Hallo liebe BriCom,
ich habe eine Frage,, ob ich in der folgenden Situation zu „engsichtig“ bin:
Nach Umzug vor 1,5 Jahren habe ich engeren Kontakt mit einer Nachbarin, unsre (kleinen) Kinder sind mittlerweile allerbeste Freunde, werden vom jeweils anderen Paar schon mal mitgenommen und wir haben auch schon ab+zu etwas gemeinsam unternommen.
Letze Woche fragte sie, ob wir Frauen abends spontan zusammen ein Fest besuchen wollen. Ev. wolle ihr Mann am späten Abend nachkommen.
Ich bin dann mit meinem Auto gefahren. War völlig ortsfremd, da zugezogen, sie dirigierte mich auf einen Parkplatz.
Wir hatten auf dem Fest viel Spaß, gegessen, getrunken uns nett unterhalten, lauthals mitgesungen. Irgendwann kam der Mann hinzu, der ein eher ruhiger Typ ist. Soweit so gut.
Hin und wieder grüßte meine Freundin Bekannte, eine davon kam nun zu unsrer Dreiergruppe, nach enthusiastischer Begrüßung und kurzen Plausch ging sie.
Kurz darauf verschwand meine Nachbarin mit „ich muss da noch mal hingehen“ zur Gruppe der Bekannten und ward dann nicht mehr gesehen. Ich versuchte eine ¾ Stunde mit ihren Mann Konversation zu betreiben. Wie gesagt, er ist ein sehr ruhiger Typ, es war sehr anstrengend und mit ihm war ich auch eigentlich nicht verabredet... Gelangweilt und etwas irritiert, regte ich den Heimweg an, wir gesellten uns zur Gruppe seiner Frau und deren Bekannten, die im innigste Gespräche vertieft waren. Er kündigte an, wir wollten gehen, sie jedoch ging darauf nicht ein. Nach weiterer Viertelstunde sagte ich zu ihr (ganz nett), ich würde jetzt fahren, sie könnten ja bleiben und ein Taxi nehmen.
Nachdem ich mein Glas abgegeben hatte, fand ich sie in heftiger Debatte mit Ehemann, in dem Tenor, wie man jetzt nur gehen können es sei grade „sooooo nett“.....als ich dazukam, schrak sie regelrecht zusammen und verzog das Gesicht so in eine breite Grins-Grimasse - als sei sie bei etwas ertappt. Nach langen Rechtfertigungen („Du bist doch nicht böse“) hieß dann, sie würden bleiben.
Sie erklärte mir noch kurz, wie ich zum Auto kam. Ich kam mit dann etwas blöd vor, allein im fremden Ort durch die Dunkelheit irrenderweise, auf der Suche nach meinem Auto.
Jetzt die Frage: Bin ich zu unlocker und empfindlich? Ich habe auf sie erstmal keine große Lust, ich empfand das als no go, einfach abzuhauen und später keine Versuche einen in die Runde zu beziehen, etcetc. Wir sind ja keine 17 mehr. Aber ich lasse mich da auch gern belehren, das ich hier vielleicht zu engstirnig denke...
Danke für eure Meinung!
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09.05.2011, 14:49
Stehengelassen bei gemeinsamen Festbesuch, ok oder no go?
Um ein perfektes Mitglied einer Schafherde sein zu können,
muss man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)
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09.05.2011, 15:18
AW: Stehengelassen bei gemeinsamen Festbesuch, ok oder no go?
Hi Holly,
für meinen persönlichen Geschmack war das unhöflich. Sie wußte ja genau, dass Du ortsfremd bist und allein die Tatsache, dass sie Dich mit ihrem Ehemann alleine gelassen hat, finde ich auch nicht ok.
Ich würde mich für jemanden, den ich irgenwohin mitnehme oder einführe, verantwortlich fühlen und zumindest dafür sorgen, dass derjenige sich nicht "verloren" vorkommt.
Klar könnte man davon ausgehen, dass es heutzutage Navigeräte gibt, aber höflicher wäre es gewesen, das mit Dir abzustimmen.
Ist sie denn sonst ein angenehmer Umgang für Dich? Dann könntest Du es vielleicht unter einem "Ausrutscher" verbuchen und Dich das nächste Mal einfach drauf einstellen? Wenn sie aus der Gegend kommt, ist es klar, dass sie mehr Leute kennt und da kann man bei so einem Fest schon mals ins plaudern kommen.
