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    AW: Fassungslos im Med-Bereich

    Zitat Zitat von Tasmania66 Beitrag anzeigen
    Der Zahnarzt in meiner Jugend (Ende der 70er) war Alkoholiker. Jeder wußte davon, aber mangels Alternativen im ländlichen Raum war die Praxis trotz allem gut gefüllt.

    Dieser Arzt hatte die fragwürdige Angewohnheit, mehrere Patienten gleichzeitig in den Behandlungsraum zu holen. Man stand also direkt daneben, wenn dem Patienten (ohne Betäubung natürlich) der Zahn aufgebohrt wurde.

    Bei Schmerzenslauten wurde man angeblafft - man solle sich nicht so anstellen.
    Dass ich damals keine komplette Zahnarztphobie entwickelt habe, wundert mich heute noch.
    Du kommst nicht zufällig aus einem kleinen Ort bei Frankfurt?

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    AW: Fassungslos im Med-Bereich

    Zitat Zitat von Tasmania66 Beitrag anzeigen
    Dieser Arzt hatte die fragwürdige Angewohnheit, mehrere Patienten gleichzeitig in den Behandlungsraum zu holen.
    Das klingt nach meinem Kieferorthopäden der hat nicht nur mehrere Patienten gleichzeitig in den Behandlungsraum geholt, der hatte im Behandlungsraum direkt drei Behandlungsstühle stehen und hat dann immer der Reihe nach abgearbeitet. War der erste fertig, wurde der Platz gereinigt, während Herr Doktor am zweiten Patienten arbeitete, war der Platz gereinigt, wurde der nächste Patient reingeholt, während Herr Doktor am dritten Patient arbeitete und nun der zweite Platz gereinigt werden konnte. Das war ein Spaß. Wir sprechen von den 90ern, übrigens. Und wir waren damals privat versichert
    Es wurden nur langwierige Behandlungen im direkt daneben liegenden "Einzelzimmer" gemacht, wie z.B. eine neue feste Spange einzusetzen. Beim Einsetzen der Bänder um die Backenzähne (mit Gewalt rein, mit Gewalt raus, mit Gewalt rein, mit Gewalt raus, mit Gewalt rein) musste ich damals weinen. Er hat darauf meine Mutter ins Behandlungszimmer geholt und uns beide angeblafft, wenn ich so sensibel wäre, könne er an mir nicht arbeiten. Vorbereitet auf was er macht, hat er mich natürlich nicht. Mit 13jährigen hat Herr Doktor nämlich nicht selbst gesprochen, nur mit seinen Personal, das dann die Infos weitergegeben hat. "Sagen Sie der Patientin, sie muss dann ab jetzt aber jeden x. Tag y machen." "Herr Doktor hat gesagt, du musst dann ab Tag x jeden Tag y machen, ne?"

    Wenigstens bin ich dank der Privatversicherung um das Headgear rumgekommen. Das geht offensichtlich - teurer - auch anders.

    ***
    Mit Ende 20 dachte ich irgendwann "Ach, immer die 200 km zum Zahnarzt nach Hause zu pendeln, ist doch auch unpraktisch. Und der geht eh demnächst in Rente. Suchste dir am Arbeits-/Studienort wen." Also den Zahnarzt meines damaligen Freundes angerufen, Termin zur Kontrolle gemacht. Alles total praktisch, Praxis direkt unter meinem damaligen Büro (er 1. OG, ich 3. OG). Hin zum Termin, Kontrolle, Röntgen, Wartezimmer. Wartezimmer. Wartezimmer. Nach einer Stunde bin ich mal zurück zum Empfang, ob das noch länger dauert, ich müsse wieder zur Arbeit. Ja, Herr Doktor sei gerade so beschäftigt. Hmhmhm. Mein Angebot, rufen sie mich an, mein Weg aus dem Büro ist nicht wesentlich länger als der aus dem Wartezimmer. Mhm. Ja gut. Drei Stunden später klingelt also mein Bürotelefon, ich könne dann jetzt runterkommen.
    Am Empfang (!) steht besagter Herr Doktor mit meinen Röntgenaufnahmen und brüllt in aller Öffentlichkeit "Sehen Sie das, Frau Pinguin?! Da ist ein Loch. Da müssen wir ran. Das ist Karies." Ich gucke und sehe... nichts. "Tut mir Leid, ich sehe das so nicht. Wo muss ich denn gucken?" Er, ungehalten "Na da *Fingerdrauftatsch* unten, da im Zahnzwischenraum. Das muss unbedingt gemacht werden. Machen Sie sich gleich einen Termin!" und zieht ab. Ich? Sehe immer noch nichts. "Öhm. Ich meld mich wegen des Termins nochmal. Ich hab meinen Kalender nicht dabei."
    Meinen alten Zahnarzt angerufen, dort einen Termin gemacht und drum gebeten, ob man die Röntgenbilder anfordern kann. Zum Termin hin, meine Geschichte erzählt, er hängt die Bilder an die Wand, guckt und sagt "Wo soll da was sein? Da unten recht? Puh. Das kann auch ein Schatten sein. Ja, vielleicht ist da was, aber das müsste ich Ihnen zehnmal größer aufbohren. Wir schauen uns das in sechs Monaten einfach nochmal an und wenn es vorher weh tut, kommen Sie vorbei."

