Seit gestern abend bin ich fassungslos. Muss ein bisschen ausholen.
Letzten Mittwoch hatte mich der Eigentümer meines Nachbargrundstückes angerufen und um einen Termin mit seinem Architekten wegen seinem Baugesuch gebeten. Ich sagte, dass ich erst diese Woche Zeit hätte. Da konnte ich mir schon was anhören, "warum denn bitte, es sind doch nur 30 Min." etc. Eine endlose Diskussion, dass ich nun mal in der letzten Woche keine Zeit habe, sondern erst diese Woche ab Dienstag.
Nun war gestern abend der Termin. Anwesend waren auch mein Mann und ein befreundeter Architekt von uns beiden.
Der andere Architekt zeigte uns die Pläne und Fotomontagen des Bauvorhabens. Ich bin schier vom Glauben abgefallen. Sie wollen das Nachbarhaus um ein Vollgeschoß erhöhen. Daneben würde dann unser Haus wie ein Vogelhaus aussehen. Von der Schattenwirkung ganz zu schweigen.
Auch genehmige es das Bauamt so nicht, außer wir würden verbindlich unterschreiben, dass wir unser Haus dann um 2 Stockwerke aufstocken werden.
Ich erklärte dem Eigentümer dann, dass ich das nicht machen würde. Ich verstehe, dass er einen wirtschaftlichen Vorteil haben wolle, aber er müsse auch uns verstehen, da wir hier wohnen, er aber nicht. Auch unterschreibe ich keine verbindliche Zusage, da ich in keinster Weise vorhabe, unser Haus aufzustocken oder zu verkaufen.
Na da konnten wir uns was anhören. Das sei eine Frechheit und Unverschämtheit, da er so sein Haus nicht energiesparend umbauen könnte. Das gehe nur mit der Aufstockung und der Mieteinnahme von den neuen zusätzlichen 6 Appartments etc.
Wenn Blicke töten könnten, wären ich und Männe gestern ganz schnell eines unnatürlichen Todes gestorben.
So jetzt habe ich mir das mal von der Seele geschrieben.
Ist das normal, dass die Leute so unverschämt und böse reagieren, nur weil man sein Recht wahrnimmt und "nein" sagt?
LG Bobbie
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 58
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30.07.2008, 14:50
Ärger, da wir Bauantrag für Nachbarn nicht unterschreiben.
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30.07.2008, 15:04Inaktiver User
AW: Ärger, da wir Bauantrag für Nachbarn nicht unterschreiben.
Normal ist sicher, dass der prospektive Bauherr enttäuscht und frustriert ist, da seine Pläne nicht aufgehen.
Allerdings müsste er sich imho an die eigene Nase fassen, weil er von vorn herein mit Eventualitäten kalkuliert hat, die er nicht als gegeben voraus setzen durfte.
Ein Nein kann halt furchtbar unbequeme Konsequenzen haben.
Ich hoffe, dass sich für Euch alle konstruktive Lösungen finden, so dass Du nicht auf Jahre mit einem feindlich gestimmten Nachbarn leben musst!
Grüssle
Seawasp
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30.07.2008, 15:06Inaktiver User
AW: Ärger, da wir Bauantrag für Nachbarn nicht unterschreiben.
Ts, das ist wirklich unverschämt.
Alleine das Gesuch das Gebäude um ein Geschoss aufzustocken, würde für Euch ja eine Einschränkung bedeuten. Aber dann noch zu verlangen! dass Ihr Euer Haus umbaut, bzw. aufstockt ist ja echt der Gipfel.
Und als normal würde ich das absolut nicht bezeichnen. Beim besten Willen nicht. Aber die Schilderung des Vorgesprächs ließ ja schon Probleme vorhersehen.
Ich denke aber, dass ein "normal" denkender Mensch sich hätte ausrechenn können, dass Ihr von diesem Vorschlag nicht gerade begeistert sein würdet und schon seelisch auf ein Nein hätte eingestellt sein müssen.
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30.07.2008, 15:11
AW: Ärger, da wir Bauantrag für Nachbarn nicht unterschreiben.
Zitat von Bobbie
Ja, das ist normal. Meine Eltern waren in einer ähnlichen Situation und mussten sich dann etwas Ähnliches anhören.
Die Nachbarn wollten zusätzlich sogar aus einem Fussweg eine kleine Strasse bauen, bloss um mit ihrem Auto direkt im Garten parken zu können.
Sie wussten ja vorher, wie die Verhältnisse sind. Warum sind die überhaupt da eingezogen ?
