. Wenn sich die "obere Hierarchie" ihren Status so heraushängen lässt, könnte ich auf solche Veranstaltungen in Zukunft verzichten. Sollen die Hierarchien doch unter sich bleiben.
-
21.12.2011, 09:05Inaktiver User
-
21.12.2011, 09:23
AW: Neidische Kollegen
Im Großen und Ganzen kannst du da wenig machen und solches Neidverhalten wird es immer geben.
Allerdings finde ich die Idee mit den Beuteln, in denen viel, aber qualitativ minderwertiges drin ist auch keine gute Idee, vielleicht wäre ein einzelner Weihnachtsmann von guter Qualität besser angekommen - hätte nicht mehr gekostet, aber einfach mehr her gemacht, fände ich persönlich jedenfalls schöner.
Aber es wird immer Leute geben, die was zu meckern haben.
Und die Sache mit dem Taxi war auch ungeschickt, wobei mir nicht klar ist, ob ihr direkt von der Arbeit losgefahren seid, denn dann habt ihr euch klar von "denen da unten" abgegrenzt. Auf der Rückfahrt wäre das einfach weniger aufgefallen. Oder seit ihr jeweils von zuhause aus aufgebrochen und hättet dann erst von zuhause zur Arbeit fahren müssen um dann den Zug zu nehmen, das wäre allerdings affig.
Insgesamt scheint mir allerdings die Stimmung in der Abteilung nicht gut zu sein und das wird durch eine empfundene Überheblichkeit nicht besser. Und ja, es sind oft solche Kleinigkeiten, die viel ausmachen können.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
-
21.12.2011, 09:30
AW: Neidische Kollegen
Hallo arbol,
ich sehe das auch ein wenig zwiespältig.
Eine Tüte Weihnachtssüßigkeiten für 2-3 Euro klingt für mich jetzt auch eher nach Aldi als nach Lindt. Und das wirkt dann geiziger als der Lindt-Weihnachtsmann für denselben Preis.
Wenn Ihr direkt von der Arbeit zum Weihnachtsmarkt gefahren seid, hätte ich es auch netter gefunden, Ihr wärt mit den Kollegen zusammen hingefahren. Die Heimfahrt mit dem Taxi ist dann ja Eure Sache. Und vielleicht gab es auch noch Kollegen aus der "unteren Hierarchie", die auch in Eurer Nähe wohnen. Denen hätten man ja zumindest auch anbieten können, mit dem Taxi mitzufahren. Wenn sie dann lieber mit den Kollegen zusammen Zug fahren wollen, ist das ja auch okay.
Ich glaube, es gibt immer sehr feine Signale, was die Wertschätzung angeht. Und nur zu sagen, die sind halt immer undankbar und nörgeln, ist mir zu billig. Ich finde, man kann das auch zum Anlass nehmen, mal genauer hinzuschauen. Es sind oft gar nicht mal die Dinge, über die dann konkret gemeckert werden, wo es wirklich im Argen liegt. Nur daran entzündet es sich dann, weil es dort greifbar wird.
Man muss sich nicht jeden Schuh anziehen. Aber bevor man ihn fortwirft, sollte man ihn zumindest mal kurz anprobieren und schauen, wie er sich anfühlt.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
21.12.2011, 09:31
AW: Neidische Kollegen
Hallo Promethea,
zwei Schlaue, ein Gedanke
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
21.12.2011, 09:32
AW: Neidische Kollegen
Kann es sein, daß da gar nicht Geld, Schokolade oder Privilegien das Problem sind, sondern entweder persönliche Unverträglichkeiten, die sich irgendeinen Ausweg suchen? Oder daß es für einige Leute gute (oder schlechte?) Gründe gibt, sich Sorgen um ihre berufliche Zukunft zu machen und sie deswegen gereizt und stinking sind und in allem eine Abwertung wittern? Das Betriebsklima geht ja immer zuerst drauf wenn jemand im Management mit einem Rotstift gesehen wurde.
Ich würde versuchen, da emotional drüberzustehen, Falschinformationen freundlich richtigzustellen (wenn man dabei irgendwie eine Gemeinsamkeit herstellen kann, um so besser) und nicht kindisch zu werden ("Wegen euch gibt es jetzt keine Schokolade mehr, das habt ihr davon"), also alles zu vermeiden, was die Situation eskaliert und nur der Eitelkeit dient.
Letzten Endes stecken alle (bis auf die Eigentümer) zusammen in der Sache und haben die gleichen Interessen, auch wenn die gelegentlich individuell überkreuz laufen.


Zitieren