    15 Jahre später und ich habe an der Stelle immer noch nichts. Nie wieder hat jemand da was gesehen, inkl. meiner aktuellen wirklich extrem gründlichen Zahnärztin.

    ***
    Oder eine meiner Lieblingsgeschichten. Die Hausarztsuche am Studienort. Die war ich im 2. Semester schonmal angegangen, mit 39,8° Fieber, dicken Lymphknoten, eitrigen Mandeln und allgemeinem "Ich bin so krank, ich möchte bitte sterben". Antwort des Arztes, bei dem ich donnerstags um 8 Uhr landete? "Sie studieren X? Ist wieder Y Praktikum? Braucht ihr wieder alle ne Krankschreibung? Na, ich schreibe ihnen mal was auf und schreib sie für heute und morgen krank." - "was" war Penicillin (nein, er hat keine Allergien abgefragt) und mit der Mandelentzündung habe ich zwei Wochen flach gelegen.
    Mit der nächsten Mandelentzündung war ich dann (ein paar Jahre später) bei der ach so empfohlenen Hausärztin meiner besten Freundin. Wieder Antibiose, eine Woche. Im Beipackzettel steht, Antibiotikum bei Mandelentzündungen nicht empfohlen. Angerufen, rückversichert, alles tutti, nehmen. Nach ner Woche, Mandeln noch dick, Hals noch schmerzhaft. Neuen Termin. "Seit wann haben Sie denn die Halsschmerzen wieder?" "Ja, nein, die waren nie weg." "Schön warm halten und viel trinken." - Diagnose von der anderen Seite des Schreibtisches. Als ich am Tag drauf meinen Mund nur noch einen halben Zentimeter auf bekam, war ich relativ zügig beim HNO. Noch ne Woche Antibiose, Peritonsillarabszess. Die Mandeln bin ich dann seitdem auch los.
    Trotzdem ist mir v.a. der nächste Versuch, einen halbwegs vernünftigen Hausarzt zu finden, besonders im Gedächtnis geblieben. Vermutlich, weil ich an dem Tag quasi beschwerdefrei und daher im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte war.

    Umzug, die Straße runter war eine Gemeinschaftspraxis, die Ärztin hatte so einen putzigen Namen (Typ "Susi Sonnenschein"), ich also Termin gemacht und hin. Dummerweise behandelte mich ihr "etwas" älterer Kollege.
    Er "Was führt Sie denn zu uns?"
    Ich "Umzug. Hausarzt. Blabla. Hashimoto, L-Thyroxin. Blabla."
    Er "Warum haben Sie sich denn für uns entschieden?"
    Ich "Öhm. Ich glaube, Sie sind die nächste Praxis?"
    Er "Nein. Wenn Sie da vorne rechts gehen, da ist auch eine Hausarztpraxis, die ist näher zu Ihnen." (das liegt übrigens in 50m, maximal)
    Ich "Öhm. Keine Ahnung. Die ist mir nie so aufgefallen. Bei Ihnen fahre ich immer vorbei. Ich hab ja auch eigentlich nichts, ich brauche ja nur regelmäßig mein Thyroxin und die Blutwerte." (*deine Kollegin hat so einen geilen Nachnamen*)
    Er "10 minütiger Sermon, dass Schilddrüsenmedikamente nicht zum Abnehmen da sind. Anekdötchen über einen angeblichen ehemaligen Patienten, der in Holland bei irgendeinem Quacksalber zum Gewichtsverlust war und danach Herzprobleme hatte. Die Menschen wollen alle krank sein, damit sie Tabletten nehmen können, um irgendwas auszugleichen. Man braucht ja immer nur einen Grund für alles, manchmal liegt es einfach auch in einem selbst. Blabla."

    Blutabnahme

    Nachbesprechung
    Er " Sie haben ja wirklich Hashimoto!"
    Ich habe mir ein Rezept ausstellen lassen und dann einen anderen Hausarzt gesucht. Warum nur?