Wenn es aber für Dich ein absolutes nogo war, dann würde ich mich nicht weiter mit ihr verabreden. Nur Du kennst den Rest der Situationen, die Du mit ihr erlebt hast. Also gleich alles beenden würde ich nicht...
Alles Gute,
MausMan sollte nicht ängstlich fragen: Was wird und was kann noch kommen? Sondern sagen: Ich bin gespannt, was Gott jetzt noch mit mir vor hat. (Selma Lagerlöf)
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09.05.2011, 15:25
AW: Stehengelassen bei gemeinsamen Festbesuch, ok oder no go?
Hallo Holly,
also für mich ginge das auch gar nicht. Mit der Frau wäre ich erst mal fertig. Ich finde es weder okay, dass sie sich ewig mit ihrem Mann allein rumsitzen lässt, noch dass sie am Ende nicht wieder mit heimgefahren ist. Bei letzterem stört mich vor allem die Art und Weise.
Für mich gilt ganz klar: wenn man zusammen irgendwo hingeht, dann bleibt man - in Regelfall - auch zusammen und geht auch wieder zusammen heim. Alles andere sollte meines Erachtens in beiderseitigem Einvernehmen geschehen. Wenn beide z.B. noch etliche andere Bekannte treffen und man vereinbart, sich zeitweilig zu trennen und zu einer bestimmten Uhrzeit wieder zu treffen. Eine dreiviertel Stunde fremdquatschen finde ich eindeutig zu viel. Und ich finde, sie kann auch nicht einfach davon ausgehen, dass Du Dich mit ihrem Mann schon gut amüsierst.
Es mag ja Leute geben, die so wahnsinnig unkompliziert ist, dass sie das alles ganz locker sehen. Aber für mich wäre das Verhalten auch ein no-go.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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09.05.2011, 15:29Inaktiver User
AW: Stehengelassen bei gemeinsamen Festbesuch, ok oder no go?
Hallo
finde ich auch: unhöflich, sehr sogar. Ich hätte mich wohl auch genervt. Allerdings verfliegt mein anfänglich jeweils heftiger Ärger jeweils rasch. Daher:
Wie meine Vorschreiberin bereit schrieb, bei einem sonst angenehmen Umgang würde ich den Kontakt beibehalten. Allerdings mache ich mit gewissen Leuten gewisse Dinge einfach nicht mehr, weil ich weiss, dass es aus irgend einem Grund Knatsch gibt. Es gibt z.B. Leute, die ich sehr schätze, mit denen ich aber grundsätzlich keine Ausflug machen würde, weil es Reibereien gibt.
Ich würde mir mal überlegen, welche Seiten du an deiner Bekannten schätzt und notfalls in Zukunft auf gewisse gemeinsame Unternehmungen verzichten.
Das erinnert mich an einen Fall, den ich erlebt habe: ich war nach der Trennung von meinem Ex-Mann umbezogen in meine Heimatstadt. Eine gute Bekannte (damals sogar Freundin) wollte einen für ihren Beruf weiterbildenden Vortrag besuchen, der in meiner Stadt stattgefunden hat. (Sie hat damals knappe 2 Zugstunden entfernt gewohnt.) Damals war sie allein erziehend und hat daher ihren kleinen Sohn (damals etwa eineinhalb) mitgenommen. Schon nach 10 Minuten ist er im Kinderwagen aufgewacht und hat angefangen, sich zu rühren und zu quengeln. Sie hat dann mit einer Handbewegung in meine Richtung angedeutet, ich sollte doch bitte mir ihrem Kind rausgehen. (Klar, es war ja ein Vortrag, den sie hören wollte). Dies habe ich gemacht und - sie ward lange nicht mehr gesehen. Später gab es einen kleinen Imbiss und ich musste sie sehr lange überreden, endlich mitzukommen. Einfach gehen konnte ich nicht, da sie bei mir übernachtet hat.
Ich habe es ab dann vermieden, sie ausserhalb ihrer Stadt zu treffen, da ich sowas nicht mehr brauchte. Wenn wir uns getroffen haben, dann bei ihr, weil ich da gehen konnte, wann ich wollte.
