Hallo Ihr Lieben!
Ich hab da mal ne Frage zur Begrüßung, wenn man jemanden vorgestellt wird (z.B. enger Freund eines Freundes, oder Familienmitglied).
Meine Mutter hat vor kurzem ins Ruhrgebiet geheiratet ( wir sind aus Österreich) und wenn ich dort zu Besuch bin, ist mir schon öfter aufgefallen, dass die Leute alle bissi distanziert sind. z.B. hat mir die Schwester meines Stiefvaters beim Kennenlernen die Hand gereicht! Ich war schon etwas verwirrt und dachte ich bin ihr vllt unsympathisch oder so. Bei Freundinnen meiner Mutter war es dasselbe.
Bei uns ist es eigentlich so, dass wenn man ein Familienmitglied oder eine "wichtige Person" eines guten Freundes kennen lern,t immer Begrüßung mit Bussi links, rechts ist.
Oder auch wenn man einen Abend mit einen gemeinsamen Freund eines Freundes verbracht hat, ist spätestens die Verabschiedung so.
Ich wollt mal fragen, ob das dort wirklich anders ist, und wenn ja, denken die sich dann iwie " oh, die ist aber aufdringlich?" wenn ich zum Bussi links, rechts "ansetzte"? Mir ist das nämlich paarmal passiert, weil ichs halt gewohnt bin und mir wars dann mega,mega peinlich als ich gemerkt habe, dass mein Gegenüber das eigentlich nicht vor hatte![]()
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Ergebnis 1 bis 10 von 82
Thema: Begrüßung in Deutschland
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22.11.2011, 21:39
Begrüßung in Deutschland
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22.11.2011, 21:51Inaktiver User
AW: Begrüßung in Deutschland
Ich bin ja norddeutsch-unterkühlt
Aber Küsschen links-rechts mache ich mit niemandem.
Ich gebe mir bis dato unbekannten Personen auch die Hand - nicht mehr. Ob neu kennenzulernende Familie oder sonst wer. Wirklich sehr gute Freunde umarme ich zur Begrüßung und zum Abschied wie auch meine Schwiegeltern und Schwägerin. Nicht mehr. Wobei - meine Schwiegermutter drückt mir bei der Umarmung noch ein Küsschen auf die Wange - damit habe ich mich arrangiert.
Aber ich bin eh eigen und kriege auch die Krise wenn ich Mails meiner Kollegin lese. Die unterschreibt immer mit "LG" (Liebe Grüße) - auch im Kundenverkehr. Gruselt mich total
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22.11.2011, 21:54
AW: Begrüßung in Deutschland
Es ist in den meisten Teilen, womöglich sogar in allen, Deutschlands wirklich unüblich Menschen die man zum ersten mal trifft zu umarmen. Und Bussi links und rechts ganz gewiss nicht.
Erst wenn man sich ein wenig kennt, machen es mittlerweile auch viele Deutsche so.
Wie heißt es so schön, andere Länder, andere Sitten.
Aber dennoch sind die Deutschen durchaus nette, sympathische und auch freundliche Leute.
Je nach Landstrich zeigen sie es mehr oder weniger.
Auf jeden Fall wünsche ich dir noch ganz viele schöne Aufenthalte in diesem sehr schönen Land.
Há gente que fica na história
Da história da gente
Ja zur EU
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22.11.2011, 22:48
AW: Begrüßung in Deutschland
Was, Österreicher machen sowas auch? Ich dachte, das tun nur Franzosen, und Münchner die zu viel Prosecco hatten.
Wenn man sich nicht gerade in Kreisen bewegt, die gerne Münchener Schickeria wären, ist m.E. Pfötchengeben das äußerste. Unter guten Freunden nicht mal das.
(Bin aus Hamburg. Familie ist auf dem Ruhrgebiet.)
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23.11.2011, 10:21
AW: Begrüßung in Deutschland
Ich finde, das hat nichts mit norddeutsch unterkühlt zu tun *wink zu Trylleri*, sondern mit Umgang. Mein bester Freund ist gebürtiger Wiener und auch dort ist dieses Bussi-Bussi-Dingsda nicht üblich, sondern da sagt man ganz normal Hallo und gut is. Wenn es sich im Laufe des Kennens ergibt, okay, aber z.B. die Mutter oder auch die Tante meines besten Freundes (wir kennen uns über 18 Jahre) kamen nie von sich aus auf die Idee, bei mir zu solen Dingen anzusetzen.
Ich persönlich hätte mir das von Dir auch nicht gefallen lassen, sprich ich hätte den Kopf weggedreht und Dich auf Abstand gehalten. So ein Verhalten ist für mich aufdringlich und völlig daneben, so undistanziert *schüttel*. Zumal für mich allerspätestens nach dem 2. Mal, wo ich merke, dass es dem Gegenüber unangenehm ist, das Ding durch gewesen wäre und ich es gar nicht mehr versucht hätte.Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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23.11.2011, 10:38
AW: Begrüßung in Deutschland
Schliesse mich an, obwohl ich so eine leidige Bussi-Bussi-Person bin.
Gute Freunde herze und kuesse ich. Aber Leuten, die ich noch nie gesehen habe, zeige ich meine Erst-Sympathie bzw. meinen guten Willen mit einem freundlichen Laecheln und einem Haendedruck. Auch wenn es quasi Verwandte sind, und gerade wenn noch ein Generationenunterschied besteht.
Wie schon jemand schrieb: andere Laender, andere Sitten. Es wird auch gar zu schnell von Angehoerigen so genannter "high-context-cultures", also Gesellschaften, in denen mehr Koerperkontakt gepflegt wird, groessere Distanziertheit mit Unfreundlichkeit und Kaelte gleichgesetzt. Dabei handelt es sich vielmehr um Ruecksichtnahme. In der deutschen Kultur herrscht ein bestimmtes Verstaendnis vom persoenlichen Raum, und man dringt nicht unaufgefordert in diese Spaere von Fremden ein (wobei die Aufforderung nicht explizit verbal erfolgen muss, aber es muss schon deutlich Bereitschaft signalisiert werden).
Das hat nichts damit zu tun, dass man die Person unsympathisch findet oder sie niemals nie beruehren mag, sondern man respektiert eine angenommene Grenze, man bedraengt die Person nicht. Das heisst aber nicht, dass bei naeherer Bekanntschaft, nachdem die individuellen Grenzen ausgelotet sind, nicht auch andere Begruessungs- bzw. Abschiedsformen moeglich sind.
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23.11.2011, 10:49Inaktiver User
AW: Begrüßung in Deutschland
Ja, ich schließe mich auch an. Bussi-Bussi oder ähnliches ist ein echtes No Go (jedenfalls in meinem Umfeld hier im Ruhrgebiet) und nur engen Freunden vorbehalten (wenn überhaupt).
Ich persönlich finde so eine Anfasserei von Leuten, die ich kaum kenne, als grobe Verletzung meiner persönlichen Distanz. "Geht gar nicht", wie man so schön sagt.
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23.11.2011, 10:51
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23.11.2011, 10:52Inaktiver User
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23.11.2011, 10:54
AW: Begrüßung in Deutschland
Ja, genau, darf ich Dich fragen, wo genau Du herkommst, Sonnenschein? Die paar Oesterreicher, die ich bisher kennen gelernt habe, waren eher noch distanzierter als ich, also formeller.



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