    Meine Hausärtzin (von der Praxisorganisation abgesehen super) darf bitte nie in Rente gehen. Dummerweise ist die über 60 ich weiß gar nicht, was aus mir werden soll, wenn die in Rente ist.

    Ich hätte noch die Urlaubsvertretung meiner Gyn anzubieten, die mich in der Schwangerschaft genau einmal gesehen hat... aber die kann ich gerade nicht. Ich habe mit Ärzten allgemein glaub ich wenig Glück. Wenigstens wohne ich an einem Ort mit relativ freier Auswahl. Und meine Orthopädin ist Zucker (und so alt wie ich *ha* von der habe ich noch eine Weile was)! Meine neue Zahnärztin auch (die sollte ebenfalls so in etwa mein Alter haben) und meine eigentliche Gyn ist auch toll, die Pränataldiagnostikerin war auch großartig. Der Rest fällt irgendwie immer unter "war sehr bemüht", das reicht dann zumindet nicht für "fassungslos", sondern maximal für "erstaunt".
    Ich und mein Körper wollen schlafen. Aber mein Kopf will wissen, ob Pinguine Knie haben.

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    AW: Fassungslos im Med-Bereich

    Zitat Zitat von Babsi64 Beitrag anzeigen
    Du kommst nicht zufällig aus einem kleinen Ort bei Frankfurt?
    Nein, aus einer ganz anderen Ecke.

    Da gab es scheinbar mehrere von dieser Sorte.

    Es war auch nicht so, dass da mehrere Behandlungsstühle im Raum waren. Die anderen vier Patienten (er holte immer fünf herein) standen einfach nur daneben und mussten zuschauen und -hören.

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    AW: Fassungslos im Med-Bereich

    Zitat Zitat von TrishaTT Beitrag anzeigen
    Na, hoffentlich bekomme ich nie einen Schlaganfall, und wenn doch, dann bitte, bitte nicht am Wochenende.
    Da kann ich Dich verstehen und bin froh und dreimal dankbar, dass ich im Jahr 2018, als ich in einer Nacht von Freitag auf Samstag mit Schlaganfall verdacht in ein KH eingeliefert wurde, innerhalb 20 Minuten eine Neurologin bei mir war, um 4 Uhr ein CT gemacht wurde, ich gut versorgt war, auf der Schlaganfall Notstation beobachtet lag und Samstag eine Ärztin nach mir schaute und mir die Angst nehmen konnte. Hätte mir da jemand gesagt, dass vielleicht mal am Montag nach mir geschaut wird, wäre ich durchgedreht.

    Am Ende war es glücklicherweise keiner, aber da es immer heißt, dass schnelles Handeln erforderlich ist, bin ich auch bass erstaunt, dass sowas am Wochenende anscheinend lästig genug ist.

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    AW: Fassungslos im Med-Bereich

    Mein Mann ist Blutdruck und Herzpatient und war in der örtlichen Kardiologie Praxis Patient und eigentlich auch zufrieden dort. Als er mit akutem Herzrasen beim Hausarzt saß und der einen Dauer EKG angeordnet hat, machten die in der Kardiologischen Praxis einige Zicken. Hat dann aber doch geklappt.

    Als er dann aber wieder Probleme hatte und einen Termin wollte, hieß es am Telefon ernsthaft, er könne in drei Monaten kommen! Und die wussten um seine Geschichte! Also Rettung angerufen und ab ins Krankenhaus, weil das Rasen nicht aufhörte. Es war ein Vorhofflimmern, wie nett, dass er drei Monate später bei seiner Kardiologin hätte auftauchen dürfen. Er hat inzwischen eine PRaxis gefunden, wo er auch im akuten Notfall sofort kommen darf und ans EKG gehängt wird.

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    AW: Fassungslos im Med-Bereich

    Meine Mutter ist schwer erkrankt, pflegebedürftig und hat starke Schmerzen. Sie ist „austherapiert“, wieviel Zeit sie noch hat, kann niemand sagen. Sie bekommt Tramadol, 3x am Tag, kurzzeitig auch schon mal 4x.

    Kürzlich war sie im KH und dort wurde auf 2x reduziert. Auf meine Frage, warum, sie hätte Schmerzen, Antwort der Schwester: „das macht abhängig“ …

  7. Inaktiver User

    AW: Fassungslos im Med-Bereich

    @Pinguine-haben-Knie:

    Kann ich alles so gut verstehen, da ähnlich so auch erlebt.

    Gerade mit Antibiose kennen sich Ärzte oft zu wenig aus oder sie lassen vorher kein Antibiogramm erstellen.