Es gibt Leute, die sich völlig unmöglich benehmen, aber das Herz auf dem rechten Fleck haben. Wenn dies bei deiner Bekannten so ist, würde ich nichts mehr mit ihr unternehmen, aber den Kontakt nicht abbrechen.
Liebe Grüsse
Lech
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09.05.2011, 15:52Inaktiver User
AW: Stehengelassen bei gemeinsamen Festbesuch, ok oder no go?
Hier die Kontrastmeinung.

Ich finde, so ein Straßenfest ist vergleichbar mit dem Besuch einer Party.
Und klar, trifft man da ggf. auch andere Leute, mit denen man redet.
Da sie dich nicht alleine stehen gelassen hat, sondern in Gesellschaft ihres Mannes, finde ich das schon ok.
Und warum sollte sie gehen, nur weil Du gehen wolltest ?
Deshalb seid ihr doch schließlich mit beiden Autos (oder mit deinem) gekommen ?
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09.05.2011, 16:00
AW: Stehengelassen bei gemeinsamen Festbesuch, ok oder no go?
Vielen Dank für eure schnellen Antworten.
Eben! Ich sehe das genau so, ja ich bin sogar davon ausgegangen, dass das unter halbwegs zivilisierten Mitteleuropäern selbstverständlich ist. Umso irritierter bin ich, wenn ich dann ein solches Verhalten bei meinem Umfeld nicht ansatzweise antreffe.
Wahrscheinlich bin ich auch darum vor den Kopf gestoßen, weil das Verhalten bei mir ankam wie: "Du bist mir nicht amüsant genug, jetzt wechsele ich mal die Gruppe".
Ich werde mich jetzt deutlich zurücknehmen, obwohl es schwierig ist, da unsre Kinder eng befreundet und wir auch noch fast Nachbarn sind. Hier bewahrheitet sich wohl - leider - die Regel, dass man nachbarschaftlichen Kontakt besser nicht zu eng werden lässt...Um ein perfektes Mitglied einer Schafherde sein zu können,
muss man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)
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09.05.2011, 16:04Inaktiver User
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09.05.2011, 16:09Inaktiver User
AW: Stehengelassen bei gemeinsamen Festbesuch, ok oder no go?
Ich tanze mal wieder aus der Reihe (vermutlich habe ich schlechte Umgangsformen
), doch ich kann mir der Meinung der Vorschreiberinnen nicht anschliessen. Nein, ich finde es nicht völlig unmöglich, sondern normal, dass man auf einer öffentlichen Veranstaltung im Laufe des Abends auch einmal getrennte Wege geht.
Dass sie Dir ihren langweiligen Mann untergejubelt hat, ist natürlich nicht ganz so nett...
Doch ernsthaft, der Rückschluss, den Du ziehst:
scheint mir der eigentliche Knackpunkt zu sein.Wahrscheinlich bin ich auch darum vor den Kopf gestoßen, weil das Verhalten bei mir ankam wie: "Du bist mir nicht amüsant genug, jetzt wechsele ich mal die Gruppe".
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09.05.2011, 16:10Inaktiver User
AW: Stehengelassen bei gemeinsamen Festbesuch, ok oder no go?
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09.05.2011, 16:10
AW: Stehengelassen bei gemeinsamen Festbesuch, ok oder no go?
Zur Kontrastmeinung, die ich durchaus im Hinterkopf hatte, nochmal Anmerkungen: Ich bin aber wohlweislich nicht mit ihrem Mann auf das Fest gegangen. Und ich hätte auch keinerlei Interesse gehabt, mit ihm irgendein Event zu besuchen.
Nein, wir sind zusammen in meinem Auto gekommen.
Ich hätte gar nicht "verlangt" zusammen zu gehen, das wäre mir noch relativ egal. Aber als ich ankündigte, gehen zu wollen, hat sie einfach gar nicht reagiert. Es wäre nett gewesen, dann mal zu sagen "weißt du was, wir bleiben noch ein Weilchen und fahren mit dem Taxi". Eigentlich hätte sie mir auch den Weg zum Auto zeigen müssen, da ich total ortsfremd war und folglich ziemlich in der Gegend herumirrte, um mein Auto in einiger Entfernung in Nebenstraße xy zwischen 100en Angetrunkenen wiederzufinden. Das allein nehme ich aber nicht krumm, es war dann nur noch ein weiteres Detail.Um ein perfektes Mitglied einer Schafherde sein zu können,
muss man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)


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