Ich glaube, die hatten im Lotto gewonnen. Denn ansonsten waren die strunzdoof.
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30.07.2008, 15:17
AW: Ärger, da wir Bauantrag für Nachbarn nicht unterschreiben.
GsD wohnt er nicht nebenan, da es ein reines Renditeobjekt für ihn ist.
Zitat von Inaktiver User
Ansonsten würde ich bei seinem bösen Blick wahrschienlich jeden Tag tot umfallen.
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30.07.2008, 15:25
AW: Ärger, da wir Bauantrag für Nachbarn nicht unterschreiben.
Natürlich ist es unfreundlich vom Nachbarn, wenn er die Sachebene verlässt und mit Beleidigungen anfängt, ABER das er auf der Sachebene "sauer" ist - kann ich nachvollziehen.
Eine Isolierung eines alten Dachstuhls ist rechtlich oft einfach nicht möglich bzw. mit untragbaren Kosten verbunden - Er muß aber Isolieren, da Mieter mittlerweile Anrecht auf diesbezügliche Mietkürzung haben, der neue Energieausweis die Heiznebenkosten offenlegt und Umbaumassnahmen eine parallele Isolierung verpflichtend vorschreiben.
Hat er nun zBsp. einen SEHR gut erhaltenen Dachstuhl mit 15 cm dicken Balken, so darf er nicht einfach mit 15 cm Glaswolle das Dach isolieren - denn vielfach ist eine Mindestdämmung von 20 cm vorgeschrieben. Er müsste also das komplette Dach abdecken, die Querverbalkung entfernen, die Balken um 5 cm aufstocken, die Querverbalkung wieder anbringen und die Ziegeln wieder aufbringen. Dazu kommen noch Anschlußarbeiten am Kamin, Dachrinnen, Dachfenster etc. etc.
Deshalb raten alle Praktiker zu einer, wenn rechtlich möglichen, Aufstockung - da die Kosten eines neuen Daches dem Umbau entsprechen - und man noch zusätzlichen Wohnraum erhält.
In gewisser Weise ist euer Nachbar also ein "Getriebener". Dies entschuldigt natürlich keine Beleidigungen, sollte aber bedacht werden.
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30.07.2008, 15:33
AW: Ärger, da wir Bauantrag für Nachbarn nicht unterschreiben.
Zitat von Nadine2
da würde ich lieber die Miete kürzen. das ist doch unterm Strich gesehen lukrativer.
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30.07.2008, 15:34
AW: Ärger, da wir Bauantrag für Nachbarn nicht unterschreiben.
Hi Nadine, das stimmt so nicht. Lies Dir mal die EnEv durch.
Apropos: wer würde mir denn die Aufstockung um 2 Stockwerke bezahlen??? Bautechnisch wäre es nämlich gar nicht möglich, da die Statik unseres Hauses für so etwas gar nicht angelegt ist.
Soll ich einen neu renovierten wunderschönen Altbau wegen seinen Plänen abreisen und einen neuen 4-stöckigen Bauklotz hinstellen?
P.s. Wir haben vor 2 Jahren auch energiesparend renoviert, ohne Aufstockung. Dafür gibt es nämlich supergünstige Kredite.
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30.07.2008, 15:36
AW: Ärger, da wir Bauantrag für Nachbarn nicht unterschreiben.
Also der Satz kommt schon etwas merkwürdig bei mir an...
Zitat von Bobbie
Wenn er euch die Kosten eurer Aufstockung ausbezahlt, warum nicht?
Zitat von Bobbie
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30.07.2008, 15:45
AW: Ärger, da wir Bauantrag für Nachbarn nicht unterschreiben.
Vielleicht sollte ich die bauliche Situation erklären. An unser Haus (Jugenstilvilla 2 Stockwerke) wurde in den 60-er Jahren ein Betonbunker (3 1/2 Stockwerke) direkt (ohne Grenzabstand) hingebaut. So etwas wäre heute gar nicht mehr möglich.
Zitat von Leser
Jetzt nochmals 2,40 m höher, hätten wir wirklich ein "Vogelhäuschen", weil es einfach nicht passt bzw. auch städtplanrechtlich nicht erlaubt ist.
Auch eine Aufstockung unseres Hauses ist schon aufgrund der diesbezüglich nicht vorhandenen Statik NICHT möglich.
Aber das entscheidende ist ja wohl: WIR WOLLEN NICHT aufstocken bzw. abreißen.


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