    Zwei Beispiele von mir:

    1) Ein Arzt im Bekanntenkreis mit eigener Praxis (ein netter Kerl mit Hang zur Esoterik, den ich aber nie um medizinischen Rat fragen würde) lässt sich von seinem Freund gerne mal Details zur Antibiose erklären. Dieser hat nicht Medizin studiert, ist aber interessierter, begabter und liest aus Leidenschaft medizinische Fachartikel. Sein Freund der Arzt guckt in seiner Freizeit lieber Serien.

    2) Wie ich im Strang schon schrieb, neige ich zu NBE (Nierenbeckenentzündungen) mit hohem Fieber. Wenn da nicht schnell gehandelt wird, kann das gefährlich werden.

    Eigentlich ist das Procedere immer das gleiche: Urin abgeben, auf das Antibiogramm warten, bis dahin kalkulierte Antibiose. Meistens mit AB aus einer bestimmten Gruppe, welches noch gut hilft. Die Ärzte der urologischen Krankenhausambulanz kennen mich schon und tun das richtige. So kann ich mittlerweile eine NBE gut ambulant handeln.

    Da die Mitarbeiter der Ambulanz aber nicht so begeistert sind, wenn man während der Öffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte kommt, war ich einige Male bei niedergelassenen Hausärzten und Urologen.

    Trotz mitgebrachter Krankenhausberichte und obwohl ich da mit über 38 Grad und Blut im Urin auflief, wollten einige kein Antibiogramm erstellen und nur ein Single Shot Antibiotikum gegen leichte Blasenentzündung verschreiben. (Manche wollten mich auch ohne Termin nicht behandeln - aber das ist ein anderes Thema)

    Bei meiner ersten NBE, als ich mich selbst noch nicht auskannte, stieg mein Fieber anschließend auf über 40 und hat mir einen Abszess an der Niere und zwei Wochen stationären Aufenthalt beschert - dank der Inkompetenz eines Hausarztes.

    Man muss kein Überflieger als Arzt sein. Aber es gibt Leitlinien und lesen kann ja jeder Arzt.

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    AW: Fassungslos im Med-Bereich

    Zitat Zitat von Lucciola Beitrag anzeigen
    Kürzlich war sie im KH und dort wurde auf 2x reduziert. Auf meine Frage, warum, sie hätte Schmerzen, Antwort der Schwester: „das macht abhängig“ …
    Da kann man nur wünschen, dass man Kontakt zu SAPV hat, die jedem Patienten zusteht.

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    AW: Fassungslos im Med-Bereich

    Karfreitag, ich bin schlapp und habe das Gefühl, ich höre mein Herz pochen. Hab mich also über Ostern geschont, Dienstag geh ich zum Vertetungs-Arzt, erzähle ihm von meinem Gefühl mein Herz pochen zu hören.
    Er:
    Na, da haben sie ja richtig Zeit gehabt sich da rein zu steigern.

    Ich:
    ? Na dann håtte ich ja wohl kaum 4 Tage gewartet.

    EKG gemacht und Verdacht auf Lungenembolie.
    Wurde liegend ins KH abtransportiert, soviel zm rein steigern.


    Andere Sicht,
    Bin Sekretärin in einer Physio Praxis.
    Patientenanruf
    Ich habe seit Wochen starke Schmerzen und brauche dringend heute einen Termin.

    Termine haben wir erst in drei bis vier Wochen.

    Mecker Mecker Mecker
    Beim abfragen der Rezeptinformationen, Rezept ist schon gut drei Wochen alt!
    Tja, håtte man sich vor drei Wochen gemeldet, håtte man auch heute einen Termin.

    Und das kommt sehr sehr häufig vor.
    Sommer 2021 - mehr als nur nasse Füße...
    Im Forum Gesellschaft
    reinklicken und mithelfen!

    Die neue Hilfsaktion der Bunten Kuh für Opfer des Hochwassers



    Marcus Wiebusch - Der Tag wird kommen


    guckst du youtube

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    AW: Fassungslos im Med-Bereich

    Zitat Zitat von Lucciola Beitrag anzeigen

    Kürzlich war sie im KH und dort wurde auf 2x reduziert. Auf meine Frage, warum, sie hätte Schmerzen, Antwort der Schwester: „das macht abhängig“ …
    meine Güte, die "Schmerztherapie" in D ist wirklich "Kriminell"- ich bin immer wieder aufs Neue fasssungslos, dass es das heutzutage immer noch gibt.
    Ich hoffe, Deine Mutter erhält so viele Schmerzmittel, wie sie braucht!?

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